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Bei Fukushima war ja auch das Problem nicht etwa, dass dieser Reaktortyp oder diese Bauweise an sich unsicher wären, sondern das Problem war, dass man die Notstromaggregate für das Kühlsystem nicht erhöht gebaut hatte, sodass sie durch den Tsunami überflutet wurden und bekanntermaßen funktioniert ein Verbrennungsmotor ohne Sauerstoff nicht.

Fukushima ist also kein Reaktorunfall, sondern eine Naturkatastrophe, denn die Kernschmelze kam nur durch den Tsunami zustande, was sich auch darin manifestiert, dass gleich drei voneinander unabhängige Reaktoren in die Luft geflogen sind (in Tschernobyl wars nur einer, die anderen haben sie noch Jahre danach weiter betrieben, weil das in Tschernobyl eben ein Problem dieses konkreten Reaktortyps und des massiven Fehlverhaltens der Arbeiter war), bei nem Problem mit dem Reaktor wärs höchstens einer gewesen. Daher ist das nichtmal im Ansatz auf Deutschland übertragbar. Wir haben keine Erdbeben, Vulkane oder Tsunamis. Bei Überschwemmungsgebieten muss man eben entsprechend Überschwemmungen einplanen.

Übrigens ist auch die Panikmache vor Flugzeugabstürzen etwas das jeder Grundlage entbehrt, denn selbst wenn das Flugzeug das Containment durchbrechen würde (schon ziemlich unwahrscheinlich), müsste es dann ja auch noch die Kühlkreisläufe zerstören, was unmöglich ist, da es mehrere davon gibt.

Wie wenig Ahnung die Leute von Atomkraft haben zeigt sich auch daran, dass gefordert wird, man sollte Atomkraftwerke "abschalten" oder "vom Netz nehmen". Dabei nützt das nichts, die Brennstäbe müssen auch danach noch über viele Monate gekühlt werden. Ein Atomkraftwerk ist doch etwas komplizierte als ein Lichtschalter.
 
j-d-s schrieb:
Wie wenig Ahnung die Leute von Atomkraft haben zeigt sich auch daran, dass gefordert wird, man sollte Atomkraftwerke "abschalten" oder "vom Netz nehmen". Dabei nützt das nichts, die Brennstäbe müssen auch danach noch über viele Monate gekühlt werden. Ein Atomkraftwerk ist doch etwas komplizierte als ein Lichtschalter.
Das ist das Grundproblem der Gesellschaft. Strom kommt ja bekanntlich aus der Steckdose :rolleyes:
 
j-d-s schrieb:
Wie wenig Ahnung die Leute von Atomkraft haben zeigt sich auch daran, dass gefordert wird, man sollte Atomkraftwerke "abschalten" oder "vom Netz nehmen". Dabei nützt das nichts, die Brennstäbe müssen auch danach noch über viele Monate gekühlt werden. Ein Atomkraftwerk ist doch etwas komplizierte als ein Lichtschalter.
Genau das ist doch das Problem, du hast es erkannt. Und nachdem die Brennstäbe über Monate hinweg gekühlt werden müssen, müssten sie immer noch unendlich lange und auch noch für Zahlreicher Generationen nach uns sicher gelagert werden. Und dafür gibt es in Deutschland zum Beispiel noch überhaupt keine brauchbaren Lösungsansätze. Da sind mir dann doch Kraftwerke lieber, die "so einfach wie ein Lichtschalter" sind.
 
Naturkatastrophe war das sicherlich in Fukushima, aber wie Du, j-d-s, schon richtig sagtest, man müsste sowas beim Bau von allen potentiell bedrohlich werdenden Gebäuden mit einplanen, z.B. eben bei KKWs. Aber können wir das wirklich?

Tepco [also der Betreiber des KKW Fukushima] könne sich nicht auf die Haftungsausschlussklausel bei Naturkatastrophen berufen, weil dem Unternehmen der unzureichende Schutz der Anlage gegen Tsunamis bekannt gewesen sei. (Wikipedia: Die Nuklearkatastrophe von Fukushima)

Sturzfluten können potentiell überall eintreten, was man ja gerade auch in Deutschland sieht. Auch in meinem Heimatort Baiersdorf stand im Sommer 2007 das Wasser über ein Meter hoch. Und das kam nicht daher, wo sonst die Überschwemmungen her kommen (vom Fluss Regnitz) sondern aus der anderen Richtung.
Keine Frage: ein KKW sollte so gebaut sein, dass er Starkniederschläge aushält, aber gibts ne Garantie dafür? Und können die Mitarbeiter dann noch alles steuern?

