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Gletscher-Abschmelzung

Als man das Hotel in Gletsch am Furka baute, beteten die Eigentümer, dass der Rhonegletscher nicht weiter vorstösst und das Hotel zerstört. Heute hat sich auch jeder daran gewöhnt, dass man von dort aus keinen Gletscher mehr sieht. Der Mensch passt sich immer an.
 
ski-chrigel schrieb:
.... Der Mensch passt sich immer an.

Das ist der evolutionäre Vorteil des Homo sapiens..

Allerdings gibt es wie bei jeder Art Variationen, die Evolution probiert sich halt aus...,die meinen sie sind die Letzten...
Wer nicht flexibel ist, bleibt eben kleben.
 
ski-chrigel schrieb:
Der Mensch passt sich immer an.

Klar machen wir das. Aber in Bezug auf Klimawandel ist dann doch die Frage, wie viele Opfer und welche Summen es erfordert. Es wird wohl sehr viele Verlierer geben, die den kürzeren ziehen werden. Die Zeit ist inzwischen zu knapp, als dass man sich da langsam darauf einstellen und vorbereiten könnte.

Um aufs Thema zurück zu kommen...wir waren gestern in Morteratsch und sind die Schotterstraße zum Gletscher hinter gefahren...war schon beeindruckend, wie weit sich der inzwischen zurück gezogen hat.
 
scratch schrieb:
ski-chrigel schrieb:
Der Mensch passt sich immer an.

Klar machen wir das. Aber in Bezug auf Klimawandel ist dann doch die Frage, wie viele Opfer und welche Summen es erfordert. Es wird wohl sehr viele Verlierer geben, die den kürzeren ziehen werden. Die Zeit ist inzwischen zu knapp, als dass man sich da langsam darauf einstellen und...

Naja zur Zeit gibt es die wirtschaftlichen Opfer vor allem ohne jeden Effekt auf den globalen CO2 Ausstoss vor allem im BesserwisserWeltuntergangsland, welches einstmals weltweit ökonomisch die Nr.2 war - inzwischen auf 6. abgerutscht ist ... zur Zeit nun im Übergang von einer Rutschpartie zum freien Fall ist....
 
ThomasK schrieb:
Die Baumgrenze ist etwa 100 Höhenmeter knapp unter dem Trockenen Steg. Auch auf Riffelberg und Blauherd stehen Bäume. Die ersten Bauminvasoren stehen bereits kurz vor Rotenboden, wobei um den Riffelsee bereits die ersten Bäume stehen.
Ist doch schön, wenn es oben grün wird. Im Winter wird es sicherlich weiterhin weiß sein. Also an dem Punkt, an dem im Winter kein Schnee mehr kommt, sind wir noch lange nicht.
 
IronDome schrieb:
ThomasK schrieb:
Die Baumgrenze ist etwa 100 Höhenmeter knapp unter dem Trockenen Steg. Auch auf Riffelberg und Blauherd stehen Bäume. Die ersten Bauminvasoren stehen bereits kurz vor Rotenboden, wobei um den Riffelsee bereits die ersten Bäume stehen.
Ist doch schön, wenn es oben grün wird. Im Winter wird es sicherlich weiterhin weiß sein. Also an dem Punkt, an dem im Winter kein Schnee mehr kommt, sind wir noch lange nicht.
An dem Punkt wir man auch 2100 noch nicht sein.

Aber wenn man sich die Lage in Tirol gerade ansieht:
Wenn auch in den Westalpen der Großteil der Niederschläge im Sommer auf einmal runterkommt, die verbliebenen Gletscher blank sind und die Schneefallgrenze bei 4300 m liegt, mag ich nicht in Zermatt oder Saas Fee gefangen sein.
Dabei hab ich nocht nicht Mal berücksichtigt, dass so manches Tal Tunnel brauchen wird, weil ohne Permafrost die Berge wegbröseln, da sind wir in den Ostalpen besser dran.
Leider wachsen die Bäume zu langsam, um den verschwindenen Permafrost auszugleichen :D
 
Zu den Prognosen hätte ich doch noch einmal eine Frage: Wird dort die Möglichkeit berücksichtigt, dass es durch einen verlangsamten Golfstream möglicherweise deutlich kälter in unseren Breitengraden werden könnte? Oder dass es durch den verlangsamten Jetstream Phasen geben könnte, in denen es lange kalt oder auch lange warm wird? Also globale Erwärmung ja, aber Stand heute recht unklare lokale Auswirkungen.

Mit anderen Worten: Wie realistisch sind Prognosen für 2100, über 75 Jahre von heute entfernt?
 
