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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

ThomasZ schrieb:
So lange man nur in D bleibt wird das noch ne Weile gehen, aber z.B. in Schweden im Urlaub wird der Verzicht auf die Kreditkarte schwer. An vielen Stellen wird kein Bargeld akzeptiert und sein Auto mit einer Vorkasse-Überweisung tanken?

Dann wird gemeckert und gezetert und "man konnte das ja nicht wissen."

j-d-s schrieb:
ThomasZ schrieb:
Da werden die "Deutschen" halt umdenken müssen oder einige Länder meiden, aber du hast recht, perfekt abgestimmt. Das einzige was mich an booking, und auch anderen Seiten, stört, ist diese versuchte "Beschleunigung" mit nur noch 3 Zimmer etc.

Deutsche umstimmen? Das wird sehr schwer.

Ich kenne reihenweise Leute, die sogar stolz sind keine Kreditkarte zu besitzen, die lieber per Vorkasse-Überweisung bezahlen, obwohl das sehr riskant ist (das Geld ist weg, denn Überweisungen kann man nicht zurückbuchen).

Die einzige Alternative dazu ist für viele übrigens ein Stapel Bargeld mitzunehmen...

Da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Leider zu wahr... Ich hätte in Frankreich bspw. mal meine online gebuchten und bezahlten Ski (über nen Drittanbieter) nicht ohne Kreditkarte leihen können. Die wollten die halt zum Hinterlegen als Sicherheit haben... Nur durch Zufall hatte ich da eine Kreditkarte mit, sonst hätte ich im Skiurlaub ohne Ski gestanden. Seitdem weiß ich, dass ich eine brauche.

hch schrieb:
j-d-s schrieb:
Deutsche umstimmen? Das wird sehr schwer.

Ich kenne reihenweise Leute, die sogar stolz sind keine Kreditkarte zu besitzen, die lieber per Vorkasse-Überweisung bezahlen, obwohl das sehr riskant ist (das Geld ist weg, denn Überweisungen kann man nicht zurückbuchen).

<offtopic>
Genau deshalb werden von Visa und Mastercard die Debit Versionen dieser Karten forciert. Die buchen direkt vom Konto ab, funktionieren im Internet aber mit der existierenden KK-Infrastruktur. In Österreich ersetzen die gerade nach und nach die Maestro-Karten, und auch in Deutschland gibt es immer mehr davon, zumindest bei Direktbanken wie der DKB.
</offtopic>

Japp, nur dass man hier auch ein Problem hat: Diverse Autovermieter usw. nehmen explizit nur "Credit" VISA und MasterCard an und schließen Debit aus. Klar gibt es etliche Vermieter, die auch Debit nehmen (gerade in DE), aber was bringt einem das, wenn man's erst vor Ort erfährt? Vermutlich wird das Forcieren von Debit-Karten durch VISA/MC hier in den kommenden Jahren eine Änderung bringen, aber das ist halt... naja. Die Übergangszeit kann noch zu einigen lustigen Situationen führen. Auch, weil viele nicht wissen, dass VISA != VISA ist.

---

Aber nun zurück zum Thema, ich glaube wir schweifen etwas ab: Ich muss sagen, das ich Dynamic Pricing super finde. Es ermöglicht gerade ärmeren Gruppen wie Studenten und so auch mal Schnäppchen, die sich das sonst vielleicht nicht leisten könnten. Auch hilft es dabei, die Aulastung besser zur verteilen.

Jetzt kommt das große ABER: Momentan in Corona-Zeiten finde ich das absolut doof. Dasselbe gilt für die Vorsaison. Man weiß heute nicht, was morgen gilt. Und solange die Dinger keine 1-Tag-vorher-Storno-Frist haben (was aber den Sinn bei Dynamic Pricing nehmen würde), ist das momentan absolut nutzlos und Lotteriespiel. In der Vorsaison ist schlichtweg das Problem, dass man die Schneemengen nicht voraussagen kann und wie viel aufgeht. Da kauft man die Katze im Sack. Das finde ich auch doof.
 
