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Gletscher-Abschmelzung

Es ist absolut erschreckend, wie es beim Gepatschferner ausschaut!

Leider hatten wir heuer keine Gelegenheit rauf zu gehen, aber in den letzten 25 Jahren war ich immer wieder oben und pro Jahr waren es ca. 50 bis 60m an Verlust bei der Länge.
 
Wo es mir besonders auffällt, einfach weil ich das selber live erlebt hab, ist am Gletscher vom Grawandhotel. Damals noch ein Sommerskigebiet, die Talstation vom Sessellift stand gefühlt noch mitten im Gletscher, man konnte mit der Pistenraupe kilometerweit zu einer Eishöhle fahren und diese besichtigen...Heute steht ein großer Teil des Liftes im Sommer auf nacktem Fels.
 
Jetzt wird aktiv gegen das Abschmelzen und Auftauen vorgegangen:

seilbahn.net schrieb:
Terradata: Pionierarbeit auf über 3.000 m.ü.M - Permafrost-Monitoring am Piz Nair / St. Moritz

Im Auftrag von Engadin St. Moritz Mountains AG begleitet Terradata seit 2024 das Monitoring der Bergstation Piz Nair oberhalb von St. Moritz mit modernster Sensorik – darunter automatisierte Tachymeter, GNSS, Crackmeter, Ankerkraftmessungen sowie Temperaturmessungen in Tiefbohrungen.

In diesem Sommer startet das erste Projekt in der Schweiz, bei dem der Perafrostboden langfristig und ohne externe Energiezufuhr gekühlt wird. Ziel: Die Stabilität der Infrastruktur dauerhaft sichern, das Auftauen stoppen – und den Permafrost im besten Fall wiederherstellen.

https://seilbahn.net/sn/berichte/bericht.php?news=14077&kategorie=1&klickpass=agh586zyf

https://tedamos.ch/de/projekte/piz-nair
 
CrystalMountain schrieb:
Jetzt wird aktiv gegen das Abschmelzen und Auftauen vorgegangen:

seilbahn.net schrieb:
Terradata: Pionierarbeit auf über 3.000 m.ü.M - Permafrost-Monitoring am Piz Nair / St. Moritz

Im Auftrag von Engadin St. Moritz Mountains AG begleitet Terradata seit 2024 das Monitoring der Bergstation Piz Nair oberhalb von St. Moritz mit modernster Sensorik – darunter automatisierte Tachymeter, GNSS, Crackmeter, Ankerkraftmessungen sowie Temperaturmessungen in Tiefbohrungen.

In diesem Sommer startet das erste Projekt in der Schweiz, bei dem der Perafrostboden langfristig und ohne externe Energiezufuhr gekühlt wird. Ziel: Die Stabilität der Infrastruktur dauerhaft sichern, das Auftauen stoppen – und den Permafrost im besten Fall wiederherstellen.

https://seilbahn.net/sn/berichte/bericht.php?news=14077&kategorie=1&klickpass=agh586zyf

https://tedamos.ch/de/projekte/piz-nair

Entweder bin ich blind und ich hab etwas nicht verstanden. Wo wird denn erklärt, wie aktiv gekühlt wird?
 
alphachris2010 schrieb:
Entweder bin ich blind und ich hab etwas nicht verstanden. Wo wird denn erklärt, wie aktiv gekühlt wird?

Gute Frage! :gruebel:
Ich habe die sogleich per Email an seilbahn.net geschickt - mal sehen, ob/was die antworten.
Falls/sobald da was kommt, werde ich das hier posten.
 
Wenn da steht aktive Kühlung ohne Energiezufuhr ist das ja irgedwie widersprüchlich. Was ich kenne: Wärmerohre wie man sie aus dem Bereich PC-Kühlung kennt. Die sind mit Ammoniak gefüllt und entziehen dem Boden Wärme sobald die Lufttemperatur die Bodentemperatur unterschreitet. Damit kühlt man zb den Untergrund von Bahngleisen im chinesischen Hochland und bei der transsibirischen Eisenbahn. Das funktioniert wirklich ohne Strom.
 
Könnte man Löcher durch den Gipfel vom Piz Nair bohren und verrohren, und durch diese, wenn es im Winter kalt ist, kalte Luft durch die Rohre pumpen bzw. zirkulieren lassen. Oder etwas komplexer mittels Kühlmittel, gekühlt draussen mittels Wäremtauscher?
Berge sind "innen" stets warm, d.h. die Kälte (bzw. Wäremabfuhr) kommt immer von außen...

Im Sommer bleibt die Anlage außer funktion.
 
So, seilbahn.net hat die Frage an Terradata weitergeleitet, deren Teamleiter hat mir jetzt geantwortet:

Sehr geehrter Herr XXX

Danke für Ihr Interesse.

Wir lösen in diesem Projekt die Aufgaben der Mess- und Überwachungstechnik mit unserem Auftraggeber Grünenfelder und Partner AG.

Das Kühlverfahren wird schon länger in Permafrostgebieten wie etwa in Alaska eingesetzt. Es beruht auf der Methode des Thermosiphons. Mehr dazu finden Sie beispielsweise auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Thermosiphon oder gute Illustrationen und Erklärungen gibt’s in der angehängten Publikation des SLF aus Davos (S. 112 ff.).

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an Thomas Götz von Grünenfelder und Partner melden (siehe Kontakt im Cc).

