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Kaprun Prozess

darkstar schrieb:
jens.f schrieb:
2) Fehlende Nottüröffnung:
Hätte es eine Nottüröffnung gegeben, hätten wahrscheinlich mehr Leute überlebt
So einen gab es, mechanisch, sowohl innen als auch außen.

Laut den Berichten mussten die Leute die Scheiben mit Ihren Skiern einschlagen - also kann es keine Gegeben haben (zumindest innen nicht).

darkstar schrieb:
jens.f schrieb:
6) Verwendung leicht entflammbarer Materialien
Aber sicher doch. Gummi, Plexiglas und Alu sind durchaus hochentzündlich :lach:

Dafür gab es aber auch Öl auf Petroleum-Basis, eine Isolierung des Heizlüfters mit einem Brennbaren Matarial und eine Innenverkleidung, die nerven gifte Freisetze...
Siehe: http://www.zeit.de/2009/33/A-Kaprun
Außerdem setzte die brennende Innenverkleidung Nervengifte frei, die noch im 2,5 Kilometer entfernten Gegenzug zwei Menschen und in der drei Kilometer entfernten Alpinzentrum-Station drei Menschen erstickten


Offensichtlich war also die Innenverkleidung doch nicht so brandsicher...

jens.f schrieb:
7) Laut dem Bericht steckte der Zug ja fest - es gab offensichtlich keine Möglichkeit für den Zugführer, die Bremsen zu lösen und zumindest zurück auf die Rampe zu fahren
Gibt es schon. Händisch aufpumpen der SZB.[/quote]

Naja, das ist auch eher ein Witz, da dass viel zu lange dauert...

Hierzu auch:
http://www.zeit.de/2009/33/A-Kaprun
Bremshaken verkeilten sich, der Mechanismus der Türöffnung fiel aus, die Passagiere waren gefangen, die Kabine konnte weder vor noch zurück. Im Tunnel entzündete sich die Ummantelung der dort offen verlegten Hochspannungsleitung, und zwischen dem Kupferkabel und der Aluminiumhülle des Wagens entstand ein 10000 Grad Celsius heißer Lichtbogen, der wegen freigesetzten Magnesiums wie eine Wunderkerze sprühte.


Wie schon Geschrieben:
Ich denke nicht, dass es DEN Schuldigen und DIE Ursache gibt. Hier haben eben sehr, sehr viele Sachen zusammengespielt - wobei viele eben (mit heutigem Wissen) vermeidbar gewesen wären.
Wie weit man VORHER darauf hätte kommen müssen - das wage ich wirklich nicht zu beurteilen.

Gruß, Jens
 
Wenn die Hydraulikanlage durch den Brand leck war und die Druckleitungen vom Feuer durchgebrannt waren, fallen die Sicherheitsbremsen ein und lassen sich NICHT mehr aufpumpen. Auch nicht von Hand.
Deshalb waren die Wagen auch nicht mehr zu bewegen.
Kein HydraulikBremsdruck, Federspeicher zu.

Oh, sorry Citta. Du warst schneller!
 
jens.f schrieb:
Laut den Berichten mussten die Leute die Scheiben mit Ihren Skiern einschlagen - also kann es keine Gegeben haben (zumindest innen nicht).
Doch gab es. Beideitig durch Vierkantschlüssel betätigbar.
jens.f schrieb:
Dafür gab es aber auch Öl auf Petroleum-Basis, eine Isolierung des Heizlüfters mit einem Brennbaren Matarial und eine Innenverkleidung, die nerven gifte Freisetze...
Das ist ja alles extrem leicht etzündlich. Und bei der ach so bösen, Giftgase freisetzenden, Verkleidung wird vergessen, dass die Gase, die bei Verbennen eines simplen Autoreifens entstehen, mindestens genauso giftig sind :lach:

Bremshaken verkeilten sich, der Mechanismus der Türöffnung fiel aus, die Passagiere waren gefangen, die Kabine konnte weder vor noch zurück. Im Tunnel entzündete sich die Ummantelung der dort offen verlegten Hochspannungsleitung, und zwischen dem Kupferkabel und der Aluminiumhülle des Wagens entstand ein 10000 Grad Celsius heißer Lichtbogen, der wegen freigesetzten Magnesiums wie eine Wunderkerze sprühte.