Auch gibt es immer wieder Erdbeben in Deutschland, keine allzu starken, aber immerhin. Eines der letzten Erdbeben war in Darmstadt 2014, wo Hochhäuser wankten und 70 Häuser beschädigt wurden. Das KKW Biblis ist nur ca. 30km weit weg von dort...
Auch das KKW Mülheim-Kärlich wurde in einem potentiell erdbebebgefährdeten Gebiet gebaut. Deshalb hat man es (ohne neue Baugenehmigung) um 70m versetzt. Dies führte dazu, dass es 1988 nach 100 Tagen im Regelbetrieb wieder abgeschaltet werden musste und 2001 nach vielen Gerichtsverfahren endgültig stillgelegt wurde. Kann mir also wer garantieren, dass Bauträger und Betreiber immer verantwortungsvoll mit Informationen über Gefährdungen umgehen und dann nicht an ihren Profit denken? Hier wäre nämlich nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichtes ein komplett neues Genehmigungsverfahren nötig gewesen.

Ich bin übrigens nicht per se gegen Kernkraft, ich denke aber, wir haben einfach heutzutage deutlich bessere Alternativen, auch unabhängig von fossilen Brennstoffen. Teilweise fehlt meiner Meinung nach aber auch einfach der Wille der Bevölkerung, da werden die Stromnetze nicht ausgebaut oder nur als teure Erdkabel, weil diese sonst die Landschaft verschandeln würde. Ebenso Windkraftanlagen. Das schätzen einfach viele Menschen wohl wichtiger ein als das Klima der Erde, was ich sehr schade finde.
 
Florian86 schrieb:
Ich bin übrigens nicht per se gegen Kernkraft, ich denke aber, wir haben einfach heutzutage deutlich bessere Alternativen, auch unabhängig von fossilen Brennstoffen. Teilweise fehlt meiner Meinung nach aber auch einfach der Wille der Bevölkerung, da werden die Stromnetze nicht ausgebaut oder nur als teure Erdkabel, weil diese sonst die Landschaft verschandeln würde. Ebenso Windkraftanlagen. Das schätzen einfach viele Menschen wohl wichtiger ein als das Klima der Erde, was ich sehr schade finde.
Da stimme ich dir zu. Erneuerbare Energien sollten die Zukunft sein. Allerdings: um die Grundlast vernünftig decken zu können, ist hier ein massiver Ausbau der Übertragungsnetze und der Speicherkapazitäten vonnöten. Und versuch mal in den Alpen ein neues Pumpspeicherwerk - die derzeit effizienteste Methode um im großen Rahmen Strom zu speichern - zu bauen. Die sogenannten Umweltschützer gehen ja schon auf Barrikaden, wenn zwischen zwei vorhandenen Becken ein neues Werk in den Berg gebaut wird (siehe Kops II, Obervermunt II) - mit dem Argument, das wären nur "Atomstrombatterien". Dass genau diese Speicherkapazitäten für die erhöhte Menge an erneuerbarem Strom nötig sind, scheinen sie nicht zu verstehen, oder verstehen zu wollen. Neue Wasserkraftwerke an Flüssen sind sowieso des Teufels, und die Windparks erschlagen ja Vögel und sind viiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeel zu hässlich (man nehme zum Beispiel die Posse um drei Windräder am Pfänderhang - prognostiziertes Regelarbeitsvermögen genügend für 20.000 Haushalte - aber da wird von allen Seiten torpediert). Und ich bitte mal - wo wurden je Windräder hingestellt (Offshore mal abgesehen), was nicht eh schon Kulturland ist? Mich stört der Anblick von ein paar Windrädern überhaupt nicht und an sowas gewöhnt man sich innert einer Woche. Aber wie heißt's so schön? Heiliger St. Florian, verschon' mein Haus - zünd' and're an!
 
Sehe ich genauso und ich würde da auch radikaler vorgehen, alle jene namentlich registieren die sich gegen umweltfreundliche Kraftwerke stark machen und denen die Möglichkeit zum Bezug von Ökostrom generell streichen. Wenn es dann in 20 - 30 Jahren keinen Strom aus anderen Quellen mehr gibt sitzen die dann eben schlicht im Finstern - selber schuld... :biggrin:

Was allerdings auch nicht sein kann ist, das man Windkraftanlagen und Höchstspannungsübertragungsleitungen in der direkten Nähe von Siedlungen baut wo Elektrosmog und Schlagschatten Anwohner definitiv stören.
 
