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Die Vermessung der Pisten

Also ich warte mit angehaltenem Atem darauf, was sich jetzt die Marketingstrategen der SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental einfallen lassen. Die tragen ja bisher vor sich die Werbebanner her: "Irrsinnig groß" "Österreichs größtes zusammenhängendes Skigebiet" "279 km Pistenspass" "225 beschneibare Pistenkilometer".

Nach meinem laienhaften Dafürhalten ist in diesen km-Werten mehr als nur ein bisschen Luft drin.

Nachdem obendrein auch noch das Autobahnmaut-Damoklesschwert droht, tagt bei denen jetzt wohl Tag und Nacht ein Krisenstab. Vielleicht sind sie schon in Geheimverhandlungen mit Saalbach-Hinterglemm-Leogang, deren 200 km -wieder nur nach meiner persönlichen Meinung- etwas weniger phantasievoll gemessen wurden. Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Saalbacher oder vielleicht auch Serfaus-Fiss-Ladis nicht bereit sind, mit einer Skiwelt-Nachvermessung "kompatible" Pistenlängenangaben zu machen. Wird dann das Skiwelt-Marketing des Irrsinns fette Beute?
 
snowflat schrieb:
Hier einmal die Pistenkilometer Deutschland, Österreich, Italien und Schweiz. Wird sicherlich nicht vollständig sein und bei dem einen oder anderen Gebiet vielleicht auch abweichen, aber ich denke für einen Vergleich vorher - nachher sollte es reichen. Also keine Gewähr auf Vollständigkeit und 100%iger Richtigkeit :wink:

Deutschland (nicht alle Gebiete, Mittelgebirge und Schwäbische Alb fehlen):
Allgäu
Bayerischer Wald
Oberbayern
Schwarzwald

Italien:
Abruzzen
Aostatal
Friaul
Lombardei
Piemont
Südtirol
Trentino
Venetien

Österreich:
Kärnten
Niederösterreich
Oberösterreich
Salzburger Land
Steiermark
Tirol
Vorarlberg

Schweiz:
Berner Oberland
Graubünden
Ostschweiz
Tessin
Wallis
Westschweiz
Zentralschweiz

Hey Super!!!
Vielen Dank
 
Stäntn schrieb:
Naja offenbar entscheiden sich ja mehr Leute als gedacht für die Destination mit entsprechend hoher km Zahl weil sie glauben dann mehr zu erleben... keine Ahnung. Sowas von hirnrissig.
Sonst wäre dieses Marketinginstrument wohl nicht so umkämpft... aber des sind wohl die gleichen Leut die eh kaum km schaffen am Tag aber ihren Urlaub trotzdem im größten höchsten schnellsten weitesten Gebiet verbringen möchten... na gut. Mir auch egal ;)

So falsch finde ich eine Skigebietswahl anhand der Pistenkilometer auch nicht. Bei Tagesausflügen spielt es eher keine Rolle, aber bei einem mehrtägigen Skiurlaub kann ich es verstehen, wenn man möglichst viel Abwechslung haben will. Ich zähle mich selbst auch zu den Liebhabern der großen Skigebiete, weil ich einfach gerne den ganzen Tag über andere Pisten fahre. Und für die Skigebietsauswahl habe ich, bevor ich die Gebiete gekannt habe, unter anderem auch auf die Größe (Pistenanzahl, Pistenkilometer) geschaut.
 
Die Länge allein sagt doch auch nicht wirklich viel aus. Nehmen wir mal hypothetisch an, ein Skigebiet besteht praktisch nur aus langen, aber schmalen Ziehwegen. Ein anderes dagegen nur aus kurzen, aber superbreiten Pisten. Welches macht wohl mehr Spass? Wer das aber nicht weiss, wird wohl das mit der höheren Kilometerzahl als das Attraktivere einstufen. Darum fände ich eine Angabe der Länge und der Fläche am aussagekräftigsten.
 
Ja, ich glaube in Amerika ist eine Angabe in Pistenquadratkilometern völlig normal. Diese Art der Messung des vorhandenen Pistenangebotes fände ich am aussagekräftigsten.
 
Die Flächenangabe alleine ist auch nicht so der Hit, vor allem in Gebieten mit vielen markierten Offpistmöglichkeiten. Ob die Nordamerikazahlen so aussagekräftig sind wie wir glauben bezweifle ich auch.
Nehmen wir Whistler. Angegeben sind 200 Pisten mit einer Gesamtlänge von 220km, sowie die Gesamtfläche von 32 km2. Wie wir wissen wird in Nordamerika jede noch so steile Rinne als Piste bezeichnet und dementsprechend mitgezählt. Nun bei 220km komme ich auf eine durchschnittliche Pistenbreite von 145 Metern. Ich wusste dass es in Nordamerika breite Pisten geben soll, dass es aber so breite gibt war mir bisher aber nicht bewusst.
 
