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Fernpass wird mautpflichtig

kaldini schrieb:
Aber irgendwie verschließt man sich seit 20 Jahren den Realitäten: auf der einen Seite baut das Nachbarland eine Autobahn bis an die Grenze und auf der anderen Seite nutzt ein sehr großer Teil der Strassenbenutzer diesen Pass, um an ein Ziel in dem Land zu fahren (sicherlich mehr im Winter als im Sommer, aber immerhin).
Noch länger: 2009 wurde das letzte Teilstück eröffnet, 2002 war Baubeginn und Anfang der 70er begannen die ersten Planungen ... also vor 50 Jahren :roll: Was staatliche Bauprojekte angeht, gibt Deutschland seinen Nachbarn sehr viel Zeit zum Reagieren :twisted:

Außerdem wurde von 1995 bis 1999 der Grenztunnel Füssen gebaut welcher auch zur Steigerung der Attraktivität auf der Strecke geführt hat. Und so nebenbei: Im Staatsvertrag von 1987 wurde ausdrücklich niedergeschrieben, dass es keine zweite Röhre geben wird, weil man damals schon keine weitere Transitroute in AT wollte. Das dürfte dann auch erklären, dass man einfach keine Ambitionen bisher hatte, an der Fernpassstrecke etwas auszubauen (OU mal ausgenommen).
 
snowflat schrieb:
Außerdem wurde von 1995 bis 1999 der Grenztunnel Füssen gebaut welcher auch zur Steigerung der Attraktivität auf der Strecke geführt hat. Und so nebenbei: Im Staatsvertrag von 1987 wurde ausdrücklich niedergeschrieben, dass es keine zweite Röhre geben wird, weil man damals schon keine weitere Transitroute in AT wollte. Das dürfte dann auch erklären, dass man einfach keine Ambitionen bisher hatte, an der Fernpassstrecke etwas auszubauen (OU mal ausgenommen).

Und spätestens seit der Alpenkonvention in 1991 ist es auch Völkerrechtlich klar dass in AT keine Autobahn mehr kommen wird. Da stellt sich eher die Frage warum man in Deutschland insistiert hat sie trotzdem zu Bauen.

Währenddessen wurde die erste Bahnstrecke im Allgäu erst letztes Jahr elektrifiziert, und auch die deutlich unter 10 Km Bahnlückenschluss zwischen Füssen (von wo aus es immerhin direkte Züge nach München und Augsburg gibt) und der der Außerfernbahn bei Vils werden nicht einmal angedacht. Das Allgäu ist leider ein ziemlich gutes Beispiel für was alles falsch läuft in der deutschen Verkehrspolitik, und rund um Garmisch sieht es nicht besser aus.
 
Bahn ist nur ein Traum von Klimaschützern, in keinsterweise komfortabel und konkurrenzfähig, wenn man das Gesamtpaket von Haustür zu Haustür sieht. Ich habe für mich entschieden, Tirol einfach zu meiden. Kommt den der dortigen Bevölkerung ja entgegen.
 
ThomasZ schrieb:
Bahn ist nur ein Traum von Klimaschützern, in keinsterweise komfortabel und konkurrenzfähig, wenn man das Gesamtpaket von Haustür zu Haustür sieht.
Würd ich so pauschal nicht stehenlassen, aber gerade für den Skiurlaub wird wohl kein Holländer welcher nach Ischgl oder Sölden will die Bahn nehmen, nur weil im Allgäu irgendeine Strecke elektrifiziert wird.

ThomasZ schrieb:
Ich habe für mich entschieden, Tirol einfach zu meiden. Kommt den der dortigen Bevölkerung ja entgegen.
Leider muss man manchmal durch, wenn man nach Italien will :wink:
Außer man fährt gleich ins Piemont.
 
ThomasZ schrieb:
Bahn ist nur ein Traum von Klimaschützern, in keinsterweise komfortabel und konkurrenzfähig

Das sehen halt sehr viele anders als die Generation "SUV-Boomer", weshalb ja die touristischen Bahnangebot ja massiv ausgebaut werden, egal ob ICE aus Deutschland, oder Nachtzüge aus Holland, Belgien oder Schweden.

