Obwohl man es noch nicht offen zugibt, scheint in der Migrationsfrage die grosse Liebe zwischen AT und DE kräftig zu bröckeln, von der Einheit mit der im Spätsommer Orbans Umgang mit illegalen Migranten kritisiert wurde, ist wenig übriggeblieben. Zuerst die Balkan - Tour vom Aussenminister Kurz, wo seine Standpunkte schon sehr nahe den Forderungen der Višegrad - Gruppe waren (Grenze zwischen GR und Mazedonien abriegeln). Interesanterweise wurden diese Bestrebungen von Deutschland als 'einseitige Massnahmen' kritisiert. Interessant, koordinierte Massnahmen von mindestens 8 EU - Staaten (AT, SLO, CRO, BG + Višegrad - 4) sollen
einseitig sein? Für A. M. ist wohl jeder Vorschlag einseitig, der nicht direkt von ihr stammt? Und nun 'fürchtet die EU eine Humanitätskrise wegen Österreichs Tagesobergrenze für Flüchtlinge'?
http://diepresse.com/home/politik/i...Opfer-Osterreichs?offset=25&page=2#kommentar0
Sehr interessant finde ich einige der Kommentare unter diesem Beitrag, die 'best off' möchte ich euch nicht vorenthalten:
Liebe Österreicherinnen und Österreicher!
Wir sollten nicht davon ausgehen, dass die Selbstabschaffung Deutschlands für uns folgenlos sein wird.
Wir könnten jetzt verbale Unterstützung aus dem Osten brauchen, aber Faymann hat mit seinen deplatzierten Äußerungen (Kürzung der EU-Gelder, Erinnerung an WK2) ziemlich angeeckt und steht nicht zu Unrecht im Regen.
Was ist die Lektion für unseren Herrn Bundeskanzler?
"Wähle deine Worte mit Bedacht, mein Sohn, denn du weißt nie, ob du die (Visigrad)Regierungen nicht einmal brauchen wirst...."
Die selbe Frage stelle ich mir die ganze Zeit auch, wenn es um 'gerechte Verteilung' geht:
Jetzt mal eine Frage:
Angenommen es würde sich tatsächlich die ganze EU nach den Verteilungsplänen Deutschlands richten, nach welchen Merkmalen würden denn dann die Flüchtlinge aufgeteilt? Nach Qualifikation? Nach Alphabet? Nach Alter? So oder so würden die meisten dann aber in ein Land kommen, in das sie partout nicht wollen und das sie, nachdem dann irgendwann die Grenzen ja wieder offen sein werden, auch ohne Probleme verlassen können (um dann endlich wieder zu Mutter Merkel zu fahren oder zu Papa Faymann). Oder können die etwa dann doch nicht reisen, wohin sie wollen? Wie will man verhindern, dass Leute, die sich zur Not auch auf ein wackliges Schiff oder in einen stickigen Lastwagen begeben, nicht doch wieder weiterreisen? Und auch wenn sie in Österreich oder Deutschland oder Schweden etc. keine Perspektive haben mögen, in Ungarn oder Litauen oder Polen etc. haben sie doch erst recht keine. Also, wie will man dafür sorgen, dass die Flüchtlinge, nachdem sie aufgeteilt sind, dann auch in dem Land bleiben, das ihnen zugteilt worden ist? Fußfessel? Einsperren, solange das Asylverfahren noch läuft (und auch nach positivem Bescheid nicht auslassen?). Wie soll das alles gehen? Weiß es Herr Schulz? Weiß es Frau Merkel? Ganz sicher nicht weiß es Faymann.
Und da im oben verlinkten Beitrag Slowenien als 'Opfer Österreichts' bezeichnet wird, habe ich mal im grössten slowenischen Newsportal
rtv.slo die Reaktionen zusammengefasst und nach bestem Gewissen übersetzt:
- Warum Kritik an Österreich? Hat nicht jedes Land das Recht sich zu schützen? (110 likes, 11 dislikes)
- Gratulation für Kritiken, Österreich! Wenn ihr von den grossen kritisiert wird, dann arbeitet ihr für das Wohl eures Landes!!! (125 likes, 10 dislikes)
- Und wer genau kritisiert Österreich? Frankreich? Die Višegrad 4? Grossbritaneien, Schweden, Finnland, Dänemark, Spanien? Wer genau? Wenn Berlin kritisiert, dann soll man auch Berlin schreiben, nicht Brüssel. (84 likes, 5 dislikes)
Fazit: das Hirngespinst 'Slowenien ist Opfer Österreichts' wird von mindestens 90% der slowenischen Bevölkerung nicht geteilt, in Gegenteil, man hat volles Verständniss dafür und die meisten sind froh dass wenigstens jemand ein wenig die Handbremse ziehen will (m. E. ist die Grenze von 3200/Tag noch viel zu hoch angesetzt), obwohl man sich bewusst ist, dass es dadurch kurzfristig einen Rückstau geben wird. Und man hofft dass die slowenische Regierung im Stande ist die selben Massnahmen an unserer Südgrenze zu setzen, damit der erhoffte Domino - Effekt endlich einsetzt.