Beim Stubaier Gletscher werden nun zwei Angabearten dargestellt:
http://www.stubaier-gletscher.com/de/winter/lifte-pisten/
(blaue Pisten / rote Pisten / schwarze Pisten || Skirouten / Infrastruktur)

FALLLINIE: 62 km (21 / 14 / 5 || 19 / 3)
(die Strecke vom Beginn der Piste geradeaus bis zum Ende der Piste)

EFFEKTIVE FAHRSTRECKE: 104 km (36 / 25 / 9 || 29 / 5)
(die Strecke, die ein durchschnittlicher Skifahrer auf einer Piste zurücklegt)

Außerdem wird auch die Fläche angegeben:
Gesamt: 1.450 Hektar
Präpariert: 205 Hektar

Das nächste Gebiet auf der Liste hat also nachgezogen :top:


Wenn man sich die Angaben von Hochfügen-Hochzillertal und dem Stubaier Gletscher anschaut, dann sieht man allerdings auch, dass nun auch die Snowparks (etc.) in den Kilometerangaben mit aufgenommen wurden/werden. Dies hatte ich vorher wenigstens noch nicht so gesehen.
 
Die Snowparks sind also die Infrastruktur?

Diese effektive Fahrstrecke angaben sind doch Mumpitz.... Wieso sollte die auf einer roten Piste größer sein als auf einer blauen?
 
noisi schrieb:
Diese effektive Fahrstrecke angaben sind doch Mumpitz.... Wieso sollte die auf einer roten Piste größer sein als auf einer blauen?
Blau = leicht = flacher = mehr Fahrstrecke in Falllinie = weniger effektiverer Fahrstreckenanteil on top dazu
Rot = schwerer = steiler = weniger Strecke in Falllinie = höherer effektiverer Fahrstreckenantiel on top dazu

Oder anders ausgedrückt: Blau = mehr Schussfahrt, rot = mehr Schwünge

Alles bezogen auf den angegebenen durchschnittlichen Skifahrer :wink:

Danke mal, dass das deren Logik ist.
 
Wo wir schon bei sinnfreien Angaben sind, könnte man ja auch die Fahrzeit des durchschnittlichen Skifahrers angeben. Dann hätten wir beispielsweise eine Angabe von Pisten in Stunden (3 Stunden) .....

Die offenen Pistenkilometer waren letztes Wochenende am Hintertuxer jedenfalls noch nach alter Zählweise.
 
snowflat schrieb:
noisi schrieb:
Diese effektive Fahrstrecke angaben sind doch Mumpitz.... Wieso sollte die auf einer roten Piste größer sein als auf einer blauen?
Blau = leicht = flacher = mehr Fahrstrecke in Falllinie = weniger effektiverer Fahrstreckenanteil on top dazu
Rot = schwerer = steiler = weniger Strecke in Falllinie = höherer effektiverer Fahrstreckenantiel on top dazu

Oder anders ausgedrückt: Blau = mehr Schussfahrt, rot = mehr Schwünge

Alles bezogen auf den angegebenen durchschnittlichen Skifahrer :wink:

Danke mal, dass das deren Logik ist.
Sehe ich auch so - wobei die Faktoren bei blau/rot/schwarz ja nur marginal voneinander abweichen.
 
Insgesamt eine sehr löbliche Entwicklung und Annäherung an die Realität, sehr gut.
 
gfm49 schrieb:
snowflat schrieb:
noisi schrieb:
Diese effektive Fahrstrecke angaben sind doch Mumpitz.... Wieso sollte die auf einer roten Piste größer sein als auf einer blauen?
Blau = leicht = flacher = mehr Fahrstrecke in Falllinie = weniger effektiverer Fahrstreckenanteil on top dazu
Rot = schwerer = steiler = weniger Strecke in Falllinie = höherer effektiverer Fahrstreckenantiel on top dazu

Oder anders ausgedrückt: Blau = mehr Schussfahrt, rot = mehr Schwünge

Alles bezogen auf den angegebenen durchschnittlichen Skifahrer :wink:

Danke mal, dass das deren Logik ist.
Sehe ich auch so - wobei die Faktoren bei blau/rot/schwarz ja nur marginal voneinander abweichen.

