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Fernpass wird mautpflichtig

jens.f schrieb:
a) Also, fast alle Zufahren sind kreuzungsfrei. Es gibt auf dem eigentlichen Fernpass keinerlei Kreuzungen, sondern nur Autobahnmäßig ausgebaute Zufahrten.

Wo gibt es auf dem eigentlichen Fernpass eine autobahnmäßig ausgebaute Zufahrt? Du meinst doch sicher die Beschleunigungsspuren beim Einfahren von den Parkplätzen auf der Passhöhe oder am Fernsteinsee? Oder hast du schon mal versucht, an einem Tag mit sehr viel Verkehr (also an fast jedem Tag) vom Parkplatz Zugspitzblick in Richtung Biberwier abzubiegen? So richtig autobahnmäßig?
 
Bergfan schrieb:
an einem Tag mit sehr viel Verkehr (also an fast jedem Tag)
Na, bitte nicht übertreiben, es gibt genügend Tage im Jahr wo es nicht "sehr viel Verkehr" hat. Nur nimmt man natürlich die vollen Tage sehr viel mehr wahr, weil man da meistens dann auch selber unterwegs ist.
An einem Sonntag im November z.B. geht es wunderbar (erst am 27.11. wieder gefahren).

Mal schnell gegoogelt:
Auf der Fernpassstraße (B179) fahren durchschnittlich 12.000 Fahrzeugen pro Tag – an Spitzentagen sind es bis zu 26.000.
Also an Spitzentagen natürlich völlig überlastet. Aber DTV von 12.000 wäre jetzt z.B. für eine deutsche Bundesstraße nicht übermäßig viel.
 
Ich hätte da noch eine Frage/Anmerkung zur Idee von kaldini
Tunnel 1: kurz nach der Umfahrung Heiterwang bis Nassereit - sind so circa 15 km, also mit Arlbergtunnel vergleichbar. Sondermaut auf der Strecke. Wer nicht zahlen will/kann, kann die alte Strecke nutzen.
Wie gross ist die Gefahr dass das nicht so rauskommt wie gewünscht?
Der Zweifel ist meiner Meinung nach berechtigt, denn es gibt schon x Diskussionen mit dem Thema "Maut umfahren", und ein paar Beiträge unter dem von kaldini steht dann eben schon wieder das da
an die locals hier:
gibt es da wirklich keine lokale Umfahrung asphaltiert im Umkreis von...? km

Sondermautstrecken funktionieren doch nur dort wo sie einen erheblichen Zeitgewinn bringen oder ohne gleich im dreistelligen Kilometerbereich zu sein gar nicht umfahren werden können.
Daher wird es kaum etwas anderes als das vorgestellte geben denn nur so hat man einen "muss" Strecke wo man hinlangen kann.
 
laut google maps braucht man von Heiterwang nach Nassereith 30 Minuten. Ein 15km langer Tunnel würde so circa 15 Minuten einsparen - sowie die Höhenmeter und weniger Kurven. Und wetterunabhängiger wäre es auch noch.
Beim Arlbergtunnel kommt es mir auch so vor, dass mehr durch den Tunnel statt obendrüber fahren (aber eine genaue Quote konnte ich nun nicht finden).

Ansonsten könnte man den Fernpass als Schnellstrasse auch mit ins normale Vignettensystem integrieren.
 
Theo schrieb:
Sondermautstrecken funktionieren doch nur dort wo sie einen erheblichen Zeitgewinn bringen oder ohne gleich im dreistelligen Kilometerbereich zu sein gar nicht umfahren werden können.
Daher wird es kaum etwas anderes als das vorgestellte geben denn nur so hat man einen "muss" Strecke wo man hinlangen kann.
Gegenbeispiel: Arlbergtunnel.
Der Pass ist nicht viel länger.
Gemessen über google Maps, Strecke von der Abfahrt Langen am Arlberg bis Anschlussstelle St, Anton
Tunnel: 17 km,. 15 min
Pass: 22,3 km, 27 min

Die Umfahrung ist also gerade mal 6km länger und 12 min länger.
Trotzdem fahren sehr viele durch den Tunnel - klar, im Winter teilweise wegen den Straßenverhältnissen, aber auch im Sommer sieht man einen großteil der Autos brav durch den Tunnel fahren die 11 EUR abdrücken...