Wenn man mal bedenkt dass Atomkraftwerke sehr umweltfreundlich sind (sie erzeugen keine Abgase), man aber dennoch aus reiner Hysterie den Ausstieg beschlossen hat... abgesehen davon ist es ja nicht meine Entscheidung, welche Kraftwerke gebaut/genehmigt werden. Ich hätte nichts gegen ein Atom- oder Kohlekraftwerk direkt nebenan (und ein Kohlekraftwerk, Franken II, gabs hier ja bis vor etwa zehn Jahren).

@florian86: Also, ich denke schon, nein, ich weiß sogar, dass es möglich ist, Atomkraftwerke zu bauen, die vor allen in der Region möglichen Naturkatastrophen geschützt sind. Denn in Europa ist das bei den meisten der Fall, im Falle des Kühlkreislaufs bzw. der Generatoren kann man ja bspw. die Verbrennungsmotoren erhöht aufstellen, dann können sie nicht überflutet werden.

Dass es sicherlich das eine oder andere Atomkraftwerk gibt, wo man das nicht ausreichend berücksichtigt hat, das stimmt, und dort sollte man auch zusehen dass man das Problem entweder technisch löst durch Umbaumaßnahmen, oder eben das Atomkraftwerk still legt. Bei Fukushima wiederum hat nicht nur Tepco, sondern offenbar auch die Behörden ziemlich geschlafen, weil ja bekannt war, dass in der Gegend die Gefahr von Tsunamis besteht (Erdbeben ist nicht das Problem, dagegen hatten sie vorgesorgt, und das Erdbeben war auch nicht ursächlich für die Katastrophe, sondern der Tsunami), und man dennoch den Bau des Atomkraftwerks direkt an der Küste genehmigt hat.

Niemand sagt dass man überall und ohne strenge Vorschriften Atomkraftwerke bauen soll, aber zu behaupten, ein Atomkraftwerk sei nicht so zu bauen dass ein katastrophaler Unfall ausgeschlossen werden kann ist schlicht nicht wahr. Insbesondere sieht man ja, dass es im Westen keine Super-GAUs in über 60 Jahren seit Beginn der Atomkraft gab.

Pauli schrieb:
j-d-s schrieb:
Wie wenig Ahnung die Leute von Atomkraft haben zeigt sich auch daran, dass gefordert wird, man sollte Atomkraftwerke "abschalten" oder "vom Netz nehmen". Dabei nützt das nichts, die Brennstäbe müssen auch danach noch über viele Monate gekühlt werden. Ein Atomkraftwerk ist doch etwas komplizierte als ein Lichtschalter.
Genau das ist doch das Problem, du hast es erkannt. Und nachdem die Brennstäbe über Monate hinweg gekühlt werden müssen, müssten sie immer noch unendlich lange und auch noch für Zahlreicher Generationen nach uns sicher gelagert werden. Und dafür gibt es in Deutschland zum Beispiel noch überhaupt keine brauchbaren Lösungsansätze. Da sind mir dann doch Kraftwerke lieber, die "so einfach wie ein Lichtschalter" sind.

Oh doch, dazu gibt es sogar einfache, geradezu offensichtliche Lösungsansätze. Bekanntermaßen gibt es zig Länder, welche Atomkraftwerke betreiben, dazu noch eine Handvoll Länder welche sogar Atomwaffen herstellen (bei der Atomwaffenproduktion gibt es viel gefährlichere Abfallprodukte als bei Atomkraftwerken, bspw. reichert man Uran für Atomkraftwerke zu 3% an, für Atomwaffen zu 90%, deswegen braucht man da auch tausende Zentrifugen) und einige Gegenden die durch Atomtests für Jahrtausende verseucht sind. Manche Länder haben sogar derart verlassene Regionen, dass dort offensichtlich ein Atommüllendlager sinnvoller wäre als im dicht besiedelten Mitteleuropa.

Daher muss man schlichtweg bei der Frage der Atommüllendlagerung international kooperieren und dann ein gemeinsames Endlager, oder eben zwei, bauen. In Finnland bauen sie derzeit eins, in China, Russland oder den USA gibt es auch Gegenden, wo tausende Kilometer kein Mensch lebt.

