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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Zur Frage der Rabattierung von Mehrtagespässen habe ich aus der Tabelle im Offline-Preiskalkulator mal die Rabattierungsstufen berechnet. Wenn ich mich nicht vertan habe, ergibt sich...

Für Zermatt International in der Grundsaison 2018/2019 (08.12.-21.12., 07.01.-25.01., 17.03.-13.04.):
  • 11,96% Rabatt für 2 Tage gegenüber 1 Tag
  • 3,99% Rabatt für 3 Tage gegenüber 2 Tagen
  • 1,99% Rabatt für 4 Tage gegenüber 3 Tagen
  • ...
  • 2,41% pro Rabattstufe im Durchschnitt für Pässe von 1-21 Tagen
  • 1,90% pro Rabattstufe im Durchschnitt, wenn man den ersten Sprung herauslässt, also für Pässe von 2-21 Tagen

Für Zermatt International in der Hochsaison 2018/2019 (22.12.-06.01., 26.01.-16.03.):
  • 5,98% Rabatt für 2 Tage gegenüber 1 Tag
  • 4,17% Rabatt für 3 Tage gegenüber 2 Tagen
  • 2,08% Rabatt für 4 Tage gegenüber 3 Tagen
  • ...
  • 2,23% pro Rabattstufe im Durchschnitt für Pässe von 1-21 Tagen
  • 2,03% pro Rabattstufe im Durchschnitt, wenn man den ersten Sprung herauslässt, also für Pässe von 2-21 Tagen

Zum Vergleich für St. Anton / Ski Arlberg in der Hochsaison 2018/2019 (22.12. – 05.04.):
  • 1,83% Rabatt für 2 Tage gegenüber 1 Tag
  • 1,53% Rabatt für 3 Tage gegenüber 2 Tagen
  • 2,14% Rabatt für 4 Tage gegenüber 3 Tagen
  • ...
  • 2,34% pro Rabattstufe im Durchschnitt für Pässe von 1-21 Tagen
  • 2,37% pro Rabattstufe im Durchschnitt, wenn man den ersten Sprung herauslässt, also für Pässe von 2-21 Tagen

In diesem Vergleich liegt der Unterschied im Wesentlichen in einem stärkeren Rabattsprung von Tages- auf 2-Tages-Pässen für Zermatt, gefolgt von geringeren Rabattsprüngen im Anschluss. Über alle Stufen von 1 bis 21 Tagen rabattiert Zermatt Mehrtageskarten in der Grundsaison stärker als der Arlberg, in der Hochsaison weniger. Insgesamt also eher unentschieden.

Anders sieht es aus, wenn ich für gängige Aufenthaltsdauern den Gesamtrabatt betrachte. Hier liegt Zermatt beim 6-Tages-Skipass mit 21,74% (Grundsaison) und 16,3% (Hochsaison) vor dem Arlberg (11,62%). Gleiches beim 8-Tages-Skipass: 25% (Zermatt Grundsaison), 19,7% (Zermatt Hochsaison), 17,89% Arlberg.

Übrigens: Ob die Rabattierung auf eine stärkere Anhebung der Tagestickets zurückzuführen ist, wäre für eine Aussage zum Ergebnis unerheblich. (Preissenkungen in attraktiven Gebieten sind ohnehin wohl eher die Ausnahme und wie eine Preiserhöhung verteilt wird, ist auch eine Frage der Lenkungswirkung.)

Ansonsten tue ich mich mit dem reinen Preisvergleich zwischen Skigebieten generell schwer. Ich mag zum Beispiel lieber große, gut verbundene Gebiete mit abwechslungsreichen, eher anspruchsvollen Pisten in reizvoller Umgebung, ohne nennenswerte Wartezeiten an den Stationen, auf Pisten nicht zu voll und mit Freeride-Routen, die nicht sofort nach jedem Neuschneefall komplett ausgefahren sind. Ich weiß, dass die Kombination schwer zu finden ist und sehe, wie es am Arlberg in den letzten Jahren zunehmend voller wird und dort seit der Eröffnung der Flexenbahn ernsthafte Engpässe entstanden sind. Jedenfalls würde ich es begrüßen, wenn es gelänge, solche Qualitätseinschränkungen einzudämmen. Dafür wäre ich bereit, meine Reisezeit anzupassen und auch einen höheren Preis zu akzeptieren (was ich in Zermatt ja auch tue). Es muss halt insgesamt ein vernünftiges Preis-/Qualitäts-Verhältnis sein und das muss wohl jeder für sich selbst finden.
 
