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Diavolezza-Seilbahn evakuiert

Meinen Beitrag habe ich bewusst im Konjunktiv verfasst, da ich selbst die Umstände ja nicht kenne.
Ich selber kann mir allerdings auch kaum vorstellen, dass man an der Diavolezza nicht richtig auf alle Situationen vorbereitet ist. - Dennoch würde ich einen Augenzeugenbericht nicht per se in Zweifel ziehen wollen.
Was soll man schon dazu sagen, wenn man selbst nicht zugegen war.

burgi83 schrieb:
Deswegen verstehe ich nicht, dass solche Vorfälle so breit diskutiert werden. Als Laie bekommt durch diese Diskussion den Eindruck als wären Bergbahn total unsicher und dem ist meiner Meinung nach nicht.
Da es zu keinerlei Verletzungen gekommen ist, kann ich keinen Grund erkennen, Bergbahnen aufgrund dieses Vorfalles als unsicher zu beurteilen.
 
Gründe für Zugseilüberschläge gibt es zu Hauf. Wind alleine halte ich persönlich aber für ausgeschlossen. Der Wind ansich ist nur der entscheidende Faktor der dann dazu führt, dass das Zugseil nicht mehr im Seilreiter landet sondern zur Seite geblasen wird und so über dem Tragseil zu liegen kommt. Zuerst muss das Seil aufschwingen, bis es über das Tragseil hinaus schnalzt. Im Normalfall, fällt es danach wieder zwischen die Tragseile, nicht aber wenn es vom Wind zur Seite getragen wird.

Gründe für ein Aufschwingen gibt es viele. Beispielsweise:

-Einfallen der Fangbremse
-Überbremsen bei zu stark eingestellten Bremsen bzw schlecht eingestellter Regler der BB (a > 2m/s2)
-Am falschen Ort platzierte Seilreiter und daraus relutierende Zugseilsäcke die sich bei Stützenüberfahrten verschieben und so einen Schnalz geben.
-Verlust eines Seilreiters durch fehlendes versetzen usw kann es vorkommen, dass die Befestigungsklemmen am Tragseil reissen wenn sich beide Tragseile unterschiedlich ausdehnen.
-Verklemmtes oder anderseitig nicht funktionierendes Spanngewicht da auf dem Boden aufliegend, entgleist usw.
-Fehlende oder defekte Spanngewichtsdämpfung, Beispielsweise kein Öl in der Bremse, defekte Dichtung, defekter Druckspeicher, defektes Ventil.
-Aufschwingen des Zugseiles wegen zu starker Verzögerungskurve im Einfahrbereich der Stationen, wiederum auch Ursache durch falsch plazierte Seilreiter
usw usw.

3303 schrieb:
Ist das vielleicht auch etwas, wofür die Gondelführer erst das genaue Fingespitzengefühl entwickeln müssen, wenn eine Bahn neu oder erneuert ist?
Der Kabinenführer ist nur dazu da, die Türen zu schliessen, an die Steuerung Bereit zu melden und sofern bei beiden Kabinen die Türen geschlossen und Bereit gemeldet ist, den Fahrbefehl zu geben. Der Rest macht die Steuerung automatisch. Es ist allerdings bei starkem Seitenwind hilfreich, wenn der Kabinenbegleiter das Lichtraumprofil an den Stützenüberfahrten kontrolliert und ggf die Anlage abbremst um so eine Kollision mit der Kabinenführung an der Stütze zu vermeiden. Selbiges bei der Stationseinfahrt.
 
