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Lawinen 2012/13

SpiegelTV-Beitrag auch auf youtube:


Kärnten: 200-Meter-Lawine auf der Gerlitzen (Kleine Zeitung)
Am Vormittag ging auf dem beliebten Skiberg bei Villach eine 200 mal 70 Meter große Lawine in Richtung Finsterbachlift ab und kam schließlich knapp oberhalb der präparierten Piste zum Stillstand. Auch ein Skifahrer war in den Kegel geraten. Er verlor seine Bretter, konnte sich aber zum Glück rasch selbst befreien.
St-Luc, Val d'Anniviers, Wallis: Variantenskifahrer von Lawine verschüttet (NZZ)
Augenzeugen hatten sofort Alarm ausgelöst, wie die Walliser Kantonspolizei am Montag mitteilte. Die Suche blieb jedoch erfolglos und musste bei Anbruch der Nacht abgebrochen werden.
 
lanschi schrieb:
ACHTUNG: Bis auf Weiteres wird zudem das Skifahren im freien Gelände im Bereich Pengelstein und Saukasergraben behördlich verboten!!! Gab es derartiges schon einmal in Österreich?

Sicher - das gibt es seit eh und je, nur wissen muss man es, weil man ja nirgends dezidiert drauf hingewiesen wird. Das sagt nämlich eigentlich schon das Forstgesetz §33 Abs.3 aus. Vergl. mit dem Buch Schifahren im Recht - Schitouren, Pistentouren und Variantenfahren ohne Limits? Überhaupt ein nettes Buch, was so manches ins Licht rückt, was man nicht glauben mag oder kann.

(3) Eine über Abs. 1 hinausgehende Benutzung, wie Lagern bei Dunkelheit, Zelten, Befahren oder Reiten, ist nur mit Zustimmung des Waldeigentümers, hinsichtlich der Forststraßen mit Zustimmung jener Person, der die Erhaltung der Forststraße obliegt, zulässig. Das Abfahren mit Schiern im Wald ist im Bereich von Aufstiegshilfen nur auf markierten Pisten oder Schirouten gestattet. Schilanglaufen ohne Loipen ist unter Anwendung der nötigen Vorsicht gestattet; eine darüber hinausgehende Benützung des Waldes, wie das Anlegen und die Benützung von Loipen, ist jedoch nur mit Zustimmung des Waldeigentümers gestattet. Eine Zustimmung kann auf bestimmte Benützungsarten oder -zeiten eingeschränkt werden. Sie gilt als erteilt, wenn die Zulässigkeit der Benützung und deren Umfang im Sinne des § 34 Abs. 10 ersichtlich gemacht wurde.

Jedoch hat das letzte Wort der Waldeigentümer. Gestattet er es, ist es gestattet. Es ist also im Bereich des möglichen, dass der Grundeigentümer sich mit den Bergbahnen geeinigt hat und ein generelles Befahren seines Waldes erlaubt. Stillschweigen ist aber nicht als Zustimmung zu werten. Nur auch das ganze ist strittig, da es sich ja eigentlich um ein dezitiertes, in einem Gesetzestext verankertes Verbot handelt. Denn eigentlich setzt sich damit der Grundeigentümer über ein öffentliches Verbot hinweg... Viel Spaß nun für die Juristen, die sich da streiten mögen. ;)

Soweit jedenfalls die Theorie. Praktisch schaut die Sache ganz anders aus. Denn eine Überwachung dieses Verbotes ist faktisch unmöglich. Generell finde ich, dass man sich so ein Verbot eh sparen kann, da es eben unexekutierbar ist.

MFG Dachstein
 
lanschi schrieb:
Der vermisste Jugendliche wurde heute früh tot geborgen:
http://tirol.orf.at/news/stories/2570086/

ACHTUNG: Bis auf Weiteres wird zudem das Skifahren im freien Gelände im Bereich Pengelstein und Saukasergraben behördlich verboten!!! Gab es derartiges schon einmal in Österreich?

Das liest sich für mich aber etwas anders:

Um die Suchmannschaften vor weiteren Lawinenabgängen zu schützen, hatte die Bezirkshauptmannschaft (BH) Kitzbühel für den freien Skiraum im Bereich Pengelstein und im Saukasergraben vorübergehend ein Aufenthaltsverbot erlassen.

Und wieder mal Kanditaten für den Darwin-Award!
Man darf abwarten bis wann es tatsächlich Rufe nach Freeride-Verboten gibt. Bei den ganzen Vollpfosten die sich ahnungslos im Gelände bewegen...
 
Servus!

lanschi schrieb:
ACHTUNG: Bis auf Weiteres wird zudem das Skifahren im freien Gelände im Bereich Pengelstein und Saukasergraben behördlich verboten!!! Gab es derartiges schon einmal in Österreich?

In diesem Bereich völlig normal. Beim derzeitigen LLB ist dieser Bereich (Von Pengelsteinhaus/Kasereck bis unter den Hochsaukaser) genauso wie das Raintal eh Hochrisikozone. Weder soll das (zwar leider ja extrem unwahrscheinliche) Überleben des Verschütteten bis zur Bergung riskiert werden, noch sollen die Suchmanschaften gefährdet werden.
Und wenn dort was runterkommt bleibt es meist nicht dabei.
Am besten spart man sich diese Bereiche aber eh im Moment...

Schöne Grüße,
Jan
 
Am Vormittag wurden auf der Facebook-Seite von Sölden wunderbare Aufnahmen von Lines im Tiefschnee gepostet...
Ich denk mir noch, was für ne Aufforderung für Jedermann Ahnungslos zum Tiefschneefahren...

