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Gondelabsturz in Engelberg

Eigentlich fährt bei solchem Wind die Pendelbahn. Das die Einseilumlaufbahn windexponiert ist, ist beim Personal bekannt. Aber viele Fahrgäste beschweren sich, wenn sie anstatt sitzend in der Großkabine stehen müssen.
 
DerTagesschauer schrieb:
Wenn ich das in den Youtube-Videos richtig gesehen habe, hat die Anlage mit den 160 Kabinen nur eine einzige rote Gondel alle anderen sind schwarz. Und genau diese eine rote ist abgestürzt?! Seltsame Zufälle gibt es...

Edit: Es sind wohl 2 rote Gondeln, aber trotzdem ein kurioser Zufall...
Das dürfte die Schmuggli Gondel sein. Sie ist mit Bildern verziert, extra für Kinder. (https://www.schmugglis-erlebniswelt.ch/de)
 
Ist schon bekannt, ob sich "nur die Klemme gelöst" hat – oder ob mechanische Teile derart überbeansprucht wurden, daß sie deformiert wurden oder gar gebrochen sind?
 
So schnell geht das nicht.

Mal sehen ob dazu die ersten Infos in den nächsten Tagen erscheinen.
 
Mt. Cervino schrieb:
Wenn man das Video von der den Hang bis ins Flache runterrutschende Gondel gesehen hat und dazu die Bilder von den Rettungskräften, die das Opfer noch im steilen Gelände versucht haben zu reanimieren, so muss das Opfer beim Aufprall oder zumindest weiter oben bei der Absturzstelle aus der Gondel herausgeschleudert worden sein.

Ich meine dass man wohl sogar das Opfer im linken oberen Bereich stürzen sieht... übel :(
 
Ram-Brand schrieb:
So schnell geht das nicht.
Schon klar; war mehr die Frage, ob etwas offensichtliches schon erkannt und bekanntgegeben wurde, und nicht, ob schon ein Ermittlungsresultat vorliegt.

deep schrieb:
Ich meine dass man wohl sogar das Opfer im linken oberen Bereich stürzen sieht... übel :(
D.h. das, was im Video links oberhalb der runterkullernden Kabine noch runterrutscht, müßte die Person sein?
 
2019 war die Ursache:

... dass:
• die Seilbahnkabine durch eine kräftige Windböe soweit seitlich ausgeschwenkt wurde,
dass der Torsionsfedertopf der Kuppelklemme am Seilfänger der Rollenbatterie sowie die
Seilbahnkabine an der Stütze anstiessen;
• die Kuppelklemme am Seilfänger hängen blieb und sie vom laufenden Förderseil gerissen
wurde, worauf die Seilbahnkabine zu Boden stürzte;

Quelle: https://www.sust.admin.ch/inhalte/BS/2019102001_SumB_Rickenbach_D.pdf
 
Letztes Jahr haben wir einen Ski tag im Montafon "verpasst " weil die Betreiber sich geweigert haben die Anlage bei Sturm laufen zu lassen. Dort sind einige (vermutlich Tagesgäste) besonders ausfallend geworden. Ich hoffe jetzt kapieren auch diese Schlussleuchten warum es so nicht geht und dass jetzt noch viel restriktivere Vorschriften die Konsequenz sind, damit eben sowas genau nicht mehr passiert.

Einfach tragisch. So langsam ist der Ruf vom sichersten Verkehrsmittel dahin auch wenn die Statistiken eindeutig sind. Mein Mitleid den Opfern und Angehörigen...
 
Wost.EUB schrieb:
Mittlerweile 1 Toter. Laut Medienberichten von der Polizei bestätigt worden.

Welche Anlage war das?
Diese Anlage hier:

Sektion 2
 
Bob Sacamano schrieb:
2019 war die Ursache:
... dass:
• die Seilbahnkabine durch eine kräftige Windböe soweit seitlich ausgeschwenkt wurde,
dass der Torsionsfedertopf der Kuppelklemme am Seilfänger der Rollenbatterie sowie die
Seilbahnkabine an der Stütze anstiessen;
• die Kuppelklemme am Seilfänger hängen blieb und sie vom laufenden Förderseil gerissen
wurde, worauf die Seilbahnkabine zu Boden stürzte;