Selten soviel Schmarrn auf einmal gelesen. Aber ja. Als nächstes ist wohl der Tunnel eingestürzt :lol:

seilbahner schrieb:
Wenn die Hydraulikanlage durch den Brand leck war und die Druckleitungen vom Feuer durchgebrannt waren, fallen die Sicherheitsbremsen ein und lassen sich NICHT mehr aufpumpen. Auch nicht von Hand.
Deshalb waren die Wagen auch nicht mehr zu bewegen.
Kein HydraulikBremsdruck, Federspeicher zu.
Das stimmt natürlich. Allerdings Dauerlüftung der SZB (Schienenzangenbremse, nicht Sicherheitsbremse) durch konstanten Hydraulikdruck (Servodruck). Bei einem Einfall auf der Strecke musst du händisch aufpumpen, da die Bahn keine Stromschienen hatte. In der Station ist das was anderes, da ist ja Anschluss mittels Stromschienen gegeben und die 6 Bremsbacken können mittels Kompressor wieder unter Druck gesetzt werden.
Aber Danke für den Hinweis, seilbahner!
 
Wer von euch hat schonmal eine Fangbremse von Hand geöffnet? Da ist man minimum 10min am Pumpen und schlägt sich dabei an den Scharfen Aluminiumkanten des Wagenkastens die Hände blutig. Wenn sie ein Leck hat pump man bis in alle Ewigkeit.

Mit einem Zug zu vergleichen ist wiedermal Äpfel mit Birnen. Im Zug gibt es keine Notbremse bei der die Fahrgäste selbstständig einen Nothalt herbeiführen können. Eine Standseilbahn hat das nicht, oder nur in Sonderfällen wie zum beispiel vollautomatik Anlagen. Der Einzige der einen Nothalt auslösen kann ist der Wagenführer oder ein technisches gebrechen, dass ist aber auch bei der Eisenbahn so, nur hat es da weniger Instanzen in den Wagons die einen Nothalt ausführen müssen im Gegensatz zu einer Seilbahn, allerdings fällt auch bei der Eisenbahn die Bremse ein wenn der Luftdruck in den Bremsleitungen abfällt. Bei den Standseilbahnen hat es dann halt noch solche Dinge wie Hirschfänger oder Türüberwachungen und Fangbremse sowie Kontrolle der Akkusicherungen usw.die bei der Eisenbahn entfallen, bzw dem Lokführer höchstens Visualisiert werden, aber für den Betieb nicht unabdingbar sind.

Seilbahnfahrzeuge sind eigendlich gesprächig, sie müssen dauernd mit dem Antrieb kommunizieren und dauernd Anwort auf Kontrollfragen geben. Fallen diese aus wird die Bahn stillgesetzt. Eisenbahnwaggons sind eigendlich dumm, das heisst sie müssen sich bei der Lok dauend als Anwesend melden ob die drann sind oder fehlen merkt höchstens der Achszähler an jeder Blockstrecke. Gut Sonderfälle bei Hochgeschwindigkeitszügen mal ausgenommen.

Wenn die Hydraulik der Fangbremse ein Leck hat, fällt diese ein, sofern es eine hydraulisch offengehaltene Bremse ist. Gibt auch mechanische wie zum Beispiel System Bell mit Fererpacketen oder System Bucher Durrer mit Spindelantrieb ab den Rädern bzw dessen weiterentwicklung von Von Roll, besitzt aber schon eine hydraulische Unterstützung. Das ist durchaus gewollt so, sonst bräuchte man keine Fangbremse. Nehme daher an die Bremse in Kaprun war eine hydraulische, sonst macht das mitführen von hydrauliköl keinen Sinn.

Bei neuen Standseilbahnen und auch Pendelbahnen baut man teilweise sogenannte Brandfallsteuerungen ein. Diese ermöglichen es, die Bahn nur mit dem otor weiterzuwürgen ohne auf irgend einen anstehenden Nothalt zu reagieren. Meist wird das mit einer Steuerbirne direkt am Leistungsteil eingesteckt. Damit soll man auch fahren können wenn zum Beispiel bei einer Pendelbahn das Gebäude brennt. Inwieweit die Bahn noch gezogen werden kann wenn die Fangbremse eingefallen ist, ist lediglich von der Leistung des Motores Abhängig. Frei nach, geht es nicht mit Gewalt, geht es garantiert mit nochmehr Gewalt.
 
