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Gletscher-Abschmelzung

Trockene Hitze ist eindeutig besser für Schnee und Gletscher.
 
Was lässt Gletscher schneller schmelzen eigentlich:
Eine Woche kräftiger Sommerregen (wie dzt.) oder eine Woche sonnige Sommerhitze?

Unter "normalen" Klimaverhältnissen in den Alpen das letztere (die Strahlung scheint doch eine sehr wesentliche Rolle zu spielen). Vor allem hängt es von der Schneefallgrenze ab, die in den letzten Tagen wohl kein Mal unter 3000 m gelegen ist (nach meinem flüchtigen Eindruck). Und das ist für die Gletscher wohl die Crux an den wärmer gewordenen (und werdenden?) Durchschnittstemperaturen: es gibt natürlich auch in heutigen Sommern Kaltlufteinbrüche und Tiefdruckgebiete, nur liegt die Schneefallgrenze häufig genug einfach zu hoch oben, weshalb dann molotov wiederum Recht zu geben ist.
 
Kris schrieb:
Was lässt Gletscher schneller schmelzen eigentlich:
Eine Woche kräftiger Sommerregen (wie dzt.) oder eine Woche sonnige Sommerhitze?


Das lässt sich so leicht glaube ich nicht sagen.

ich schreib mal zusammen, was mir spontan so einfällt:

Beim Sommerregen dürfte sicherlich die Lufttemperatur (und damit die Differenz zum schmelzpunkt) geringer sein, allerdings hat Wasser einer doppelt so hohe Wärmespeicherkapazität wie Luft. Mit 10 Grad Warmes Wasser hat also mehr Wärmeenergie als 10 Grad warme Luft (gleiche Menge), sprich man kann damit auch mehr Eis zum schmelzen bringen.
Um diesen vergleich zu ziehen, müsste man also wissen, wie hoch die Lufttemperatur bei Hitze und wie hoch die Wassertemperatur des Regens ist. Das ist im endeffekt wieder die frage nach der Schneefallgrenze.


Weiter müssten wir mal die aufenommene Sonneneinstrahlung beachten. Die Sonneneinstahlung ist eindeutig bei der Sommerhitze größer. Wie viel jedoch aufgenommen wird, hängt auch davon ab, ob noch Schnee (reflektiert) auf dem Eis liegt oder ob es schon Blankeis mit Dreck drauf ist. Tendenz: solange noch Schnee liegt, ist Sonne weniger schädlich, ohne Schnee haut die Sonne voll rein. Der sommerregen dürfte relativ unabhängig vom alteschnee seine Schmelzwirkung entfalten.

Dann hätten wir noch den Wind: je stärker der Wind, desto stärker hauts das Eis weg. Gilt zumindes für die Sommerhitze. Bei regen dürfte eh das meiste schmelzpotenzial auf das Wasser entfallen.

Dass die Sommerhtze generell besser ist, glaube ich nicht. Siehe dazu allein den Sommer 2003.
 
Man muss sich nur die Schmelzraten im Frühjahr anschauen, sicherlich ist Sonne schlecht, allerdings wird die Schneeoberfläche bei trockener Luft durch die Verdungstungskälte geschützt. Nichts haut Schnee (und Eis) schneller weg als 10 Grad warmer Regen...
 
Die Sonne wird allerdings mit zunehmender Verschmutzung/Vergrauung der Eisoberfläche wegen der Aufheizung immer wichtiger für den Schmelzprozess.
Ist schon recht vielschichtig das Ganze. Massives Gestein oder Schutt konservieren das Eis unten wiederrum. (Beispiel Gletschertisch etc.)
 
Naja 10° und Regen wird es in den letzten Tagen wohl kaum auf den Gletschern gegeben haben. Ganz oben sicherlich auch den ein oder anderen cm Neuschnee (abgesehen von gestern und vorgestern). Daher wird der Regen den Gletschern jetzt nicht so zugesetzt haben wie hier einige vermuten. Sollte die noch verbliebene Schneedecke zumindest Teile des Regens aufgesaugt haben, dürfte das sogar einen eventuellen positiven Effekt haben. Stark wassergesättigter Schnee/Firn kann schließlich auch ohne den Jahrelangen Umweg "Druck" in wenigen Tagen (Frost vorrausgesetzt) zu neuem Gletschereis werden.
 
bamigoreng schrieb:
Gestern Abend kam auf Discovery Channel HD eine Reportage über Vulkane, und unter anderem ihrem Effekt auf das Klima. Zwischen 1970-80 ist ein Vulkan ausgebrochen (Name und Jahr vergessen), welcher seine Aschewolke über 80km bis an die Mesosphäre schoss. Anschliessend verteilte sich diese Asche innerhalb kurzer Zeit rund um die Erde, und die Aschepartikel reflektierten/hielten einen gewissen Teil der Sonnenstrahlen und der anderen Strahlen von der Erde ab. Resultat war während 2 Jahren eine "Eiszeit" in der es kühler wurde.
Ohne die Sendung gesehen zu haben, ich denke es war der Ausbruch des Pinatubo 1991 gemeint. Die Abkühlung war jedoch nur von kurzer Dauer.