Quelle: https://www.sust.admin.ch/inhalte/BS/2019102001_SumB_Rickenbach_D.pdf
Weiterführende, hypothetische OT-Frage hierzu:
Warum wird ein Technikkonzept, bei dem die Kollision bewegter mit fest montierten Bauteilen als Ursache für FBM-Versagen nicht nur konstruktiv möglich ist, sondern von äußeren Extrembedingungen nachweislich herbeigeführt werden kann, ganz selbstverständlich für den massenhaften Personentransport zugelassen? Mir persönlich war nicht so klar, dass sich ein Unfall dieser Art konstruktiv bedingt an vielen bestehenden EUBn und KSBn wiederholen kann (und wird). Ich bin davon ausgegangen, dass eine Kollisionsmöglichkeit Klemmenbauteil vs. Seilfänger durch Computersimulation im Rahmen des Bauteildesigns mittlerweile konstruktiv ausgeschlossen ist. Ist das zu naiv gedacht?
Jede Seilbahnanlage ist äußeren Extrembedingungen dieser Art im Betrieb unregelmäßig, aber wiederholt ausgesetzt. Das ist dann der (angekündigte oder unangekündigte) Beginn von Starkwindereignissen im laufenden Betrieb, während dessen die Betriebsleitung über die Einstellung des Betriebs entscheiden und die Anlage auf jeden Fall noch leer fahren muss. Viele von uns haben diese Situation schon erlebt.
Ein Auto, bei dem beispielsweise während der Fahrt durch äußere Extrembedingungen die Räder im konstruktiven Grenzbereich im Radkasten anschlagen und blockieren können, wodurch es unlenkbar würde, bekäme keinesfalls eine Allgemeine Betriebserlaubnis.
 
Was mich interesssieren würde. In der Regel kenne ich es so, dass man versucht bei Sturm jede Kabine komplett voll zu machen.
Kann es sein, dass dieser Absturz verhindert worden wäre, wenn mehr Personen also mehr Gewicht in der Kabine gewesen wäre? Wäre eine Frage die man meiner Meinung nach gerade im Hinblick auf Wind in der Zukunft auf jeden Fall klären sollte.
 
Es gibt einen Bericht auf N-TV.
Den halte ich jedoch für sehr bescheiden.

Fazit : Böen bis 130 Km/h möglich, ab 60 Km/h wird so eine EUB eingestellt und das Anhalten bei Sturm wird manuell gesteuert.

Die 60 Km/h Grenze kenne ich auch aber in SFL bin ich einmal bei Sturm gefahren. Auch diese Bahn wurde später eingestellt.
Ein Liftler hat mir dann gesagt, dass Böen um die 80 Km/h erreicht waren, also wurde leer gefahren.
Aber auch 80 Km/h ist weit entfernt von dem 130 Km/h, die vielleicht irgendwo im Gebiet erreicht wurden.

Muss die Bahn bei Böen wirklich manuell angehalten werden ?
Nach minen Informationen hält die Bahn automatisch an, wenn die Windmesser vorher eingestellte Grenzen überschreiten.

Ich habe nie darauf geachtet, ob es zwischen Berg und Tal weitere Windmesser an den Masten gibt.

Von daher stellt sich mir die Frage, ob es evtl. Böen gegeben hat, die nicht von den Windmessern erfasst wurden oder ob es einzelne plötzlich auftretende Windböen gab ?

Weiterhin ist bei mir immer die Bahn langsmer gefahren, wenn es regelmäßig starke Böen gab. Selbst wenn das Seil abgeworfen wird, sollte der Anhalteweg sehr kurz sein und das Risiko einer abfallenden Gondel an einem Pfeiler klein.

Soll man wirklich annehmen, dass es sich um eine einzelne plötzlich auftretende Böe gehandelt hat ?