ATV schrieb:
Nehme daher an die Bremse in Kaprun war eine hydraulische, sonst macht das mitführen von hydrauliköl keinen Sinn.
:ja: Servodruck über Blasenspeicher zum Offenhalten der 6 Zangen von etwa 195 bar. Nur in Tal- und Bergstation mittels 380 V durch Hydraulikaggregat aufpumpbar, sonst manuell.
 
Eisenbahnwaggons sind eigentlich dumm, das heißt sie müssen sich bei der Lok dauernd als Anwesend melden ob die dran sind oder fehlen merkt höchstens der Achszähler an jeder Blockstrecke.

Eeeeehmm.....hüstel..... der Lokführer wird nicht erst bis zum nächsten Halt-Signal weiterfahren, wenn hinten ein dummer Velowagen abhanden gekommen ist... ;-)
Nagut, ist hier in dem Kontext nicht so wichtig...
 
Ich denke nicht, dass man sagen kann, dass ein Heizlüfter eine offensichtliche Zündquelle ist. Und ich gehe davon aus, dass das nicht offensichtlich ist, bzw. nicht einfach festzustellen ist. Es gibt generell 1000 Dinge, die man bedenken mag, manchmal ist halt da 1001. Ding das Problem.

Auch wenn du das zum 100x schreibst - das ist einfach und grundlegend FALSCH! Ein Heizlüfter ist für einen Fachmann eine offensichtliche Zündquelle. War schon immer und wir immer so sein.


Zur nicht vorhanden Brandlast: Wohl ein Witz???

160 Liter leichtentlammbares Öl! Zudem die ganzen Menschen in ihren Klamotten (wie schon geschrieben), Gummiböden, Plexilasfenster.....
 
:angry: :buhu: :aerger: :fluchen:
Jetzt sag ja nicht das Du auf einer Seilbahn arbeitest
darkstar schrieb:
jens.f schrieb:
Laut den Berichten mussten die Leute die Scheiben mit Ihren Skiern einschlagen - also kann es keine Gegeben haben (zumindest innen nicht).
Doch gab es. Beideitig durch Vierkantschlüssel betätigbar.
jens.f schrieb:
Dafür gab es aber auch Öl auf Petroleum-Basis, eine Isolierung des Heizlüfters mit einem Brennbaren Matarial und eine Innenverkleidung, die nerven gifte Freisetze...
Das ist ja alles extrem leicht etzündlich. Und bei der ach so bösen, Giftgase freisetzenden, Verkleidung wird vergessen, dass die Gase, die bei Verbennen eines simplen Autoreifens entstehen, mindestens genauso giftig sind :lach:

Bremshaken verkeilten sich, der Mechanismus der Türöffnung fiel aus, die Passagiere waren gefangen, die Kabine konnte weder vor noch zurück. Im Tunnel entzündete sich die Ummantelung der dort offen verlegten Hochspannungsleitung, und zwischen dem Kupferkabel und der Aluminiumhülle des Wagens entstand ein 10000 Grad Celsius heißer Lichtbogen, der wegen freigesetzten Magnesiums wie eine Wunderkerze sprühte.

Selten soviel Schmarrn auf einmal gelesen. Aber ja. Als nächstes ist wohl der Tunnel eingestürzt :lol:

seilbahner schrieb:
Wenn die Hydraulikanlage durch den Brand leck war und die Druckleitungen vom Feuer durchgebrannt waren, fallen die Sicherheitsbremsen ein und lassen sich NICHT mehr aufpumpen. Auch nicht von Hand.
Deshalb waren die Wagen auch nicht mehr zu bewegen.
Kein HydraulikBremsdruck, Federspeicher zu.
Das stimmt natürlich. Allerdings Dauerlüftung der SZB (Schienenzangenbremse, nicht Sicherheitsbremse) durch konstanten Hydraulikdruck (Servodruck). Bei einem Einfall auf der Strecke musst du händisch aufpumpen, da die Bahn keine Stromschienen hatte. In der Station ist das was anderes, da ist ja Anschluss mittels Stromschienen gegeben und die 6 Bremsbacken können mittels Kompressor wieder unter Druck gesetzt werden.
Aber Danke für den Hinweis, seilbahner!
Jetzt sag ja nicht das Du auf einer Seilbahn arbeitetst
:wall:
WENN ICH EINE FLÜSSIGKEIT HABE MIT EINEM FLAMMPUNKT VON 98 GARD CELSIUS UND DANN AUCH NOCH ZELLSTOFF ALS DÄMMMATERIAL VERWENDE DER SICH MIT DIESEM ÖL VOLLGESAUGT HAT IST DAS LEICHT ENTFLAMMBAR.

Und Dauerentlüftung auf Bremsanlagen von Seilbahen. NOCH MAL: DIE BREMSKRAFT WIRD VON FEDERN BZW. GEWICHTEN ERZEUGT UND IST IM RUHEZUSTAND KOMPLETT GESCHLOSSEN. DIESE BREMSEN WERDEN ZUM FAHREN HYDRAULISCH BZW ELEKTROMAGNETISCH GEÖFFNET!!!!

Und Lichtbogen? Noch nie gesehen? Schweißen? Blitz? Bei, wenn Mittelspannung 15 KV-Leitung, sehr gut möglich.
 
Qualitativ sehr hochwertiger Beitrag, Respekt!
citta dei sassi schrieb:
WENN ICH EINE FLÜSSIGKEIT HABE MIT EINEM FLAMMPUNKT VON 98 GARD CELSIUS UND DANN AUCH NOCH ZELLSTOFF ALS DÄMMMATERIAL VERWENDE DER SICH MIT DIESEM ÖL VOLLGESAUGT HAT IST DAS LEICHT ENTFLAMMBAR.
Ach, der Zellstoff ist es nun auf einmal? Interessant. Hat vielleicht jemand noch einen anderen Vorschlag?
Ich finde es durchaus amüsant, wie hier einfach Sachen in den Raum gestellt werden, die nicht der Wahrheit entsprechen oder immer wieder voneinander abweichen. Es wird (und daran sind sicherlich die Medien schuld!!) immer nur das nachgeplappert, was in einem reißerischen Artikel der Bildzeitung steht. Die Leute sind größtenteils nicht im Fahrzeug verbrannt, sondern, nachdem der Wagenbegleiter die Türen zur Wartungsstiege geöffnet, nach oben getorkelt. Und dort übereinander verkohlt, verbrannt, was auch immer. Desweiteren gab es eine Notentriegelung, die wurde sogar gefordert, um Bergepersonal die Möglichkeit zu geben, die Türen ohne Gewalt zu öffnen, und zwar mithilfe eines simplen Vierkantschlüssels! Und die ach so oft nachträglich geforderten Feuerlöscher hätten auch nichts gebracht, denn wie hätten denn die Passagiere in den Führerstand eindringen sollen?
 
Anhand dieser Ausführung der Notentriegelung sieht man aber schon auch, und dass muss man betonen, dass diese schlichtweg nicht für einen zeitkritischen Notfall im gesamten Zug, wie es ein Brand nunmal ist, ausgelegt wurde.

Aber wie schon erwähnt, diese Nichtberücksichtigung des Brandfalls zieht sich durch die gesamte Konstruktion der Bahn (und auch anderer Standseilbahnen) und war damals - leider - Stand der Technik.
 
Darkstar, senza commetare. Es ist hoffnungslos.

wirst wahrscheinlich ne Friteuse mit Wasser löschen.
 
citta dei sassi schrieb:
da sind Leute auf dem Weg die irgendwo im Flachland wohnen und dann einem der wenigen richtigen Profis sagt was er machen soll.
Erstmal ganz locker bleiben Kollege. Nirgends habe ich Seilbahner vorgeschrieben was er tun soll!
Machts einen Unterschied ob ich im Burgenland wohne oder in Tirol, wenn ich Seilbahner sage dass ich nicht glaube, dass es Personen gibt die dumm genug wären, die Schuld für diese Katastrophe freiwillig auf sich zu nehmen? Hab ihn ja in keinster Weise seine Kompetenz abgesprochen nur find ichs unglaublich einfach, gemütlich vorm PC zu sitzen und zu schreiben, der Betriebsleiter der feige Kerl soll gefällgst auf sein weiteres Leben verzichten und die Verantwortung tragen.
Warum sollte er das tun? Nennt mir auch nur einen einzigen plausiblen Grund warum er das tun sollte.

