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DM - Garaventa

Die projektspezifische Beratung, Planung und Seilbahnbau war auch immer die Stärke von Garaventa oder Von Roll. Dabei wurde oft bestehende Substanz der zu ersetzenden Bahn (Stützenschäfte, Stationseinrichtungen usw.) weiterverwendet.

Doppelmayr hat sich dagegen selbst immer als "Seilbahnvertriebsgesellschaft" bezeichnet und meist alles neu erstellt. Dafür hat Doppelmayr eine enorme "Modellpflege" betrieben. Der VW-Golf unter den Liften mit absoluter Serienfertigung aus dem Katalog. :wink: Komponenten (Rollbatterien, Gehänge, Stützenschäfte, Umlenkstationen, Klemmen usw.) wurden sehr lange in gleicher Form verwendet, was heute sicher die Versorgung mit Ersatzteilen erleichtert.

Ich setze bei SSB und PB in Zukunft noch mehr auf die Ingenieurbüros. Als Beispiel wären des Büro Kaul aus Bregenz und das Büro Paul Glassey aus Nendaz zu nennen. Letzteres Büro hat die meisten Anlagen (u. a. Mont Fort) in den 4 Vallés geplant. Kaul war maßgebend an der Planung der Tiroler Zugspitzbahn beteiligt. Die Rolle bei den Projekten (Statik, Stahlbau, Seillinienberechnung, Genehmigungsverfahren) ist nicht zu unterschätzen.

Da inzwischen mit nur noch zwei großen Anbietern (Leitner/POMA bzw. Garaventa/Doppelmayr) für PB und SSB kein funktionierender Markt mehr besteht, werden sich aus meiner Sicht für den maschinentechnischen Teil (der bei SSB und PB nicht so dominierend ist, wie bei Umlaufbahnen) zunehmend kleine Anbieter etablieren. Ich denke dabei an Steurer oder BMF. Wobei BMF im Gegensatz zu Steurer noch kein großes Laufwerk mit Tragseilbremse konstruiert hat.

Nicht zu vergessen die Betreiber selbst. Auch diese haben zum Teil beachtliche technische Büros, die bei der Planung einiges leisten. Im Extremfall werden alle seilbahntechnischen Komponenten (Seilscheiben, Fahrzeuge, Antrieb usw.) getrennt ausgeschrieben.
Ein Beispiel dafür ist die Schnalstaler Gletscherbahn:
- Planung Bautechnik: Ingenieurbüro Pohl, Schlanders
- Planung Seilbahntechnik: Ingenieurbüro Zuegg, Meran
- Stütze: Comel, Lana
- Kabinen + Gehänge: Zarges, Weilheim - (neue Kabinen CARVATECH)
- Seuerung: EAG Teichmann
- Rollkettensattel, Laufwerke, Seilscheiben, Antrieb, Bergebahn: Garaventa, Goldau
- Getriebe: Kissling, Zürich
usw. ...also viele Beteiligte, die einfach nur einer Koordinieren muß, und das muß nicht zwingend der Hersteller der Seilbahntechnk sein.
 
In dem aktuellen Jahrbuch von Dm ist auf Seite 96/97 eine KSb vom Skigebiet Vigo-Pera Cantinaccio abgebildet. Was für eine Verkleidung ist das? Das ist ja keine normale Tunnelverkleidung oder?
 
Ich unterschätze Steurer bestimmt nicht. Der Umbau der Rüfibahn I beeindruckt mich sehr. Immerhin eine 50er-PB!

Wie ich schon gesagt habe, gerade bei Pendelbahnen werden BMF und Steurer künftig sicher ein Wörtchen mitreden. :lol:
 
--gelöscht, da unnütziger Beitrag--
 
Naja der Bau der PB Brambrüesch war eine Clownnummer was man da so von Zulieferern gehört hat. Aber jeder muss mal anfangen nicht? :wink:
Übrigens kommen sehr viele Bauteile auch von Auswärts. Die Steuerungen zum Beispiel kommen Grösstenteils von spezifizierten Elektrofirmen
 
Ja gut, aber es war auch die erste grosse. BMF hat doch schon einige gebaut (Fanas-Eggli, Älplibahn Malans).
Was war dann die Clownnummer?
 
