Ich weiß nicht, was genau du mir jetzt vorwerfen möchtest. Ich habe zur groben Übersicht (auf die schnelle und nicht wissenschaftlich!) verschiedene Gletscherstände auf einer Karte markiert. Dies auch lediglich um dir zu aufzuzeigen, dass der Gletscher in der kleinen Eiszeit nie in der Nähe der Knorrhütte endete. Gemeint sind vermutlich Lawinenschneereste, aus dem Bereich Jubiläumsgrat (die dort durchaus auch mal flächig übersommern konnten, sogenanntes "Weißes Tal") oder das ehemalige Firnfeld "Kleiner Schneeferner" am Schneefernereck. Dabei handelte es sich aber nicht um Gletscher.
zonk schrieb:
Und nein,so weit war der Plattachferner eben nicht von der Knorrhütte entfernIch hab ja auch nicht gesagt,dass er 100 Meter davor aufgehõrt hätte,sondern rund,ca in etwa 100 HM darüber(evtl auch 50mehr,wo.er.in der Mitte des brunntalliftes in etwa aufgehört haben sollte,was aber absolut wahrscheinlich ist.
Das was du hier beschreibst, ist extrem ungenau und willkürlich und vor allem wissenschaftlich nicht haltbar, 100 HM darüber, vielleicht auch 50 mehr, absolut wahrscheinlich (was ist das eigentlich?)
Die von mir kartierten Gletscherstände beschreiben den letzten Gletschervorstoß in der jüngeren Dryaszeit - und zugegeben, die Beschriftung ist mit ca. 13.000 BP recht grob und dient nur zur Einordnung auf der geposteten Karte des Zugspitzplatts. Real stammen diese Moränen vom Übergang zum Holozän, ca. 11.500 bis 12.000 BP. Das ist aber auch aus der Zeichenerklärung meines vorherigen Posts ersichtlich.
Der in deinem Link genannte Gletscherstand ist der in der Fachliteratur "Rheintalanger" genannte Gletscherstand. Dieser wird zeitlich dem Beginn der jüngeren Dryaszeit zugeordnet, ca. 13.000 BP also ca. 11.000 v. Chr. - und das scheint auch der "Fehler" auf der Seite des Alpenvereins zu sein.
Diese zeitlichen Gletscherstände sind auch für andere Gletscher in den Alpen belegt.
Ebenfalls wichtig zur Einordnung, die Gletscherstände auf der Karte sind keine Rückzugsstadien. Zwischen dem Ende der jüngeren Dryas und dem Hochstand der Löbbenschwankung waren die Gletscher auf dem Zugspitzplatt immer kleiner als in der kleinen Eiszeit und zwischenzeitlich auch mal komplett abgeschmolzen.
zonk schrieb:
moränen sind bei Plateaugletschern, oder bei Gletschern mit verhältnismäßig flachem auslauf úbrigens nicht immer zu finden und somit nicht immer ein Indikator für evtl höchststände
Um noch mal darauf zurückzukommen, die Gletscher auf dem Zugspitzplatt waren keine echten Plateaugletscher.
Ausgeprägte Moränen finden sich überall dort, wo a) viel Material von begrenzenden Felswänden auf das Eis stürzen kann und im und auf dem Eis zum Gletscherende transportiert wird oder b) wo viel Material vor sich herschiebt (Stauchmoräne). Das hat nichts damit zu tun, ob ein Gletscher steil oder flach endet. Beispielhaft die riesigen Moränen im Alpenvorland/Norddeutschem Tiefland. Eher im Gegenteil, in steileren Gelände bilden sich aufgrund der Schwerkraft nur schlecht Endmoränen bzw. sie werden leicht zerstört.
Wenn du dich ernsthaft mit der Geschichte der Vergletscherung am Zugspitzplatt beschäftigen möchtest, sei dir dieses Buch ans Herz gelegt:
Hirtlreiter, G. (1992): Spät- und postglaziale Gletscherschwankungen im Wettersteingebirge und seiner Umgebung.