Dachstein schrieb:
@Werna76:
Welche Konsequenzen wünscht du dir? Dass Leute ins Gefängnis wandern? Das hilft den Überlebenden imo. nichts. Ein Menschenleben mit Geld oder Gefängniss aufzuwiegen halte ich für sehr schwer bis unmöglich. Ich glaube, man darf es sich nicht so einfach machen und sagen, dass die Schuld sind, weil die das Ding betrieben haben, den Lüfter eingebaut haben, den Wagen geliefert haben, die Bahn zugelassen haben usw...
Dachstein scheinst mich ja komplett falsch verstanden oder jetzt mit einem anderen User verwechselt zu haben.
Auch ich bin der Meinung, dass sich niemand vorstellen konnte, dass so etwas schreckliches passiert und dass es eben Ereignisse geben kann, wo sich kein strafrechtlich Schuldiger finden lässt.
Deswegen waren ja auch, wenn ich es richtig verstanden habe, so viele Personen angeklagt und nicht nur zB der Betriebsleiter.
Für mich ist es auch nicht nachvollziehbar, was die Angehörigen mit der Neuaufnahme des Prozesses erreichen wollen (wie ich schon weiter oben geschrieben habe). Geld? Gehts wirklich nur darum?


Da meine Frage an die Rechtsexperten von weiter oben noch nicht beantwortet wurde stelle ich sie hiermit nocheinmal:
Kann der Betriebsleiter in diesem Fall überhaupt zur Verantwortung gezogen werden, selbst wenn er sich nachweislich fehlerhaft verhalten hätte? Stichwort Erfüllungsgehilfe.
 
Kann der Betriebsleiter in diesem Fall überhaupt zur Verantwortung gezogen werden, selbst wenn er sich nachweislich fehlerhaft verhalten hätte? Stichwort Erfüllungsgehilfe

Ich bin kein Rechtsexperte, kann aber ein paar Erfahrungen beisteuern.

Der Arbeitgeber kann gewisse Aufgaben deligieren und das auch im Arbeitsvertrag festhalten. So wird der BL von der Materie mehr Ahnung haben als der BWL Geschäftsfüher. So kann der Geschäftsführer die gesamte Technische Instandhaltung an ihn deligieren. Verhält er sich nun grob Fahrlässig ist er in der Haftung. Allerdings IMHO nur indiret (also erstmal haftet die Firma, die kann wiederum den BL belangen.)


Im übirgen kann dir der Tüv in De natürlich eine Anlage abstellen. Z.B. Aufzüge werden alle 2 Jahre geprüft und die Mängel festgehalten und ein zeitliches Limit für die Beseitigung gestellt. Nachprüfung gibt es dann natürlich auch. Also wie beim Auto.

In wieweit in DE der Brandschutzbeauftragte Weisungsbefugt ist kann ich leider nicht aus dem stehgreif sagen. Er kann aber zumindest Berichte scheiben und dem Geschäftsführer diese vorlegen.
 
jens.f schrieb:
Wie gesagt: Es gab ja zu Anfang auch Theorien, dass das Feuer von den Menschen ausgelöst worden sei (Feuerwerkskörper, Gas-Kartuschen etc.) - möglich wäre sowas bestimmt auch gewesen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass der Transport nach den Betriebsvorschriften von Feuerwerkskörpern und Gaskatuschen im Fahrgastbetrieb nicht zulässig ist.

@ citta: Zellwolle ist der falsche Ausdruck. Gestern fiel imo der begriff Dämmwolle. Diese Dämmwolle / Mineralwolle ist enstprechend der Brandschutzvorschfriften für Gebäude auch schwer entflammbar.

Ein Heizlüfter ist für einen Fachmann eine offensichtliche Zündquelle.

