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Gletscher-Abschmelzung

skifam schrieb:
Der Status war wohl schon seit langem sehr wohl meinend und nur der Tatsache geschuldet, dass D nunmal wenig Landschaft und Höhe zu bieten hat....
Vor 100 Jahren war die Zugspitze auch noch 400m höher. Ist so!
 
Guten Tag, werte alpinforumgemeinde.
@noisi
Nein, ist nicht so
 
"Aus den einzelnen Punktmessungen werden derzeit die Massenbilanzen für die gesamte Gletscherfläche berechnet, aber schon jetzt lässt sich sagen, dass gemittelt über alle Messpunkte das Gletschereis der Pasterze und der Sonnblick-Gletscher ungefähr doppelt so stark geschmolzen ist wie im Durchschnitt der letzten Jahre, stellenweise sogar vier Mal so stark."
https://www.tt.com/artikel/30833135/3-7-meter-weniger-gletscher-schmolzen-doppelt-so-schnell-wie-durchschnittlich

Das verheerende „Gefühl“ für dieses Jahr wird nun mehr und mehr auch wissenschaftlich mit Zahlen bestätigt.
 
Da waren’s nur noch vier: Bayerns Gletscher schmelzen so rasant, dass nun der erste zum Toteis degradiert wurde. Weitere bayerische Gletscher sind nicht mehr zu retten, weil sie schon lange nicht mehr zunehmen, sondern jedes Jahr schrumpfen. Mit unabsehbaren Folgen für den Wasserhaushalt, die Artenvielfalt und die Sicherheit am Berg. Die Alpenvereine sind alarmiert und erarbeiten neue Sicherheitsregeln für hochalpine Bergsteiger. Die Gletscherabbrüche in der Schweiz und Italien im Sommer mit insgesamt 13 Toten zeigen: der Klimawandel ist real, und er hat bereits jetzt fatale Folgen.
Quelle: Youtube

 
paar eindrücke vom Rhonegletscher
IMG_20221015_155125.jpg
IMG_20221015_155135.jpg
IMG_20221015_155004.jpg


2008 war übrigens das erste Jahr in dem sich so etwas wie ein See bildete
 
Hab gerade eher per Zufall diesen Thread entdeckt, hier ein paar Fotos von meinem Großglockner-Besuch im Sommer 2020.

Standardbild Glockner von der Franz Josef Höhe.
IMG_20200819_142244 (1).jpg


Die Franz Josef Höhe ist nur mehr ein Pixelhaufen, oben mittig. Vermutlich 1km vom Eis entfernt.
DJI_0181.JPG


Interessanter kreisförmiger Bruch
DJI_0176.JPG


Gletschertor
DJI_0180.JPG


Habe dann Zufällig von meiner Mutter via WhatsApp alte Fotos bekommen, dürfte Sommer 1967 gewesen sein.
Laut Erzählung ist man von der Standseilbahn mehr oder weniger am Eis ausgestiegen, wir mussten cirka 90min Fußweg einplanen.
Heutzutage ist es gar nicht mehr vorstellbar, das Familien einfach am Eis rumspazieren, so schnell können sich die Zeiten ändern.
IMG-20200830-WA0003.jpg


Auch wenn der Winkel nicht ganz passt, hab ich mir erlaubt einen Vergleich zwischen 1967 und 2020 zu machen. Gletscherforscher können das sicher besser, aber es ist irgendwie nett wenn man den Gletscherschwund mit Familienfotos auch dokumentieren kann :biggrin:

pasterze.gif

Aufs Bild drücken für GIF Animation :D
 
So eine Animation müsste mal jemand für Luzern erstellen. Soweit ich mich erinnere, hat es dort auf knapp über 500 Meter Höhe über dem Meer einige Gletschermühlen, die besichtigt werden können. Luzern unter Eis ohne Kapellbrücke sieht sicher auch ganz imposant aus.
 
bkk schrieb:
Schusti schrieb:
pasterze.gif
Aufs Bild drücken für GIF Animation :D

8O :o

Krass. Coole Animation!

Danke :D

Ich hab das schon ein paar Mal gemacht, wenn ich irgendwo unterwegs war. Auch um in meiner Familie ein bisserl das Thema Klimawandel anzusprechen. :idea:

Eins hab ich noch, Rotgüldenkees beim Großen Hafner in der Ankogelgruppe

Mein Bild aus 2021:
pano (3).jpg


Kurze Internet-Recherche ergibt glücklicherweise ein Bild das knapp 80 Jahre alt ist.
07.jpg

Quelle: https://www.lungauer-stoafexn.at/lungauer-stoafexn/home.php?site=seite_fotohist_rotguelden

Und voila, einmal mehr ein Bild zum heulen. Heutzutage sind da nur mehr Steinhaufen, anno dazumal einfach das Eis fast bis zum See, kaum zu glauben.
rotgüldenkees.gif

Es gilt dasselbe hier, bitte drücken für Animation.
 
Hy,

Ich bin im August vom Hafner runter zur Rotgüldenseehütte.
Das Foto erspar ich euch, dagegen sah es 2021 noch gut aus

Dort hab ich vom Hüttenwirt gehört, dass der Gletscher um 1900 noch in den See reinging.
Das kann man sich nicht vorstellen:
höchster Punkt des ehemaligen Gletschers: <2800 m, und trotzdem ging er bis unter 2000 m runter.
 
Schusti schrieb:
Laut Erzählung ist man von der Standseilbahn mehr oder weniger am Eis ausgestiegen, wir mussten cirka 90min Fußweg einplanen.
Heutzutage ist es gar nicht mehr vorstellbar, das Familien einfach am Eis rumspazieren, so schnell können sich die Zeiten ändern.