Deren Logik sicher, aber ob das in der Realität auch so ist? Durch die größere Neigung ist man doch auf roten und schwarzen Hängen eher schneller unterwegs was den Abstand der einzelnen Schwünge eher vergrößern dürfte. Das man dort wirklich eine längere Strecke zurücklegt glaube ich nicht.
 
noisi schrieb:
Deren Logik sicher, aber ob das in der Realität auch so ist? Durch die größere Neigung ist man doch auf roten und schwarzen Hängen eher schneller unterwegs was den Abstand der einzelnen Schwünge eher vergrößern dürfte. Das man dort wirklich eine längere Strecke zurücklegt glaube ich nicht.
Mancher "Durchschnittsfahrer" ist dort vielleicht aus Sorge sogar langsamer unterwegs und quert öfters :wink:

Aber zurück zu meiner vorigen Aussage: Ob der Faktor jetzt 1,714285714285714 (blau) oder 1,785714285714286 (rot) oder 1,80 (schwarz) beträgt, macht nun wirklich nicht die Welt aus, sondern gerade mal 85 Meter pro "Fallinienkilometer".
 
gfm49 schrieb:
noisi schrieb:
Deren Logik sicher, aber ob das in der Realität auch so ist? Durch die größere Neigung ist man doch auf roten und schwarzen Hängen eher schneller unterwegs was den Abstand der einzelnen Schwünge eher vergrößern dürfte. Das man dort wirklich eine längere Strecke zurücklegt glaube ich nicht.
Mancher "Durchschnittsfahrer" ist dort vielleicht aus Sorge sogar langsamer unterwegs und quert öfters :wink:

Aber zurück zu meiner vorigen Aussage: Ob der Faktor jetzt 1,714285714285714 (blau) oder 1,785714285714286 (rot) oder 1,80 (schwarz) beträgt, macht nun wirklich nicht die Welt aus, sondern gerade mal 85 Meter pro "Fallinienkilometer".

Ja gut, hast recht. Ich hatte das irgendwie nicht richtig gelesen. :oops:
 
Interessant finde ich auch, dass beispielsweise der Stubaier Gletscher jetzt seine Pistenfläche in Hektar angibt...
 
snowflat schrieb:
noisi schrieb:
Diese effektive Fahrstrecke angaben sind doch Mumpitz.... Wieso sollte die auf einer roten Piste größer sein als auf einer blauen?
Blau = leicht = flacher = mehr Fahrstrecke in Falllinie = weniger effektiverer Fahrstreckenanteil on top dazu
Rot = schwerer = steiler = weniger Strecke in Falllinie = höherer effektiverer Fahrstreckenantiel on top dazu

Oder anders ausgedrückt: Blau = mehr Schussfahrt, rot = mehr Schwünge

Alles bezogen auf den angegebenen durchschnittlichen Skifahrer :wink:

Hier mal meine Sicht des normalen Skifahrers:
Auf blauen Pisten macht der geübte normale Skifahrer eher große Kurven fast über die komplette Pistebreite. Je nach Könnesnstand macht er dies auch noch auf roten Pisten, aber die Mehrheit derer die ihre Ski unter Kontrolle haben machen automatisch kleiner Kurven die enger beieinander liegen, so 2-4 Ratracspuren breit. Auf den schwarzen Pisten machen eigentlich alle Kurzschwünge außer die Anfänger die dnn queren aber die zählen hier nicht dazu. Kurzschwünge finden in der Regel nahe der Falllinie statt und sind max. 2 Ratracspuren breit.

Somit sind die Faktoren der Stubaier auch nicht wirklich real.
 
Die Stubaier werben aber immernoch mit den 104 Kilometern,die echte Angabe steht nur auf dieser Seite,aber sie stimmt denke ich größtenteils.

Komisch das die Grub'n bisjetzt immer mit 10 Kilometern angegeben wurden,die effektive Fahrstrecke aber sogar 16,5 Kilometer beträgt.Wird diese also tatsächlich richtig bemessen.

(Ist die wirklich 10 Kilometer lang? Kanns mir nicht vorstellen da am Start der Route 4,5 steht.Dann müsste ja der Daunferner 5,5 Km lang sein)

Trotzdem löblich das sie es immerhin irgendwo hinschreiben.
 
Die Grubn ist echt ein super Beispiel... man man man da musst ja meistens Schuss fahren um überhaupt weiter zu kommen, wie will man da denn selbst als schlechter Skifahrer 65% mehr Strecke brauchen als in der Ideallinie???

Naja egal. Mich würd nur mal interessieren wie der Normalo Tourist eigentlich so tickt wenn er seine Urlaubsdestination bucht (als Erstbesuch - Stammgäste werden ihr Gebiet ja kennen ;)). Gibts bestimmt Studien...
Weil Weitläufigkeit und viele Pisten km sind ja schon zwei völlig verschiedene Bemessungsgrößen...
 
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