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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Bezüglich Transparenz kann ein solches System ja nicht punkten.
Wenn man vor der Seilbahnkasse steht kann man ja nicht überblicken, ob jetzt der geplante 2-Tagespass günstiger ist als der sofortige Kauf 2er Tagespässe. Oder aber man erhält eine eingehende Beratung. Was aber länger gehen könnte, weil der Kunde sicher zunächst überhaupt nicht verstehen will und kann, was ihm da gerade vorgeschlagen wird....

Wobei man solche 'Stilblüten' ja vom Verkaufsprogramm her einfach schließen könnte, indem man für den Mehrtagespass zum günstigsten Tarif berechnet. Dieses Phänomen könnte man euphemistisch als Startschwierigkeit oder auch als Intransparenz abtun. Eigentlich ist es aber mehr. Wenn auch sicher nicht beabsichtigt.
 
Grade an so Einfallstoren mit nähe zu Deutschland verstehe ich die Idee ja, dass man Anreize schaffen will die Last zu verteilen, damit eben nicht Tagesgäste am Samstag alles fluten.
Meiner Empfindung nach hat das aber nicht wirklich funktioniert und nun haben wir Intransparenz und scheinbar willkürliche Preise.

Ein wahrer Geheimtipp für Anfänger ist übrigens die Punktekarte am Golm (die wird nicht wirklich beworben).
77,50 € für 55 Punkte
1 Punkt pro auffahrt am Idiotenhügel
10 ab Vandans
6 ab Latschau
4 ab Matschwitz und alle anderen anlagen.

Meine Freundin ist mit einer punktekarte immer so 3 Tage ausgekommen was umgerechnet mit ca. 25 € pro Tag ein Schnapper ist (im vergleich zu einer Tageskarte die man gar nicht ausnutzt als Anfänger)
 
Eine Analyse des ORF Vorarlberg zeigt die Entwicklung der dynamischen Skikartenpreise in Vorarlberg über mehrere Wochen. Den Spitzenwert erreichte die Silvretta Montafon mit knapp 90 Euro für eine einzelne Tageskarte. Konsumentenschützer sehen die Gefahr von versteckten Preiserhöhungen. Die Betreiber betonen Vorteile für Frühbucher.
Quelle: Dynamische Preise - Knapp 90 Euro für eine Skitageskarte
 
Besonders interessant ist diese Passage:

Im Lagebericht zum Geschäftsjahr 2022/2023 macht die Silvretta deutlich, dass das „Dynamic Pricing" zum Aufschwung beigetragen hat. Dort heißt es, dass der Umsatz „"aufgrund der allgemeinen Preissteigerungen in Verbindung mit dem erstmalig eingesetzten Dynamic Pricing deutlich über dem Vorkrisenniveau lag“, und das, obwohl die Gästezahl noch rund fünf bis zehn Prozent unter den Vorkrisenwerten blieb.
 
Das ist aber völliger Blödsinn. Natürlich steigt dein Umsatz wenn alles teurer wird, wenn nicht, hast du ein richtiges Problem. Die entscheidende Frage ist aber, steigt er auch im Vergleich zu deinen Kosten stärker oder mindestens gleich stark, sprich wie entwickelt sich dein Gewinn?
Ich finde diese Fixierung auf Umsatzzahlen relativ sinnlos (nicht nur in diesem Beispiel), weil sie gar nichts darüber aussagen wie die Geschäfte wirklich laufen. Man kann mit gigantischem Aufwand einen ansehlichen Umsatz erwirtschaften und schlittert dann trotzdem sehenden Auges in die Pleite.

Das ist übrigens genau das Selbe wie das von bestimmten Parteien immer vorgetragene Mantra von den höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten. Das sagt auch nichts darüber aus ob genug Steuern eingenommen werden, denn steigende Preise können das einfach wieder auffressen.

Wenn Dynamic Pricing dazu geführt hat, dass man auch Inflationsbereinigt mehr einen hat bei weniger Gästen, dann wäre das für das Unternehmen erstmal ziemlich gut. Weniger Gäste bedeutet weniger Kosten, auch wenn ich glaube, dass das bei Skigebieten kurzfristig eher nicht so viel ausmacht.
Was anderes si d natürlich die Auswirkungen auf andere Betriebe. Es kann gut sein, dass Gastronomie und Beherbergungsbetriebe darunter leiden.
 
Olli schrieb:
Im Lagebericht zum Geschäftsjahr 2022/2023 macht die Silvretta deutlich, dass das „Dynamic Pricing" zum Aufschwung beigetragen hat.

