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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Der Artikel der Engadiner Post vom 14.6. ist jetzt als PDF verfügbar:
https://archiv.engadinerpost.ch/pdf/2018/068_2018_06_14.pdf

Im Gegensatz zum anderen Artikel, wo angedeutet wurde, der Hotelskipass könnte abgeschafft werden, wird hier klipp und klar gesagt:

Der «Snow Deal» löst das Angebot «Hotel & Skipass» ab, welches Ende der nächsten Wintersaison eingestellt wird. Trotzdem wird es für Hoteliers, Ferienwohnungs- oder Campingplatzbesitzer weiterhin möglich sein, Packages für ihre Gäste zu schnüren. Auch sie können sich Skipässe im Vorverkauf besorgen.

Mal schauen, ob die Hotels dann auch billiger werden, wenn sie unter Umständen keine Skipass-Vergünstigungen mehr anbieten…


j-d-s schrieb:
Wenn sich das wirklich durchsetzen würde wie es ja einige wenige hier scheinbar gerne hätten... dann kommt auch sehr bald der nächste Schritt: Pay-per-Ride. Dann gibts gar keine Tagestarife (oder gar Saisonkarten) mehr, sondern jeder zahlt für jede Liftfahrt einzeln und zwar nach der Auslastung die gerade in der Minute in der man durchs Drehkreuz geht herrscht.

Hmm… Als jemand, der viel Furtschellas fährt, würde ich da womöglich sehr gut wegkommen ;)

Aber ich glaube nicht, dass ein solches Modell schnell kommen würde. Das würde ja auch voraussetzen, dass man quasi vor dem Skifahren die Kreditkarte mit Blanko-Betrag hinterlegen müsste, und erst später erfahren würde, wieviel denn wirklich abgebucht wird. Da hätten sicherlich viele Gäste Bedenken. Bei einem dynamischen Vorverkauf erfahrt man ja immerhin bei der Buchung den genauen Preis, den man wirklich zahlt.
 
LGH schrieb:
Das würde ja auch voraussetzen, dass man quasi vor dem Skifahren die Kreditkarte mit Blanko-Betrag hinterlegen müsste
Nicht unbedingt, wenn man es wie in Z als Punktekarte mit Tageslimit verkauft. GGf. kannst Du ja nicht benutzte Punkte am Ende des Urlaub wieder zurückerstatten lassen. Interessant wird es, wenn sich die Punkte nach Auslastung und Wetterlage ändern. Aber dann bringen sie garantiert eine App dafür raus, mit der man sich in Echtzeit die aktuellen Tarife anschauen kann. :twisted:
Trotzdem wird es für Hoteliers, Ferienwohnungs- oder Campingplatzbesitzer weiterhin möglich sein, Packages für ihre Gäste zu schnüren. Auch sie können sich Skipässe im Vorverkauf besorgen.
Das Hotel wird natürlich nicht auf Verdacht Skipässe kaufen sondern frühestens bei Buchung. Wenn die Preise sich laufend ändern, wird es natürlich schwieriger, konkrete Packages mit festen Preisen anzubieten.

In Bezug auf Zermatt frage ich mich noch, wie sie das mit Italien hinbekommen wollen. Italien war in den letzten Jahren 1/3 günstiger als Zermatt. Entweder kehrt man in Cervinia auch den festen Preislisten den Rücken oder man muss künftig noch genauer hinschauen, ob man lieber in Cervinia oder in Zermatt nächtigt.
 
Zermatt will auch Dynamische Preise machen? Wo steht das? Da würds dann doch sicher bis 150 Franken gehen... wie in den USA.
 
Zermatt will auch Dynamische Preise machen? Wo steht das?
Stand schon in mehr als einer Pressemitteilung und diversen anderen Dokumenten. Ob es dann wirklich Dynamisch oder einfach nur saisonal Schwankend sein wird werden wir sehen.

Thema USA: Kann vielleicht einer ( aber bitte einer der sich auskennt und nicht wild drauf los spekuliert ) mal die genaue Vorgehensweise der Skigebiete ( werden wohl auch unterschiedliche Systeme sein ) in Nordamerika für den Skipassvorverkauf hier rein schreiben?
Die gewünschten Kriterien wären: Rabatt in %, in welcher Form abgestuft, ab wann gibt es keinen Rabatt mehr ( 1 Woche, 3 Tage, Vortag ), kann der Preis kurzfristig bei Schlechtwetter wieder sinken und wenn ja wie viel?
 
bzgl. USA gibt es ein bisschen Hintergrund, der helfen kann, hier, auf Englisch:
https://snowboarding.transworld.net/photos/when-did-ski-resort-lift-tickets-become-so-expensive/

am Ende steht auf jeden Fall: Das teuerste ist am Tag an der Kasse zu kaufen.

Dieses Bild verdeutlicht alles:
https://snowboarding.transworld.net/photos/angry-interns-lift-ticket-prices/

so wie ich das verstehe kann man oft einen der besseren Deals über liftopia abschließen. das funktioniert ähnlich wie bei ticketcorner.ch, und der Discount sinkt, je näher du dem Datum kommst.
 
