gerrit schrieb:
@miki
Ich stimme Dir natürlich zu, dass es Zwischenstufen zwischen "alle hereinlassen" und "auf alle schießen" gibt, aber Australien hat es natürlich wegen seiner geographischen Lage natürlich leichter, außerdem zahlen sie glaube ich etwas an gewisse Inseln, wo sie die Flüchtlinge abladen. (Hab das jetzt nicht recherchiert). Natürlich kann man mit der Türkei eine Vereinbarung treffen, dass alle Flüchtlinge von Schlauchbooten oder auch die, die es auf eine der griechischen Inseln geschafft haben, in die Türkei zurückgebracht werden, aber dafür müsste entweder von der EU oder von Griechenland ein entsprechender Vertrag mit den Türken abgeschlossen werden. Einfach so zurückbringen geht nicht, da man ja dafür in türkisches Hoheitsgebiet müsste.
Und dann bestünde für die Flüchtlinge immer noch die Möglichkeit, in großer Zahl über den Landweg (also durch Istanbul, dann hätten die dort wohl massive Probleme, (die dann aber nicht unsere wären....)) die Grenzen nach Griechenland oder Bulgarien anzusteuern und ggf. zu überrennen, fraglich ist, ob dort Pfefferspray, Wasserwerfer oder Gummigeschoße auf Dauer ausreichen.
Nochmals: ich freue mich überhaupt nicht über die Situation und bin jedenfalls der Meinung, dass man eine vernünftiger Lösung finden sollte, aber die kann meines Erachtens nicht darin bestehen, einen "Hindernisparcour" aufzubauen und dann denjenigen, die ihn erfolgreich überwinden zu gestatten, Asyl zu beantragen.
Am besten wäre wohl ein Vertrag mit der Türkei bzw. anderen Anrainerländern und DORT obligatorische Asylantragstellen, d.h. Asylanträge IN den Zielländern sollten dann praktisch nicht mehr möglich sein. Das muss - und kann - man entsprechend verbreiten, und alle, die trotzdem an den Antragstellen vorbei und damit illegal nach Europa kommen könnten niemals legal hierbleiben.
Selbstverständlich teile ich grossteils deine Meinung, obwohl mit Abweichungen in einigen Details. So finde ich es z. B. nicht unbedingt notwendig dass man Migranten mitten in der Ägäis von den Schlauchbooten aufsammeln und in die Türkei zurückbringen muss - man kann sie ja auch in griechischen Gewässern physisch blockieren und an der Weiterfahrt hindern, soo viele dieser Schlauchboote gibt es ja auch nicht dass man es mit gemeinsamen Einsatz der EU - Marinen nicht schaffen kann? Aber generell hast du bestimmt recht - an einer Verienbarung mit der Türkei führt IMO kein Weg vorbei, ob man nun Erdogan mag oder nicht. Und er weiss das auch und erpresst nun seinerseits die EU. Wahrscheinlich ist ihm auch klar dass er letztendlich einlenken muss, aber er hat's nicht eilig - mit jedem Monat der vergeht wird er etwa 150000 unerwünschte Migranten los - weil die Türkei ist ja bestimmt auch nicht froh über die zwei (?) Millionen ungebetener Gäste. In diesem Zusammenhang finde ich den Preis Ankaras (weil Politik, und da meine ich durchaus nicht nur die türkische, ist ja letztendlich nicht anderes als ein Bazar) gar nicht mal so hoch - Visaliberalisierung + 3 Milliarden Euro im Gegenzug für ein Rückführungsabkommen, siehe z. B.
http://orf.at/stories/2304714/2304713/. In diesem Zusammenhang finde ich es unverständlich, dass es angeblich ein Problem sein könnte inerhalb der EU diese Summe aufzutreiben (habs kürzlich so gelesen, kann jetzt aber den Link nicht mehr finden). Wenn das alles ist, zahle ich sofort meinen Anteil von 6 Euro (3 Milliarden durch 500 Millionen Einwohner der EU), das wäre nur ein Bruchteil von dem was die Invasion die Staaten entlang der Route kostet ... ach was, ich gebe gerne noch eine Null hinter die Zahl, nur damit dieser Wahnsinn endet

. Natürlich könnte man bei dieser Gelegenheit Erdogan auch freundlich daran erinnern, dass man, falls er sich trotzdem nicht an die Versprechen halten wird, zum Beispiel vor der Sommersaison 2016 eine Reisewarnung für die Türkei herausgeben könnte