Freundliche Grüsse
Martin Rub
Teamleitung Monitoring/Partner
www.terradata.ch

Links:
Thermosiphon: https://de.wikipedia.org/wiki/Thermosiphon
Publikation des SLF: https://www.slf.ch/fileadmin/user_upload/SLF/Permafrost/Bauen_im_Permafrost/Bauen_im_Permafrost.pdf
Grünenfelder und Partner: https://www.gruenenfelder.ch/de
 
Na also, hab ichs mir doch gedacht :D Das fällt aber unter die passiven Kühlmethoden, das hat mich gestört. Aktives Kühlen bedeutet ja Wärme unter Energieaufwand gegen einen Temperaturgradienten mit einer Wärmepumpe zu verschieben.
 
Alle sind des schnellen Fortschritts überrascht:
Noch hält Schladminger und Hallstätter Gletscher ein schmales Schneeband zusammen, das ist bald Geschichte. Der präparierte Weg zur Seethalerhütte kann dann nicht mehr weitergeführt werden.
Diese starke Schneeschmelze katapultiert einen Prozess, den Forscherinnen für weitaus später prognostiziert haben, in das Hier und Jetzt: die Trennung von Schladminger Gletscher und Hallstätter Gletscher. [...] Am Gjadsteinsattel nördlich der Bergstation trafen sie sich bisher, das ist nun sehr bald Geschichte.
Noch hängen sie am wahrhaftig seidenen Faden zusammen, ein laut Seebacher rund sieben Meter breites und eineinhalb Meter tiefes Schneeband. „In zwei bis vier Wochen“, schätzt der Dachstein-Betriebsleiter, wird diese Verbindung gänzlich schneefrei sein. Und schroffe Felsen freigeben.
Das Ende einer 3500 Jahre lang andauernden Gletscherehe (siehe Faktbox) ist auch das Aus für den Gletscherweg zur Seethalerhütte, zumindest einmal im Sommer.
Das stellt das neue Pächter-Ehepaar der Seethalerhütte, Yvonne und Alexander Moser, vor große Herausforderungen. „Wenn keine Präparierung mehr möglich ist, müssen wir uns überlegen, ob und wie wir weitertun.“ Muss doch die gesamte Versorgung von Lebensmitteln über Wasser bis hin zum Abwasser mit Fahrzeugen über den Gletscherweg transportiert werden.
Quelle: Nach 3500 Jahren - Starke Schneeschmelze trennt Dachsteingletscher endgültig
 
Ich habe mir diese Woche mal so einige Bilder der 5 erschlossenen Tiroler Gletscher angeschaut.
So wie der Rückgang des Eises absehbar ist, hätte es Sölden wohl derzeit am einfachsten, das Skiangebot in der Höhe in diesem Umfang aufrecht zu erhalten.
(mit Pistenanpassung, Snowfarming und späterem Saisonstart)

Am Stubaier und im Pitztal wird es wohl nur mit extremen Sprengarbeiten möglich. Ähnlich in Hintertux.

Wie seht ihr das? bzw. in welcher Reihenfolge?
 
Noch was vom Dachstein:
https://www.focus.de/panorama/welt/...rei_fb1cdf8b-dd09-4627-af18-b0b8201db7f3.html

Anscheinend ja keine der inzwischen zurückgebauten "neuen" Anlagen. Vielleicht hat hier ja jemand mehr Infos.

@basti.ethal Genau diese Gedanken hatte ich beim Betrachten der aktuellen Bilder vom Hintertuxer auch. Olperer mündet immer mehr in einen Gegenanstieg und an der gefrorenen Wand gibt's wenn's dumm läuft nur noch die Variante ganz links von unten gesehen. Stubaier sollte m.E. noch ganz gut gehen, denn viel Gletscher ist da nirgends mehr.
 
Parallelschwung schrieb:
Anscheinend ja keine der inzwischen zurückgebauten "neuen" Anlagen. Vielleicht hat hier ja jemand mehr Infos.

Ich habe mal mein schlaues Buch bemüht, Walter Pause, "Die großen Skistationen der Alpen" von 1967.

dachstein.jpg


Müsste der Dirndllift sein, hier noch als Projekt vermerkt, sollte 1970 gebaut werden. Leider finde ich keine Pistenpläne aus den 70ern, zumindest 85 ist der nicht mehr zu sehen. Kann aber auch völlig falsch liegen. Was mich ein wenig wundert ist, dass der dann jetzt erst zum Vorschein kommt, zumindest die Überreste. Würde ja heißen, dass damals das Eis genauso dünn war?
 
haderer schrieb:
Was mich ein wenig wundert ist, dass der dann jetzt erst zum Vorschein kommt, zumindest die Überreste. Würde ja heißen, dass damals das Eis genauso dünn war?

Nein, eigentlich heißt es nur, dass der damals eventuell in einer Gletscherspalte verschwunden ist bzw. "verschwunden wurde" ;)
Und heute eben wieder ausgeapert ist. Der Gletscher fließt ja talwärts.
 
basti.ethal schrieb:
Ich habe mir diese Woche mal so einige Bilder der 5 erschlossenen Tiroler Gletscher angeschaut.
So wie der Rückgang des Eises absehbar ist, hätte es Sölden wohl derzeit am einfachsten, das Skiangebot in der Höhe in diesem Umfang aufrecht zu erhalten.
(mit Pistenanpassung, Snowfarming und späterem Saisonstart)

Am Stubaier und im Pitztal wird es wohl nur mit extremen Sprengarbeiten möglich. Ähnlich in Hintertux.

Wie seht ihr das? bzw. in welcher Reihenfolge?

Ich kann am ehesten was zum Stubaier Gletscher sagen, weil ich da am häufigsten bin, und stimme Dir zu: Die Verbindungen zwischen den einzelnen Gletschern werden komplizierter und ohne Angleichungen kaum zu machen sein. Die Zukunft des Stubai Zoo sehe ich kritisch.
 
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