Witzig ist allerdings beim Arlbergtunnel die Preisgestaltung: Einzelticket 11 EUR
Jahreskarte: 111 EUR, wenn man eine normale Jahresvignette hat 71 EUR.
Also bereits ab 7 Fahrten ist die Jahresvignette günstiger als Einzelfahrten.
 
jens.f schrieb:
Witzig ist allerdings beim Arlbergtunnel die Preisgestaltung: Einzelticket 11 EUR
Jahreskarte: 111 EUR, wenn man eine normale Jahresvignette hat 71 EUR.
Also bereits ab 7 Fahrten ist die Jahresvignette günstiger als Einzelfahrten.
Das ist doch bei den ganzen Sondermautstrecken in AT so, Brenner ist nicht viel anders.
Ziel ist klar, schön die Touris/Durchreisenden abzocken, während der Einheimische der im Jahr 200x die Strecke zur Arbeit fährt, pro Fahrt quasi nix mehr zahlt.
 
Arlberg würde ich auch sagen, dass 80% durch den Tunnel fahren...Der Pass ist meistens ausgestorben.
 
Downhill schrieb:
Ziel ist klar, schön die Touris/Durchreisenden abzocken,

Wenn man Österreich besser unfahren könnte würde ich nicht für eine Arlberg-Schnellstrasse eine Vignette kaufen, diese Strasse dann nur noch 1-Spurig (mit Stau durch Blockabfertigung) für jede Richtung wird um dann an einem Tunnel endet wo man nochmal löhnen muss. Wenn es durchgehend ausgebaut wäre wie z.B. der Brenner wäre ich eher überzeugt.
 
kaldini schrieb:
laut google maps braucht man von Heiterwang nach Nassereith 30 Minuten. Ein 15km langer Tunnel würde so circa 15 Minuten einsparen - sowie die Höhenmeter und weniger Kurven. Und wetterunabhängiger wäre es auch noch.

Bei dem Szenario verliert man aber einen Teil der Nutzer.
Die meisten kommen über Pfronten/Reute, aber es gibt auch nicht wenige die über Garmisch (München!) kommen. Die Einnahmen für eine Maut sind aber vermutlich mit dem Verkehr über den Pass gerechnet.
Wenn der Tunnel nun schon von Heiterwang abbiegt können alle die über Garmisch kommen ihn nicht nutzen, die Einnahmen sind geringer und der Tunnel wird weniger genutzt, die Passstrecke weniger entlastet...
Gibt es denn konkrete Pläne für so einen Tunnelverlauf?

der Lange
 
Auffällig an der ganzen Stauthrmatik ist, dass seit es die Highline gibt, es unter ihr auch Stau gibt.
Heute Abend wieder das beste Beispiel: der Verkehr floss bis Heiterwang (neue Tanke) und ab Highline löste sich alles wieder auf…

Beleuchtetes Schloss und Hängebrücke zwingen fast die Autofahrer da hoch zu schauen anstatt auf die Strasse.
Meiner meiner müsste hier ein Sichtschutz installiert werden, sofern technisch und finanziel einigermaßen günstig möglich.
 
Die Presse hat das Thema wieder hochgeholt:
https://www.all-in.de/allgaeu/fernpass-maut-oesterreich-2024-kosten-route-gardasee_arid-319078
https://www.merkur.de/bayern/schwaben/allgaeu/entscheidung-die-maut-fuer-den-fernpass-kommt-ab-2028-92793606.html

Mittlerweile wurde ein Preis von 14 Euro entschieden ... und dass es für die Anwohner keine Ermäßigung gibt. Aber eine Mehrfahrtenkarte für 140 Euro.

