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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Es geht in beiden Fällen darum wie man seinen Urlaub gestaltet und was man dafür zahlt (von Dienstreisen rede ich jetzt mal nicht). Und natürlich hatves auch beim Fliegen mit Prägung zu tun, ob man das als selbstverständlich wahrgenommen hat oder nicht in der Kindheit.
 
CrystalMountain schrieb:
„Nachfrageorientierte Preise“ — besser als das stigmatisierte Dynamic Pricing!?

+ Wording neu!
 „Dynamisch“ wird zu „Nachfrageorientiert“
 „Algorithmus“ wird zu „Steuerung“
 „Onlinebonus“ – „Frühbucherrabatt“ – „Preisgarantie“ – „Sorglospaket“

https://seilbahn.net/sn/berichte/bericht.php?news=14067&kategorie=4&klickpass=agh586zyf
Der Gast soll halt für dumm erklärt werden.
 
Habe kürzlich in einem weniger bekannten Wintersportort mehrere Tage Skipass über Weihnachten gebucht. Pro Tag effektiv 64 SFr. Ich würde das jetzt nicht als günstig bezeichnen. Aber wenigstens ist es dank Frühbuchung nicht überzogen teuer. Zumal ich den Skipass bis kurz vor dem ersten Skitag auch noch stornieren kann.
 
Die Ausgestaltung des Dynamic Pricing unterscheidet sich je nach Skigebiet ja extrem. Für meinen Wochenurlaub im Januar im Pitztal hat die Dynamik den Vorteil, dass ich zumindest eine Art Frühbucherrabatt erzielen kann und für unter 260€ den Wochenskipass bekomme. Da soll mir erstmal einer ein vergleichbares Gebiet in Ö zeigen, wo ich ohne Dynamic Pricing für den Preis 1 Woche fahren kann...
 
Liftkarten: Dynamische Preise für viele unfair

Je nach Saisonphase, Wochentag, Buchungsdatum und Wetterprognosen werden die Ticketpreise bei den Skiliftkarten seit der vergangenen Wintersaison beeinflusst. Das regt auch in diesem Jahr wieder auf – viele empfinden die dynamischen Preise als unfair. Und die hohen Kosten sind auch der Hauptgrund für Aussteiger, zeigt eine Umfrage.

Zwei von drei Österreichern beklagen, dass aufgrund der dynamischen Preisgestaltung Spontanbesucher höhere Preise für Liftkarten zahlen, so das Ergebnis einer Befragung der Universität Linz. Nur jene, die tatsächlich früh buchen und sich zeitlich an günstige Wochentage anpassen können, würden von dem Modell der Preisgestaltung profitieren. Für Familien hingegen sei das Modell unfair, so das Ergebnis der Umfrage.

https://ooe.orf.at/stories/3332790/
 
"Betriebswirtschaftlich nötig", soso. Komisch in der Masse der österreichischen Gebiete ist es nach wie vor nicht betriebswirtschaftlich nötig.
Ich würde eher sagen man ist mancherorts betriebswirtschaftlich unfähig oder betrieswirtschaftlich gierig.
 
Skipasspreise für morgen mal für willkürlich ausgewählte großskigebiete:

Montafon 60€
Ischgl 79€
Sölden 81.50€
Arlberg 77.50€
Zillertal 79€
Saalbach 71€
Schladming 73€

Zum Glück machen Ischgl, Arlberg, Zillertal,..., und Saalbach beim Dynamic Pricing nicht mit, und überzeugen so mit tiefsten Preisen.
 
kauer_steel schrieb:
Zum Glück machen Ischgl, Arlberg, Zillertal,..., und Saalbach beim Dynamic Pricing nicht mit, und überzeugen so mit tiefsten Preisen.