Und auch im lokalen Bereich finde ich die Anreise mit dem ÖPNV zu Skigebieten die gut angebunden sind deutlich bequemer als mich ins Auto zu setzen. Ich wähle meine Skigebiete durchaus nach diesem Kriterium aus, und wenn man sieht wie wohl mit Skifahren gewisse Busse und Züge sind, bin ich da ganz sicher nicht der einzige.
 
ThomasZ schrieb:
Bahn ist nur ein Traum von Klimaschützern, in keinsterweise komfortabel und konkurrenzfähig, wenn man das Gesamtpaket von Haustür zu Haustür sieht. Ich habe für mich entschieden, Tirol einfach zu meiden. Kommt den der dortigen Bevölkerung ja entgegen.

Die Bahnanreise nach Tirol wird für die Meisten Deutschen weiter über Kufstein (oder für den Arlberg evtl Bregenz) laufen. Ideal mit Direktzügen - da gibt es ja schon Angebote (z.B. auch den EC Dortmund-Innsbruck) und die sollen weiter ausgebaut werden. Die Busanschlüsse wären aber teilweise noch optimierungsfähig - auch was den Platz für Gepäck betrifft. Gibt aber auch schon gute Beispiele - im Ötztal und Paznauntal hat es mittlerweile einen Halbstundentakt bis zu den Bahnhöfen! Fährt also genauso oft wie der Stadtbus in Fulda zur Hauptverkehrszeit...

Eine Bahn über den Fernpaß wäre eher ein Projekt für die regionale Bevölkerung (+Allgäu), bei ordentlicher Ausführung kann das aber eine bessere (schnellere) Alternative zur Straße bieten. Das würde sicher auch zur Entlastung der Straße betragen, also mehr Platz für Touristen.
 
hch schrieb:
snowflat schrieb:
Außerdem wurde von 1995 bis 1999 der Grenztunnel Füssen gebaut welcher auch zur Steigerung der Attraktivität auf der Strecke geführt hat. Und so nebenbei: Im Staatsvertrag von 1987 wurde ausdrücklich niedergeschrieben, dass es keine zweite Röhre geben wird, weil man damals schon keine weitere Transitroute in AT wollte. Das dürfte dann auch erklären, dass man einfach keine Ambitionen bisher hatte, an der Fernpassstrecke etwas auszubauen (OU mal ausgenommen).
Und spätestens seit der Alpenkonvention in 1991 ist es auch Völkerrechtlich klar dass in AT keine Autobahn mehr kommen wird. Da stellt sich eher die Frage warum man in Deutschland insistiert hat sie trotzdem zu Bauen.
Um die Bevölkerung vor Ort vom Durchgangsverkehr zu entlasten: Staatsstraße Seeg-Eisenberg 11.269 Fahrzeugen pro Tag im Jahr 2005 ... 4.725 im Jahr 2010.
 
Dafür braucht es aber keine vierspurige Autobahn. Da hätte auch die klassische und auch in Österreich sehr beliebte Variante der Ortsumfahrung völlig gereicht (die prinzipiell auch schon den Autoverkehr weiter fördert, nur bei weitem nicht so stark).
 
Ich hatte eine zeit Lang regelmäßige Kundentermine bei Stuttgart, also durchaus oft. Aber ich wüsste nicht wieso das relevant wäre für Ausbau 2-Spurig als "Landstrasse" vs 4-Spurig Kreuzungsfrei.
 
die Frage ist halt auch, wie Ortsumgehung hier interpretiert wird. Knapp drum herum bzw. tiefergelegt mit Auf- und Abfahrten oder halt gleich durch den Berg durch (Entlastung Bichlbach und des gesamten Lermooser Beckens), dann noch der Tschirganttunnel (Entlastung Nassereith und Imster Raum).
 
hch schrieb:
Und spätestens seit der Alpenkonvention in 1991 ist es auch Völkerrechtlich klar dass in AT keine Autobahn mehr kommen wird. Da stellt sich eher die Frage warum man in Deutschland insistiert hat sie trotzdem zu Bauen.

Wo ließt Du das?
Aus der Alpenkonvention:

Artikel 11 - Straßenverkehr
(1) Die Vertragsparteien verzichten auf den Bau neuer hochrangiger Straßen für den alpenquerenden Verkehr.