Es gibt einen Bericht auf N-TV. Den...lich-eingestellt-sein-muessen-id30487293.html
 
Bis dato habe ich immer dem Personal vertraut. Wenn die noch einsteigen lassen, wird es schon passen. Ostern 24 in Sulden, Madritsch wegen Sturm geschlossen, Rosim und Pulpito noch in Betrieb. Sturm immer heftiger, öfters Nothalt. Aber wir konnten noch zusteigen und fühlten uns sicher. Bis wir bei der letzten Fahrt Rosim nicht mehr in die Bergstation einfahren konnten. Bahn wurde dann wohl manuell gesteuert bis es passte. Danach wurde der Betrieb eingestellt. Waren anscheinend auch die letzten wo unten eingestiegen sind. Habe mir aber keine Gedanken gemacht, dass sich die Klemme lösen könnte. Wenn ich diesen Absturz sehe, sollte ich mir wohl doch mehr Gedanken über die Sicherheit machen und den Personal nicht blind vertrauen.
 
phifue schrieb:
Was mich interesssieren würde. In der Regel kenne ich es so, dass man versucht bei Sturm jede Kabine komplett voll zu machen.
Kann es sein, dass dieser Absturz verhindert worden wäre, wenn mehr Personen also mehr Gewicht in der Kabine gewesen wäre? Wäre eine Frage die man meiner Meinung nach gerade im Hinblick auf Wind in der Zukunft auf jeden Fall klären sollte.

Sowas hätte ich noch nie gesehen. Wie soll das auch funktionieren, bei solchen Wetterbedingungen hast du ja nur noch wenige Fahrgäste.

Richtig ist aber, dass schwerere Gondeln mehr Windstabilität bedeuten. Doppelmayr hat uns das mal zum Einsatz bei einer ÖV Seilbahn als Alternative zu einer 3S angeboten. Wie viel das wirklich bringt weiß ich nicht.

Harzwinter schrieb:
Weiterführende, hypothetische OT-Frage hierzu:
Warum wird ein Technikkonzept, bei dem die Kollision bewegter mit fest montierten Bauteilen als Ursache für FBM-Versagen nicht nur konstruktiv möglich ist, sondern von äußeren Extrembedingungen nachweislich herbeigeführt werden kann, ganz selbstverständlich für den massenhaften Personentransport zugelassen? Mir persönlich war nicht so klar, dass sich ein Unfall dieser Art konstruktiv bedingt an vielen bestehenden EUBn und KSBn wiederholen kann (und wird). Ich bin davon ausgegangen, dass eine Kollisionsmöglichkeit Klemmenbauteil vs. Seilfänger durch Computersimulation im Rahmen des Bauteildesigns mittlerweile konstruktiv ausgeschlossen ist. Ist das zu naiv gedacht?
Jede Seilbahnanlage ist äußeren Extrembedingungen dieser Art im Betrieb unregelmäßig, aber wiederholt ausgesetzt. Das ist dann der (angekündigte oder unangekündigte) Beginn von Starkwindereignissen im laufenden Betrieb, während dessen die Betriebsleitung über die Einstellung des Betriebs entscheiden und die Anlage auf jeden Fall noch leer fahren muss. Viele von uns haben diese Situation schon erlebt.
Ein Auto, bei dem beispielsweise während der Fahrt durch äußere Extrembedingungen die Räder im konstruktiven Grenzbereich im Radkasten anschlagen und blockieren können, wodurch es unlenkbar würde, bekäme keinesfalls eine Allgemeine Betriebserlaubnis.

Auch bei einem Auto werden nicht alle Extrembedingungen konstruktiv berücksichtigt. Blitzeis wäre so ein Fall. Da geht man auch davon aus, dass das Betriebspersonal entsprechend reagiert. Solche Fälle findest du für so ziemlich jedes technische System.
 
Aktuell fährt laut interaktivem Pistenplan wieder die 80er-Pendelbahn zwischen Trübse und Stand. Ich gehe mal davon aus, dass die gestern auch betriebsbereit war. Mir ist deshalb immer noch ein Rätsel, warum man an solch einem windigen Tag die windexponierte Einseilumlaufbahn betrieben hat. Es ist keine Hauptsaison und die Kapazität der Pendelbahn völlig ausreichend. Aber ich habe gehört, dass viele Gäste meckern, wenn sie stehend in der Pendelbahn anstatt sitzend in der Umlaufbahn fahren müssen.
 
Die Webcam die gestern noch bis 11 Uhr Bilder zeigte wurde nun auf 9:40 Uhr beschnitten ... das ist doch kein Zufall. Will man etwas verbergen? Die Zunahme vom Wind? Also dass man den Gondelabsturz und die Rettungsmaßnahmen rausnimmt ist vollkommen okay. Aber alles andere hat schon einen Beigeschmack.
 
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