Kamikatze schrieb:
Diverse Autovermieter usw. nehmen explizit nur "Credit" VISA und MasterCard an und schließen Debit aus.
Die neuen Debit-Karten z.B. der DKB ersetzen ja auch nicht die Kreditkarte, sondern die Maestro. Mit der hat man international auch keinen Mietwagen bekommen.
 
So eine ähnliche Aktion hatte Serre Che vor ein paar Jahen schon einmal.
Ich würde das aber nicht als klassisches "Dynamic Pricing" sondern als eher eine einmalige (dynamische, teilnahmeabhängige) Promotionaktion zum Saisonstart ansehen.
 
Jan Tenner schrieb:
Ansonsten gehört das Gasteiner Tal aber zum Ski Amade Verbund?
D.h. dynamische Preise gibt es nur Tageskarten?

Sieht so aus. Werde bei Mehrtagestickets genötigt den teueren Ski Amade Verbund zu kaufen, obwohl ich nur in Gastein fahren will. Das kotzt mich ehrlich gesagt an. Warum übernimmt man nicht das Konzept von Sölden, wo man sich zwischen Ötztal Superskipass und Sölden-only entscheiden kann?
Ist das bei anderen Skigebieten, die zu ski adame gehören und ein Dynamic Pricing eingeführt haben, auch so blöd gelöst?
 
Das ist bei vielen Verbundskipässen leider genauso gelöst. Wobei ich bei Ski Amade noch finde, dass dabei die Skigebiete überwiegend gleichwertig sind.
Beim Brandnertal zB stört mich das noch viel mehr, dass ich für ein kleines Familienskigebiet mit dem Silvretta Montafon Pass den eines Großskigebiet zahlen muss
 
Also eigentlich bin ich der Idee von Dynamic Pricing gegenüber ja nicht ganz abgeneigt... aber wo ich mir gerade die Skipasspreise von ALH anschaue und feststelle, dass an ein und demselben Tag die Buchung eines 8-Tages-Skipasses günstiger ist als die Buchung eines 7-Tages-Skipasses günstiger als die Buchung als 6-Tages-Skipasses 8O Also DAS kann doch nicht Sinn der Sache sein. Und hilft doch auch nicht der besseren Auslastung o.ä. - spricht dann was dagegen, den 8-Tages-Skipass zu buchen und einfach 2 Tage "zu früh" zurückzugeben? Oder welchen Part hab ich da verpasst?
 
Ist so ähnlich wie Flugbuchungen, bei denen Hin- und Rückflug günstiger sind als ein einzelner Flug. Da hilft nur kreatives rumprobieren.
 
Am Ende der Skipassgültigkeit Tage nicht zu nutzen sollte kein Problem sein. Wer kann dich da schon zwingen den Skipass zu Ende zu nutzen?
Ob es allerdings geht, wenn man die ersten Tage nicht nutzt (und dann z. B. erst ab Tag 3 des 8-Tagespasses fährt), weiß ich nicht. Das könnte ggfs. beschränkt sein. Ähnlich wie der Skipass von Cervinia den man dort erst aktivieren muss und nicht damit in Zermatt am 1. Tag starten kann, um so an einen günstigeren Skipass zu kommen.

Bei den Flügen (zumindest bei der Lufthansa) hat man das auch schon vor ca. 10 Jahren eingeschränkt wenn man, wie sheridan geschrieben hat, einen Hin- und Rückflug gebucht hat und dann nur den Hinflug abfliegt, weil Hin- und Rückflug günstiger sind als nur der einfache Flug. Vor 10 Jahren konnte man auch die umgekehrte Variante wählen und hat z. B. den Hinflug verfallen lassen und ist nur den "Rückflug" als Einzelflug angetreten (wenn das die günstigste Kombination war). Da hatte man noch viel mehr Möglichkeiten als aktuell. Heute kann man den Rückflug nicht antreten wenn man den Hinflug nicht verwendet hat.
 