Der Fernpass wird aber großteils für den inneralpinen Verkehr benutzt (eben z.B. die Skiurlauber) und fällt somit unter Abschnitt 2:

(2) Ein hochrangiges Straßenprojekt für den inneralpinen Verkehr kann nur dann verwirklicht
werden, wenn
[...]

Es folgen einige Bedingungen, die aber relativ problemlos zu erfüllen sind (UVP, Wirtschaftlichkeit, keine andere möglichkeit, die Transportkapazität zu befriedigen).

P.S: Laut Artikel 2: Begriffsbestimmungen:
„inneralpiner Verkehr“: Verkehr mit Ziel und Quelle im Alpenraum (Binnenverkehr)
inklusive Verkehr mit Ziel oder Quelle im Alpenraum;


zählen Skiurlauber zum Inneralpinen Verkehr, egal woher sie kommen.

Mal ganz davon abgesehen:
Ein gut ausgebauter Fernpass würde sogar den Umweltschutz dienen.
Die Strecke ist für den gesamten Südwestdeutschen Raum mit Ziel Tirol deutlich kürzer als Arlberg oder Inntal, es würde also jede Menge CO2 gespart, wenn die Skiurlauber vermehrt diesen kürzeren Weg nehmen.

Auch würde die Fernpass-Strecke ja durch die Tunnel (wenn man jetzt alle geplanten Tunnel bauen würde) ein ganze Stück kürzer werden, was ebenfalls viel CO2 sparen würde. Ganz abgesehen vom Ersparnis durch den Wegfall durch den Stop-and-go Verkehr
 
Spätestens wenn der Fernpass autpbahnmäßig ausgebaut wäre, ist er die wichtigste Route für den alpenquerenden Verkehr Deutschland-Italien.

jens.f schrieb:
Wo ließt Du das?
Aus der Alpenkonvention:

Artikel 11 - Straßenverkehr
(1) Die Vertragsparteien verzichten auf den Bau neuer hochrangiger Straßen für den alpenquerenden Verkehr.

Der Fernpass wird aber großteils für den inneralpinen Verkehr benutzt (eben z.B. die Skiurlauber) und fällt somit unter Abschnitt 2:
 
Ach und nochwas, für den Fernpass gilt eh die Defintion:

„hochrangige Straßen“: alle Autobahnen und mehrbahnige, kreuzungsfreie oder in der Verkehrswirkung ähnliche Strasse


Der Fernpass ist bereits kreuzungsfrei und in der Verkehrswirkung ähnlich, ist also bereits eine "hochrangige Straße" - ein Ausbau wäre also kein Bau einer neuen hochrangigen Straße, sondern nur ein ausbau eine existierenden hochrangigen Straße - das ist laut alpenkonvention nicht verboten.
 
jens.f schrieb:
Ach und nochwas, für den Fernpass gilt eh die Defintion:

„hochrangige Straßen“: alle Autobahnen und mehrbahnige, kreuzungsfreie oder in der Verkehrswirkung ähnliche Strasse


Der Fernpass ist bereits kreuzungsfrei und in der Verkehrswirkung ähnlich, ist also bereits eine "hochrangige Straße" - ein Ausbau wäre also kein Bau einer neuen hochrangigen Straße, sondern nur ein ausbau eine existierenden hochrangigen Straße - das ist laut alpenkonvention nicht verboten.
Der Fernpass ist (abseits der ausgebauten Abschnitte) nicht kreuzungsfrei, auch nicht mehrbahnig und auch nicht in der Verkehrswirkung ähnlich einer Autobahn - dort dürfen ja nicht mal LKW fahren (außer lokale Ausnahmen). Damit wäre die Definition in keinem Punkt erfüllt.
 
