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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Ist Dynamic Abzocke eigentlich ein Schweizer Problem oder gibt es auch österreichische Skigebiete, welche ihre Tickets nur noch über eine Lotterie verkaufen wollen?
 
Jedenfalls wird das Engadin bei Tageskartenpreisen an beliebten Tagen von CHF 105 + x und der Abschaffung von HotelSkipass noch einmal „exclusiver“....
Vorteil für die Bahnen wäre weiter, dass man möglichst viele Einnahmen bei möglichst wenigen Gästen, also bei möglichst geringem Aufwand generieren könnte.
:wink: :rolleyes:
 
Vorteil ist auch, dass mein Snowpass Graubünden schneller amortisiert wird :P
 
ski-chrigel schrieb:
Vorteil ist auch, dass mein Snowpass Graubünden schneller amortisiert wird :P

Ich hoffe für dich, dass der dann nicht irgendwann auch noch abgeschafft wird…
 
Woher nimmst Du den Optimismus, dass Saisonabos in der gewohnten Form weiter existieren, während Mehrtagespässe durch Lotterielose ersetzt werden?
 
Weil ich im Gegensatz zu Dir grundsätzlich optimistisch durchs Leben gehe und nicht immer nur an das schlechte im Menschen glaube... :roll: Und Lotterielose sind das sowieso nicht, sinnlos mit Dir darüber zu diskutieren.
 
Dass der Begriff "Lotterielos" eine rhetroische Übertreibung ist, hast Du sicherlich erkannt. Durch die Nutzung von Saisonpässen befindest Du Dich natürlich auch in einer bequemeren Ausgangslage, in der Du Dir Deinen Optimismus bewahren kannst. Solange es diese Form des Angebots noch gibt.

Wäre ich Optimist, dann hätte ich von meinen Geschäftspartnern nie erwartet, dass sie ein für mich planbares und kalkulierbares Preismodell wie Mehrtagesskipässe durch ein von Algogrithmen anhand für mich unbekannter Parameter ausgewürfeltes Preismodell ersetzten. Oder das Risiko der Nicht-Erbringung von Leistungen beispielsweise durch schlechtes Wetter auf mich als Kunden abwälzen. Genau dies setzen einige schweizer Anbieter aber derzeit um. Ich würde daher meine Einstellung weniger als Pessimismus sondern eher als Realismus bezeichnen.

Da ich meine Urlaube außerhalb der Spitzenzeiten meist sporadisch buche (in den letzten Jahren wegen der Schneelage habe ich schon mal erst am Donnerstag festgemacht, dass ich am Samstag für 8 Tage anreise), selten aber länger als 2 Monate im voraus buche, bringt mir das neue Preissystem mehr Nach- als Vorteile.
 
Als Vater eines 10jährigen Sohnes, der keine Saisonkarte besitzt, bin ich durchaus von Tageskartenpreisen betroffen und ich bin an Orten mit Dynamic Pricing bisher immer günstiger gefahren als vorher. Und wenn es dann doch mal ein paar Franken mehr sein sollten, dann mach ich deswegen auch kein Trara, dann ist es halt so. Deswegen wird kein Skifahrer, der sich diesen eh schon nicht günstigen Sport leisten kann, verarmen. So preissensibel wie einige hier im Forum sind auf der Piste vermutlich nur wenige. Für mich ist das ein Sturm im Wasserglas.
 
Preissensibel ist für jemanden, der in den letzten 10 Jahren die überwiegende Mehrzahl seiner Urlaubstage in der Schweiz verbracht hat und aus Überzeugung seit ein paar Jahren nur noch Ski aus Schweizer Manufaktur kauft vielleicht ein nicht ganz zutreffendes Adjektiv.

Im übrigend wurde in dieser Diskussion mehrfach erwähnt, dass es um weit mehr als nur den Preis geht. Es geht auch um

  • den Wegfall von Arbeitsplätzen an den Verkaufsstellen
  • die Einschränkung der Möglichkeit, bar und anonym zu bezahlen (Werbung, Tracking)
  • die Einschränkung meiner Freiheit, mir den Skipass zu kaufen wann ich möchte, indem ein künstlicher Druck (morgen wirds teurer) aufgebaut wird
  • die teilweise Abschaffung der Tranparenz und Vergleichbarkeit von Preisen
  • die insgesamt damit verknüpfte Bevormundung des Kunden
 