oder von der Materie keine Ahnung habende (nicht gegen dich Herbi oder 3303 gerichtet) so aufgepuscht werden.
Ich habe hier nur Facts aufgeschrieben, wenn ich etwas aufbauschen wollte könnte ich das vorhandene Bildmaterial hier einstellen oder den Boulvard Medien zuspielen. Ich bin Maschinen Ingenieur und Technischer Leiter in einem Profilröhrenwerk und damit auch für die Betriebssicherheit verantwortlich und habe daher von der Materie sehr wohl eine Ahnung. So wie das Rettungsmaterial ausgesehen hat, war dieses nicht neu, sondern wurde von der alten Kabine in die Neue übernommen. Nach meiner Meinung müsste das Geländer einfacher aufbaubar sein und auch so verpackt sein, dass es ohne Taschenmesser ausgepackt werden kann. Die Seile sollten sauber aufgeschossen und trocken in Vakuumbeutel eingeschweisst werden. Das Personal muss dringend besser auf solche Situationen vorbereitet werden. Mich würde es auch interessieren ob nun das Seil nach diesem intensiven Einsatz vorschriftsgemäss kontrolliert und allenfalls ersetzt wurde.

Gruss Herbert
 
Um 13.10 Uhr waren alle Passagiere auf der Piste und um14.15 Uhr auch alle Skier und Boards welche in Materialsäcken aus der Kabine geflogen wurde
Das hab ich mich auch schon immer gefragt, was mit den Skiern passiert. Aber wieso brauchte das 'ne knappe Stunde, nur um die Skier und Boards zu bergen?
 
Mit den Skiern und Boards könnte man auch das Problem mit der Rückerstattung lösen. Wer sein Material abholt kriegt auch eine Bestättigung für die Rückerstattung seines Tickets. Nur damit kriegt man was zurück und so kann die Bergbahn verhindern, dass auch Trittbrettfahrer ungerechtfertigt profitieren.
 
75 Par Skier und Stöcke in Säcke à ca.10 Paar verpacken braucht Zeit. Da ist auch nur noch ein Heli geflogen.
Das mit den Trittbrettfahrern ist kein Problem da alle Fahrten auf der Data Card gespeichert sind, als auch die aktuelle.

Gruss Herbert
 
Ganz ehrlich: Wie soll eine Person denn auch 75 Leute, zu 95% Menschen die noch nie abgeseilt haben (und wahrscheinlich keiner der gleich über mehr als 100m abgeseilt hat) da auch vernünftig hinunter bringen?
 
Es wurde dieses Gerät in der Parallelausführung verwendet. Damit sollte auch das Abseilen von ungeübten Personen keine Schwierigkeiten bereiten. 100 m besonders bei Wind wären schon etwas krass, in diesem Falle waren es aber lediglich 26m
http://www.hoehenpass.de/fg-9-lift.html

Gruss Herbert
 
Cool, das dieses Video aufgetaucht ist. Der sympathischste Kabinenbegleiter der Diavolezza hat meiner Meinung nach trotz sprachlichen Problemen grossen Einsatz gezeigt. Wie man auf dem Video sieht, herrschte nie Panik oder Chaos. Im Gegensatz, Spässchen und Witze scheinen vorhanden gewesen zu sein :D Es scheint mir ganz danach auszusehen, als ob jeder Handgriff gesitzt hat.
Dieses Video zeugt von Professionalität, zumindest der Kabinenbegleiter und die schnell antreffende Rettungskräfte aus der Luft. (Man drücke ein Auge zu bei der Leiter die etwas spukte ;-) )

 
Im Anschluss begeben wir uns zur nächsten Experience: Via Ferrata und EInführung ins Snow Kiten.
Alles zusammen für nur 799.-
Verpflegung und Video-DVD inklusive!

Ihr Team Jochen Schweizer



EIn überraschendes Erlebnis für die Gäste. Wichtig ist hierbei, dass ihnen stets das Gefühl ener hundertprozentigen Sicherheit vermittelt wird. Action ohne Action. Ansonsten wird die Kundschaft schnell hysterisch. Hier hingegen wurde vorbildlich gearbeitet und/oder Dokumentiert. Auch das Kundenvideo mit der heroischen Musikunterlegung gegen Ende: Vorbildhafte Werbewirkung.

Ich komme wieder liebe Bergbahnen!
 
