3303 schrieb:
ski-chrigel schrieb:
. Das Engadin ist erst dieses Jahr dazugekommen und startete auf deutlich höherem Niveau. Aber trotzdem finde ich es auch falsch.
Da würde ich dich gerne bitten, das mal näher zu erklären.
Wenn ich richtig verstanden habe, befürwortest du dynamische Preise?
Jetzt machen sie das und dann findest du es falsch?
Was befürwortest du nun und was genau findest du falsch?
(Die 100er Schwelle sehe ich übrigens als langfristig nicht relevante Momentaufnahme an, da die sowieso irgendwann erreicht werden wird)
Ich dachte, ich hätte das auf den letzten neun Seiten schon zur Genüge getan, aber gerne nochmal:
Grundsätzlich finde ich dynamische Preise ein sehr gutes Instrument:
An frequenzschwachen Tagen, die nicht mal nur bei Schlechtwetter sein müssen, sondern typischerweise zB. auch Wochentage im Januar sind, werden Anreize geschaffen, Kunden auf die Piste zu bewegen. Ich selber habe das eindrücklich mal an einem Weekend erlebt, als ich mehrere AF-Mitglieder ins Ferienhaus meiner Eltern in Flims eingeladen hatte und schlechtes Wetter herrschte. Dank den dynamischen (tiefen) Preisen waren plötzlich alle für den Skitag zu haben und wir erlebten einen wider Erwarten guten Tag. Bei vollen Fixpreisen hätte keiner meiner Kollegen gewollt.
An Spitzentagen sollen die Bergbahnen die auf hohe Kapazitäten ausgelegte Infrastruktur dank höheren Preisen besser amortisieren können. Dass dabei der eine oder andere abgeschreckt wird, ist vermutlich ein gewollter Nebeneffekt. Insgesamt dürfte die Rechnung aber aufgehen. Angebot und Nachfrage eben, Marktwirtschaft pur. Ich wage sogar von einer Win-win-Situation zu sprechen, die aber natürlich nicht für alle gilt (Familien mit Schulkindern zB).
Jedoch betrachte ich gewisse Obergrenzen aus Imagegründen als sehr wichtig. Ob diese Obergrenzen kommuniziert werden sollen (Laax, Zermatt) oder nicht (Andermatt, Engadin), ist eine andere Diskussion. Ich tendiere da eher für eine kommunizierte Obergrenze, aber nicht zwingend. Jedoch finde ich es im HEUTIGEN Preisumfeld nicht adäquat, die HEUTE sensible Schwelle von 100.- zu überschreiten. Selbst Zermatt, jahrelang mit den teuersten Tageskartenpreisen der Schweiz, nimmt darauf Rücksicht und bleibt mit 98.- (international) darunter. Natürlich kann man sagen, ob es jetzt auf die 3.- noch ankommt, aber der Mensch funktioniert so, sonst würden Aldi, Migros und Co. nicht seit Jahrzehnten 9.99 oder 19.95 verlangen. Dass diese 100er-Schwelle nicht für immer eine Hürde ist, ist schon klar, aber HEUTE ist sie es m.E. noch und es schadet dem Tourismus imagemässig, wie mir mehrere Touristiker in den letzten Tagen bestätigten. Genau so gross war damals auch der Aufschrei in Österreich, als die 50er-Marke geknackt wurde. Mittlerweile diskutiert man kaum mehr darüber. Da hast Du schon Recht, aber ich spreche von heute.