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Garagieren

Tastenakrobat

Massada (5m)
Ist es grundsätzlich erforderlich, Seilbahnen zum Garagieren anzuhalten? Ich kenne das von klassischen MGDs usw. so, dass die Bahn angehalten wird. Danach stellt man die Weiche und senkt ggf. den Boden ab. Danach läuft die Anlage wieder an. Muss das bei Bahnen mit Hub-Dreh-Weiche wie z. B. bei Funitels oder 3S auch geschehen oder kann das "nonstop" erfolgen?
 
Prinzipiell kann man eine Bahn schon so bauen, dass es ohne Halt geht, die Frage ist nur, ob es das braucht, bzw. ob es den Mehraufwand wert ist. Bei EUB und KSB gibt's ja Schnellweichen für Doppelumläufe, die könnte man auch für die Garagierung verwenden, nur warum?

Bei 3S und Funitel bin ich mir nicht sicher. Kann man die überhaupt mit voller Geschwindigkeit garagieren? Hängt vielleicht mit der Kapazität zusammen.
 
Grundsätzlich nicht. Aber ich weiß nicht ob man die Bahnen für den Garagierungsmodus trotzdem erst stopp. Ein richtiger Grund dafür fällt mir grad nicht ein, im Stopp and Go Betrieb werden die jedenfalls nicht garagiert.
 
Je nach Steuerung kann man die Betriebsart (Normalbetrieb, Beschicken oder Garagieren) gar nicht erst während die Anlage fährt ändern oder die Anlage bleibt beim Umschalten selbstständig stehen (idR Nothalt bzw Gefahr Aus). Das hat vor allem damit zu tun, dass beim Garagieren bzw. Beschicken gewisse Sicherheitseinrichtungen bzw andere Funktionen vollständig oder teilweise deaktiviert sind; dass die Seilbahn dann stoppt bzw man es gar nicht während der Fahrt anwählen kann ist einfach ein Schutz vor einer versehentlichen Betätigung.
Ganz gut sieht man das bei der Connect-Steuerung von Doppelmayr, da muss man stehen bleiben, damit man vom Fahrgastbetrieb in den Servicebetrieb wechseln kann, und erst dann kann man den Garagierungs-Modus anwählen. Im Fahrgastbetrieb kann man nicht in den Garagierungs-Modus wechseln oder Weichen stellen.

Kurz gesagt:
Rein aus technischer Sicht wäre es natürlich möglich, ohne Stop zu garagieren, aufgrund rechtlicher Vorgaben muss eine Seilbahn aber stehen, wenn man die Betriebsart wechselt.
 
Kommt aber halt auch drauf an. Bei den 3S von Doppelmayr weis ich es nicht, bei Leitner geht es.

Habe es live an der Eisgratbahn in Stubai gesehen. Die Kabine wird ausgewählt und öffnet in der Gegenstation die Türen nicht und bleibt leer.
In der Mittelstation geht das vollautomatisch.
Die Kabine fährt ein und die Bahn verringert die Geschwindigkeit.
Die "Weiche" stellt sich und der Bahnhof fährt in Position.
Das alles im laufenden Personenbetrieb.
Nachdem die Kabine aus den Verkehr gezogen ist, stellt sich die Weiche wieder um und die Bahn beschleunigt wieder auf die eingestellte Fahrgeschwindigkeit.

Also da können sie Kabinen ein- sowie ausschieben ohne die Bahn anzuhalten.
Aber Leitner hat da Weichen verbaut die über ein Zahnrad mit dem Stellmotor verbunden sind.
Die sind wesentlich schneller als die Hub- Drehweiche von Doppelmayr.

Es wurde ja expliziert auf dieses System angefragt und ein Video habe ich auch noch, weil ich damals auch erstaunt war wie schnell das geht.
 
phifue schrieb:
Die neue Eibergbahn kann doch auch während des Betriebs beschickt und garagiert werden.

