Fab schrieb:
(...) Es ist nicht Aufgabe von staatlichen Medien Meinung zu manipulieren, selbst wenn es gut gemeint ist.
Volle Zustimmung

. Leider gibt es sehr viele die es anders sehen. Z. B. hat gestern in deiner Disskussionsrunde im staatlichen Frensehen eine slowenische Abgeordnete (S&D) im Europaparlament die Medien aufgefordert, ihren Beitrag zur Solidarität, Humanismus etc. zu leisten und dabei eine 'aktivere Rolle' in der Berichterstattung einzunehmen. Und kritisierte dass es dabei leider 'in den letzten Tagen zu sensazionalistischen Meldungen' gekommen sei. Wie kann man diese Aussagen anders verstehen als Aufruf zu (noch mehr) Manipulation und (Selbst)zensur?
kaldini schrieb:
(...) Wo ist die Solidarität zwischen den islamischen Glaubensrichtungen?
Sehr berechtigte Frage. Von den superreichen Golfstaaten bis zu geographisch riesigen und wirtschaftlich aufstrebenden Ländern wie Aserbaidschan und Kasachstan (Stichwort: Kandidatur für olympische Winterspiele!) schauen alle fleissig weg. Aber zu diesem Thema möchte ich was anderes sagen. Vor wenigen Tagen habe ich mal im TV (weiss jetzt nicht mehr ob im slowenischen oder einem deutschsprachigen Kanal) ein Gespräch mit einer Gruppe Migranten (alles junge Männer die ein wenig englisch sprachen) gesehen. Ein Journalist hat sich sogar erlaubt sie zu fragen, ob sie wenigstens versucht haben in einem moslemischen Staat in der Region, z. B. Saudiarabien, Schutz zu finden. Die Antwort war eindeutig: No!!! No Saudi Arabia. No good there. You make somthing wrong, they cut arm away. Was ich sagen wollte: die wollen ja nicht dorthin, auch wenn sich z. B. Saudiarabien ausnahmsweise mal solidarisch zeigen würde und die Bereitschaft zeigen würde mehr Migranten aufzunehmen, wäre das Interesse wohl sehr gering.
Eine der wenigen Politiker/innen die mich in den letzten Tagen positiv überrascht hat, war die österreichische Innenministerin:
Wir müssen an einer Festung Europa bauen. Mutige Aussage

, in vielen Kriesen ist 'Festung Europa' immer noch ein Schimpfwort. Und selbst der notorisch unentschlossene slowenische Ministerpräsident (linksliberal) hat in einer Nachtkonferenz vorsichtig angekündigt, dass sich Slowenien den Bau eines Grenzzauns
überlegt, falls beim Gipfeltreffen der EU am Sonntag keine schnellen und konkreten Massnahmen getroffen werden. Klar ist es eine politische Aussage um Druck vor dem Treffen zu machen, aber immerhin, noch vor 3 Wochen war 'Grenzzaun' ein absolutes no-go für alle Politiker ausser der ausserparlamentarischen rechtsextremen. Zitat und übersetzung:
Ampak sem vas torej prav razumel, da razmišljate tudi o ograji?
Razmišljamo, a v tem hipu še ne, da bi to naredili. Najprej iščemo evropsko rešitev, če pa izgubimo upanje na evropski ravni, če ga v nedeljo ne dobimo dovolj, če ni volje, da EU sodeluje, obstane, potem bodo na voljo vse opcije, kajti potem bomo prepuščeni sami sebi.
Frage: aber habe ich sie richtig verstanden, dass sie auch über einen Grenzzaun nachdenken?
Antwort: ja, wir denken nach, aber in diesem Augenblick noch nicht über den konkreten Bau. Zuerst suchen wir eine gesamteuropäische Lösung, aber wenn wir die Hoffnung auf europiäscher Ebene verlieren, wenn wir am Sonntag nicht genug Hoffnung erhalten, wenn es keinen Willen gibt dass die EU zusammenarbeitet und bestehenbleibt, dann sind alle Optionen offen, weil dann sind wir auf sich selbst gestellt.
Also wenn ein ausgesprochen proeuropäischer Politiker so nachdenken muss, ist es sehr sehr traurig, aber auch verständlich

.