IronDome schrieb:
Zu den Prognosen hätte ich doch noch einmal eine Frage: Wird dort die Möglichkeit berücksichtigt, dass es durch einen verlangsamten Golfstream möglicherweise deutlich kälter in unseren Breitengraden werden könnte? Oder dass es durch den verlangsamten Jetstream Phasen geben könnte, in denen es lange kalt oder auch lange warm wird? Also globale Erwärmung ja, aber Stand heute recht unklare lokale Auswirkungen.

Mit anderen Worten: Wie realistisch sind Prognosen für 2100, über 75 Jahre von heute entfernt?

IdR wird immer betont, dass die zukünftige Abschwächungsstärke und dieser Einfluss in seiner Bedeutung zu unklar ist - deshalb noch nicht einbezogen werden kann. Seit ca. 1850 soll er sich verlangsamen/immer weniger intensiv werden.
Seit 1850 werden dazu Messwerte erhoben.

Sprich es ist multifaktoriell...
M.E. Ist die Tendenz offensichtlich, leider auch bei den Gletschern.
Alles andere inkl. der Erklärungsmodelle ist im Fluss, wie in jeder Wissenschaft.
Ausser man begibt sich auf sicheres ideologisches Pflaster.

Mit anderen Worten: eins ist sicher: nichts ist sicher.
Deshalb war der Homo sapiens so erfolgreich, er konnte sich anpassen.
Ich hoffe er kann es weiterhin, obwohl man zur Zeit zweifeln kann.
 
Da sämtliche Prognosen allein innerhalb eines Jahrzehnts ständig korrigiert werden (müssen) kann man sich wohl selbst ausmalen wie genau man heute das Jahr 2100 vorraussagen kann.

Würden diverse Prognosen auch nur ansatzweise stimmen, hätten wir z.B. auch schon seit mindestens 4 Jahrzehnten kein Öl mehr. Ich gebe da in eigentlich egal welcher Hinsicht sehr wenig drauf wenn selbst der Wetterbericht für in einer Woche nicht stimmt.
 
Julian96 schrieb:
Da sämtliche Prognosen allein innerhalb eines Jahrzehnts ständig korrigiert werden (müssen) kann man sich wohl selbst ausmalen wie genau man heute das Jahr 2100 vorraussagen kann..................................
Stimmt. Sprunghafte Ännderungen, wie beispielsweise einn rasches Stocken des Nordatlantikstroms sind nicht vorhersagbar.

Bedauerlicherweise eilt die Gletscherschmelze den Prognosen voraus. Hab neulich erst einen Artikel über den möglichenn Zusammennbruch des Gornergletschers gelesen.
 
IronDome schrieb:
Zu den Prognosen hätte ich doch noch einmal eine Frage: Wird dort die Möglichkeit berücksichtigt, dass es durch einen verlangsamten Golfstream möglicherweise deutlich kälter in unseren Breitengraden werden könnte? Oder dass es durch den verlangsamten Jetstream Phasen geben könnte, in denen es lange kalt oder auch lange warm wird? Also globale Erwärmung ja, aber Stand heute recht unklare lokale Auswirkungen.

Ich habe mal einen Artikel gelesen, in welchem stand, dass diese Frage einmal in einer Studie analysiert worden ist.

Daraus ging hervor, dass dann, wenn der gesamte Golfstrom ausfällt, es zwar in Europa relativ gesehen zum Trendszenario kälter wird, aber die durch den entfallenen Golfstrom verringerte Wärme zuvor durch die allgemeine Klimaerwärmung dreifach überkompensiert wird.

Anders ausgedrückt: Durch den fehlenden Golfstrom entfällt für den europäischen Atlantikbereich und die europäischen Atlantikküsten etwa ein Drittel der Klimaerwärmung.

Wenn sich also beispielsweise die Erde um 3 Grad erwärmt, dann würde sie sich im europäischen Atlantikbereich bzw. an den europäischen Atlantikküsten nur um 2 Grad erwärmen.

Allerdings würde dann die durch den Golfstrom in Europa fehlende Wärme für die Bereiche Mexiko und Karibik noch zur allgemeinen Erwärmung hinzukommen, sodass man im Karibikbereich und in Florida dann von einer noch stärkeren Erwärmung ausgehen kann.