Der Link scheint gut, ist mir dann aber doch ein bisschen zu tl;dr als dass ich das alles lesen wollte - zumal es da primär um die völlig abwegigen Ticketpreise in Nordamerika geht.

Ich frag mich da wie gesagt nach wie vor, ob sich das überhaupt irgendwann lohnt. Denn den Vollpreis zahlt (so hört man) eh fast niemand, die kaufen Saisontickets oder nutzen Aktionen. Ich würde mich nicht wundern, wenn die allenfalls 10 Tageskarten zum Vollpreis überhaupt verkaufen pro Tag.

Was dann die Frage aufwirft: Wie kann sich das lohnen? Man macht es den Kunden unnötig schwer, bezahlbare Tarife zu bekommen (sie bekommen sie, müssen dafür aber suchen). Die Verkäufe alleine werden sich auch kaum lohnen, weil der Preis so dermaßen lächerlich hoch ist, dass das niemand bezahlt. Preis hoch + Verkäufer nahezu null = Gewinn nahezu null

Auch dass dort die Preise flächendeckend so dermaßen lächerlich hoch sind reißt es nicht mehr raus, weil es auch bei einem Monopol (ein Kartell funktioniert wie ein Monopol) den Cournot'schen Punkt gibt, wo eine weitere Preiserhöhung zu einem Gewinnrückgang führt, weil die Kunden den Preis nicht mehr bezahlen wollen oder oft nicht bezahlen können und lieber verzichten. Bei einem Freizeitvergnügen dürfte der noch dazu niedriger liegen als bei Benzin, Strom, Miete etc.
 
j-d-s schrieb:
Was dann die Frage aufwirft: Wie kann sich das lohnen? Man macht es den Kunden unnötig schwer, bezahlbare Tarife zu bekommen (sie bekommen sie, müssen dafür aber suchen). Die Verkäufe alleine werden sich auch kaum lohnen, weil der Preis so dermaßen lächerlich hoch ist, dass das niemand bezahlt. Preis hoch + Verkäufer nahezu null = Gewinn nahezu null
Die Kunden sind vielleicht umso zufriedener, wenn sie sich daran aufgeilen können "he, ich hab den Skipass auf ....com um den halben Preis bekommen, da komm ich doch gleich nochmal her." als wenn der Skipass von vornherein offiziell nur die Hälfte gekostet hätte und er keine Rabatte bekommen würde... Weil der doppelte UVP ist halt mal mehr Wert ;)
 
^^ Das ist tatsächlich so. Schnäppchen setzen Glückshormone frei. Selbst wenn das Schnäppchen mit Rabatt auf einen Fantasiepreis am Ende teurer ist als der reguläre Preis zu Zeiten, als es noch gedruckte Preislisten gab.
 
Aber es wird halt auch Leute geben, denen das zu blöd ist (oder die es gar nicht wissen) und die sich nur die Listenpreise anschauen und sagen "ne, ist zu teuer" und dann gar nicht fahren.

Oder im Falle von den Alpen halt zu einem anderen Gebiet.
 
Um nur noch ganz kurz in Nordamerika zu bleiben:

Es ist da ja einfach so, dass die Preisspanne von günstig zu extrem teuer viel größer ist als im Alpenraum.
Während zB in Pine Creek mit 16 Pistenkm der Listenpreis 43$ sind kostet der Tag nach Liste in Beaver Creek 189$

Du kannst also immernoch auch günstig Skifahren gehen.
Im Alpenraum sind ja fast alle Preise zwischen 40 und 90€... also halt so Faktor 2,5... in den USA halt locker Faktor 4...

Und während Vail Resorts natürlich viele Überseegäste anlocken muss der Kunde aus Idaho ja nicht nach Colorado fahren, sondern geht halt in die nächsten 4 kleineren Gebiete zu je 45$ zB....

Es ist nicht ganz so schwarz-weiß, wie du es beschreibst.
 
Nene, du musst das ja in Relation setzen. Pine Creek ist EIN EINZIGER LIFT und dafür ist 43$ schon extremer Wucher. Da zahlste in den Alpen höchstens 20 Euro.

("Pistenkilometer" in Nordamerika anzugeben ist übrigens generell Unfug - einerseits geben die das selbst nicht an, andererseits kann man unpräparierte Hänge nicht mitzählen - die gibts ja in den Alpen auch, werden aber nie mitgezählt, weils halt Offpiste ist.)
 
j-d-s schrieb:
Nene, du musst das ja in Relation setzen. Pine Creek ist EIN EINZIGER LIFT und dafür ist 43$ schon extremer Wucher. Da zahlste in den Alpen höchstens 20 Euro.

