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Diavolezza-Seilbahn evakuiert

Herbi schrieb:
- Die Auszugsleiter konnte nicht ganz ausgezogen werden. Mein Vorschlag: Leiter wie in andern Kabinen schwenkbar an der Decke montieren.
Die neuen Kabinen sind 1,5 mal so schwer wie die alten Kabinen von 1980 (was ich bis heute nicht verstehen kann, offizielle Begründung sind CEN). Eine ordentliche Leiter kann da aber offenbar nicht mehr mitgeführt werden. Irgendwo muss wieder Gewicht eingespart werden. Offenbar bei Nutzlast und Equipement.
Für mich unbegreifbar, dass sich die Bergungsmanschaft mit solch banalen Problemen herumschlagen muss, wie mit einer Ausziehleiter. Und die Abseilgeräte waren auch mal aufwändiger konstruiert. Das Video ist der perfekte Lehrfilm für Seilbahnbetreiber und -konstrukteure.
 
Also eine fixe Leiter ist leichter als eine Teleskopleiter, das Abseilgerät als Pendelabseilgerät mit Aufzugsmöglichkeit konzipiert war absolut in Ordung und Bediener freundlich. Bin gerade am überlegen ob ich den gleichen Typ als Bergungsgerät für unsere Firma anschaffen soll. Preis 1500 €.

Gruss Herbert
 
Kann es sein, dass die Leiter nicht richtig installiert werden kann, wenn auch das Geländer der Bodenklappe aufgebaut ist :?:
 
Herbi schrieb:
oder von der Materie keine Ahnung habende (nicht gegen dich Herbi oder 3303 gerichtet) so aufgepuscht werden.
Ich bin Maschinen Ingenieur und Technischer Leiter in einem Profilröhrenwerk und damit auch für die Betriebssicherheit verantwortlich und habe daher von der Materie sehr wohl eine Ahnung.
Gruss Herbert

Alles klar, hab auch ein paar in der Kundschaft. Die kennen sich alle nicht nur in ihrem Fachgebiet bestens aus, sondern in Allem. Mehr wissen nur noch Lehrer :wink:

@Video
Sieht doch alles ziemlich relaxed aus. Typisch Jochen Schweizer eben :ja:
 
Da die Kabine ja nur locker gefüllt war hat das ganze noch gut funktioniert.

Allerdings erinnere ich mich an meinem Verbier Urlaub im März, wo die PBs Mont Fort, Tortin - Gentianes und die 150 PB La Chaux - Gentianes immer brechend voll waren und draussen Temperaturen von über 25 Grad und voller Sonnenschein geherrscht haben. Da wurde es schon bei einer normalen Fahrt so heiss in der Kabine, dass einem nach kurzer Zeit die Brühe im Gesicht und am ganzen Körper runter gelaufen ist und man total verschwitzt oben ausgestiegen ist. Das war echt unangenehm.
Und da stelle ich mir jetzt mal vor, so eine PB hat einen technischen Defekt, bleibt erst mal eine halbe Stunde oder länger stehen bis man das Problem lokalisiert hat und dann beginnt man nach wiederum einer längeren Wartezeit mit dem Evakuieren. Das wäre echt übel und würde auch keine geordnete Evakuierung zulassen (von wegen stellen wir erst mal alle Skier und beweglichen Sachen in eine Ecke etc...).
 
So einfach ist das auch wieder nicht ...

Herbi schrieb:
- Die Seile waren nass und gefroren, dass Hauptseil unaufgeschossen an einem Knäuel. Mein Vorschlag: Bergungsgeräte und Seile in Vacuum Beutel einschweissen.
Und dann am besten gleich vorschreiben, dass gleich doppelt einschweissen - sonst reisst das am erstbesten Haken ein Luftloch rein ...
Herbi schrieb:
- Alle losen Gegenstände um die Bodenöffnung entfernen am besten vor dem Öffnen der Bodenlucke alle Skier und Stöcke einsammeln und in einer Ecke deponieren. Diese Teile gefährden die am Seil hängende Person und die Bodenmannschaft.
Wäre es nicht möglich, die Luke mit einem "nach oben aufgebogenen Rand" zu versehen - ich stelle mir das mit einem aufklappbaren, ausziehbaren oder einsteckbaren Blech vor, das um den Rand gesetzt wird; ca. 6cm sollte reichen.
Herbi schrieb:
- Der Kabinenbegleiter wollte sich am Kunststoff Türgriff sichern. Ein Vorschlag der SUVA lautet : Sichere dich nur dort, wo du auch dein Auto aufhängen würdest. Mein Vorschlag: Personal besser schulen, da eine sichere Strippe als Anschlagspunkt vorhanden war.
Das haut nie hin, das in die Köpfe der Leute zu bleuen. Besser wäre, vorzuschreiben, dass sämtliche Haken, die im Kabinenraum als Haken ge- (oder miss-)braucht werden könnten, mindestens eine, wenn nicht zwei Personen tragen können - auch nur simple "Haltegriffe". Ein haltegestänge könnte sowas aushalten, an Lederriemen herunterhängend Griffe o.ä. natürlich nicht.
Herbi schrieb:
- Die Auszugsleiter konnte nicht ganz ausgezogen werden. Mein Vorschlag: Leiter wie in andern Kabinen schwenkbar an der Decke montieren.
Wie sähe das mit einer erst zusammenzusteckenden Leiter aus (rel. grober, "primitiver" Bauart)?
 
Wie wäre es bei einer fix am Kabinendach montierten, ausziehbaren Leiter? So ähnlich wie mache Dachbodentreppen, nur für ne Leiter halt. Dass die Leiter in der Kabine wohl nicht so toll ist, sieht man ja auch im Video...