Woher nimmst du dieses Wissen? Wenn dem nämlich so wäre, dürfte ich ein derartiges Gerät wohl nicht in geschlossenen Räumen verwenden, weil dann ja immer und überall die Gefahr bestünde, dass ich etwas abfackel, selbst wenn ich es ausgeschalten habe? Weitergesponnen: jedes Gerät, welches im Betrieb wärmeerzeugende Bauteile hat, wäre eine potentielle Zündquelle. Und überhaupt wäre dann jedes Elektrogerät, welches einen Kurzschluss erleiden kann, eine Zündquelle.... Das Ding muss in Betrieb sein, um überhaupt mal eine Zündquelle darzustellen. Und nachdem die Heizlüfter während der Fahrt nicht in Betrieb war, ist davon auszugehen, dass es keine Zündquelle ist.

Daher ist die Ansicht, dass es sich bei einem Heitzlüfter generell um eine offensichtliche Zündquelle handelt falsch. Denn dann wäre mein Schnelllader für die Akkus, der die Akkus mal schnell auf 70 bis 80 Grad erhitzt, auch eine offensichtliche Zündquelle. Nur steht in der Anleitung nichts davon, dass ich ihn beaufsichtigen müsste...

160 Liter leichtentlammbares Öl! Zudem die ganzen Menschen in ihren Klamotten (wie schon geschrieben), Gummiböden, Plexilasfenster.....

Danals alles Sand der Technik. Wenn du wüsstest, was die Eisenbahngesellschaft alleine für Anstrengungen unternehmen mussten, nur um den neuen verschärften Richtlinien nach dem Kaprununglück zu entsprechen? Von neuen Sitzbezügen angefangen, bis zur Neukonstruktion ganzer Wagenkästen... Es hätte genausogut woanders passieren können und es wäre viel logischer gewesen, als dort, wo es passiert ist.

@ citta: es ist mir durchwegs klar, wie die Bremseinrichtung finktioniert. Nur hat jemand eine Notbremse für die SSB angesprochen. Das hätte bedeutet, dass es jederzeit gelungen wäre, die Bahn zu stoppen. Bei der Eisenbahn bleibt ein Ziehen der Notbremse im Tunnel wirkungslos (NBÜ), um den Zug noch aus dem Tunnel zu retten zu können. Wir haben ja gesehen, was es bedeutet, einen brennenden Wagen im Tunnel zu haben... Kurzum: wäre die Hydraulik schon am Viadukt so weit ausgeronnen gewesen, dass die Bremsen greifen, hätte es wohl kein derartig verherendes Unglück gegeben.... In diesem Fall haben wohl ein oder zwei Minuten über das Schicksal entschieden.

Wie weit man VORHER darauf hätte kommen müssen - das wage ich wirklich nicht zu beurteilen.

Ich glaube, dass das die schwerste aller Fragen ist am ganzen Prozess. In wie weit kann ich mit diese Ereigniskette zusammendenken? Sehr schwer vermutlich. Und wie schon mehrfach angeklungen: niemand hat sich darüber Gedaken gemacht, den Zug im Tunnel in ein bis zwei Minuten evakuieren zu können.

Stichwort Nervengifte:

Jeder Verbrennungsprozess setzt genug letale Stoffe frei, um Menschen zu töten. Selbst wenn es keine Nervengifte gegeben hätte, wären vermutlich genau so viele Leute gestorben wie mit. Die Menschen im Gegenzug hatten auch ohne Nervengifte keine Chance, dem Desater zu entkommen.

Ich frage mich außerdem, wo jetzt plötzlich Magesium herkommen soll?!

ATV schrieb:
Bei neuen Standseilbahnen und auch Pendelbahnen baut man teilweise sogenannte Brandfallsteuerungen ein. Diese ermöglichen es, die Bahn nur mit dem otor weiterzuwürgen ohne auf irgend einen anstehenden Nothalt zu reagieren. Meist wird das mit einer Steuerbirne direkt am Leistungsteil eingesteckt. Damit soll man auch fahren können wenn zum Beispiel bei einer Pendelbahn das Gebäude brennt. Inwieweit die Bahn noch gezogen werden kann wenn die Fangbremse eingefallen ist, ist lediglich von der Leistung des Motores Abhängig. Frei nach, geht es nicht mit Gewalt, geht es garantiert mit nochmehr Gewalt.

