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Die große Klima-Diskussion

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Julian96 schrieb:
Ja für den Zeitraum für den man keine Daten hat wird extrapoliert, aber wenn ich ausgerechnet von 100 Jahren ausgehe die nicht dem Mittel entsprechen ist die Extrapolation halt auch komplett daneben.

wobei man halt gerade fuer Hochwasserereignisse teils Daten fuer groesser 300 Jahre hat - ich erinnere mich da nur an Meine Donauradtour, wo in Passau zumindest die Marken der Donau seit 16xx markiert waren.
 
Ich halt mich lieber an konkrete Physik. Bei 1°C wärmerer Luft beinhaltet dieselbige 6% mehr Feuchtigkeit. Muss man Schlüsse draus ziehen.

Klar, die Hochwassermarken sind ein Hinweis. Aber die Verhältnisse haben sich im Lauf der Zeit so verändert, daß Vergleiche schwierig sind.
Extremereignisse werden dazu auch noch medial und politisch immer für politische Ziele missbraucht.

Das Wasser aus Starkniederschlägen + Schmelze der Alpennnordseite beispielsweise, kommt in den betonierten Kanälen heutzutage viel schneller nach Passau als früher.
Andererseits war Deutschland jahrhundertelang viel waldärmer, mit allen Folgen, als heutzutage (bezeichne die Fichtenplantagen mal als Wald).
 
Du meinst wegen der enormen Niederschläge?
Ja, das sehe ich auch so und bei uns in Tirol kommt das IMHO von der sehr warmen Adria bzw. dem sehr warmen Ligurischen Meer.
 
albe-fr schrieb:
wobei man halt gerade fuer Hochwasserereignisse teils Daten fuer groesser 300 Jahre hat - ich erinnere mich da nur an Meine Donauradtour, wo in Passau zumindest die Marken der Donau seit 16xx markiert waren.

Hochwassermarken sind nicht mit einander vergleichbar, weil sich in den meisten Fällen in den letzten 100~150 Jahren die Rahmenbedingungen geändert haben. Versiegelte Böden leiten die selbe Menge Niederschlag / Zeiteinheit schneller ins Tal und eingeängte Flussläufe stauen die selbe Menge Wasser / Zeiteinheit höher auf.
 
Tauernfreund23 schrieb:
Dennoch erdreisten sich manche uninformierte Menschen, den Klimawandel zu leugnen.

Die meisten leugnen nur den menschengemachten Klimawandel.
Somit ist man weiterhin fein raus und kann sich zurücklehnen, zumindest was die Bekämpfung der Ursachen angeht.

Bei der Frage wie man die Folgen des Klimawandels bewältigt, sind diese Gruppen teilweise ähnlich blind und egoistisch.
Stichwort Festung Europa und Fond/Milliardenhilfen für betroffene Entwicklungsländer.

Im Grunde übertragt sich das momentan auf alle Themen die zur Folge hätten, dass man enormen persönlichen Aufwand und Investitionen betreiben müsste, ohne das man von den Auswirkungen unmittelbar bzw kurzfristig profitieren könnte.

Politik, Experten und Wissenschaft wird grundsätzlich angezweifelt. Man wittert in allem eine große Verschwörung. Langsam lässt auch die Aufmerksamkeit nach. Es gibt mittlerweile zu viele ungelöste Probleme und Branntherde auf der Welt. Ein Krisen-Burnout.

Man duckt sich lieber weg / geht den Weg des geringsten Widerstands.
 
Ich kann alle deine Worte unterschreiben.

Die Weigerung, Verantwortung für die von uns geschaffenen Probleme auf dieser Welt zu übernehmen, könnte zum Untergang der Gesellschaft führen, aber das ist ein anderes Thema.

Verblüffend ist, dass sogar manche "Wissenschaftler" den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel bestreiten. Meines Erachtens ist dieses Verhalten grob fahrlässig, zumal die Bevölkerung zu den Experten ja aufschaut.
 
Julian96 schrieb:
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Es hätte längst einen massiven Ausbau der Wasserversorgung, Hochwasserschutzmaßnahmen etc. im großen Stil geben müssen. Grade wo man ständig liest wie viele Milliarden uns der Klimawandel kosten wird ist es mir schleierhaft warum man nicht aktiv investiert um genau diese hohen Folgekosten zu minimieren...................................
Das ist nicht schleierhaft. Es ist eine Frage der Finanzierung.
Multimilliardeninvestitionen in CO2-Vermeidung fehlen bei der Vorsorge. Beides geht gleichzeitig nicht.

Umweltökonomen schreiben ja, dass bis uu einer Erwärmung von ca. 3,5°C Investitionen inn Vorsorge effektiver seien als in CO2-Vermeidung.

Überhaupt ist eure Tonlage zu pessimistisch. Aktuell hat im europäischen Strommix Windenergie Gas überholt. Der CO2-Ausstoß von D ist deutlich gesunken.
Die USA investieren mit Riesensummen in Erneuerbare, China auch.

Diese ganzen Ziele sind Kompromisse auf Konferenzen. Darf man mal einordnen.

Für Verrücktheiten wird es keine Mehrheiten geben.
 