Ich hoffe ja dass die Verbraucherschützer da mal aufmerksam werden und dann gibts genauso Kundenrechte wie bei Eisenbahn und Fluglinie. Mit Rückerstattung wenn die Lifte nicht laufen. Dann ist aber das Geschrei der Bergbahngesellschaften groß...
 
Tageskarte Corviglia heute Chf 101.
 
Wow. Ich hätte nicht gedacht, dass sie es wagen, über 99.- zu gehen. Finde ich recht frech und mutig, diese psychologische Grenze zu überschreiten.

In Laax bestätigt sich meine Vermutung: 85.- an der Kasse und immer 5.- darunter per App. Insofern eine normale Preiserhöhung für digitale Kunden und der Nachdruck, weniger Leute an den Kassen haben zu wollen.

In Andermatt scheinen sich die 75.- als Obergrenze herauszukristallisieren.
 
Wer kauft zu diesen Preisen überhaupt ein Ticket? Wer jetzt vor Ort ist, hat wohl mehrheitlich einen Merhrtagespass. Mal eben ins Engadin fahren ist auch nicht so einfach. Per Bahn ab Chur sind soweit ich mich erinnere 2 Stunden.
 
Vielleicht betreibt man mit dem Überschreiten der 100er Schwelle ja Imagepflege ;)

@wer kauft das:
Ich war schon oft über Sylvester ohne festen Skipass hier.
Es ist ja keine reine Skidestination, sondern bietet beste Voraussetzungen für abwechslungsreichen Winterurlaub.
Da habe ich dann auch schon oft alle 2-3 Tage eine Tageskarte gekauft und den Rest der Zeit andere Aktivitäten verfolgt.
Man kann gut und viel Wandern, auch etwas längere Touren. Es wird viel Langlauf gemacht, geschlittert, sogar Golf gespielt etc.
Es gibt viele sehr frequentierte Gadtronomien, die nur zu Fuß erreichbar sind.
Viele der zahlungskräftigen Göste fahren wenig oder gar nicht Ski.
Ich denke, dass es schon einige geben wird, die mal spontan eine Tageskarte lösen. Ob die der Preis abschreckt, weiß ich nicht.
 
@NeusserGletscher: Wenn Du Dich da mal nicht täuschst. In meinem Freundeskreis kaufen alle immer nur Tagestickets, weil sie recht spontan entscheiden wollen, ob sie fahren. Ob das im Engadin auch zutrifft, weiss ich jedoch nicht. Wenn wir für einen Tag ins Engadin gehen und in Reichenau (1:45 bis Celerina) in den Zug steigen, hat es da jeweils fast keine Skifahrer. Die kommen frühestens in Thusis dazu, mehrheitlich später.
 
Hallo zusammen,

den Tageskartenpreis für heute habe ich gestern Abend auch schon gesehen und möchte euch den anghängten Screenshot nicht vorenthalten.
Screenshot_SnowDeal_Corviglia.png


Mit Stand von gerade eben ist es zumindest bis Samstag eine extreme Preiserhöhung. Die 88 CHF, die im Anschluss und bis 02.01. aufgerufen werden, sind dann immerhin "nur" eine auch schon hohe Preiserhöhung.

Ich persönlich bin nicht bereit, diese 88 CHF zu zahlen. Mit einer Anreise von etwas über zwei Stunden liegt für mich die Schmerzgrenze derzeit bei 80 CHF. Glücklicherweise geht es ab 06.01. deutlich mit den Preisen runter. Die Frage ist nur, wie sich das entwickelt, je näher die Tage kommen. Hat bereits jemand Erfahrungen gemacht mit dem Preis, den man für einen Tagesskipass vor Ort an der Tageskasse zahlt?