Rein technisch kann das so ziemlich jede Anlage, die vorwärts garagiert oder einen Schleifenbahnhof hat.

Ist aber in fast allen Fällen verboten, da sich der Bahnhof nicht mit dem Notantrieb fahren lässt.
Dann kommt der Stromausfall, man kann die Weiche nicht mehr ausschwenken und somit nicht zurück auf Umlauf stellen, dann muss die Anlage geborgen werden da sie mit dem Notantrieb nicht leer gefahren werden kann.
Je nach Anlage gibt es dann Notstromaggregate die den Bahnhof versorgen und ein ausschwenken oder weiter garagieren mit Notantrieb ermöglichen, ist aber eher selten der Fall.
 
Meistens sind einfach die Weichen in den Bahnhof so langsam, dass sich ein Umlegen der Weiche innerhalb eines Fahrzeugabstands einfach nicht ausgeht.

Und Schnellschaltweichen will sich halt kein vernünftiger Mensch antun (es gibt keine einzige Anlage, egal welchen Herstellers, in der die Schnellschaltweichen zuverlässig funktionieren. Auch wenn das Marketing gewisser Seilbahnhersteller das anders darstellen will...). Da ist es besser, die Anlage einfach anzuhalten und pro Tag 5min länger zu brauchen.
 
Kann ja gar nicht sein. Ich sag jetzt nicht, dass das sinnvoll wäre, aber eine Schnellweiche für die Bahnhofsanbindung kann nicht so unzuverlässig sein, dass das ein Problem wäre. Dort wo die üblicherweise eingesetzt werden schalten die sehr viel öfter, nämlich entweder zwischen allen FBM oder alle paar FBM zweimal. Wenn du da eine/zwei Stunden ohne Störung fährst, hast du schon mehr Schaltvorgänge als für die Beschickung und Garagierung in der ganzen Saison. Und ich habe noch keine Bahn erlebt die am laufenden Band Störungen haben mit den Weichen.
 
Snowking99 schrieb:
Rein technisch kann das so ziemlich jede Anlage, die vorwärts garagiert oder einen Schleifenbahnhof hat.

Ist aber in fast allen Fällen verboten, da sich der Bahnhof nicht mit dem Notantrieb fahren lässt.

Neulich in Westendorf bin ich um 16:04 nochmal unten in die Alpenrosenbahn eingestiegen, um bis ganz hoch zu fahren. Letzte Bergfahrt laut Schildern um 16:15 Uhr. Ca. in der Mitte der Sektion 2 hat die Bahn für 1-2 Minuten angehalten und ist dann weitergefahren. In der Bergstation habe ich gesehen, dass die dann mit dem Garagieren angefangen haben, während ich, aber auch in den Gondeln vor und nach mir noch Leute in der Bahn waren. Wenn ich das richtig gesehen habe, haben die aber auch Weichen, die mit Muskelkraft/Hebel betätigt werden und auch keine Ketten-/Reifenförderer. Da scheint das dann erlaubt zu sein, mit Leuten in der Bahn zu garagieren.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Und ich habe noch keine Bahn erlebt die am laufenden Band Störungen haben mit den Weichen.

Mit welcher Kombibahn hast du gearbeitet? Würde mich sehr interessieren. Denn alle Betreiber (und auch Techniker der Hersteller) mit denen ich in Kontakt war und bin bestätigen die immer gleichen Probleme, die einfach Systembedingt entstehen.

Mich würde wirklich interessieren, welche Kombibahn mit Schnellschaltweichen zuverlässig funktioniert.
 
Die Frage ist doch was zuverlässig heißt. Die paar Schaltvorgänge für die Garagierung sind nicht mit dem Dauerbetrieb für Doppeleinstiege vergleichbar.
 
mayrhofner schrieb:
Mich würde wirklich interessieren, welche Kombibahn mit Schnellschaltweichen zuverlässig funktioniert.
Was heißt denn Unzuverlässigkeit?
Z. B. in Mayrhofen am Penken, wie viel Ausfallzeit pro Saison sind das im Vergleich zu einer normalen EUB/KSB?
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Wie gesagt, in Waidring gibt's das auch. Und die Bahn hat elektrische Weichen und Förderer im Bahnhof.