Und schon:
http://tirol.orf.at/news/stories/2570381/
Interaktives Internet :naja: Unglück passierte genau an der Stelle wo die Fotos aufgenommen wurden
 
Kommt's nur mir so vor, oder ist es heuer besonders extrem?
Es vergeht ja kaum noch ein Tag ohne Todesmeldung :? .
 
Hmmm...find ich jetzt nicht schlimm, also das Posten der Bilder.
Soll man Sölden jetzt einen Vorwurf machen, weil ein DAward-Aspirant da reinfährt. Dazu noch ohne Ausrüstung?
Ich meine nein.
 
OliK schrieb:
Hmmm...find ich jetzt nicht schlimm, also das Posten der Bilder.
Soll man Sölden jetzt einen Vorwurf machen, weil ein DAward-Aspirant da reinfährt. Dazu noch ohne Ausrüstung?
Ich meine nein.
Jein. Klar will man Werbung machen, aber die machen ja schon relativ aggresiv Werbung damit, wie toll man mom. Powdern kann und sie wissen, dass viele Leute eben noch nichtmal wissen, dass man eine ordentliche Ausrüstung mit sich führen könnte. Somit könnten sie zumindest diesen Hinweis posten in meinen Augen.
Es ist eben nicht jeder so informiert wie die Forengemeinde ^^
 
Oli, ich weiß nicht so recht, finde es aber mit den Möglichkeiten der modernen Kommunikationsmittel schon etwas bedenklich.
Man sitzt auf der Hütte, hat 5 Bier und 5 Schnaps intus und surft auf Facebook herum, sieht die Fotos... boah ey, da fahrn wir auch runter, das ist gleich da drüben... und schon gehts los

Dazu auch:
http://salzburg.orf.at/news/stories/2521916/
 
Pistencruiser schrieb:
Kommt's nur mir so vor, oder ist es heuer besonders extrem?
Es vergeht ja kaum noch ein Tag ohne Todesmeldung :? .

Das liegt am Wetter. In den letzten Tagen ist teilweise extrem viel Schnee auf eine eisige Windgepresste Schneeschicht gefallen, dazu noch bei viel Wind. Der Neuschnee hat so gut wie keine Bindung zur Altschicht.
Dazu noch sehr bedenklich bspw.: Letzten Sonntag am Hochjoch sind die "richtigen" Freerider (also die halt mit Ausrüstung) extrem defensiv unteerwegs gewesen und man konnte annehmen, sie haben den LLB der an der Talstation hing gelesen. Dies hinderte aber Väter samt ihren Knirpsen nicht daran überall kreuz und quer reinzufahren. Selbstredend ohne jegliche Ausrüstung :rolleyes:

Weiss nicht, obs schon mal gepostet wurde. In dem Video unten reflektiert ein DA-Kandidat seinen eigenen Lawinenunfall. Doch ganz eindringlich. Kleine Steigerung zu den normalen Kandidaten: ABS-Rucksack , aber keine Schaufel bei.... :biggrin:

 
Hmmm. Altes Streitthema.
Beispiel Kitzbühel:
Dort wurden bereits vor etlichen Jahren die Buschwerke unterm 2000er Lift abgeholzt, um die (dort weitestgehend gesicherten!) Hänge einem breiteren Publikum zur Verfügung stellen zu können - als Powderbereich.
Jetzt erklär mal nem Holländer oder Belgier ohne Ausrüstung, warum jetzt der Hang hier "sicher" ist, der gegenüber aber nicht. Keine Schilder, keine Absperrungen, keine Erklärung.
Für einen Unkundigen einfach nicht nachvollziehbar. Aber die Industrie und die Gebiete hypen vollständig den "Trend Freeriding".
Und zu dem 16-jährigen in Jochberg:
Hab selbst vor fast 20 Jahren einen Bekannten in genau dem Bereich verloren. Die Kitzbüheler "Szene" war damals ziemlich überschaubar. Und in dem Alter waren wir alle so blöd/überheblich in solche Sachen reinzufahren - ohne LVS und Co. versteht sich. War ja "uncool". Wenn du dann Abends beim "Stammtisch" im Lichtl erfährst, dass einer nicht wiederkommt sieht die Welt auf einmal anders aus, aber der Preis für diese Erkenntnis war definitiv zu hoch.

Aus heutiger Sicht nehme ich die Bergbahnen hier generell sehr wohl in die Pflicht:
Gemessen an den Marketingbemühungen um den "Trend Freeriding" wird zu wenig an Warnung ausgesprochen um Unwissende - egal ob zu jung oder nicht von hier - auf die Gefahren hinzuweisen.
Verbote würden hier sicher nichts bringen - wir sind damals auch ausm Lift gesprungen obwohls verboten war. War ja erst recht der Reiz.
Aber in Zeiten, in denen man darüber nachdenkt Autobahnauffahrten teils "festungsartig" gegen Falschfahrer zu sichern sollte man unter Umständen darüber nachdenken, ob ein ca. 30x50cm Schild mit "Vorsicht, alpine Gefahren" in vier Sprachen auf nem ollen Holzpflock in den Schnee gesteckt wirklich noch zeitgemäß ist...

Schöne Grüße,
Jan
 
Im Bericht steht was von Wasserkarrinne. Ist die etwa bekannt, oder ist das die wo morgens im FB war? Der verunglückte ist ja schließlich in schwer felsdurchsetztes Gelände eingefahren.
 
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