Skitobi schrieb:
jens.f schrieb:
Ach und nochwas, für den Fernpass gilt eh die Defintion:

„hochrangige Straßen“: alle Autobahnen und mehrbahnige, kreuzungsfreie oder in der Verkehrswirkung ähnliche Strasse


Der Fernpass ist bereits kreuzungsfrei und in der Verkehrswirkung ähnlich, ist also bereits eine "hochrangige Straße" - ein Ausbau wäre also kein Bau einer neuen hochrangigen Straße, sondern nur ein ausbau eine existierenden hochrangigen Straße - das ist laut alpenkonvention nicht verboten.
Der Fernpass ist (abseits der ausgebauten Abschnitte) nicht kreuzungsfrei, auch nicht mehrbahnig und auch nicht in der Verkehrswirkung ähnlich einer Autobahn - dort dürfen ja nicht mal LKW fahren (außer lokale Ausnahmen). Damit wäre die Definition in keinem Punkt erfüllt.
Als „Verkehrswirkung ähnlich“ könnte man es schon interpretieren. Eben Wischiwaschi, wie immer.
 
Skitobi schrieb:
Der Fernpass ist (abseits der ausgebauten Abschnitte) nicht kreuzungsfrei, auch nicht mehrbahnig und auch nicht in der Verkehrswirkung ähnlich einer Autobahn - dort dürfen ja nicht mal LKW fahren (außer lokale Ausnahmen). Damit wäre die Definition in keinem Punkt erfüllt.

a) Also, fast alle Zufahren sind kreuzungsfrei. Es gibt auf dem eigentlichen Fernpass keinerlei Kreuzungen, sondern nur Autobahnmäßig ausgebaute Zufahrten.
Und Es gibt auf den ganzem Fernpass keine einzige Ampel (ausser Dosier- und Tunnelampel).
b) Von der Verkehrswirkung ist er sehr wohl ähnlich einer Autobahn, aber das ist natürlich interpretationssache
Da aber hauptsächlich nicht regionaler Verkehr unterwegs ist, das ganze eben praktisch Kreuzungsfrei ist, würde ich das schon bejahen.
Dazu kommt noch, das der Fernpass ja auch überregional ausgeschildert ist - auf der A12 finden sich hier genug Schilder für den Fernpass als Weg Richtung Deutschland - damit hat er m.E. die Verkehrswirkung
 
jens.f schrieb:
a) Also, fast alle Zufahren sind kreuzungsfrei. Es gibt auf dem eigentlichen Fernpass keinerlei Kreuzungen, sondern nur Autobahnmäßig ausgebaute Zufahrten.
Und Es gibt auf den ganzem Fernpass keine einzige Ampel (ausser Dosier- und Tunnelampel).
b) Von der Verkehrswirkung ist er sehr wohl ähnlich einer Autobahn, aber das ist natürlich interpretationssache
Da aber hauptsächlich nicht regionaler Verkehr unterwegs ist, das ganze eben praktisch Kreuzungsfrei ist, würde ich das schon bejahen.
Dazu kommt noch, das der Fernpass ja auch überregional ausgeschildert ist - auf der A12 finden sich hier genug Schilder für den Fernpass als Weg Richtung Deutschland - damit hat er m.E. die Verkehrswirkung

Biberwier ist nicht kreuzungsfrei und die Passhöhe hat auch eine Linksabbiegerspur. Und zwischen Lermoos und Reutte ist eben auch noch einiges an Kreuzungen.
Die Verkehrswirkung betrachtest du aus reiner Auto-Perspektive, da mag das schon richtig sein. Für LKW ist die Situation aber ganz anders. Wochentags fährt auf A12 und A13 eine endlose Schlange an LKW, die ich aus meinem Bürofenster super betrachten kann. Am Fernpaß ist das (dank Fahrverbot!) nicht der Fall, und damit ist die Verkehrswirkung einfach gar nicht vergleichbar. Wenn der Fernpaß unter "hochrangige Straße" fallen würde, wäre dieses Verbot nicht mehr haltbar - und das sollte unbedingt vermieden werden. Für eine solche LKW-Karawane braucht es dann noch einen ganz anderen Ausbau.
 
hch schrieb:
Das sehen halt sehr viele anders als die Generation "SUV-Boomer", weshalb ja die touristischen Bahnangebot ja massiv ausgebaut werden, egal ob ICE aus Deutschland,

Bevor ich bei Anfahrt mit den Öffentlichen einen ICE auch nur aus weiter Ferne erblicke, bin ich mit meinem SUV bereits am Grenztunnel.
 
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