Mirco schrieb:
Naja, wie man es nimmt. In der DM-Gruppe sind viele ehemalige PB-Bauer. Ich denke, wenn man bei Doppelmayr Thun anfragt, bekommt man eine PB mit Von Roll/Habeggertechnik, bei Garaventa mit Garaventatechnik und bei Hölzl eine mit deren Technik. Bei SSB's war ja nur Von Roll einer, der wirklich viele SSB's herstellte, wenn ich mich nicht irre.
Das glaube ich nicht. Was bei den Umlaufbahen von der Stange gut ist, auch bei PBs nicht fehl am Platz. Garaventa KSBs werden ja heute mit DM Teilen gebaut und ich denke auch bei den PBs wird nicht unnötig nebeneinander her entwickelt.
 
Wieso nicht. Agamatic Technik wird ja auch noch verbaut.

Zudem sind Umlaufbahnen keine Standartanlagen für Grashügel...
 
Ganz so einfach ist der Vergleich der PB's mit Umlaufbahnen nicht zu machen.
Garaventa Thun und Goldau sind daran (seit mehreren Jahren :wink: ) ihr Produkt zu standardisieren und zusammenzuführen.
Man kann aber heute noch sagen, ob die Bahn aus der Konstruktion Thun oder Goldau kommt.
Für die Firma sehe ich hier eigentlich nur Nachteile. Da Pendelbahnen jeweils im technischen Büro grosse Aufwände bedeuten, währe es ja höchste Zeit dies anzupacken und die Wirtschaftlichkeit zu fördern.

Hölzl (Doppelmayr Italien) kann man hier sojso ausklammern. Die von Hölzl gebauten Anlagen werden nachwievor nicht von der Schweizern Konstruiert und geliefert.

Kuppelbare Agamatic Systeme werden, oder sollten meines Wissens in Zukunft auch nicht mehr gebaut werden.
 
In Italien werden Pendelbahnen weiterhin mit Hölzl-Komponenten errichtet. Das Laufwerk und die Fangbremse von Garaventa entsprechen nämlich z. B. nicht den ital. Vorschriften. Im Schnalstal war das ein Riesenproblem und bedürfte damals einer Ausnahmegenehmigung.
Also in Italien weiter Hölzl-Technik.

Doppelmayr/Thun ehem. Von Roll existiert seit der letzten Umstrukturierung bei Garaventa nicht mehr. Wurde inzwischen voll integriert, soweit ich das weiß.

Die Technik wird aber teilweise weiter verwendet. Die von Garaventa zur Zeit verwendete Stützenkonstruktion für Pendelbahnen geht noch auf Habegger zurück. Auch werden noch Laufwerke mit Bremswagen (jetzt von Garaventa) neu gebaut, wenn die Verhältnisse das erfordern.

Alle Konstruktionszeichnungen und Rechte von Von Roll, Habegger, Küpfer, Bell Giovanola usw. gehören jetzt Garaventa/Doppelmayr, so dass insbesondere bei den individuell geplanten PB und SSB immer wieder mal etwas aus dem Erbe auftauchen dürften.

@Mirco:
Auch Habegger war beim Bau von Standseilbahnen in den 70er-Jahren auch sehr aktiv. Der Umbau der alten Corviglia-Bahn auf 140er-Wagen war z. B. auch ein Werk von Habegger. Wurde 1985 durch die heutige 200er-Anlage ersetzt.
 
Problem. DM Bahnen sind nachwievor in Italien und Frankreich aufgrund der Klemmen nicht zugelassen.
 