bamigoreng schrieb:
Idee 1:
Vulkane absichtlich zum Ausbruch bringen, zB mit geziehltem Sprengen an "Hot-Spots", damit die Aschepartikel in die Mesosphäre gelangen, und sich über die gesamte Welt verteilen.
Selbiges hat die Schwer Industrie in den 1970er Jahren geschafft was neben einigen nicht so schönen Dingen (Waldsterben, Luftverschmutzung...), auch einen Gletschervorstoß in den Alpen zur Folge hatte.

bamigoreng schrieb:
Idee 2:
Den Panama-Kanal auf irgendeine Weise schliessen, oder den Durchfluss stark minimieren. z.B mit einem Damm. Der Panama-Kanal soll, so habe ich das mal aufgefasst, die Kalt/Warm Wasserströme beeinflussen und hat darum auch zur Erwärmung beigetragen.

Du meinst sicherlich die Landenge von Panama, die dafür sorft das der Golfstrom entsteht. Halte ich für Absolut unmöglich. Der Kanal selbst wird in keinster Weise Klimarelevant sein, da die zwischen Pazifik und Altantik überhaupt kein Wasseraustausch stattfinden kann.

Das nächste mal evtl einfach ein bisschen besser zuhören. :wink:
 
Einen nennenswerten Wasseraustausch zwischen Atlantik und Pazifik durch den Panama Kanal kann ich mir auch nicht vorstellen. Nur zur Info, der Panama Kanal hat insgesamt 9 Schleusen, durch die das Wasser durch müsste, wobei an den Schleusen kein Wasser nach oben gepumpt wird, sondern diese werden jeweils mit Wasser aus dem 26m über Meeresniveau liegenden Gatunsee, der den höchsten Punkt des Panama Kanals bildet, von oben befüllt.
Ein klimarelevanter Wasseraustausch Atlantik - Pazifik kann da wohl kaum stattfinden :wink:
 
Natürlich war nicht der Panama-Kanal gemeint, sondern die Entstehung der Landbrücke zw. Nord- u. Südamerika durch Vulkanismus vor knapp 3 Millionen Jahren.
Das Warmwasser des Äquatorialstroms (Erddrehung) konnte nicht mahr nach Westen und befeuerte den Golfstrom.
 
Hinsichtlich Wasser ist Kanal nicht gleich Kanal! Während ich davon ausgehe, dass der Suez-Kanal Salz- oder zumindest Brackwasser führt, kann ich z.B. ganz klar sagen, dass der Nord-Ostseekanal Süßwasser führt :!: Da der Höhenunterschied beim Panamakanal noch extremer ist, wird das logischerweise auch Süßwasser sein. Diese Kanäle haben ja Zuflüße aus der Umgebung (im panamananananaischen Regenwald sicherlich noch mehr), die Süßwasser führen.
Und ob so ein Süßwasserfluss nun in den Atlantik oder in den Pazifik mündet, insbesondere bei der kurzen Landmasse, ist ja nun vollkommen Lachs.
 
Das mit den Gletscher-Abbrüchen darf man nicht überbewerten. Man muss einfach sehen, wie lange wir schon beide Polregionen erforschen. Es ist nämlich nicht von der Hand zuweisen das solche Abbrüche alle paar Hundert oder Tausend Jahre vorkommen können. Und daher als „normal“ anzusehen sind. Wenn dann irgendwelche Reporter oder Wissenschaftler das auf die Klimaerwärmung ummünzen ist das einfach nur Populismus .
 
Mal ein bisschen was zu den Fakten - Heinz Slupetzky's erster Gletscher-Tagebucheintrag für das Jahr 2012. Der Eintrag stammt von Mitte Juni, die Einschätzung war damals noch deutlich positiver als sich die Realität heute nach meinem Empfinden darstellt:

http://science.orf.at/stories/1700485/
 
Der Triftgletscher dürfte sich ähnlich entwickeln wie der Palügletscher. Letzterer hat allerdings einiges an Jahren bzw. Jahrzehnten "Vorsprung".
Das Gelände weist ja nicht ganz unähnliche Formen auf.
Wäre ich in der Gegend, würde ich mir den Triftgletscher nochmal ansehen und Aufnahmen machen, die schon sehr bald historisch sein werden.
 
bin mal gespannt, wie die nächsten Winter werden ...

Die Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) fanden heraus, dass die Wahrscheinlichkeit für kalte und schneereiche Winter steigt, wenn die Arktis im Sommer von wenig Meereis bedeckt ist.

Arktische Eisschmelze könnte Winter kalt und schneereich machen (Technologisches Institut in Atlanta, Georgia und Institut für Atmosphären-Physik in Peking)

Erderwärmung begünstigt die extreme Kälte (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung 2010 - der prognostizierte schneereiche Winter kam dann 2011/12)
 
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