Welches Video? Sitze grad ein wenig auf der Leitung…
 
Also den beteiligten Personen kann man ja laut Video wirklich nichts vorwerfen. Nur das Bergungskonzept durch den Boden finde ich schon ein bisschen fraglich. Wie soll das bitte gehen, wenn die Kabine bis auf den letzten Platz voll ist?
 
Kris schrieb:
Ein überraschendes Erlebnis für die Gäste. Wichtig ist hierbei, dass ihnen stets das Gefühl ener hundertprozentigen Sicherheit vermittelt wird.
Nicht nur vermittelt - wenn da seriös gearbeitet ist, gibt es allerhöchstens jeweils ganz kurze heikle Momente - es ist aber nie kritisch - und schon gar nicht gefährlich. Die Rettungstechnik ist mehrfach erprobt und bewährt. Und wenn man eine Seilbahn besteigt, so muss man zwar nicht direkt damit rechnen, von so einer Rettungsaktion mal betroffen zu sein - aber a priori ausschliessen kann man das nie. Wenn man sich das nicht antun will, soll man eben keine Seilbahn besteigen; aber ein Problem ist das eigentlich ja nicht, wie das auch hier zu sehen ist.
Kris schrieb:
Action ohne Action. Ansonsten wird die Kundschaft schnell hysterisch. Hier hingegen wurde vorbildlich gearbeitet und/oder Dokumentiert. Auch das Kundenvideo mit der heroischen Musikunterlegung gegen Ende: Vorbildhafte Werbewirkung.
Hehe - passende Musik ist doch immer gut. Das ganze dauert eben seine Zeit, bis es anläuft, und durchschleusen eben auch, da ist vieles eben LowTech und Handarbeit. Aber wo seriös gearbeitet wird, wird auch was geleistet.
Kris schrieb:
Ich komme wieder liebe Bergbahnen!
Ach - sowas ist doch kein wirkliches Thema; das ist doch selbstverständlich.
 
Pilatus schrieb:
Also den beteiligten Personen kann man ja laut Video wirklich nichts vorwerfen. Nur das Bergungskonzept durch den Boden finde ich schon ein bisschen fraglich. Wie soll das bitte gehen, wenn die Kabine bis auf den letzten Platz voll ist?
Auch "bis auf den letzten Platz voll" lässt noch genügend Raum, um den Platz für die Bodenluke freizumachen. Ist doch das übliche Prozedere: man steht auf dem Perron oder schon in der Kabine, diese sieht schon voll aus - und dann kommen noch 20 Leute - und dann heisst es: "zusammenrücken bitte" - und dann passen sogar noch 30 rein ... :biggrin:

Hat noch keiner daran gedacht, die Bodeluke unter den "Steuerstand" zu setzen, v.a. bei Grosskabinen, die den durch Gestänge o.ä. abgesetzt haben, oder wäre das anderweitig zu unbequem?
 
Kakadu schrieb:
Hat noch keiner daran gedacht, die Bodeluke unter den "Steuerstand" zu setzen, v.a. bei Grosskabinen, die den durch Gestänge o.ä. abgesetzt haben, oder wäre das anderweitig zu unbequem?
Sobald man den Deckel öffnet hat man sehr viel Platz rund ums Loch. :ja:

Unter dem Kommandostand befindet sich meist die Toilette da man den Raum mit einem Vorhang trennen kann, oder sonst die Kabinenbatterien.
 
ATV schrieb:
Unter dem Kommandostand befindet sich meist die Toilette da man den Raum mit einem Vorhang trennen kann, oder sonst die Kabinenbatterien.
Heisst das das in regulären Pendelbahnen eine Toilette ist für Notfälle? War mir neu.
 