Grundsätzlich bin ich ja mit dem Dynamic Pricing einverstanden, solange man fair einen Maximalpreis kommuniziert. Im Engading habe ich mehrfach versucht, in den offiziellen Veröffentlichungen einen Maximalpreis herauszufinden. Ich habe jeweils genervt aufgegeben. Bei den allermeisten anderen Gebieten ist diese Angabe jedoch deutlich zu finden.

Genutzt habe ich bislang folgende - mehr oder weniger - dynamisch bepreiste Skipässe:
- 02.01.2018 (Di): Arosa Lenzerheide: CHF 68 statt ?? (glaube, CHF 78); 20 cm Neuschnee, Wetter wechselhaft mit ca. 4 Sonnenstunden, mäßiger Ansturm
- 23.03.2018 (Fr): Laax: CHF 72 statt CHF 79; überwiegend gute Wetter- und hervorragende Schneebedingungen, sehr geringer Ansturm
- 20.12.2018 (Do): Arosa Lenzerheide: CHF 46 statt CHF 68; reduzierter Tageskartenpreis wegen Vorsaison, gute Wetter- und Schneebedingungen, sehr geringer Ansturm
Darüber hinaus kann ich mich gerade mindestens nicht spontan erinnern. :|

Viele Grüsse
Christoph
 
Da kann der Hintergrund nur sein, dass sie auf keinen Fall Tageskarten verkaufen wollen. Ist also eher sowas wie ein Platzhalter-Preis, so ein Mondpreis kann gar nicht ernst gemeint sein.

Ist ja mal eben locker-flockig das doppelte wie in Samnaun...
 
Und das alles für ein Skigebiet, welches im Vergleich zu Österreich technisch eher so 70er Jahre Standard und Charme versprüht.
 
???
Die Anlagen sind jetzt nicht grad ultramodern, aber alle 10 KSBs zwischen 1991 und 2002 gebaut worden. Nix 70er, sondern eigentlich völlig genügend (sage ausgerechnet ich, der mit historischen Liften nichts anfangen kann). Und vor allem findet man in Österreich nirgends so gut präparierte Pisten wie an der Corviglia.
Aber natürlich rechtfertigt das aus meiner Sicht keine 101.-. Dies schadet nicht nur dem Engadin, sondern dem ganzen Bündner, wenn nicht sogar dem Schweizer Tourismus.
 
Es sind keine 300 Meter, sondern nur 210. Wenn Du mit 1 m/s im Sessel nach oben befördert wirst, hast Du sehr viel Zeit, die genaue Länge zu berechnen :wink: Immerhin gibts in der Halle keine Pendelbahnen. Man kann also den ganzen Tag fahren ohne einmal die Ski abzuschnallen :lol:
 
ski-chrigel schrieb:
???
Die Anlagen sind jetzt nicht grad ultramodern, aber alle 10 KSBs zwischen 1991 und 2002 gebaut worden. Nix 70er, sondern eigentlich völlig genügend (sage ausgerechnet ich, der mit historischen Liften nichts anfangen kann). Und vor allem findet man in Österreich nirgends so gut präparierte Pisten wie an der Corviglia.
Aber natürlich rechtfertigt das aus meiner Sicht keine 101.-. Dies schadet nicht nur dem Engadin, sondern dem ganzen Bündner, wenn nicht sogar dem Schweizer Tourismus.

Du warst doch hier immer einer der großen Befürworter von Dynamischen Preisen. Ich hab immer davor gewarnt dass das einfach Preiserhöhungen sind (was in Zermatt und Andermatt auch der Fall ist, in Zermatt 6 Franken, in Andermatt ~15-20, wo das einige hier damit gerechtfertigt haben dass sie ja viele neue Bahnen gebaut haben)...