In Val Thorens war es immer so, dass man mit einem Skipass Gültigkeit 26.12.xx-2.1.xx ohne Probleme auch am 25.12.xx durchs Drehkreuz konnte. Er galt dann halt nicht mehr am 2.1.xx
 
Die Rechtslage dürfte dazu ziemlich klar sein: Natürlich darf man weniger nutzen als man bezahlt hat. Hier ein Urteil zu einem ungenutzten Flugsegment:

https://www.srf.ch/news/panorama/nachzahlung-bei-no-show-fluegen-den-letzten-flug-kann-man-getrost-verfallen-lassen

Das blöde ist halt nur, dass es inzwischen verbreitet zum Geschäftsmodell gehört, mit harten Bandagen gegen den Verbraucher zu kämpfen, ohne sich um geltendes Recht zu scheren. Solange es kein wirksames Gegengewicht in Form von Verbands- oder Sammelklagen gibt, wird das wohl auch so bleiben. Einzeln klagen zu wenige (oder geben als Beklagte zu früh nach), und das rechnet sich dann für zynische Unternehmen.

Und dann jammern sie im Tourismus, wenn die früheren treuen Stammgäste zu transaktionsorientierten Schnäppchenjägern mutieren.

Korrektur: Der Bericht ist aus der Schweiz, das Urteil betrifft Deutschland.
 
Dynamic Pricing in Corona Zeiten empfinde ich als Respektlosigkeit gegenüber dem Kunden. Selbst, wenn in den AGB eine Erstattung versprochen wird, man läuft halt immer seinem Geld hinterher und hat nur Scherereien. Konkret schießen sich die Bahnen unter Umständen auch selbst in Knie. Da mein Urlaub kurz bevor steht, habe ich erst mal die gestrige Sitzung des Schweizer Bundesrates abgewartet. Natürlich ist der Skipass nun 30 Franken teurer als noch vor ein paar Wochen. Allerdings liegt derzeit im Tal und abseits der Pisten so wenig Schnee, dass ich den Talzubringer nicht benötige. Ergebnis: Ticket ist nun sogar günstiger = weniger Umsatz für die Bergbahnen. Das kommt halt dabei raus, wenn man den Hals nicht voll kriegen kann.
 
NeusserGletscher schrieb:
Dynamic Pricing in Corona Zeiten empfinde ich als Respektlosigkeit gegenüber dem Kunden. Selbst, wenn in den AGB eine Erstattung versprochen wird, man läuft halt immer seinem Geld hinterher und hat nur Scherereien. Konkret schießen sich die Bahnen unter Umständen auch selbst in Knie. Da mein Urlaub kurz bevor steht, habe ich erst mal die gestrige Sitzung des Schweizer Bundesrates abgewartet. Natürlich ist der Skipass nun 30 Franken teurer als noch vor ein paar Wochen. Allerdings liegt derzeit im Tal und abseits der Pisten so wenig Schnee, dass ich den Talzubringer nicht benötige. Ergebnis: Ticket ist nun sogar günstiger = weniger Umsatz für die Bergbahnen. Das kommt halt dabei raus, wenn man den Hals nicht voll kriegen kann.
Sehe ich auch so. Im Engadin ist von einer Erstattung kein Sprache. Daher haben wir Satte CHF 444 gezahlt für eine 6-Tage-pass. Meine Schwester sogar noch mehr, weil die Zahlung im Webshop nicht geklappt hat und die Pässe ein Tag später noch teuerer waren.
Vor zwei Jahren zahlten wir noch 372 CHF.
Eine Versiecherung à CHF30 p.p. wäre möglich, aber unklar ob positive COVID-test auch für einen Zahlung berechtigt. Nachfrage war ohne Erfolg. Das ist gar kein Kundenpflege.
 