Wieso soll die Digitalisierung ausgerechnet vor dieser Branche halt machen? Einige Bahnen werden froh sein, wenn sie ein paar Arbeitsplätze sparen können. Das ist durchaus legitim. Die Branche als Ganzes ist bis auf wenige Ausnahmen keine Goldgrube.
Deine restlichen Argumente finde ich persönlich lächerlich, aber es ist Dein gutes Recht, dies so zu beurteilen.
Ich bleibe dabei, ich finde es eine gute Sache, unterstütze solche fortschrittlichen Preismodelle und bin sicher, dass dies in einigen Jahren der Normalfall, zumindest in der Schweiz, sein wird. Die meisten werden sich dann daran gewöhnt haben wie bei den Airlines.
 
ski-chrigel schrieb:
ich finde es eine gute Sache, unterstütze solche fortschrittlichen Preismodelle
Bedeutet dies, dass Du künftig keine Saisonkarten mehr kaufst?
 
ski-chrigel schrieb:
Die meisten werden sich dann daran gewöhnt haben wie bei den Airlines.

Wie gesagt ist das kein treffender Vergleich. Oder will das Engadin auch ähnliche Vorschriften über Entschädigungen bei Nichterbringung der Leistung (auch wegen höherer Gewalt) wie es für Flüge und Bahnfahrten gilt?

Die Klausel "auch bei kompletter Betriebseinstellung behalten wir das gesamte Geld" halte ich übrigens sowieso für rechtswidrig.
 
ski-chrigel schrieb:
Die meisten werden sich dann daran gewöhnt haben wie bei den Airlines.

Das sehe ich genauso. Bei Hotels, bei Mietwagen, der Bahn, also fast der gesamten Touristik, ist dynamic pricing für Endkunden üblich.

Ich fand den "Schlechtwetterpreis" z.B. bei dem Preismodell von Andermatt dann im Hinblick auf die laut Wetterbericht dort wahrscheinlichen Bedingungen und das Risiko einer Betriebseinschränkung/-einstellung dann doch nicht sehr attraktiv. Wenn ich die Preisspanne bei Airlines sehe, wo die Preise doch Schwankungen bis zum Vierfachen oder mehr aufweisen, ist dort das Ausnutzen von "Randzeiten" deutlich attraktiver, zumal ich ja exakt die gleiche Leistung erhalte (was seitens der Skigebietsbetreiber ja nicht mit Sicherheit der Fall ist).

Ich glaube auch nicht, das es so etwas wie eine "Geld-zurück-Garantie" bei fehlendem Schnee oder Betriebseinstellung wegen Schlechtwetter geben wird. Das Risiko wird über den Rabatt abgegolten.
 
wenn man die Airlines als Vorbild nimmt ist da noch viel Luft nach oben.

Basic Economy ist dann nur Skier - wer mit Rucksack und Helm hoch will zahlt nochmal Wegezoll. :D

vom Iphone aus buchen oder mit nem Mac ist 10 % teurer.
Nachts um 3 Uhr ists günstiger.
Sonntags auch....

und mit ADAC Visa Karte bezahlen gibts 19,90 Euro Nachlass....

10?? Sie wolln mich wohl beleidigen Mann. Mit einer im Sterben liegenden Mutter.... 10??????? :mrgreen:
 
jo26861 schrieb:
wenn man die Airlines als Vorbild nimmt ist da noch viel Luft nach oben.

Basic Economy ist dann nur Skier ....
aber nur bis zu einer Länge von 1,5 m und einer Breite an der Schaufel < 90 mm. Jeder Dezimeter über der Länge und jeder Millimeter Breite mehr kostet extra. Sitzheizung kostet natürlich auch und ist im voraus zu buchen. Pech, wenn es dann im Urlaub +15° warm ist, dann wird der Hintern halt gegrillt. :lol: Und selbstverständlich hat jedes Skigebiet seine eigenen Vorgaben, nach denen es den Preis auswürfelt. :wink:

Fliegen habe ich noch zu einer Zeit kennengelernt, da warben Airlines in der Touristenklasse noch mit Komfort, dem Sitzabstand und nicht nur mit dem Preis. Auf Mittelstreckenflügen war eine ordentliche Mahlzeit und alkoholfreie Getränke unlimited im Preis inbegriffen. Piloten und Bordpersonal wurden ordentlich entlohnt und nicht nur auf Abruf beschäftigt. Und man hatte nach Saison gestaffelte Preise, mit denen alle leben konnten. Zu dieser Zeit waren übrigens die Anzeigetafeln an den Tankstellen noch nicht elektronisch und der Tankwart musste für jede Änderung auf die Leiter, um die Preise zu ändern. Was die Neigung, dies mehrfach am Tag zu tun, deutlich dämpfte. Im Gegensatz zu heute wusste der Tankwart übrigens auch noch, zu welchem Preis auf seiner Tanke der Sprit verkauft wird. Heute muss er auf Nachfrage erst mal selbst in den Computer schauen.