... beim nicht gerade unbedeuteten Beitrag des Tourismus im BIP des Landes könnte man dadurch durchaus ein wenig 'Gegendruck aufbauen'.
Nun aber was einfacheres:
http://salzburg.orf.at/news/stories/2743263/
Darf ich erinnern wie dieses Topic angefangen hat? Ganz unschuldig, mit Wiedes Frage über Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich und Sorgen von David93 und christopher91 wie sich der Grenzstau auf Skitourismus auswirken wird. Und darauf kamen sehr unfreundliche Antworten, z. B.:
Wenn das dein grösstes Problem ist...
Und meine gringste Sorge gilt dabei der staufreien Anreise ins Skigebiet...
Wenn man bei der Flüchtlingsdebatte die staufreie Anreise ins Skigebiet als Problem sieht, läuft doch da was falsch.
Bei solch 'freundlichen' Antworten hatte man ja zwei Monate lang keine Lust, was zum Thema Wirtschaftsschaden durch die Migranteninvasion und daraus resultierende Folgen zu schreiben, da man Angst hatte sofort von der 'gutmenschlichen' Fraktion angegriffen zu werden: die armen Menschen 'rennen um ihr Leben' (kürzlich so von einer österreichischen grünnin gehört, ich hätte sie gerne gefragt wo denn das Leben von Migranten die von SLO nach AT oder von AT nach DE laufen denn bedroht war - in Slowenien, in Kroatien, evtl. in Griechenland??) und einige sind so unmenschlich dass sie sich um sowas banales wie die Anreise ins Skigebiet sorgen. Nun, offenbar ist es doch ein Problem und das Krisentreffen der salzburger Seilbahner und Tourismusverbände mit Landeshauptmann, Landespolizeidirektor, ASFINAG etc. beweist dass man sich nach 2 Monaten deutscher Grenzverarsche wenigstens traut offen darüber zu reden

. Sonst sind Beiträge zu diesem Thema IMO viel zu selten in den Medien zu finden, im September haben die Frächter noch ein wenig gejammert, danach war auch von ihnen kaum mehr was zu lesen. Fotos von Kindern mit grossen braunen Augen oder Gespräche mit idealistischen Freiwilligen die 5000 Portionen Suppe pro Tag verteilen lesen sich ja so viel besser als Probleme der Bevölkerung entlang der Invasionsroute. Wenn kümmert es wenn die Skigebiete im Pongau und dem Pinzgau eine verpatzte Saison haben werden, wenn die Winzer und Buschenschänke eintlang der südsteirischen Weinstrasse im Herbst fast leer waren (war in der Kleinen Zeitung zu lesen, Tenor: die slowenischen Gäste hatten wegen Grenzkontrollen wenig Lust hinzufahren und die aus dem Grazer Raum wollen auch nicht in die Nähe von Spielfeld fahren)? Dass die Einwohner von Radgona auf der slowenischen und Bad Radkersburg auf der steirischen Seite der Mur den ganzen Tag nur sehr eingeschränkt die (von slowenischen und österreichischen Steuerzahlern finanzierte) einzige Brücke zwischen ihren beiden Städten benutzen können - da die Migranten die tagsüber dort von SLO nach AT geschlust werden, nicht im Stande sind wie alle zivilisierten Leute den Gehsteig zu benutzen, muss man ihnen die halbe, gelegentlich auch die ganze Strasse absperren - und deshalb in den radkersburger Thermen und geschäften slowenische Gäste fehlen, und umgekehrt in den Gasthäusern vom slowenischen Radgona die österreichischen Gäste fernbleiben? Wen interessieren schon die 70% Umsatzeinbußen in Freilassing? Und die gescheiterte touristische Saison auf Lesbos und Kos (es gab angeblich bereits 2015 bis zu 50% Stornos, und falls es so weitergeht können die Hotels 2016 gleich zusperren), das sind ja alles nur Peanuts, oder? Ich höre schon die Reaktionen - wie kann man nur sowas banales wie Skifahren, Besuch an der Weinstrasse oder Badeurlaub in der Ägäis mit der edlen Verpflichtung 'den armen Leuten zu helfen' vergleichen? Nun, was dem einen Freizeitbeschäftigung, ist dem anderen Lebensunterhalt. Aber Haupsache Europa zeigt den illegalen Einwanderen das freundliche, offene, gutmenschliche, 'wir - schaffen - das - schon' Gesicht, die heimischen Steuerzahler (und Wähler) werden schon die Zähne zusammenbeissen und sich in die Warteschlange vor der (IMO total sinnlosen weil uneffektiven) Grenzkontrolle anstellen, es dient ja einem höhren Zweck ...

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