Die Mehrzahl der Fernreisenden wird die Maut halt knurrend zahlen, ohne sie für einen ein- oder zweiwöchigen Urlaub großartig in der Geldbörse zu spüren. Spart man halt im Urlaub zum Ausgleich zweimal beim Restaurantessen oder an den Restaurantgetränken, oder kauft keinen Souvenirschrott. Gekniffen sind die Schwaben und Allgäuer, die den Fernpass für Tagesausflüge nach Österreich nutzen. In umgekehrter Richtung dürfte die Strecke von Tirolern wohl eher als Arbeitsweg genutzt werden statt für Ausflüge.

Das große Problem für Alle sehe ich in der Errichtung von Mautstationen an der Fernpassstraße. Mit Mautstationen bricht der Verkehr am Fernpass an Wochenenden und Spitzentagen final und noch länger zusammen als bisher. Der Fernpass wird dann endgültig unpassierbar. Freilich soll es auch eine elektronische Vorab-Bezahlmöglichkeit geben. Aber die hilft ja nichts, denn die Elektronisch-Vorab-Bezahler stehen ja mit den Vor-Ort-Bezahlern im Stau. Also wird es mehr Verkehr auf der Strecke über Garmisch und Seefeld geben.

Mautstationen wären also ein Riesenfehler. Man sollte von vornherein ausschließlich auf elektronische Bezahlung per Kennzeichenscan setzen, die auch nachträglich entrichtet werden kann, z.B. analog Themsebrücke bei London. Das erfordert lediglich eine auszuschildernde, kurze URL und ein paar umissverständliche, mehrsprachige Infotafeln an der Straße.
 
Harzwinter schrieb:
Mautstationen wären also ein Riesenfehler. Man sollte von vornherein ausschließlich auf elektronische Bezahlung per Kennzeichenscan setzen, die auch nachträglich entrichtet werden kann, z.B. analog Themsebrücke bei London. Das erfordert lediglich eine auszuschildernde, kurze URL und ein paar umissverständliche, mehrsprachige Infotafeln an der Straße.

So kenn ich das aus Norwegen auch. Da gibt es an den Autobahnen nirgendwo Mautstationen. Man muss sich auch nicht anmelden (kann aber, dann wirds billiger),. das wird einfach übers Kennzeichen gescannt und klappt super. Wundert mich, dass sie hier überhaupt noch Mautstationen ins Gespräch bringen.
 
Durch so eine Mautstelle kann man theoretisch natürlich den Verkehr nochmal regeln, also verzögern. Da würde es aber bestimmt mehr Sinn machen, wenn man die Mautstelle noch auf der A7 einrichtet 😉
 
Dann wird ein Teil des Urlaubsverkehrs wohl auf Seefeld oder aber über Hahntennjoch ausweichen.
Wobei ich diese Entwicklung für Letzteres dann am ehesten kritisch sehe.
 
Da wird alles was westlich liegt uninteressant für Tagesausflüge, von mir aus sind das nach Serfaus dann 80 km über die Autobahn einfach mehr. Schade. Dann kann ich gleich an den Arlberg über Bregenz.
 
Die Mautstelle doch einfach an einer zweispurigen Stelle errichten: Rechte Spur führt zur Mautstelle (und wird Stau haben), die linke Spur ist für die reserviert, die vorgängig schon ein Ticket gekauft haben..
 
Die Frage ist, wie lange der Stau an der Mautstelle ist. Wenn er sehr lang ist, muss die zweite Spur etliche Kilometer lang sein.
 
Spätestens, wenn du im Stau stehst und siehst, dass du links einfach so durchfahren kannst, so überlegst du dir hoffentlich, wie du das ändern könntest... wäre zumindest meine naive Hoffnung.
 
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