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Die große Klima-Diskussion

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Für mich sind die Ausführungen durchaus nachvollziehbar. Auch, wenn es wegen des Formats des Artikels gar nicht möglich ist, die Thesen mit konkreten Berechnungen zu untermauern. Alles, was Herr Brasseur da sagt, ist bei weitem kein "weiter so", sondern ein Denkanstoß, auch mal abseits von Windrädern und Solarparks im eigenen Land über Alternativen nachzudenken. Und Denken hat bislang ja noch niemandem geschadet. Vor allem, wenn es um Weichenstellungen für die Zukunft geht und schnell mal ein paar Milliarden nutzlos verblasen sind, die an anderer Stelle effizienter eingesetzt worden wären.
 
NeusserGletscher schrieb:
Für mich sind die Ausführungen durchaus nachvollziehbar. Auch, wenn es wegen des Formats des Artikels gar nicht möglich ist, die Thesen mit konkreten Berechnungen zu untermauern. Alles, was Herr Brasseur da sagt, ist bei weitem kein "weiter so", sondern ein Denkanstoß, auch mal abseits von Windrädern und Solarparks im eigenen Land über Alternativen nachzudenken. Und Denken hat bislang ja noch niemandem geschadet. Vor allem, wenn es um Weichenstellungen für die Zukunft geht und schnell mal ein paar Milliarden nutzlos verblasen sind, die an anderer Stelle effizienter eingesetzt worden wären.

Seine Denkanstöße sind halt schon ein paar Jahre alt .. und wie gesagt, einfach mal weiterscrollen, da gibt es genug Menschen die die Zahlen korrigiert haben, das hat alles mit 2023 nichts mehr zu tun. Wer es wirklich mal im Detail wissen will wo wir stehen:

https://graslutscher.de/how-to-energiewende-in-10-jahren-teil-1-wo-soll-denn-die-ganze-energie-herkommen/
 
Chlosterdörfler schrieb:
Skifahren über die Weihnachtsferien selbst mit Schneekanonen nicht mehr garantiert.

Ein Forschungsteam um Dr. Erika Hiltbrunner vom Departement Umweltwissenschaften der Universität Basel hat nun berechnet, inwiefern sich dieses Skigebiet künftig mit technischer Beschneiung das Weihnachtsgeschäft und eine mindestens 100-tägige Skisaison bewahren kann.

Zusammenfassung

Steigende Lufttemperaturen bedrohen die Schneesicherheit der Skigebiete. Die meisten Skigebiete sind auf technische Beschneiung angewiesen, um den Mangel an natürlichem Schnee auszugleichen. Der erhöhte Wasserverbrauch für die Beschneiung kann jedoch zu Konflikten mit der Wassernutzung in anderen Sektoren wie der Wasserkrafterzeugung oder dem Hotelgewerbe führen. Wir haben die künftige Schneesicherheit (Wahrscheinlichkeit einer ununterbrochenen 100-tägigen Skisaison und betriebsfähiger Weihnachtsferien) des Schweizer Skigebiets Andermatt-Sedrun-Disentis im 21. Jahrhundert bewertet, wo derzeit 65 % des Gebiets beschneit werden. Unsere Projektionen basieren auf den aktuellsten Szenarien des Klimawandels für die Schweiz (CH2018) und dem Modell SkiSim 2.0 mit einem Beschneiungsmodul. Unverminderte Treibhausgasemissionen (Szenario RCP8.5) werden bis Mitte des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu einem Mangel an natürlichem Schnee in Gebieten unterhalb von 1800-2000 m ü. M. führen. Jahrhunderts zu einem Mangel an natürlichem Schnee führen. Anfangs kann dieser Mangel durch Beschneiung vollständig ausgeglichen werden, doch gegen Ende des Jahrhunderts werden die Ergebnisse differenzierter. Während die Beschneiung eine durchgehende 100-Tage-Saison während des gesamten einundzwanzigsten Jahrhunderts gewährleisten kann, sind die wirtschaftlich wichtigen Weihnachtsfeiertage unter dem Szenario mit hohen Emissionen Ende des einundzwanzigsten Jahrhunderts zunehmend gefährdet. Die insgesamt hohe Schneesicherheit des Skigebiets wird durch einen erhöhten Wasserbedarf erkauft. Der Gesamtwasserverbrauch des Skigebiets wird bis zum Ende des Jahrhunderts um 79 % steigen (2070-2099 im Vergleich zu 1981-2010; Szenario RCP8.5), was bedeutet, dass neue Wasserquellen erschlossen werden müssen. Künftige Wasserbewirtschaftungspläne auf der Ebene des Wassereinzugsgebiets, die die Interessengruppen einbeziehen, könnten dazu beitragen, künftige Ansprüche auf Wasser in der Region zu lösen.