Siehe auch hier:

https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=187&t=473&p=5331408#p5331408

Und, ja, vor mehreren Jahrzehnten sind mit der Standseilbahn runter, kurzer Abstieg und wir standen auf dem Gletscher.
 
Auch sehr traurig eindrücklich ein Vergleich, der mir im Sommer aufgefallen war bei einem Verhältniseintrag im Gipfelbuch:

Allalin vom Alphubel aus (genauer wohl irgendwo am Grat, ca. Feekopf) im August 2022: https://www.gipfelbuch.ch/verhaeltnisse/126605-hochtour-allalinhorn-4027m
20220812-093426-z337.jpg



Und fast gleiche Perspektive aus dem Gipfeleintrag. Genaues Datum unbekannt, upload laut Dateiname offenbar in 2006. Da ich im Zeitraum 2000-2010 3x oben war, halte ich Anfang der Nuller-Jahre für plausibel:
Von hier: https://www.gipfelbuch.ch/punkte/47
20061117-190402-z815.jpg


Und nebenbei kann man mittlerweile aus dem Dorf je nach Standort den Feekopf sowie das Drehrestaurant sehen... 8O
 
L&S schrieb:
Dort hab ich vom Hüttenwirt gehört, dass der Gletscher um 1900 noch in den See reinging.
Das kann man sich nicht vorstellen:
höchster Punkt des ehemaligen Gletschers: <2800 m, und trotzdem ging er bis unter 2000 m runter.
Das wird eher nicht so gewesen sein. Nacheiszeitlich hat der Gletscher nie den Talboden erreicht. Trotzdem ist der Rückgang mehr als erschreckend.
 
NeusserGletscher schrieb:
So eine Animation müsste mal jemand für Luzern erstellen. Soweit ich mich erinnere, hat es dort auf knapp über 500 Meter Höhe über dem Meer einige Gletschermühlen, die besichtigt werden können. Luzern unter Eis ohne Kapellbrücke sieht sicher auch ganz imposant aus.
Ich finde den Zusammenhang wieder nicht. Erkläre es mir doch bitte, welchen zusammen die Eiszeit mit dem Schwund der Gletscher von heute hat außer das auch schon Mal mehr Eis in den Alpen war und daher der Meeresspiegel so niedrig, das die Mammuts und Neandertaler zu Fuß nach London ohne nasse Füße gelaufen sind....
:gruebel: :nixweiss:
 
noisi schrieb:
L&S schrieb:
Dort hab ich vom Hüttenwirt gehört, dass der Gletscher um 1900 noch in den See reinging.
Das kann man sich nicht vorstellen:
höchster Punkt des ehemaligen Gletschers: <2800 m, und trotzdem ging er bis unter 2000 m runter.
Das wird eher nicht so gewesen sein. Nacheiszeitlich hat der Gletscher nie den Talboden erreicht. Trotzdem ist der Rückgang mehr als erschreckend.
Wenn das alte Foto von 1940 ist, dann fehlen da noch 85 Jahre auf den Gletscherhöchststand, da kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Zunge für ein paar Jahre den oberen See erreichte.
Hier ein Bild aus der Hütte:
IMG-20220811-201458.jpg


Im Vergleich zur Realität 2022
IMG-20220811-200030.jpg

Man bedenke,dass selbst im meiner AV-Karte (Gletscherstand 2009) noch in jedem der höheren Kare Eis eingezeichnet ist.

Vom Gipfel schaute der letze Rest des Rotgüldenkees sehr traurig und firnarm aus.
IMG-20220811-104431.jpg

Hier nochmals von der oberhalb Wastlkarscharte
45.jpg


Genau so schlimm ergings dem westlich vom Gipfel gelegenen Wastlkarkees, das ist quasi auch schon Geschichte. Von der Scharte aus aufgenommen.
Leider wurde der Weg durch das Geröll um 2h Stunden länger als angeschrieben, die Kärntner sind selbst dem Gletscher 30 Jahre hinterher.
IMG-20220811-120813.jpg


Und hier nochmal vom oberen See aus:
7.jpg
 
Die Daten des AGI zeigen zwar einen kleineiszeitlichen Gletscherstand bis über den oberen See hinaus, die erhaltenen Moränen zeigen aber etwas anderes. Die ältesten sichtbaren enden knapp oberhalb der Steilstufe. Sollte das Eis wirklich bis in den See gereicht haben, wäre dies sichbar. Im Talboden fehlen aber rezente Moränen.
https://www.gletscherwandel.net/
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noisi schrieb:
Die Daten des AGI zeigen zwar einen kleineiszeitlichen Gletscherstand bis über den oberen See hinaus, die erhaltenen Moränen zeigen aber etwas anderes. Die ältesten sichtbaren enden knapp oberhalb der Steilstufe. Sollte das Eis wirklich bis in den See gereicht haben, wäre dies sichbar. Im Talboden fehlen aber rezente Moränen.
https://www.gletscherwandel.net/
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Durch die Steilheit des Geländes wundert es mich nicht, dass man am Südostende kaum was sieht, was aber meiner Meinung nach an Rutschen und Muren liegen könnte.
Der Schuttkegel in den See kann durchaus 'neu' sein!


Wenn ich mir dort die kleine Eiszeit vorstelle, dann halte ich es für möglich, dass der Gletscher von oben und unten zur Mitte hin entstehen könnte.
Oben vom Kar und unten von immer größer werdenden Lawinenresten und abbrechnenden Gletscherteilen....

Auf jeden Fall vielen Dank für den Superlink!
 
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