Du verwechselst da was: Es geht nicht darum, ob ein Skigebiet grundsätzlich günstig oder teurer ist. Es geht darum, dass schulpflichtige Kinder und deren Familien systematisch benachteiligt sind. Hier am Skigebiet Adelboden: Offiziell ist es ja für alle ein super Angebot, da Frühbücher ach so viel sparen. Von wegen. Beispielsweise kosten der 21.12. und der 18.01. beide CHF60. Oder der 03.01. CHF62 und der 31.01. CHF63. Selbe Wochentage, also nix Frühbucherrabatt.
Was aber immer garantiert ist: Familien zahlen drauf. In den Ferien vom 20.12.-04.01. können die Kids auf die Piste und nicht ein Tag liegt unter CHF60. Davor und danach die Tage hingegen alle unter CHF60. Tja, die können halt nicht ausweichen und das nutzen die Betreiber gnadenlos aus. Ich find's asozial.
Da fände ich Parkgebühren sinnvoller, denn die haben vielleicht noch einen ökologischen Nebeneffekt und schlagen nur 1x pro Auto zu und nicht wie die Skitickets pro Person und Familien damit mehrfach.
Seht selbst:
Dez.png

Jan.png
 
judyclt schrieb:
Beispielsweise kosten der 21.12. und der 18.01. beide CHF60. Oder der 03.01. CHF62 und der 31.01. CHF63. Selbe Wochentage, also nix Frühbucherrabatt.

Also sind die Preise quasi nicht dynamisch genug o.O

judyclt schrieb:
Was aber immer garantiert ist: Familien zahlen drauf. In den Ferien vom 20.12.-04.01. können die Kids auf die Piste und nicht ein Tag liegt unter CHF60. Davor und danach die Tage hingegen alle unter CHF60. Tja, die können halt nicht ausweichen und das nutzen die Betreiber gnadenlos aus. Ich find's asozial.

Ja, das finde ich auch unschön, dass man mit der Familie immer auf die Peak Saison Ferienzeit angewiesen ist und nicht ausweichen kann. Aber deswegen ist es ja eben auch die Hochsaison, weil da alle fahren wollen/müssen. Das ist aber auch ohne Dynamic Pricing teuer (gewesen). Als einzige Lösung sehe ich hier eigentlich das die förderalen Staaten die Winterferien verteilt von Dezember bis Ende März durch die Bundesländer durchrotieren lassen.

Nicht falsch verstehen, ich will überhohe Preise hier gar nicht in Schutz nehmen. Ich sehe nur nicht, dass es mit dem Dynamic Pricing schlimmer wäre als ohne.
 
kauer_steel schrieb:
Ich sehe nur nicht, dass es mit dem Dynamic Pricing schlimmer wäre als ohne.

Deswegen habe ich doch extra die Screenshots angehängt. In vielen anderen Gebieten kostet der Skipass zwar in der Hochsaison mehr als zu den Randzeiten, aber das gilt dann für mehrere Wochen und nicht exakt Schulferien und Wochenenden, wenn Kinder kommen können.
 
judyclt schrieb:
Deswegen habe ich doch extra die Screenshots angehängt. In vielen anderen Gebieten kostet der Skipass zwar in der Hochsaison mehr als zu den Randzeiten, aber das gilt dann für mehrere Wochen und nicht exakt Schulferien und Wochenenden, wenn Kinder kommen können.

Doch, genau daran orientieren sich die klassischen Saisonzeiten. Vorsaison bis Weihnachten, pünktlich zu den Ferien Hauptsaison, nach den Ferien Zwischensaison und dann wieder Hauptsaison wenn die Winter- und Faschingsferien beginnen, die aber nicht einheitlich sind. Die Nachsaison orientiert sich dann üblicherweise an Ostern, danach wird es wieder billiger.
Noch krasser ist es natürlich bei den Unterkünften. Da sind die Preisspannen auch wesentlich größer.
 
So top Tage wie Silvester betreffen ja noch alle, wenn's teurer wird. Adelboden preist halt zusätzlich die einzelnen Wochenenden auch noch immer höher ein.