Sprachlich unsauber formuliert. Es muss heißen:
"...dass das „Dynamic Pricing" zur Ausbeutung der Gäste beigetragen hat." :lol:

Ich sehe es wie Seilbahnjunkie. Das sagt erstmal nichts über die Gesamtsituation und den Effekt der temporär noch stärker erhöhten Preise aus.
 
Die Frage ist auch wie langfristig ist der Effekt. Sie schreiben ja selbst, sie haben weniger Gäste. Wenn es durchs Dynamic Pricing auf Dauer noch weniger werden, dann kann der Umsatz auch schnell wieder sinken.

Gargellen ist für uns deshalb raus, da es ja leider keine "Dorfkarte" gibt und ich es nicht einsehe für einen Urlaub, wo das skifahrerische nicht so im Vordergrund steht, die horrenden Preise zu zahlen.
 
ThomasZ schrieb:
Die Frage ist auch wie langfristig ist der Effekt. Sie schreiben ja selbst, sie haben weniger Gäste. Wenn es durchs Dynamic Pricing auf Dauer noch weniger werden, dann kann der Umsatz auch schnell wieder sinken.

Gargellen ist für uns deshalb raus, da es ja leider keine "Dorfkarte" gibt und ich es nicht einsehe für einen Urlaub, wo das skifahrerische nicht so im Vordergrund steht, die horrenden Preise zu zahlen.
Die Preisfindung in Gargellen ist mir ein Rätsel. Ich hoffe, man arbeitet dran.
SM hat ja viel mehr Zulauf. Da kann man auch viel kaputt machen.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Das ist aber völliger Blödsinn. Natürlich steigt dein Umsatz wenn alles teurer wird, wenn nicht, hast du ein richtiges Problem.

Bitte genauer lesen. Die Umsatzseitgerungen wurden ja nicht nur mit den allgemeinen Preissteigerungen begründet, sondern auch mit dem Dynamic Pricing.
 
Das hab ich schon gelesen, aber sie wurden eben auch mit dem allgemeinen Preissteigerungen begründet. Und es keine Informationen dazu gibt was zu welchem Anteil daran beteiligt ist (sofern man das überhaupt sauber trennen kann), ist das nur Marketinggewäsch ohne echten Gehalt.
 
Ich würde gern mit euch in den Austausch gehen und auf eure Erfahrungen zurückgreifen. Wir (4 "Jungs") wollen in diesem Winter mal wieder nach Zermatt, nachdem wir in dieser Konstellation 1997 das letzte Mal dort waren (ich war im Feb 2019 das letzte Mal dort).
Im März dieses Jahres habe ich bereits eine FeWo gebucht und mich auch mit dem Thema Skipasspreis oberflächlich beschäftigt. Damals habe ich im Onlineshop nach aktuellen Preisen geschaut (Screenshot habe ich noch). Der 6-Tagespass (International) hätte uns im März 2026 pro Person 504 sfr. gekostet.
In dieser Woche greife ich das Thema wieder auf und stelle fest, dass man in Zermatt auch mit dem Dynamic Pricing arbeitet. Wenn ich heute den 6-Tagespass für die erste Märzwoche kaufe, dann kostet mich der Skipass 574 sfr und niemand kann mir sagen, welchen Preis ich am 28.2. zahlen müsste, wenn ich klassisch an der Kasse stehe. Ich habe also überhaupt kein Gefühl, ob die 574 sfr tatsächlich eher günstig sind und sich der Kauf lohnt. Könnte der Skipass auch 674 sfr kosten? Dann würde ich vermutlich tatsächlich heute schon kaufen. Oder kostet er "nur 600 sfr", dann würde ich wohl den Mehrpreis in Kauf nehmen und erst vor Ort kaufen. Oder müsste ich sogar damit rechnen, dass ich keinen Skipass bekomme, weil das Skigebiet ausgelastet ist.
Gibt es Erfahrungen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe letzte Saison im Oktober für die Feiertage über Dezember und Januar gebucht und dafür um die 70 SFr pro Tag / International gezahlt. Später wurde es deutlich teurer. Für 10 Franken hatte ich noch die Cashback Möglichkeit dazu gebucht. Damit hätte ich im Fall einer Absage bis wenige Tage vor dem ersten Skitag die Kosten wieder erstattet bekommen. Aus meiner Sicht kann man hier bei früher Buchung durchaus sparen.
 
Aus meiner Sicht kann man hier bei früher Buchung durchaus sparen
Das ist im Grunde genommen doch auch das einzige Versprechen: Früher buchen ist immer günstiger. Mit Cashback immerhin mit Versicherung möglich. Blöderweise erfährt man halt nie, wieviel man sparen wird bzw. wieviel teurer es an dem Fahrtag dann wirklich wird.