Ich mache mir mein Dynamic Pricing auch ,aber umgekehrt.

Sammele immer mal wieder Hotelgutscheine über 1-2-3-meins ein und benutze sie dann wie es passt.

Waren nun 9 ü/HP in den Dolomiten in klasse Hotels für insges. 600€ (2Pers)

Mache ich ähnlich seit einigen Jahren und hat immer gepasst. Nie war ein Unterschied in der Behandlung gegenüber den anderen Gästen zu spüren.

Man darf natürlich nicht auf Ferien angewiesen sein und etwas flexibel sein
 
Also für mich ist "Dynamic Pricing" - bei sämtlichen "Anbietern" eine Verarschung des Kunden.
Es wird dem Esel (Kunden) die Möhre (günstiger Preis) vor's Gesicht gehalten, aber wie das Gewinnlos so gut wie nie eingelöst.

Da spielt es keine Rolle, on es um das "gute, sicher" Auto Fahren (Versicherungstarif) oder ein vermeintlich billigeres Ticket im Skigebiet geht.

Unterm Strich macht der den Reibach, welcher alle Daten zur Verfügung hat: Die Versicherungsgesellschaft, bzw. das Bergbahnunternehmen.
 
119 Franken für einen Skitag! Tourismus-Experte warnt vor dynamischem Preismodell
«Irgendwann hört die Familie mit dem Skisport ganz auf»
Dynamische Preismodelle bessern die Bilanz der Skigebiete auf. Der Durchschnittspreis steigt, vor allem unter der Woche können Gäste aber von Rabatten profitieren. Langfristig könnte das System aber zu einer Gefahr werden, warnt Tourismus-Experte Jürg Stettler.
https://www.blick.ch/wirtschaft/119-franken-fuer-einen-skitag-tourismus-experte-warnt-vor-dynamischem-preismodell-irgendwann-hoert-die-familie-mit-dem-skisport-ganz-auf-id20316047.html
 
Nachvollziehbar.
Dieser bald 3 Jahre alte Beitrag passt dazu:
skifuzziWi schrieb:
Man darf natürlich nicht auf Ferien angewiesen sein und etwas flexibel sein

Genau. Familien mit Kindern und Jugendlichen schauen in die Röhre. Das sind aber die Gäste von morgen. Deswegen schneiden sich langfristig betrachtet die Skigebiete damit ins eigene Fleisch.
 
Airlines machen genau das Gleiche. Wer am Ferienbeginn wegfliegen will, oder am Wochenende, der zahlt mehr. Trotzdem haben sie kein Problem mit den Kunden von morgen.
 
Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich! Das gilt auch hier. Da gibt es einmal aber völlig unterschiedliche Motivationen, warum man etwas tut! Ins Flugzeug steigen die wenigsten weil sie es gerne machen! Sondern es ist ein Mittel, um von A nach B zu kommen. Zudem ab einer gewissen Distanz das einzige. Mit anderen Worten: Es ist ein Mittel zum Zweck um andere Aktivitäten, die man eigentlich ausüben möchte, erreichen zu können. Aber auch hier kann es zum Effekt kommen, dass gewisse Kunden auf die Reise verzichten, weil es zu teuer ist. Ski fahren ist hingegen ein reines Freizeitvergnügen. Ist es zu teuer, dann lässt man es.

Es gibt aber auch noch einen anderen wichtigen Unterschied! Um mit dem Flugzeug zu reisen muss man nicht viel lernen. Selbst jemanden, der keine Ahnung davon hat, hat man es ist in einer guten Stunde erklärt. Auch kann ein jeder, der schon mal geflogen ist, den Lehrer spielen. Ski fahren hingegen muss man in Tagen wenn nicht Wochen am Besten bei einem Profi (Skischule) lernen. Und es erfordert Training und Übung. Die Zutrittschwelle ist also einiges höher.
 
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