Spezialwidde schrieb:
j-d-s schrieb:
Wie wenig Ahnung die Leute von Atomkraft haben zeigt sich auch daran, dass gefordert wird, man sollte Atomkraftwerke "abschalten" oder "vom Netz nehmen". Dabei nützt das nichts, die Brennstäbe müssen auch danach noch über viele Monate gekühlt werden. Ein Atomkraftwerk ist doch etwas komplizierte als ein Lichtschalter.
Das ist das Grundproblem der Gesellschaft. Strom kommt ja bekanntlich aus der Steckdose :rolleyes:

Vor allem bei den Grünen. Ich fand ja letztens amüsant, oder eher bedenklich, dass die ernsthaft vorschlagen, ab 2030 die Neuzulassung von Autos mit normalem Motor zu verbieten, und gleichzeitig ebenfalls 2030 Kohlekraftwerke verbieten wollen.

Da fragt man sich doch, ob die überhaupt mal darüber nachgedacht haben. Wenn es plötzlich viel mehr Elektroautos gibt, dann wird der Stromverbrauch stark ansteigen (Experten gehen von mind. 50% mehr Stromverbrauch im Jahr 2050 aus, wenn bis dahin alle Elektroautos fahren, alle Stromsparmaßnahmen eingerechnet), es muss ja alles was bisher durch Benzin an Energie erzeugt wurde jetzt aus dem Stromnetz kommen. Wo soll denn der ganze Strom herkommen, wenn Kohlekraftwerke verboten sind? Die Atomkraft ist ja auch böse und die erneuerbaren Energien derart schnell auszubauen ist unmöglich, es müssen ja nicht nur die Kohle- und Atomkraftwerke ersetzt werden, sondern auch der massive Mehrbedarf durch Elektroautos gedeckt werden.

Wenn das wirklich umgesetzt würde, dann würden wir entweder wie in der dritten Welt eben nur 12 Stunden am Tag Strom haben oder so, oder wir müssten eben massiv und für viel Geld den Strom aus den Nachbarländern einkaufen, die ihre Kohle- und Atomkraftwerke behalten (und dann wohl sogar ausbauen, extra für uns :D).

Allerdings bin ich ohnehin davon überzeugt, dass sich Elektroautos, die ihren Strom aus Akkus beziehen, niemals durchsetzen werden (d.h. niemals 30% oder mehr Anteil an den Kraftfahrzeugen in D haben werden). Die Ladeproblematik ist schlicht nicht lösbar.
 
j-d-s schrieb:
Allerdings bin ich ohnehin davon überzeugt, dass sich Elektroautos, die ihren Strom aus Akkus beziehen, niemals durchsetzen werden (d.h. niemals 30% oder mehr Anteil an den Kraftfahrzeugen in D haben werden). Die Ladeproblematik ist schlicht nicht lösbar.
Da erlaube ich mir zu widersprechen denn wenn man den Fortschritt der Akkutechnologie in den letzten Jahren (in Kombination mit Tesla´s Engagement das alle anderen vor sich hertreibt) für die Zukunft hochrechnet wäre die Ladeproblematik in absehbarer Zeit sicher kein Thema mehr.
Dies allerdings unter der Voraussetzung das Akkus auch 100%ig und mit geringem Energieaufwand recyclingfähig werden denn nach eine aktuellen Studie der Uni Göteborg wird bei deren Herstellung noch soviel Co2 emittiert das sich ein Emmissionsvorteil erst nach vielen Jahren bietet. Sollte das nicht gelingen wird wohl oder übel die Wasserstofftechnologie dominieren aber auch unter der Voraussetzung das es gelingt die Brennstoffzellen auch bei tiefen Temperaturen funktionsfähig zu halten; dies ist im Moment noch ein großes Problem.
Auch muß man sehen welche Schadstoffreduktionen bei herkömmlichen Verbrennungsmotoren noch möglich sind denn meiner Ansicht nach haben die kriminellen Machenschaften der Automobilproduzenten in Kombination mit ihrer Kontrollpflichten nicht nachkommenden Behörden sicher Fortschritte verhindert. Ich erinnere mich nur auch nur zu gut noch an die haarsträubenden Argumente der Automobilindustrie als die Katalysatoren verpflichtend wurden und man muß einfach mal den europäischen Autobauern unmißverständlich klarmachen das man sie gnadenlos aus dem Markt wirft wenn sie Verbesserungsmöglichkeiten in Bezug auf den Schadstoffausstoß nur aus reiner Profitgier torpedieren. Dann kommen eben zukünftige Autos aus Asien oder den USA denn wer zu spät kommt den bestraft noch immer das Leben... ;D
 