Snowmaking in a warmer climate: an in-depth analysis of future water demands for the ski resort Andermatt-Sedrun-Disentis (Switzerland) in the twenty-first century

Studie: https://doi.org/10.1007/s00484-022-02394-z

Eigentlich legt das eher die (von uns auch beobachtete) Verschiebung nahe. Es geht zwar offenbar nur um den Zeitraum nach 2090, aber wenn da die Weihnachtsferien "nicht sicher" sind, aber trotzdem 100 Tage, dann geht das bis mindestens 15. April oder so, sprich, Mitte April ist besser als Ende Dezember.

Man müsste natürlich noch eruieren, ob eine bessere Beschneiungsanlage (65% ist ja kein guter Wert) die Ergebnisse verändern würde, inbesondere auch höhere Kapazitäten, sodass kürzere Zeiträume für umfangreiche Beschneiung ausreichen.
 
j-d-s schrieb:
Eigentlich legt das eher die (von uns auch beobachtete) Verschiebung nahe. Es geht zwar offenbar nur um den Zeitraum nach 2090, aber wenn da die Weihnachtsferien "nicht sicher" sind, aber trotzdem 100 Tage, dann geht das bis mindestens 15. April oder so, sprich, Mitte April ist besser als Ende Dezember.
Also ich habe hier (vor allem von dir) schon wirklich viel wirres Zeug gelesen. Kaum zu glauben, dass du da noch was drauflegen kannst.

Was genau verschiebt sich denn? Die Jahreszeiten? Oder doch nur die Grenzen, weil Gletscher schmelzen?
 
Der Zeitraum mit guter Schneelage auf den Pisten. Vor 20 Jahren war der Dezember besser als der April, heute ist es umgekehrt.
 
Wooly schrieb:
Seine Denkanstöße sind halt schon ein paar Jahre alt

Woran machst Du das fest? Der Artikel nimmt Bezug auf aktuelle Themen.

Wooly schrieb:
.. und wie gesagt, einfach mal weiterscrollen, da gibt es genug Menschen die die Zahlen korrigiert haben, das hat alles mit 2023 nichts mehr zu tun.

Auf welche Zahlen beziehst Du Dich konkret?
 
https://www.derstandard.de/story/2000141094353/forscher-e-autos-werden-schnell-wieder-verschwinden

Zitat:"Aber die meisten vergessen, dass Stromverbrauch oft mit Primärenergiebedarf verwechselt wird. Etwa fürs Heizen, Industrie, Verkehr etc. Dieser Bedarf ist fünfmal höher. Für eine richtige Energiewende müsste alles umgestellt werden, so viel Strom können wir nicht produzieren."

Das liest sich für mich so, als ob Herr Brasseur glaubt, man müsste den aktuellen Primärenergiebedarf durch die gleiche Menge Strom ersetzen? Vielleicht verstehe ich ihn da auch falsch? Eine solch dumme Aussage dürfte einem Professor jedenfalls nicht passieren...
 
NeusserGletscher schrieb:
Auf welche Zahlen beziehst Du Dich konkret?

Auf die im verlinkten Artikel. Und auch ich finde, das "sollte" einem Professor in 2023 nicht mehr passieren ...
 
