Hi,
ich zwar leider keine Fotos dieser alten Liftanlagen, aber Erinnerungen, als ob es erst gestern wäre.
Naja, ich dort ja auch das Skifahren gelernt. Kaum gelaufen, schon auf Ski...
Aber hier mal meine Erinnerungen :
St. Anton Ende der 70er.
Morgens gleich nach dem Frühstück ging es gleich raus zum Kindlisfeldlift, der direkt hinter unserer Pension war. Hier bin ich dann so lange gefahren, bis meine Eltern endlich auch nachkamen. Der "Liftmann" hatte extra am Einstieg vom Lift einen kleinen Hügel aus Schnee gebaut, damit ich mir den Bügel vom Lift selbst nehmen konnte (für einen damals 6 Jährigen war das der Oberhammer !!). Nachdem nun meine Eltern nachgekomen waren, ging es rüber am Slalomlift und unter der Kandahar Bahn zur Schindlerbahn, die auf den Gampen führte. Mann hab ich diesen Sessellift gehasst !! Da ich mit meinen 6 Jahren ein wenig zu klein war, um selbst einzusteigen, packte mich der nette Mann am Einstieg immer am Kragen und hob mich so auf den Holzsessel. Jedes mal ist mir dabei meine Halskette zerrissen.
Wir hätten auch die Kandahar Bahn nehmen können, aber da hat man einfach zu lange warten müssen, vor allem bei schlechten Wetter.
Oben auf dem Gampen angekommen, ging es gleich weiter zur Schindlerbahn II die zum Kapall führte. Klasse war auch die Talstation dieser Bahn, die so ein Länglicher gebogener Holzkasten war (man hatte das Gefühl man fährt in einen dunklen Tunnel rein). Die Fahrt auf den Kapall war dann teilweise ne echte Herausforderung für die Kleidung, da es teilweise sehr kalt und windig war. Die Bergstation war sehr oft ein bizarres Gebilde aus Eis und Schnee.
Wenn es die Schneeverhältnisse zuließen (gesperrt wegen Lawienengefahr) ging es gleich nach links ins Mattun hinein und dann war Tiefschnee angesagt.
Unten am Ende der Piste angekommen, wurde es derart flach, daß man nur mit sehr viel Schwung bis zum Feldherrnhügellift kam (den hatte ich meistens nicht, und habe diese Stelle immer verflucht).
Der Feldherrnhügellift (Schlepplift) auf den Galzig herauf war schon ganz nett, vor allem das sehr steile erste drittel. Wenn da einer aus dem Lift geflogen ist, hieß es immer ausweichen, wenn man nicht mitgerissen werden möchte.
Oben am Galzig gung es dann ersteinmal zur Vallugabahn um sich eine Nummer abzuholen (die wurden auf die Skispitzen gestempelt). Nun konnte man ungefähr abschätzen, wieviele Gondeln man jetzt noch warten musste, bis es dann endlich über das Steissbachtal hinauf zur Valluga ging.
Die Bergstation der Vallugabahn war oft dermaßen eingeschneit, daß man durch einen teilweise bis zu 15 Meter langen Schneetunnel nach draußen gehen musste. Nun ging es die kurze Abfahrt bis zum Vallugalift. Oben angekommen, gab es oft zwischen meinen Eltern die Diskussion, ob wir über Ulmer Hütte, Mattunjoch oder Schindlerkar abfahren. Meistens ging es dann über Schindlerkar in das Steissbachtal. Meine Mutter ist immer den langen Ziehweg am Schindlerkar gefahren, während mein Vater und ich die Abkürzung über den "Steilhang" genommen haben. Irgendwie fand ich den Hang nicht steil. Ist aber wohl ansichtssache. Also schnell wieder zum Feldherrnhügellift und ab wieder rauf auf den Galzig, wo wir nun über den Osthang (Buckelpiste) abfuhren um wieder vorn Feldherrnhügellift zu stehen. Ab nach oben, und nun rüber zu meinen am meisseten gehassten Lift, den Tanzbodenlift. Der hat bei mir seinen Namen richtig verteidigt ! Kurz vor dem letzten Drittel, wird es noch mal kurz ein wenig steiler. Genau hier gab es in der Spur oft eine kleine Mulde. Genau an dieser Stelle wurde ich meistens samt Bügel 20-30 cm in die Luft gehoben (war halt noch zu leicht) , und da hab ich immer am Bügel festgekrallt, aus Angst zu stürzen, was dann meistens auch unweigerlich folgte. Zack hat es einen ungehauen - aber losgelassen hab ich nicht - ich wollte ja oben ankommen - egal wie

Oben ging es dann meistens links nach St. Christoph zum Mittagessen runter (Kinder finden Pausen beim Skifahren doof).
Nach dem Essen ging es dann wieder mit dem Sessellift auf den Galzig rauf um wieder auf die Valluga zu kommen (die Sesselbahn zum Schindlergrad gab es ja noch nicht). Von dort ging es über das Mattunjoch dann ins Mattun, wo wir meist wieder Tiefschnee hatten. Unten am Mattun angekommen, ging es mit dem Schlepplift wieder auf den Gampen, um mit der Schindlerbahn II wieder auf den Kapall zu fahren. Diesmal ging es jetzt vom Kapall vorn die schwarze Piste (Kandahar Abfahrt) bis runter ins Tal (komplett schwarze Piste) direkt zu unserer Pension auf den Sonnenwiese.
So waren unsere Skitage in den späten 70ern.
Auch haben wir jedes Jahr die Riesenlawine miterlebt, die im März/April immer auf der anderen Seite des Dorfs abging, und meistens erst kurz vor der Tankstelle halt machte.
Gruß
Nos