@Christoph: Besten Dank für die Erläuterungen.
Ob Bahngesellschaften selbst ein nicht unbedingt unwesentliches Projektrisiko übernehmen wollen ist denen frei gestellt. Ich vermute zwar dennoch, dass oftmals aus politischen Gründen eine Art GU Vertrag bevorzugt wird. Die gesamte Projektkoordination ist doch ziemlich komplex.

Bzgl. Steuerungsbau sind soviel ich weiss nicht so viele Anbieter tätig. Insbes. FUA und Kopierwerke bedingen gewisse Spezialkenntnisse, der übrige Teil ist allerdings ziemlich konventionnell (in SIL 3, Kat. 4). In der Schweiz sind hauptsächlich Frey AG, Sisag AG und Alptronic SA tätig (weiss nicht mehr was aus Kündig, Bern geworden ist), in Frankreich Semer (Poma Gruppe) und Seirel. In Italien hat eine Fa. ca. 50% Marktanteil, habe den Namen leider momentan vergessen.

Was die Technologie betrifft würde ich meinen, dass gute Maschinenbauer in der Lage sein sollten, PB und SSB zu bauen. Heute kann mit entprechendem Aufwand sehr viel mittels FE berechnet und simuliert werden. Ferner ist ein wesentlicher Teil konventioneller Maschinenbau. Fahrwerke und Fangbremsen sind durchaus entwickelbar, allerdings ist der Aufwand ziemlich gross.

Bezüglich gewisse Klemmentypen (insbes. mit Torsionsfedern) vermute ich, dass das französische STRMTG willentlich rein marktprotektionistische Massnahmen in deren Regelwerke einfliessen liessen. Insbes. ist in diesem Zusammenhang der Durchlaufsklemmentest bei kuppelbaren Umlaufbahnen zu erwähnen.
 
Für die Fernüberwachungsanlagen gab es früher bis Mitte 90er Jahre noch die Firma Gfeller. Diese wurde dann von Asco übernommen. :(
Kündig übrigens aus Luzern gibt es nicht mehr. Hatten aber interessante Systeme wie zum Beispiel die Übertragung von Bildern in die Kabinen und das über die FUA. 8O Die Firma Frey hat mit der Übernahme von EAG einen Namhaften Hersteller von FUA's gefunden. Die Firma Seilbahn und Industrie Sicherheits AG in Schattdorf (SISAG) baut ihre FUA's Selber. Im Österreichischen Markt gibt es Elin und Siemens? Wobei gibt es erstere überhaupt noch. Doppelmayr selber baut leider auch Steuerungen. Eine Ablösung durch eigene Steuerungen bleibt hoffentlich in Zukunft offen. Bis jetzt haben sie sich allerdings kaum bewährt und waren teurer als wenn man die Komplette Steuerung Extern baut und gleich montieren lässt. Bis jetzt hat DM eine Steuerung in die Schweiz geliefert. Eine 4SB in Zuoz.
 
Nicht nur für Von Roll Anlagen. Auch für garaventa und Doppelmayr. 12EUB Larnags in Laax hat auch eine BBC Steuerung. Die Steuerung der 4KSB Curnius ist auch von BBC und wird diesen Sommer durch ene von SISAg ersetzt. Dabei wird die Anlage auf 3200p/h gepimpt. 8O KA wie man das machen will. Eine weitere Anlage mit BBC Steuerungn währe Fuorcla Grischa in Celerina. Ein weiterer kleiner Steuerungsbauer ist der Tessiner Elekronikkonzern Premel.
 
siemens hat elin übernommen, im zuge der va-tech übernahme, das ganze nennt sich jetzt siemens-elin-ebg :wink:
 
Michael Meier schrieb:
Ojee naja dann viel Spass. :?

Kannst du laut sagen :cry:
Doppelmayr hat dort nicht die Steuerung der Bahn angepasst, sondern die Bahn musste der Steuerung angepasst werden.
Ein Beispiel gefällig?

Die Klemmkraftprüfung von Von Roll muss raus und die Klemmkraftprüfung von Doppelmayr in die Kuppelstelle reingeflickt werden... :evil:
 
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