Ich hab's gestern im Skijuwel sogar zweimal gehabt, und zwar bei neueren Bahnen.
Einmal bei der Gmahbahn (letzte Bergfahrt 16:00) und anschließend noch bei der Pöglbahn (letzte Bergfahrt 16:15).
Auch bei der Salvenbahn 2 in Hopfgarten hab ich schon beobachtet wie die letzten Leute eingestiegen sind und dann sofort mit dem garagieren angefangen wurde.
Alle genannten Anlagen sind aber kurz stehen geblieben.
 
Hier wird einiges vermischt.

Zu jeder Bahn gibt es eine Betriebsvorschrift.
Herstellervorgaben z.b. usw.

Wenn in dort z.B. drin vermerkt ist, dass das garagieren mit Personen nicht zulässig ist, dann ist es nicht zulässig.
Gängige Praxis was vor Ort gemacht wird, ist dann die andere Seite.


Denke mal im Handbuch vom KFZ steht auch, erst Anschnallen, dann los fahren.
Sowie in der Fahrschule gelernt: Vor Fahrbeginn kontrollieren ob das Licht geht, etc.

^^ Wer macht das?
 
Ram-Brand schrieb:
Hier wird einiges vermischt.

Zu jeder Bahn gibt es eine Betriebsvorschrift.
Herstellervorgaben z.b. usw.

Wenn in dort z.B. drin vermerkt ist, dass das garagieren mit Personen nicht zulässig ist, dann ist es nicht zulässig.
Gängige Praxis was vor Ort gemacht wird, ist dann die andere Seite.
Richtig, Seilbahnen haben Betriebsvorschriften bzw. Betriebsanleitungen.
Gerade bei den älteren Anlagen, welche ich kenne, steht in der Betriebsanleitung (Hersteller) zum Fahrbetrieb an sich eigentlich gar nix.
In der Betriebsvorschrift finden sich, je nach Anlage, auch oft nur wage Angaben, ob das Garagieren mit Leuten zulässig ist oder nicht oder nur bei bestimmten Bedingungen, somit hat man da oft einen Interpretationsspielraum. Gibt aber auch einige wenige Anlagen, wo genau geklärt ist, wann welche Leute beim Beschicken oder Garagieren befördert werden dürfen.

Snowking99 schrieb:
[...] Ist aber in fast allen Fällen verboten, da sich der Bahnhof nicht mit dem Notantrieb fahren lässt.
Dann kommt der Stromausfall, man kann die Weiche nicht mehr ausschwenken und somit nicht zurück auf Umlauf stellen, dann muss die Anlage geborgen werden da sie mit dem Notantrieb nicht leer gefahren werden kann.
Je nach Anlage gibt es dann Notstromaggregate die den Bahnhof versorgen und ein ausschwenken oder weiter garagieren mit Notantrieb ermöglichen, ist aber eher selten der Fall.
Das ist das erste Mal, dass ich davon höre. Laut dieser Logik dürfte man ja während des Fahrbetriebs keine Weiche mehr stellen, um z.B. ein Fahrzeug mit einer Fehlfunktion aus dem Betrieb zu nehmen; weil wenn in dem Moment, wo die Weiche nicht in Umlaufstellung ist, ein Stromausfall passiert, müsste man ja anscheinend die Bahn bergen.
Gibt für einige Weichenmotoren aber extra Handbetätigungen, und auch sonst kann man die Weichen auch mit Muskelkraft stellen, man muss dazu z.B. den Motor abschrauben. Also nur weil man eine Weiche nicht schwenken kann, muss man nicht gleich bergen.
 
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