Da ein Hurrikan eine Wassertemperatur von mindestens 27 Grad benötigt, würde sich dann die Stärke der Hurrikans für Florida noch deutlich verschärfen. In diesem Sommer wurden in Florida teilweise schon Temperaturen von 35 Grad gemessen. Dummerweise waren diese 35 Grad keine Lufttemperatur, sondern die Wassertemperatur.

https://www.n-tv.de/wissen/Meer-vor-Florida-wird-zur-Badewanne-article24252487.htm


IronDome schrieb:
Mit anderen Worten: Wie realistisch sind Prognosen für 2100, über 75 Jahre von heute entfernt?

Man kann immer nur grobe Korridore angeben, da man viele Abhängigkeiten und Wechselwirkungen noch nicht gut genug kennt. Aber die Tendenz ist absolut eindeutig, zumal sich der CO2-Ausstoß noch deutlich erhöht.

Wenn sich die Menschheit weiter so verhält wie bisher und die Reduktionszusagen - wovon man ausgehen muss - nur teilweise eingehalten werden, dann wird man bis 2100 auf eine Erwärmung von ca. 4 Grad kommen.

Die 1,5 Grad sind sowieso nur eine fiktive Beruhigungspille, die niemand ernst nimmt.
 
Vier Grad halte ich für unrealistisch. Schau dir diese Grafik aus Wikipedia an:
Temp-sunspot-co2.svg.png

Wenn ich sehr grob gucke, ist die Temperatur im Vergleich zu vor 50 Jahren linear um insgesamt ein Grad gestiegen und ist der CO2-Anteil linear um insgesamt 100 ppm gestiegen, also um 2 ppm pro Jahr. In den letzten Jahrzehnten waren es etwas mehr als 2 ppm, weil der jährliche CO2-Ausstoß stieg. Aber mittlerweile ist der Ausstoß mehr oder weniger konstant und ich würde schon vermuten, dass er mittelfristig auch global wieder sinken wird.

Daher: Von jetzt an bis in etwa 50 Jahren könnte es durchaus noch einmal 1 oder 1,5 Grad wärmer werden. Alles weitere ist nicht seriös zu prognostizieren, weil völlig unklar ist, wie es mit den weltweiten CO2-Emissionen (oder auch Emissionen anderer Treibhausgase) weitergehen wird.
 
IronDome schrieb:
Vier Grad halte ich für unrealistisch. Schau dir diese Grafik aus Wikipedia an:Temp-sunspot-co2.svg.png
Wenn ich sehr grob gucke, ist die Temperatur im Vergleich zu vor 50 Jahren linear um insgesamt ein Grad gestiegen und ist der CO2-Anteil linear um insgesamt 100 ppm gestiegen, also um 2 ppm pro Jahr. In den letzten Jahrzehnten waren es etwas mehr als 2 ppm, weil der jährliche CO2-Ausstoß stieg. Aber mittlerweile ist der Ausstoß mehr oder weniger konstant und ich würde schon vermuten, dass er mittelfristig auch global wieder sinken wird.

Daher: Von jetzt an bis in etwa 50 Jahren könnte es durchaus noch einmal 1 oder 1,5 Grad wärmer werden. Alles weitere ist nicht seriös zu prognostizieren, weil völlig unklar ist, wie es mit den weltweiten CO2-Emissionen (oder auch Emissionen anderer Treibhausgase) weitergehen wird.
Gratulation, dass du lineare Algebra handhaben kannst :D

Aber leider:
  • spricht der IPCC von Temperaturanstieg ab der industriellen Revolution bis 2100, da bist du mit deinen 2,5 Grad bis 2073 noch auf der opuimistischen Seite
  • sind die Zusammenhänge in den wenigsten Fällen linear. Z. B. sich selbst verstärkende Effekte, wie weniger Schnee/Eisbedekung und der daraus resultiernde Temeraturanstieg
  • gibts da noch andere Treibhausgase wie Methan, Lachgas
  • besteht die Gefahr, dass wir ein paar Kipppunkte erreichen, die an sich schon globale Auswirkungen haben können
  • stellt sich ein Strahlungs/Temperatur-Gleichgewicht auf eine, Planeten nicht innerhalb von Jahren ein. Selbst wenn wir ab morgen keine Treibhausgase ausstoßen, wird es noch Jahrzehntelang wärmer
 
Tja. Eins ist aber sicher:

Wir alle hier werden im Jahr 2100 nicht überprüfen können wer recht hat....


PS:
Und die wenigen die hier unter 20 sind und jetzt den Finger heben.... haltet Euch ran , damit Ihr die 100 schafft... die derzeitigen Bedingungen sind immer noch recht gut dafür.
 
Also in den Alpen haben wir ja jetzt schon die Erwärmung, die global für 2050 oder später prognostiziert wird. Wo wird das enden? Bei einem Plus von 6°C?
 
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