Pendelbahnverordnung 105 743.121.3
.4 Fenster müssen aus nichtsplitterndem Material bestehen. Sie dürfen
nur soweit geöffnet werden können, dass im Bereich der Stützen und
Stationen keine Gefährdung von Reisenden möglich ist.
.5 Die notwendigen Lüftungseinrichtungen sind vorzusehen.
.6 Die Kabinen sind mit einer Dach- und einer Bodenluke sowie einer
Leiter zum Erreichen des Daches zu versehen.
.7 Ueber der Bodenluke ist eine Befestigungsstelle für das Abseilgerät
vorzusehen; sie ist für die Masse des Abseilgerätes und der
gleichzeitig abzuseilenden Personen gemäss Ziffer 702.2, Lastfall 1,
zu bemessen.
.8 Grössere Kabinen (über etwa 80 Personen) sollen
.8.1 für den Begleiter einen erhöhten Standort haben;
.8.2 mit einer Nottoilette ausgerüstet werden;
.8.3 durch "weiche" Zwischenwände unterteilt werden.
.9 In begleiteten Kabinen ist ein Bergungsgerät (Abseilgerät) vor
Feuchtigkeit und Beschädigung geschützt unterzubringen.
.10 Jede Kabine ist mit einer Leine auszurüsten, mit der Material
hochgezogen werden kann. Ebenso ist das Werkzeug zum Oeffnen
der Fangbremse beim Ausfall der normalen Oeffnungseinrichtung
mitzuführen.
.11 Der Windwiderstand von Kabinen soll möglichst klein sein.
.12 In den Kabinen sind die zulässige Anzahl Personen, die Nutzlast in
kg sowie bei unbegleiteten Kabinen (Ziff. 924) eine Anweisung für
das Verhalten bei Stillstand auf der Strecke, in der Regel
mehrsprachig, anzuschlagen. Ferner ist das Rauchen zu verbieten.
.13 Die Kabinen sind aussen gut sichtbar zu nummerieren.
 
zu 8.3: Gibt es Kabinen die mit diesen Zwischenwänden ausgerüstet sind? Habe socleh Wände weder in LAAX, Verbier, alte Diavolezza, Hoch-Ybrig und Champery gesehen. Und so viel ich weis passen da überall mehr als 80 Leute offiziel rein.
 
Ich habe nie behauptet, dass die ganze Situation an sich unsicher war, sondern dass einige Details die man auf dem Video nicht sieht, stark verbesserungswürdig sind, weil sie bei einer verschärften Situation wie schlechtes Wetter oder auch ungünstiger Lage der Kabine das sichere Evakuieren erschweren.
oben wurde folgender Punkt erwähnt :
.9 In begleiteten Kabinen ist ein Bergungsgerät (Abseilgerät) vor
Feuchtigkeit und Beschädigung geschützt unterzubringen.
- Die Seile waren nass und gefroren, dass Hauptseil unaufgeschossen an einem Knäuel. Mein Vorschlag: Bergungsgeräte und Seile in Vacuum Beutel einschweissen.
- Splinten zum Geländer fehlten, es konnten nicht alle Streben montiert werden. Mein Vorschlag : Die steckbaren Querstreben durch fix an den 4 Pfosten montierte Querseile ersetzen, so kann das ganze Geländer eingerollt und ebenfalls in einen Vakuum Beutel eingeschweisst werden.
- Alle losen Gegenstände um die Bodenöffnung entfernen am besten vor dem Öffnen der Bodenlucke alle Skier und Stöcke einsammeln und in einer Ecke deponieren. Diese Teile gefährden die am Seil hängende Person und die Bodenmannschaft.
- Der Kabinenbegleiter wollte sich am Kunststoff Türgriff sichern. Ein Vorschlag der SUVA lautet : Sichere dich nur dort, wo du auch dein Auto aufhängen würdest. Mein Vorschlag: Personal besser schulen, da eine sichere Strippe als Anschlagspunkt vorhanden war.
- Die Auszugsleiter konnte nicht ganz ausgezogen werden. Mein Vorschlag: Leiter wie in andern Kabinen schwenkbar an der Decke montieren.
Ich möchte nochmals betonen, dass die Heli-Rettung sehr gut funktioniert hat und auch der Entscheid zu dieser Evakuierungsart absolut richtig war,da sonst die Aktion mindestens 2 Stunden länger gedauert hätte.

Gruss Herbert
 
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