Kannst mir ja widersprechen, aber ich denke einfach nicht, dass es irgendwann möglich sein wird, einen Elektroauto-Akku in 5 Minuten von 10% auf wenigstens 80% oder so zu laden.
 
j-d-s schrieb:
ich denke einfach nicht, dass es irgendwann möglich sein wird, einen Elektroauto-Akku in 5 Minuten von 10% auf wenigstens 80% oder so zu laden.
ich wäre ja schon froh, wenn das mit einem Handy-Akku ginge :roll:

Allerdings frage ich mich, warum die Idee von genormten Akkus, die an dafür bestimmten Stationen in Minutenschnelle ausgetauscht werden können, offenbar nicht ernsthaft weiterverfolgt wird.
 
gfm49 schrieb:
Allerdings frage ich mich, warum die Idee von genormten Akkus, die an dafür bestimmten Stationen in Minutenschnelle ausgetauscht werden können, offenbar nicht ernsthaft weiterverfolgt wird.
Solche Ansätz gab es schon mehrmals, man hat daran sogar schon kurz nach dem Krieg gearbeitet. Aber ein solches Konzept hat gravierende Nachteile die einen solchen Lösungsansatz sehr erschweren. Nur um mal einige zu nennen:
-Stell dir mal vor es sollen Ersatzakkus so wie Tankstellen verfügbar sein. Eigentlich müsste man das Netz sogar dichter machen wegen der geringeren Reichweite. Und jetzt muisst du für ähnlich viele Autos wie heutzutage Tanken geladene Akkus vorhalten. Wo sollte man diese Mengen an Akkus lagern? Ganz zu schweigen davon wer soll die eigentlich herstellen?
-So einen Akku kann man durch Falschbenutzung erheblich schädigen. Das stellt sowohl einen Wertverlust als auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Ich will wissen was mit meinem Akku passiert! Ich arbeite in einer Firma wo diese Batterien getestet werden. Und deshalb weiß ich was ein geschädigter Akkublock anrichten kann!
-Die Infrastruktur muss ja auch her, weniger die Wechsel und Hebevorrichtungen, es geht da mehr ums Laden. Stelle man sich eine gut besuchte BAB-Tankstelle vor. Es müssten verdammt viele leere Akkus gleichzeitig geladen werden. Pro Akku kann man schon 20 kW (manche Ladesäulen hauen auch mal 25 kW raus) veranschlagen. Das muss der Stromanschluss erstmal hergeben.
-Ein Hochleistungsakku muss gekühlt werden. Das geschieht im Fahrzeug über das bordeigene Kühlsystem (ein ladendes Fahrzeug hat dann im Winter als angenehmer Nebeneffekt ein eGratisstandheizung). Die Anschlüsse dafür müssen neben den Stromkontaken beim Akkuwechsel und den damit verbundenen ständigen Kuppelvorgängen dicht bleiben.
 
j-d-s schrieb:
Kannst mir ja widersprechen, aber ich denke einfach nicht, dass es irgendwann möglich sein wird, einen Elektroauto-Akku in 5 Minuten von 10% auf wenigstens 80% oder so zu laden.
Also 10min sollten in ein paar Jahren sicherlich realistisch sein, aber dann vmtl. eher so in Hinsicht auf "entweder 1 fullspeed oder 4 Autos gleichzeitig mit 25%" - und für's Schnellladen wird man dann extra zahlen müssen. Auch induktives Laden per Fahrbahn (Autobahnen, Fernstraßen) sollte ja nicht all zu schwierig umzusetzen sein. Nichtsdestotrotz muss der Strom irgendwo herkommen, und das ist m.E. derzeit das große Problem. Und dann gibt's da noch die umweltproblematischen Akkus..