In wie weit ist das eine Konsequenz aus dem Kaprununglück?


ATV schrieb:
Im Zug gibt es eine Notbremse bei der die Fahrgäste selbstständig einen Nothalt herbeiführen können.

Es sei denn du überbrückst sie, um zu verhindern, dass du im Tunnel stehenbleibst. Genau das ist imo. auch ein Grund, warum es zum Desater gekommen ist, weil die Bremse eingefallen ist. Wie wäre es wohl ausgegangen, wenn der Zug noch die Station Breitenrießalpe erreicht hätte? Vermutlich anders.

MFG Dachstein
 
@Dachstein: Solle keinen nicht einen heissen. Mein Fehler. Nur der Wagenführer kann einen Nothalt auslösen.
Der Brand in der Hydraulik hätte in jedemfall den Zug gestoppt und die Fangbremse eingeworfen. Ein teil der Hydraulik, was genau weis ich nicht, vemute Feststellbremse und Manometer, befand sich ja angeblich über dem Heizlüfter.

Brandfallsteuerung wurde erst nach dem Unglück in Kaprun eingeführt ist also in direktem Zusammenhang mit dem Unglück entstanden wobei die Frage im Raum steht ob es wirklich möglich ist immer zu fahren, Stichwort Fangbremse.
 
1) Das Urteil spricht davon, dass als Dämmstoff Steinwolle verwendet wurde.
2) Die periodische Kontrolle erfolgte durch den TÜF (lt. Urteil)
3) Noch einmal: Die Standseilbahn ist eine Eisenbahn: Da kontrolliert keine örtliche Feuerwehr, keine Gewerbebehörde sondern die Eisenbahnaufsicht = Verkehrsministerium bzw. mittlerweile Landesregierung, da es ja wohl kaum eine Hochleistungsstrecke war, ganz alleine.
 
ATV schrieb:
Brandfallsteuerung wurde erst nach dem Unglück in Kaprun eingeführt ist also in direktem Zusammenhang mit dem Unglück entstanden wobei die Frage im Raum steht ob es wirklich möglich ist immer zu fahren, Stichwort Fangbremse.

Ein versuch ist es wert. Wenn es brennt ist das noch eine Chance die menschen von der Linie zu bringen und die Bahn danach eh ein größerer Reperaturfall wenn nicht gleich ein Neubau fällig.

@ Dachstein: Das mit der Eisenbahn weis ich schon. Hat aber ein ganz anderen Grund warum der Zug noch aus dem Tunnel muß. Alleine schon die Menge der Fahrgäste: Seilgezogen so um die 120-150, bei der ÖBB oder DB im Berufsverkehr doch eher so um die 1000 Personen. Dazu kommt auch noch das Eisenbahntunnel selten eine Steigung über 3% haben, Standseilbahnen doch etwas steiler sind. Aber ich denk mal das Du da eher der Fachmann bist. Mir geht das eben nur auf den Keks was hier so diskutiert wird.
Und irgendwas hab ich da entweder in dem Artikel von DER ZEIT oder SPIEGEL gelesen das da nachträglich irgend ein Dämmmaterial eingebaut wurde das keine Glas- oder Steinwolle war. Ich werds noch mal suchen.

@ Klosterwappen: Seilbahnen und Eisenbahnen sind in Österreich beim gleichen Ministerium angesiedelt
 
Das interessante ist ja, dass die Leitungen zu den Manometern senkrecht hinter dem Lüfter verlegt waren.
 
citta dei sassi schrieb:
ATV schrieb:
@ Klosterwappen: Seilbahnen und Eisenbahnen sind in Österreich beim gleichen Ministerium angesiedelt

Hab ich was anderes gesagt:
Oberste Eisenbahnbehörde ist das Verkehrsministerium, das auch für Hochleistungsstrecken zuständig ist.
Im Sinne der mittelbaren Bundesverwaltung sind für alle anderen Bahnen die Landeshauptleute (bzw. Ämter der Landesregierung) als 1. Instanz zuständig.
 
lsap freak schrieb:
Für den Fall, dass es in der Hitze des Gefechts untergangen sein sollte, kann jemand obiges bestätigen oder den Zugang in Google Maps markieren?
Danke, lsap freak
 
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