Das mit den Saisonzeiten machen anscheinend nicht alle ohne dynamische Preise. Silvretta oder Zillertal Pass haben Fixpreise.
 
kauer_steel schrieb:
Skipasspreise für morgen mal für willkürlich ausgewählte großskigebiete:

Montafon 60€
Ischgl 79€
Sölden 81.50€
Arlberg 77.50€
Zillertal 79€
Saalbach 71€
Schladming 73€

Zum Glück machen Ischgl, Arlberg, Zillertal,..., und Saalbach beim Dynamic Pricing nicht mit, und überzeugen so mit tiefsten Preisen.
Ähm, Ischgl nahezu Komplettangebot, Sölden nahezu komplett angebot, SIMO grade mal 47km Piste geöffnet und für morgen ist schlechtes Wetter angesagt. Was glaubst du wer da kommt? Es ist irrelevant so einen Tag zu vergleichen, denn an so einem Tag fährt die Masse so oder so nicht, weder nach Sölden noch in die SIMO.
In der letzten Saison gab es in der SIMO ab Beginn der Hauptsaison nicht einen preislich attraktiven Tag den ich entdeckt hätte. Das Dicke Geschäft wird in den Haupturlaubszeiten gemacht und da sind die Preise im Montafon im letzten Jahr völlig konkurrenzlos teuer gewesen. Da wird die Masse gemolken und überproportional Gewinn gemacht. Und was hab ich als Gast wenn ich spontan kommen wollen würde? Die vollsten Pisten zum höchsten Preis, ja danke. Wenn man schon so ein System hat müsste es eigentlich umgekehrt funktionieren, ich zahle an den leersten Tagen am meisten und an den vollsten am wenigsten, denn da müssen wenige Gäste die Unkosten decken und gleichzeitig hat man mit wenig Leuten das beste Skierlebnis. :lol:

Davon abgesehen geht es mir gar nicht um den absoluten Preis, da kann für mich eh jedes Gebiet gegen Ischgl einpacken, es geht um die Transparenz, Planbarkeit und Haltung zum Kunden. Am selben Tag zahlt Kunde A für den identischen Skitag bei gleichem Wetter und gleichem Füllungsgrad 20€ mehr als Gast B nur weil er spontan kommt. Da kann man sich als Gast doch nur verarscht vorkommen. Oder minderwertig triffts auch.
Dynamic Pricing ist eine einzige verarsche am Kunden die rein der Kundenbindung und Gewinnmaximierung dient und wird von mir boykottiert, da geht es mir nicht um +-10€, da geht es für mich um einen absolut unsympathische Umgang mit dem Gast.
 
Nö, das ist ein völlig normales Element der Preisgestaltung in sehr vielen Bereichen. In der Wirtschaftstheorie nent man das Preisdifferenzierung 2. Ordnung, man bietet dem Kunden das Produkt zu verschiedenen Konditionen zu unterschiedlichen Preisen an und er sucht sich aus zu welchen Konditionen er es kaufen möchte. In diesem Fall sind die attraktiven Konditionen, für die ein Teil der Kunden bereit ist mehr zu bezahlen, Ferien, gutes Wetter u d Spontanität. Ferien stehen lange vorher fest und wurden daher schon lange einbezogen. Vorverkaufsrabatte gab es auch schon teilweise, neu ist jetzt halt eine noch feinere und aktuellere Ausdifferenzierung.

In anderen Bereichen regt sich auch keiner über sowas auf. Wenn ich jetzt Lebkuchen, Plätzchen und Co. kaufe, dann zahle ich auch das Doppelte wie in einem Monat. Bei Flügen schießen die Preise regelmäßig zu Ferienbeginn hoch und bei Hotels auch.
Andere Bereiche vermarkten es geschickter. Was glaubst du, was eine Happy Hour ist? Nichts anderes. Zu Zeiten zu denen weniger Leute Lust haben was trinken zu gehen lockt man sie mit günstigeren Preisen. In Wahrheit verdient man daran noch immer gut und schöpft in den attraktiven Zeiten die Zahlungsbereitschaft ab.

Toll finde ich das auch nicht, aber da kommen wir jetzt tief in die Kapitalismuskritik rein. In unserem Wirtschaftssystem funktioniert das nunmal so. Und es hat auch eine gewisse Lenkungswirkung, damit sich nicht die ganze Nachfrage auf die gleiche Zeit konzentriert. Sonst wären die Hotels in der Spitzenzeit noch stärker ausgebucht und dazwischen leer. Natürlich wäre es mor lieber man würde sowas nicht über den Preis steuern, was natürlich grundsätzlich asozial und familienfeindlich ist. Aber mach mal einen Alternativvorschlag, jenseits von es soll einfach immer das selbe kosten, ohne weiter Einschränkungen.
 
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