Da kann man diese Entwicklung noch so sehr mit wohlklingenden Begriffen aus dem Marketing-Bullshit-Bingo wie Digitalisierung und Fortschritt euphemistisch umdeuten. Nur weil etwas neu und modern ist ist es nicht unbedingt auch besser.
 
NeusserGletscher schrieb:
Nur weil etwas neu und modern ist ist es nicht unbedingt auch besser.
In der Sichtweise desjenigen, der es geändert hat, aber schon, denn für den begründet sich das Bessere heutzutage oftmals alleine weil etwas neu/geändert ist...

Ich denke, im Skigebietssektor gibt es genügend Vergünstigungsmöglichkeiten ("MO-FR außer der Hauptsaison vom X.-Y." gelten folgende vergünstigte Preise; "SA+SO + in den Weinachtsferien gelten folgende Hochsaisonpreise"), das sollte doch ausreichend sein und wäre wesentlich transparenter als dieses "dynamic pricing". Aber man hofft wohl auf Mehreinnahmen aufgrund der Intransparenz..
 
jo26861 schrieb:
10?? Sie wolln mich wohl beleidigen Mann. Mit einer im Sterben liegenden Mutter.... 10??????? :mrgreen:

Nagut, dann geb ich Ihnen elf.

Aber.. es war die Großmutter! Kenne deine Zitate!
 
Wenn sich das wirklich durchsetzen würde wie es ja einige wenige hier scheinbar gerne hätten... dann kommt auch sehr bald der nächste Schritt: Pay-per-Ride. Dann gibts gar keine Tagestarife (oder gar Saisonkarten) mehr, sondern jeder zahlt für jede Liftfahrt einzeln und zwar nach der Auslastung die gerade in der Minute in der man durchs Drehkreuz geht herrscht. Ist doch auch ganz toll, modern, digital und so!

Dann ist aber das Geschrei hier groß.

Daher: Wehret den Anfängen. Sonst wirds früher oder später so kommen und damit für uns Vielfahrer sehr, sehr teuer.
 
j-d-s schrieb:
Wenn sich das wirklich durchsetzen würde wie es ja einige wenige hier scheinbar gerne hätten... dann kommt auch sehr bald der nächste Schritt: Pay-per-Ride. Dann gibts gar keine Tagestarife (oder gar Saisonkarten) mehr, sondern jeder zahlt für jede Liftfahrt einzeln und zwar nach der Auslastung die gerade in der Minute in der man durchs Drehkreuz geht herrscht. Ist doch auch ganz toll, modern, digital und so!

dann fahr ich SFL, glaube ich Sonnenbahn wos ne Singleline hat, bei turbo Andrang....

lange Schlange, ich komme schnell durch und zahle dann denn "gut-besucht-Aufschlag" Summa Summarum 200 Euro für den Tag . :biggrin:

Die Bahnen könnten ja ein Wettbewerb machen, der, der am Ende des Tages am meisten bezahlt hat, fährt for free :mrgreen:
 
j-d-s schrieb:
Wenn sich das wirklich durchsetzen würde wie es ja einige wenige hier scheinbar gerne hätten... dann kommt auch sehr bald der nächste Schritt: Pay-per-Ride.
Zermatt hat ab der letzten Saison die gute alte Punktekarte (Neudeutsch Easy Ride) wieder eingeführt. Die Konditionen sind aber so gestaltet, dass man mit Zermatt-Rothorn (39P), Gant-Hohtälli (24P), Schweigmatten-Trockener Steg(39P) das maximale abgerechnete Tageslimit von 90 Punkten bereits überschreitet. Italien ist sowieso nicht enthalten und angesicht der horrenden Punktabzüge frage ich mich, für wen sich dieses "Angebot" lohnen soll.
 
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