Julian96 schrieb:
Mir gibt eher zu denken dass man immernoch darauf rumreitet das 1,5 Grad Ziel einzuhalten, obwohl es offensichtlich schon zu spät ist und man in meinen Augen viel zu wenig Maßnahmen gegen die uns unausweichlich zu erwartenden Folgen des Klimawandels setzt.

Es hätte längst einen massiven Ausbau der Wasserversorgung, Hochwasserschutzmaßnahmen etc. im großen Stil geben müssen. Grade wo man ständig liest wie viele Milliarden uns der Klimawandel kosten wird ist es mir schleierhaft warum man nicht aktiv investiert um genau diese hohen Folgekosten zu minimieren.
Bocky schrieb:
Es gibt mittlerweile zu viele ungelöste Probleme und Branntherde auf der Welt. Ein Krisen-Burnout.

Man duckt sich lieber weg / geht den Weg des geringsten Widerstands.
Was in meinen Augen hauptsächlich daran liegt dass das Vertrauen in die Fähigkeiten der Leute die an den Positionen sind an denen die entsprechenden Entscheidungen mit Vernunft getroffen werden müssten, in weiten Teilen der Bevölkerung äußerst gering sind.
Was bleibt einem da noch groß übrig?

Niemand wirft freiwillig sein halbes Leben über den Haufen, wenn er gleichzeitig zu spüren kriegt dass anderswo grüne Politiker mit Privatflugzeugen rumfliegen, Superreiche mit Luxusjachten unterwegs sind oder sinnlose Kriege geführt werden und all das unantastbar bleibt. Wer sich dagegen kaum noch nen Handwerker leisten kann soll noch tausende Euro für eine Heizung etc. berappen.
Für mich ist ziemlich offensichtlich warum man sich da lieber wegduckt, da muss man kein Psychologe sein.

Viele haben das Gefühl einfach nur verarscht zu werden bei der ganzen Klimapolitik. Das liegt an 2 Sachen, erstens man wird tatsächlich verarscht und zweitens da wo man nicht verarscht wird kommuniziert man so unfähig dass man dennoch das Gefühl erweckt verarscht zu werden.
Gepaart mit dem durchschnittlichen Egoismus des Menschen ist dann klar was rauskommt.

Und dann kommt wie du sagst diese Müdigkeit auf, die Überdrüssigkeit. Es erscheint einem sinnlos und man konzentriert sich lieber auf andere Dinge als einen Kampf gegen Windmühlen zu führen.
Der Grundfehler in deiner Annahme besteht nur darin, dass du den Menschen unterstellst, Verantwortung abzugeben. Wenn jeder bei sich anfangen würde, dann wäre es auch einfacher Veränderungen zu akzeptieren. Und die Veränderungen müssen über eine Legislaturperiode hinausgehen. Politiker haben aber Angst, nicht mehr gewählt zu werden, darum ist sovieles so zögerlich.

Ich würd mir vielmehr Eigenverantwortung wünschen. Es ist so einfach mit dem Finger auf andere zu zeigen. Verarschen tut man sich doch - wenn man nichts tut - am Ende nur selbst.
 
Firn77 schrieb:
Der Grundfehler in deiner Annahme besteht nur darin, dass du den Menschen unterstellst, Verantwortung abzugeben. Wenn jeder bei sich anfangen würde, dann wäre es auch einfacher Veränderungen zu akzeptieren. Und die Veränderungen müssen über eine Legislaturperiode hinausgehen. Politiker haben aber Angst, nicht mehr gewählt zu werden, darum ist sovieles so zögerlich.

Ich würd mir vielmehr Eigenverantwortung wünschen. Es ist so einfach mit dem Finger auf andere zu zeigen. Verarschen tut man sich doch - wenn man nichts tut - am Ende nur selbst.

Absolut richtig.

Das gute an einer Demokratie ist, jeder kann sagen was er will.
Das schlechts an der Demokratie ist, jeder kann sagen was er will.

Die Kunst darin besteht, jede Seite glücklich zu machen was wie so oft nur mit einem Kompromiss lösbar ist, auch wenn er für beide Seiten nicht das Optimum darstellt. Alles andere hatten wir schon.
 
Okay.
Dann ist es eine schwierige Frage.

Bei uns in Tirol wurde seit jeher viel für den Schutz gegen Naturgefahren getan. Irgendwo laufen wir aber nun relativ schnell in ein Limit.
Das letzte Hochwasser hat das aufgezeigt. Der nächste Sprung auf großflächige Retentionsräume ist nur mehr mit der Brechstange realisierbar.

Eines weiß ich aber: Würde ich heute ein Haus bauen, dann fix mit Betondach. Dann kann wenigstens nichts weg fliegen bei Windspitzen um die 130 km/h, wie wir sie neuerdings haben.
 
Fab schrieb:
Umweltökonomen schreiben ja, dass bis uu einer Erwärmung von ca. 3,5°C Investitionen inn Vorsorge effektiver seien als in CO2-Vermeidung.

Hast du da eine Quelle ? (Springer-Presse zählt nicht als seriöse Quelle)

Das ist für mich völlig unplausibel. Alleine der Meeresspiegelanstieg, der bei 3,5°C Erwärmung unvermeidlich ist, wird in den küstennahmen Metropolen Unmengen an Kapital vernichten bzw horrende Kosten verursachen um es zu schützen.
Das scheint mir keine seriöse Berechnung zu sein.
 
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