Und beim Oberengadin ist es halt so, dass man vor allem beim Corvatsch halt sehr sehr viel falsch macht, hier sei nur der absolut inakzeptable 20-Minuten-Takt der PB bei 6 Minuten Fahrzeit genannt, oder dass der Bus von der Signalbahn genau so ankommt dass man die vollen 20 Minuten warten muss...
 
Ja, ich bin nach wie vor vehementer Befürworter von dynamischen Preisen. Aber ich hätte nicht gedacht, dass die psyhchologisch wichtige 100er-Marke wirklich überschritten wird. Das finde ich alles andere als gut.

Dein Corvatsch-Bashing an jeder Stelle nervt. Dass der 20min-Takt eine Zumutung ist, sind wir uns alle einig, aber hier unnötig zu wiederholen. Dass der Bus falsch ankommt, stimmt nicht mehr, siehe meinen Bericht vom 22.12.. Bei einem 10min-Takt kann man eh nicht mehr von falsch sprechen. Nur muss man halt bei Bussen immer mit einigen Minuten Verspätung rechnen.

Heute werden übrigens wieder 101.- ausgerufen.
 
23.12.2017
ski-chrigel schrieb:
Bis jetzt ist der von einigen Schwarzmalern prophezeite Preisschock nicht eingetreten

28.12.2018
ski-chrigel schrieb:
Ja, ich bin nach wie vor vehementer Befürworter von dynamischen Preisen. Aber ich hätte nicht gedacht, dass die psyhchologisch wichtige 100er-Marke wirklich überschritten wird.

Grüße vom Schwarzmaler :wink:

Für das gesamte Skigebiet werden heuer wie gestern sogar 105 Franken aufgerufen. Ich halte das nicht für gerechtfertigt. Landschaftlich und von den Pisten ist das Gebiet zwar sehr reizvoll. Aber wenn man in unterschiedlichen Gebieten fahren möchte, verliert man viel Zeit, bevor man auf der Piste steht. Es reicht halt nicht, jahzehntelang nur über eine Verbindung der Skigebiete zu reden, man muss sie auch irgendwann einmal bauen.

Vermutlich wird diese Preispolitik sogar manchen nicht so preissensiblen Schweizer von einem Besuch abhalten. Was zuviel ist ist zuviel. Am Ende fahren die Kunden auch dann in anderen Gebieten, wenn die Preise wieder unter 100 Franken rutschen. Ich würde es jedenfalls so machen, schon aus Prinzip.
 
Im Engadin ist nun einmal das Interesse an Tagesgästen nicht allzu gross, da sie viel weniger Geld liegenlassen als Mehrtagesgäste: Keine Übernachtung, kein Abendessen, je nachdem sogar Lunch aus dem Rucksack, keine Einkäufe im Dorf, etc. Ausserdem ist das Oberengadin für Tagesgäste nicht wirklich interessant, da es von allen Bevölkerungszentren schwierig zu erreichen ist. Ab Zürich sind es fast 3h, das ist völlig begreiflich für die meisten viel zu weit, speziell da es viele viel nähere Skigebiete gibt.

Kurz: Tagesgäste sind nicht das Zielpublikum im Oberengadin.

PS: In Zermatt übrigens auch nicht, zu abgelegen, zu mühsam erreichbar.
 
bamigoreng schrieb:
3303 schrieb:
Tageskarte Corviglia heute Chf 101.

Das war meine teuerste Tageskarte bis jetzt. Aber der Tag hat sich gelohnt! :)

War es denn jetzt signifikant leerer als sonst um diese Zeit? Der von Seiten der Betreiber angeführte Lenkungseffekt müsste doch bei 101 / 105 Franken deutlich spürbar sein.
 
Es wundert mich schon, dass auf der Lenzerheide am 25. morgens die 4 / 5 Tageskarten mit 12 % Rabatt angeboten wurden, obwohl der Wetterbericht optimal war und es sich um die "Höchstsaison" handelt. Nach meinem Verständnis dürfte es keinen Rabatt für eine solche Spitzenzeit geben.
 
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