Oder müsste ich sogar damit rechnen, dass ich keinen Skipass bekomme, weil das Skigebiet ausgelastet ist.
Auf keinen Fall. Habe ich in Zermatt noch nie von gehört. Madonna schon.
 
Die Sache mit dem Cashback habe ich jetzt auch als Info von info@mountainparadise.ch bekommen. Wobei ich das nicht ganz verstehe. Es gibt doch automatisch eine Rückerstatttungsversicherung im Krankheitsfall dazu. Warum soll ich dann Cashback nutzen. Vermutlich, weil es einfacher ist? Ich hab ja auch eine Ferienwohnung gebucht, die ich auch nicht einfach „zurückgeben“ kann, weil das Wetter schlecht werden soll. Also reise ich doch in jedem Fall an. Außer - ich werde krank, aber dann zieht die Versicherung. Also für mich auf den ersten Blick nicht erforderlich.

Wenn ich am Morgen des ersten Skitages an der Kasse der Talstation gucke, was ich dann hätte bezahlen müssen, dann weiß ich schon, was ich gespart hätte.
 
Für Cashback benötigst Du halt keinen Grund. Es gab schon Fälle, da konnten die Gäste nicht anreisen, weil Zermatt von der Außenwelt abgeschnitten war. Während sich die Unterkunft kulant zeigte (im Zeifel konnte dort auch jemand nicht abreisen), beharrten die Bergbahnen erst einmal auf ihren AGB. Wenn Du Glück hast, triffst Du auch schon mal auf einen kulanten Mitarbeiter.

Blöderweise erfährt man halt nie, wieviel man sparen wird bzw. wieviel teurer es an dem Fahrtag dann wirklich wird.

Soweit ich mich erinnere, liegt die Ersparnis in etwa in Höhe der Kosten für einen Skitag. Wenn Du aus persönlichen Gründen erst zwei Tage später anreist oder wegen Schlechtwetter nicht fahren würdest, zahlst Du bereits drauf.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaub, dann würde ich, bei der Gesamtsumme, die Cashback-Möglichkeit dazu buchen (obwohl ich sie irgendwie für „doppeltgemoppelt“ halte.

Und bei ca. 100 sfr (1 Skitag) Mehrkosten, würde ich den Skipass tatsächlich heute schon kaufen.
Ich bin gespannt und werde die Preise mal verfolgen.
 
Und bei ca. 100 sfr (1 Skitag) Mehrkosten, würde ich den Skipass tatsächlich heute schon kaufen.
Oh, da habe ich mich mehrdeutig ausgedrückt. Es ist AFAIK weniger. Ich meinte, die Kosten für einen Skitag im Rahmen eines Mehrtagespasses. Also beispielsweise 11 statt 12 Skitage. Das bewegt sich so in der Größenordnung von 70 Stutz, je nach Saison. Also 12 Tage früh gebucht kosten in etwa so viel wie 11 Tage kurzfristig gebucht. Brauchst Du am Ende nur 10 Tage, ist der Frühbucher Rabatt bereits aufgebraucht und Du zahlst mehr (aus meiner Erinnerung).
 
Ahh … es steht für uns fest, dass wir in jedem Fall einen 6 Tagespass nehmen. Selbst wenn wir am Anreisetag auswählen würden, dass (z.B. wegen ganz schlechten Wetters) nicht alle Bahnen in Betrieb sind, dann würde uns das nicht davon abhalten, doch einen Skipass zu kaufen. Am ersten Tag sind wir einfach „heiß“ aufs skifahren. Da setzt dann auch schon mal der Verstand aus … ;-)
 
So ... Skipässe sind bestellt. 2.306 sfr für 6 Skitag und 4 Leute ... das erste Mal, dass die Skipässe für uns teuer ist, als die Unterkunft...

Noch eine kleine, aber nicht ganz unwichtige Erkenntnis - ich habe die Skipässe für uns 4 zusammen gekauft und ich habe nur 1x 10 sfr für die Cashback-Möglichkeit bezahlt. Sollte also einer von uns in der Woche vor dem Urlaub versterben und die anderen wollen lieber zur Beerdigung gehen (als zum skifahren), dann kostet uns das nur 10 sfr. Finde ich gut!
 
Sollte also einer von uns in der Woche vor dem Urlaub versterben und die anderen wollen lieber zur Beerdigung gehen (als zum skifahren)...
Hört sich so an, als wäre deine Entscheidung zwischen den beiden Varianten noch nicht gefallen. ;)
Cashback ist im Hinblick auf das Wetter vielleicht gar keine schlechte Entscheidung. So ganz öffnungsfreudig sind die in Z ja nicht, auch wenn's Lage und Gelände nicht leicht machen. Auf italienischer Seite geht da oftmals mehr.
 
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