Nächstes Problem: Mit einem Mehr an Elektroautos würde der Spritverbrauch sinken und bei geringerem Ölverbrauch wird auch der Ölpreis wieder sinken. Oder das überschüssige Erdöl wird dann dazu verwendet, den Strom für das Mehr an Elektroautos zu produzieren :)


j-d-s schrieb:
aber zu behaupten, ein Atomkraftwerk sei nicht so zu bauen dass ein katastrophaler Unfall ausgeschlossen werden kann ist schlicht nicht wahr.
Aber sicher ist das wahr, denn NICHTS ist 100%-ig sicher. Du wirst weder eine 100% sichere Software, noch eine 100% sichere Hardware bauen können, egal ob für ein AKW oder sonstwas. Ein Restrisiko bleibt immer. Und je mehr AKW/KKWs du aufstellst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Problem auftreten wird.
 
j-d-s schrieb:
Kannst mir ja widersprechen, aber ich denke einfach nicht, dass es irgendwann möglich sein wird, einen Elektroauto-Akku in 5 Minuten von 10% auf wenigstens 80% oder so zu laden.
5 Minuten ist sicher unrealistisch aber 15 sollten machbar sein und das wär meiner Ansicht nach ne durchaus angemessene Zeit; wenn ich heute längere Fahrten unternehme gehört für mich zu nem Tankstopp auch ein Cappuchino mit Zigarette und dann ist das Viertelstündchen auch schon um.... ;D Und zuhause an "Nichtreisetagen" hätte mein Kübel sowieso immer die ganze Nacht Zeit Strom zu futtern.
 
Na für dich wär das vielleicht ne angemessene Zeit, für mich nicht. Es ist immer noch mehr als 3mal so viel wie beim Tanken und somit ne deutliche und massive Verschlechterung. Du kannst dich ja auch mal ne halbe Stunde an ne Tankstelle stellen mit ner Uhr und dann notieren, wie viele Autos länger als 5 Minuten stehen...

Induktives Laden klingt zwar schön und gut, aber man wird sicher nicht sämtliche Autobahnen (und andere Straßen) aufreißen und elektrifizieren.

Wegen dem Zuhauseladen habe ich ja auch schon geschrieben: Sicher 80% der Menschen oder so können das nicht. Ist ja schön für dich wenn es bei dir geht, aber das nützt dem Rest der Welt nichts. Und an alle Parkplätze in Wohngebieten Ladestationen zu bauen ist viel zu aufwändig, nicht machbar.

Bezüglich des Akkuaustauschs sehe ich auch neben den von Spezialwinde erwähnten Problemen, dass man dann für alle Autotypen die passenden Akkus vorhalten müsste, schließlich braucht der Sprinter mehr Saft als der Smart. Das ist also auch nicht machbar.

Und vor allem, wenn man sich mal ansieht, wie Handyakkus seit Jahren auf der Stelle treten ohne große Fortschritte zu erzielen und immer noch keine PKW-Akkus existieren, die für 500 km reichen (und zwar bei Tempo 200, nicht 80), dann ist vorherzusehen, dass Elektroautos mit Akku ne Sackgasse sind.

Kleiner Funfact am Rande: Bei meinem Auto passt ja fast 20% mehr Sprit rein als er offiziell an Volumen hat bzw. wo der Tankstopper einsetzt. Ich muss dann immer einige Liter manuell weitertanken. Das erhöht die Reichweite nochmal entsprechend... bei Elektroautos geht das nicht.
 
Und vor allem, wenn man sich mal ansieht, wie Handyakkus seit Jahren auf der Stelle treten ohne große Fortschritte zu erzielen und immer noch keine PKW-Akkus existieren, die für 500 km reichen (und zwar bei Tempo 200, nicht 80), dann ist vorherzusehen, dass Elektroautos mit Akku ne Sackgasse sind.
Ich glaube die wenigsten Leute fahren 500 Kilometer am Stück und das mit 200 Kilometer pro Stunde. :lach:
Und für die wenigen "Raser" währe die Einführung eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen die perfekte Lösung, um die Reichweite enorm zu steigern, und den Energieverbrauch zu senken. Doch im Vergleich zu den akkubetriebenen Fahrzeugen, ist das Tempolimit meines Erachtens viel unrealistischer.
 
j-d-s schrieb:
Kleiner Funfact am Rande: Bei meinem Auto passt ja fast 20% mehr Sprit rein als er offiziell an Volumen hat bzw. wo der Tankstopper einsetzt. Ich muss dann immer einige Liter manuell weitertanken. Das erhöht die Reichweite nochmal entsprechend... bei Elektroautos geht das nicht.

Das haben Leute mit Köpfchen nicht ohne Grund so gebaut. Und der Grund ist ganz bestimmt nicht der, dass Leute ohne Köpfchen versuchen, die Reichweite ihrer Autos zu erhöhen.
 
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