("Pistenkilometer" in Nordamerika anzugeben ist übrigens generell Unfug - einerseits geben die das selbst nicht an, andererseits kann man unpräparierte Hänge nicht mitzählen - die gibts ja in den Alpen auch, werden aber nie mitgezählt, weils halt Offpiste ist.)

gut.. schlechtes Beispiel evtl.
Nimmst halt ein anderes für unter 50$ und mit mindestens vier Liften: Pajarito Mountain. Oder irgendwas in New Mexico.
 
danimaniac schrieb:
Nimmst halt ein anderes für unter 50$ und mit mindestens vier Liften: Pajarito Mountain. Oder irgendwas in New Mexico.
4 Lifte (wenn du damit nicht ausschließlich 4x KSBs / Gondeln meinst) kriegst auch in den Alpen um/unter 20,- € ;)
 
Zermatt hat nun die Preise für den Winter 18/19 online und kommunizier nur mehr Ab-Preise.
Siehe hier: https://www.matterhornparadise.ch/de/winter/tickets-tarife/skipaesse-winter_2018

Schauen wir mal was sich geändert hat.

Preise Zermatt:
1 Tag bisher Fr. 79.- 1 Tag neu Fr. 79.- / keine Änderung
2 Tage bisher Fr. 146.- 2 Tage neu Fr. 131.- / - Fr. 15.- = - 10,27%
3 Tage bisher Fr. 211.- 3 Tage neu Fr. 184.- / - Fr. 27.- = - 12,79%
4 Tage bisher Fr. 272.- 4 Tage neu Fr. 237.- / - Fr. 35.- = - 12,86%
5 Tage bisher Fr. 330.- 5 Tage neu Fr. 290.- / - Fr. 40.- = - 12,12%
6 Tage bisher Fr. 380.- 6 Tage neu Fr. 338.- / - Fr. 42.- = - 11,57%

Preise Zermatt / Cervinia

1 Tag bisher Fr. 92.- 1 Tag neu Fr. 92.- / keine Änderung
2 Tage bisher Fr. 170.- 2 Tage neu Fr. 143.- / - Fr. 27.- = - 15,88%
3 Tage bisher Fr. 243.- 3 Tage neu Fr. 204.- / - Fr. 39.- = - 16,04%
4 Tage bisher Fr. 312.- 4 Tage neu Fr. 266.- / - Fr. 46.- = - 14,74%
5 Tage bisher Fr. 378.- 5 Tage neu Fr. 327.- / - Fr. 51.- = - 13,49%
6 Tage bisher Fr. 434.- 6 Tage neu Fr. 380.- / - Fr. 54.- = - 12,44%

Zusätzlich zu diesen tieferen Ab-Preisen gibt es auf alle Onlinebuchungen einen Rabatt von 5%. Das heisst dass ein 6 Tages-Pass International online für Fr. 361.- möglich ist.
Auf die weiters erwähnten Spezialaktionen gehe ich jetzt mal nicht ein da man erst schauen muss was sie dieses Jahr kreieren. Onlinerabatte von bis zu - 15% gab es ja bisher auch schon, wenn auch nur in limitierter Anzahl.

Interessant wird es dann erst was mit den tagesaktuellen Preisen geschieht wenn es Situationen gibt wie wir sie z.B diesen Januar recht häufig hatten.
 
Interessanter wären "bis"-Preise, die man wohlweislich verschweigt.
Honi soit qui mal y pense.
 
Ziel des neuen Preismodells ist die Auslastung innerhalb des Winters zu glätten, um jedem Gast das bestmögliche Erlebnis auf den Zermatter Pisten bieten zu können.
Ich sehe schon die Wintersportler scharenweise von Weihnachten auf Anfang Dezember oder Januar umbuchen, weil sie 100 Franken am Skipass sparen können. Zwischen Weihnachten und Neujahr wird Zermatt zur Geisterstadt, die wenigen Kunden bekommen sogar noch Geld zum Skipass geschenkt, damit sie wenigstens eine Woche bestmöglichstes Erlebnis buchen. Fab, die ruhigen Zeiten im Dezember sind Geschichte. Du wirst Deinen Urlaub in eine andere Zeit verlegen müssen. :mrgreen: :mrgreen:
 
Nächste Woche kommt dann wieder ein artikel: Immer weniger Kindern lernen skifahren......
Klar, wenn die Zeiten in denen Familien gehen können jetzt noch teuerer werden
 
Richtig interessant wird es hierzu somit erst ab Herbst wenn der Kalkulator online ist.
Aber ist doch schön, besteht jetzt wieder genügend Zeit für Diskussionen...

Wenn ich mir die Preise so ansehe dann habe ich für mich mal eine Theorie bzgl. dem Bis-Preis. Mal sehen.
 
Ganz offenbar fand man es in Zermatt doof dass ihnen St. Moritz den höchsten Skipasspreis der Alpen abgenommen hat, also mussten sie die 105 Franken von St. Moritz halt noch überbieten.

Ist schon lustig, v.a. weil St. Moritz mit Samnaun und Zermatt mit PdS jeweils Skigebiete in der Nähe haben die besser sind und nur die Hälfte kosten.

Schade nur für uns Skifahrer dass es dann bald Einsparmaßnahmen bei Z und St. Moritz wird geben müssen. Die haben ja keinen Sawiris der die drohenden roten Zahlen ausgleicht.
 
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