jens.f schrieb:
Wie gesagt: Es gab ja zu Anfang auch Theorien, dass das Feuer von den Menschen ausgelöst worden sei (Feuerwerkskörper, Gas-Kartuschen etc.) - möglich wäre sowas bestimmt auch gewesen.
Ich möchte darauf hinweisen, dass der Transport nach den Betriebsvorschriften von Feuerwerkskörpern und Gaskatuschen im Fahrgastbetrieb nicht zulässig ist.
@ citta: Zellwolle ist der falsche Ausdruck. Gestern fiel imo der begriff Dämmwolle. Diese Dämmwolle / Mineralwolle ist enstprechend der Brandschutzvorschfriften für Gebäude auch schwer entflammbar.
Ein Heizlüfter ist für einen Fachmann eine offensichtliche Zündquelle.
Woher nimmst du dieses Wissen? Wenn dem nämlich so wäre, dürfte ich ein derartiges Gerät wohl nicht in geschlossenen Räumen verwenden, weil dann ja immer und überall die Gefahr bestünde, dass ich etwas abfackel, selbst wenn ich es ausgeschalten habe? Weitergesponnen: jedes Gerät, welches im Betrieb wärmeerzeugende Bauteile hat, wäre eine potentielle Zündquelle. Und überhaupt wäre dann jedes Elektrogerät, welches einen Kurzschluss erleiden kann, eine Zündquelle.... Das Ding muss in Betrieb sein, um überhaupt mal eine Zündquelle darzustellen. Und nachdem die Heizlüfter während der Fahrt
nicht in Betrieb war, ist davon auszugehen, dass es keine Zündquelle ist.
Daher ist die Ansicht, dass es sich bei einem Heitzlüfter generell um eine offensichtliche Zündquelle handelt falsch. Denn dann wäre mein Schnelllader für die Akkus, der die Akkus mal schnell auf 70 bis 80 Grad erhitzt, auch eine offensichtliche Zündquelle. Nur steht in der Anleitung nichts davon, dass ich ihn beaufsichtigen müsste...
160 Liter leichtentlammbares Öl! Zudem die ganzen Menschen in ihren Klamotten (wie schon geschrieben), Gummiböden, Plexilasfenster.....
Danals alles Sand der Technik. Wenn du wüsstest, was die Eisenbahngesellschaft alleine für Anstrengungen unternehmen mussten, nur um den neuen verschärften Richtlinien nach dem Kaprununglück zu entsprechen? Von neuen Sitzbezügen angefangen, bis zur Neukonstruktion ganzer Wagenkästen... Es hätte genausogut woanders passieren können und es wäre viel logischer gewesen, als dort, wo es passiert ist.
@ citta: es ist mir durchwegs klar, wie die Bremseinrichtung finktioniert. Nur hat jemand eine Notbremse für die SSB angesprochen. Das hätte bedeutet, dass es jederzeit gelungen wäre, die Bahn zu stoppen. Bei der Eisenbahn bleibt ein Ziehen der Notbremse im Tunnel wirkungslos (NBÜ), um den Zug noch aus dem Tunnel zu retten zu können. Wir haben ja gesehen, was es bedeutet, einen brennenden Wagen im Tunnel zu haben... Kurzum: wäre die Hydraulik schon am Viadukt so weit ausgeronnen gewesen, dass die Bremsen greifen, hätte es wohl kein derartig verherendes Unglück gegeben.... In diesem Fall haben wohl ein oder zwei Minuten über das Schicksal entschieden.
Wie weit man VORHER darauf hätte kommen müssen - das wage ich wirklich nicht zu beurteilen.
Ich glaube, dass das die schwerste aller Fragen ist am ganzen Prozess. In wie weit kann ich mit diese Ereigniskette zusammendenken? Sehr schwer vermutlich. Und wie schon mehrfach angeklungen: niemand hat sich darüber Gedaken gemacht, den Zug im Tunnel in ein bis zwei Minuten evakuieren zu können.
Stichwort Nervengifte:
Jeder Verbrennungsprozess setzt genug letale Stoffe frei, um Menschen zu töten. Selbst wenn es keine Nervengifte gegeben hätte, wären vermutlich genau so viele Leute gestorben wie mit. Die Menschen im Gegenzug hatten auch ohne Nervengifte keine Chance, dem Desater zu entkommen.
Ich frage mich außerdem, wo jetzt plötzlich Magesium herkommen soll?!
ATV schrieb:
Bei neuen Standseilbahnen und auch Pendelbahnen baut man teilweise sogenannte Brandfallsteuerungen ein. Diese ermöglichen es, die Bahn nur mit dem otor weiterzuwürgen ohne auf irgend einen anstehenden Nothalt zu reagieren. Meist wird das mit einer Steuerbirne direkt am Leistungsteil eingesteckt. Damit soll man auch fahren können wenn zum Beispiel bei einer Pendelbahn das Gebäude brennt. Inwieweit die Bahn noch gezogen werden kann wenn die Fangbremse eingefallen ist, ist lediglich von der Leistung des Motores Abhängig. Frei nach, geht es nicht mit Gewalt, geht es garantiert mit nochmehr Gewalt.
In wie weit ist das eine Konsequenz aus dem Kaprununglück?
ATV schrieb:
Im Zug gibt es eine Notbremse bei der die Fahrgäste selbstständig einen Nothalt herbeiführen können.
Es sei denn du überbrückst sie, um zu verhindern, dass du im Tunnel stehenbleibst. Genau das ist imo. auch ein Grund, warum es zum Desater gekommen ist, weil die Bremse eingefallen ist. Wie wäre es wohl ausgegangen, wenn der Zug noch die Station Breitenrießalpe erreicht hätte? Vermutlich anders.
MFG Dachstein