Doppelt einschweißen ist übrigens Quatsch, du musst halt eine entsprechende Materialstärke verwenden. Also keine .0075mm-Biofolie, sondern eher eine .5mm, wenn nicht sogar .75mm. Dann reißt da so schnell nichts. Aufgrund verschiedener Belastungen (Kälte, Hitze, etc.pp) wirst du es wohl trotzdem mindestens einmal jährlich neu einschweißen müssen. Außerdem musst du das öffnen können, ohne das Material (Seile) zu beschädigen...
 
Es sind auch mit vereisten Stricken alle rausgekommen, und offensichtlich ziemlich schnell und bei ziemlich garstigem Wetter... :lach:

Wie gesagt, ich frag mich ein bisschen mit der Kabinenfüllung. Die Bahn hier wurde gerade abgestuft, aber es gibt sicher immer noch Bahnen die noch stärker gefüllt werden dürfen. Und da wirds tw. wirklich ziemlich voll. Und auch wenn man die Luke noch aufbringt, grad daneben stehen will ich dann definitv nicht.
 
Herbi schrieb:
Das Rettungsmaterial in dem Behälter unter der Bodenlucke war in einem desolaten Zustand.

Teile für das Geländer um die Bodenöffnung fehlten, Seile waren total vereist, das 200 m lange Hauptseil lag unaufgeschossen in der Kiste

Der Kabinenführer wirkte sehr nervös und war der Situation absolut nicht gewachsen.

Diese drei Feststellungen sind beim besten Willen nicht auf dem Video zu erkennen. Das Bergegerät war offenbar sauber im dafür vorgesehenen Behälter unter der Luke zu finden. Jedes aufgeschossene Seil wird, wenn man wenig Platz hat schnell zum Wuhling - das ist übrigens normal, ich habe das beim Segeln auch immer gehasst und hasse es auch heute noch. Total vereiste Seile sind wesentlich steifer, die ersichtlichen Seile biegen sich jedoch einfach. Und der Kabinenbegleiter war offenbar jederzeit Herr der Lage und definitiv nicht nervös.

Alles in allem, was auf dem Video zu sehen ist - hoch professionell. Gratulation! Meiner Meinung nach geht es nicht besser.

Herbi schrieb:
Bergungsgeräte und Seile in Vacuum Beutel einschweissen.

Vergiss das. Denn jeder Beutel kann ein Loch bekommen, wenn Feuchtigkeit eindringt, bekommst du Schimmelbildung, und das ist das Letzte, was ich haben möchte, wenn ich mich dran abseilen muss. Lieber gut durchlüftet, und ohne Schimmel.

Der Kabinenbegleiter wollte sich am Kunststoff Türgriff sichern. Ein Vorschlag der SUVA lautet : Sichere dich nur dort, wo du auch dein Auto aufhängen würdest. Mein Vorschlag: Personal besser schulen, da eine sichere Strippe als Anschlagspunkt vorhanden war.

Ich kenne einige Ösen und Beschläge, die nach Kunststoff ausschauen, jedoch nur kunststoffummantelt sind. Also nicht nach dem Aussehen urteilen, sondern nach der tatsächlichen Beschaffenheit.

Die Auszugsleiter konnte nicht ganz ausgezogen werden.

Absolute Kleinigkeit, die offenbar gelöst werden konnte. Ich betone es gerne und vor allem oft - im Ernstfall funktionieren manche Sachen nicht so, wie sie in der Übung funktioniert haben. Ich kenne das als Rettungssani recht gut. Das ist nichts ungewöhnliches und auch nichts, was ernsthaft beunruhigend wäre, solange die Situation unter Kontrolle ist.

MFG Dachstein
 
ATV schrieb:
Der Wind ansich ist nur der entscheidende Faktor der dann dazu führt, dass das Zugseil nicht mehr im Seilreiter landet sondern zur Seite geblasen wird und so über dem Tragseil zu liegen kommt. Zuerst muss das Seil aufschwingen, bis es über das Tragseil hinaus schnalzt. Im Normalfall, fällt es danach wieder zwischen die Tragseile, nicht aber wenn es vom Wind zur Seite getragen wird.

-Aufschwingen des Zugseiles wegen zu starker Verzögerungskurve im Einfahrbereich der Stationen, wiederum auch Ursache durch falsch plazierte Seilreiter
usw usw.
Lag ich also nicht weit daneben.

Schneller als die alte Bahn fuhr die neue nicht. Das ist im Bericht falsch geschrieben. Die alte Bahn fuhr 10m/s, die neue fährt 10m/s
Was man aber bei vielen Bahnen versucht ist die Fahrzeit zu verkürzen indem man vor den Stützen länger mit voller Geschwindigkeit fährt und danach stärker Verzögert um möglichst kurz über die Stütze mit 7,5ms zu fahren um nachher wieder zu beschleunigen, selbiges macht man in den Stationen wenn man die Kriechzone in der Station kleiner macht und so praktisch direkt ab Puffer zu beschleunigen. Das kann zu aufschwingen des Zugseiles führen. Effekt siehe oben.
 
ATV schrieb:
... selbiges macht man in den Stationen wenn man die Kriechzone in der Station kleiner macht und so praktisch direkt ab Puffer zu beschleunigen. Das kann zu aufschwingen des Zugseiles führen. Effekt siehe oben.
Ist das nicht v.a. beim verlangsamen (bei Stationseinfahrt am Ziel) ein Problem und weniger beim beschleunigen (bei der Abfahrt)? Oder können sich die Schwingungen (auch) am Ende der Beschleunigungsphase bei Übergang zur Fahrt mit konstanter Geschwindigkeit bilden?
 
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