NeusserGletscher schrieb:

Fast alle seine Zahlen sind grob falsch, sei es die benötigte Anzahl an Windrädern, Photovoltaik und Co., genauso wie der Strombedarf für E-Autos. Da gibt es wirklich inzwischen genug Modelle, wie das gut funktionieren kann, ich verweise noch mal auf den "Graslutscher" Artikel. Auch was das outsourcen von Energieerzeugung in andere Länder angeht, ist sein Ansatz sehr naiv. Wir erleben doch alle gerade, was passiert, wenn wir uns zu sehr von anderen Ländern abhängig machen. Man kann drauf hoffen, aber bestimmt in der heutigen Welt keine langfristigen Pläne damit machen. Siehe Deutschland & russisches Gas ... ja war toll, und ist dann auch toll in die Hose gegangen.
 
Wooly schrieb:
NeusserGletscher schrieb:

Fast alle seine Zahlen sind grob falsch

Deine Bewertung bezieht sich doch auf konkrete Angaben. Lass uns doch einfach an Deinem Wissen teilhaben und wähle ein paar exemplarische Beispiele, bei denen Prof. Brasseur Deiner Ansicht nach komplett daneben liegt. Eine einfache Gegenüberstellung. Seine Zahlen, Deine Berechnungen. Du kannst ihn ja auch gerne vorab persönlich kontaktieren und Deine Erkenntnisse mit ihm teilen, um ggf. Missverständnisse auszuräumen.
 
Bei der Quellenlage müssen wir einfach die Waffen strecken.
:lol:
 
j-d-s schrieb:
Der Zeitraum mit guter Schneelage auf den Pisten. Vor 20 Jahren war der Dezember besser als der April, heute ist es umgekehrt.
Pauschal: Nein. Im Engadin war der April fast immer wesentlich besser als der Dezember.
 
Ich glaube j-d-s hat da mal wieder einige sehr exklusive Erkenntnisse.
 
j-d-s schrieb:
Der Zeitraum mit guter Schneelage auf den Pisten. Vor 20 Jahren war der Dezember besser als der April, heute ist es umgekehrt.

Die Klimaerwärmung führt zwar zu einer Verschiebung der Jahreszeiten, aber anders als du denkst.

Die Winter werden zwar später beginnen, aber zugleich früher enden.

Es wird mitnichten so sein, dass man künftig im April besser Skifahren kann als früher. Vielmehr wird die Klimaerwärmung dazu führen, dass künftig - anders als früher - Ostern NICHT mehr zu Skisaison gehören wird, sondern zur Wandersaison.

Die Entwicklung wird zeigen, wie sich die Menschen neu orientieren werden. Manche Exskifahrer steigen auf das Fahrrad um; manche fliegen zum Surfen in die Karibik und wieder andere machen es so wie ich und gehen zum Wandern.

Manche Seilbahnen in Graubünden wollen jetzt vom Staat eine Entschädigung haben, doch die Reaktion der Bevölkerung ist klar ablehnend.

https://www.nau.ch/news/schweiz/erste-bundner-skigebiete-wollen-entschadigung-fur-schneeausfall-66384727
 
ThomasK schrieb:
j-d-s schrieb:
Der Zeitraum mit guter Schneelage auf den Pisten. Vor 20 Jahren war der Dezember besser als der April, heute ist es umgekehrt.



Manche Seilbahnen in Graubünden wollen jetzt vom Staat eine Entschädigung haben, doch die Reaktion der Bevölkerung ist klar ablehnend.

https://www.nau.ch/news/schweiz/erste-bundner-skigebiete-wollen-entschadigung-fur-schneeausfall-66384727

Das wird interessant, jedoch auch absurd.

Warum?
Wer ist der Staat - alle Steuerzahler.
Wer ist für den sogenannten menschengemachten Klimawandel verantwortlich? auch alle o.g.

Das ist die Logik dahinter...
Nur leider geht die dann nur bis zur nächsten Strassenecke...
Denn die Betreiber und alle daran hängenden Dienstleister sind ja ebenso verantwortlich und mindestens seit 10 Jahren über die Entwicklung informiert.

In Deutschland wäre so eine abstruse Vollkasko Denke ja verständlich, aber in der Schweiz, wo doch eigentlich jeder vorgibt rechnen zu können, ist das schon erstaunlich.

Anpassenanpassen alles andere ist Unfug inkl. Nach dem Staat schreien oderund kleben, der macht es siehe. Deutschland mit der Gaspreisbremse nur noch schlimmer:

https://www.welt.de/wirtschaft/article243068087/Steuer-Gewerkschaft-Unverantwortlicher-Eingriff-ins-Steuerrecht.html
 
skifam schrieb:
Das wird interessant, jedoch auch absurd.

Warum?
Wer ist der Staat - alle Steuerzahler.
Wer ist für den sogenannten menschengemachten Klimawandel verantwortlich? auch alle o.g.

Das ist die Logik dahinter...
Nur leider geht die dann nur bis zur nächsten Strassenecke...
Denn die Betreiber und alle daran hängenden Dienstleister sind ja ebenso verantwortlich und mindestens seit 10 Jahren über die Entwicklung informiert.

In Deutschland wäre so eine abstruse Vollkasko Denke ja verständlich, aber in der Schweiz, wo doch eigentlich jeder vorgibt rechnen zu können, ist das schon erstaunlich.

Anpassenanpassen alles andere ist Unfug inkl. Nach dem Staat schreien oderund kleben, der macht es siehe. Deutschland mit der Gaspreisbremse nur noch schlimmer:

https://www.welt.de/wirtschaft/article243068087/Steuer-Gewerkschaft-Unverantwortlicher-Eingriff-ins-Steuerrecht.html


Ich bin zwar Deutscher, sehe aber die Situation exakt so wie die Schweizer.

Die Klimaerwärmung ist allgemein bekannt und wenn die Seilbahnbetreiber trotzdem meinen, mit dem Kopf durch die Wand rennen zu müssen und Geld verbrennen, indem sie meinen mit der Beschneiung dem Klimawandel ein Schnippchen schlagen zu können, dann ist das selbstverständlich ihr Geld, das sie verbrennen.

Oder aber der Preis für den Tagesskipass wird auf 100 Franken erhöht und wer dann immer noch meint, auf einer weißen Linie in einer grünen Landschaft fahren zu müssen, muss dann eben 100 Franken für den Tagesskipass bezahlen.

In Deutschland kämen die Schweizer Seilbahnbetreiber vielleicht damit durch Geld vom Staat zu verlangen, weil der Winter ausfällt, aber in der Schweiz, werden sie da volle Pulle an die Wand laufen, denke ich. Aber Graubünden ist Schweiz und da gelten selbstverständlich die Schweizer Gesetze.
 
Und? Welche Optionen bestehen denn?

Solange es keine verlässlichen Mittel- und Langfristprognosen für den Winter gibt, können die Betreiber doch nur auf gut Glück und nach dem Prinzip Hoffnung beschneien. Ohne Beschneiung würde derzeit in den meisten Skigebieten gar nichts laufen. Und irgendwie haben hier manche bereits vergessen, dass die letzten Winter enorme Schneemengen mit sich gebracht haben und fast überall in den Alpen traumhafte Bedingungen für den Wintersport herrschten. Aber das haben viele offenbar ebenso verdrängt wie so manches andere aus den letzten zwei Jahren.

Irgendwie regelt sich so was in der Marktwirtschaft auch von selbst. Ein paar Jahre solche Verhältnisse und die meisten Skigebiete werden rein aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen sein, umzudenken. Denn es ist deren Geld, was sie verbrennen. So was nennt man Eigenverantwortung. Aber die Entscheidung liegt bei denen, die vor Ort wirtschaften und Verantwortung für Unternehmen und Arbeitsplätze haben. Dort gehört die Entscheidung nämlich hin.

PS: Was hier reisserisch als "Schneeausfallentschädigung" bezeichnet wird, ist nichts anderes als das klassische Kurzarbeitergeld. Dessen Zahlung ist in D und CH an klare Bedingungen geknüpft. Beim Kurzabeitergeld auf dem Bau, was bei kalter Witterung gezahlt wird, sagt ja auch niemand, die Unternehmen würden mit dem Kopf durch die Wand wollen. Und es ist doch praktisch. Die Bauunternehmen brauchen kein Geld vom Staat, weil es warm ist. Die Seilbahnunternehmen können dagegen mit dem Geld ihre Mitarbeiter weiter bezahlen. Wo ist das Problem?
 
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