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LSAP: Arlberg

Die Zuger-Hochlicht Mohnenfluhbahn war ein absolutes Unikat und meine Lieblingsbahn in meiner Kindheit. Sie endete doch ein gutes Stück weiter oberhalb der Steinmähderbahn, weshalb man von dieser Ausgangslage bessere Einstiegsmöglichkeiten in die umliegenden Hänge hatte (Off Piste). Die Doppelsesselbahn Steinmähderbahn wurde in den 70ern dazu gebaut, weil es sich oft nicht bis zum Ende der Saison ausgegangen ist, über den Zugertobel zurück zu fahren. Somit wurden die jetztigen Pisten auch für Wiederholungsfahrten in der ganzen Saison interessant.

Abgebrochen wurde sie, weil: neue Seile, eine neue Steuerung nach aktuellem stand der Technik und eine neue, zeitgemäße Kabine nötig war.

Am Kriegerhorn sind noch die Fundamente vom Abspannmast zu sehen. Zugseile und Tragseil wurden außerhalb der Station an einer offenen Turmkonstruktion untergebracht.

Oberhalb der Steinmähderbahn Bergstation und unterhalb der Schutzhütte sind noch alle Fundamente inkl. Betriebsraum der Bahn vorhanden. In dem Raum wurde die Schneefräse untergestellt. Weiteres ist noch das Fundament vom Punkt A, etwas außerhalb der Station vorhanden. Hier wurde das Gegenseil in einem Dreieck gelenkt, sodass es bei Wind nicht mit der Kabine kollidieren konnte.

In der Tat gab es oft Windprobleme. Eine klassische Pendelbahn mit nur einem Tragseil ist eben technisch gesehen ein Pendel, sobald man von der Seite pustet. Teilweise war es bei starkem Wind nicht möglich in die Station zu fahren, weil sich die Kabine außerhalb der Einweiser pendelte.

Schade, dass dieser Vorreiter der heutigen Peak to Peak Bahnen abgetragen wurde. Die Bahn hatte einen enormen Kultfaktor.
 
Mr. X schrieb:
Ja schon, aber was hätte man stattdessen machen sollen? So wie ich es mitbekomme war das eine unsichere Bahn. Hätte man sie als Funitel ersetzen sollen oder was? :lach:

Nein, eine Peak-to-Peak Bahn ist dort wirtschaftlich völlig überflüssig, nachdem es heute die starke 8KSB am Steinmähder gibt. Aber ich kann bestätigen, dass die Bahn sehr hohen Kultfaktor hatte, vor allem die offene Technik. Als Kind fand ich die außergewöhnliche Seilführung an den Stationen extrem cool.
Es gibt leider generell immer weniger Kultbahnen, alles immer nur noch Standard 6KSB und 8KSBs etc. Am Arlberg ist für mich nur noch die Schindlergrat 3KSB kultig, eventuell noch Trittkopf.
 
Ok, aber was ist mit der Galzigbahn mit ihren Riesenrädern usw. ?
Und jetzt neu, was ich ziemlich cool finde ist der Auenfeldjet zusammen mit der Weibermahdbahn. So etwas gibt es nämlich nicht überall.
 
shaqohirt schrieb:
Sind denn dann diese Betonplatten/-reste oberhalb der steinmähder-bergstation das Überbleibsel der Bergstation?

Der Ausstieg der Mognenfluh-bergstation muss dementsprechend steil gewesen sein - lief der Ausstieg Fallinie oder per Schikane, wie bei manch anderen PB-bergstationen?
Nach dem Skianschnallen ging es in zwei Serpentinen runter zur Mohnenmäder-Piste, sind hier auf Google-Maps noch recht gut erkennbar. Von der Bergstation (Fundamente gut erkennbar) zuerst ca. 60 m nach Nordnordost, dort eine Haarnadelkurve und 90 m nach Süden und dort noch eine Haarnadel direkt oberhalb der Steinmähder-Bergstation.
 
Ich hätte noch was für euch: Im Ortsteil Stubenbach bei Lech gab es tatsächlich auch mal einen eigenen Slepplift. Er startete direkt beim Hotel Sonneck und bediente, so wie es aussieht, 3-4 Pisten. Hier ein tolles Bild...

20150309_2019131w4u5r.jpg
 
Der Lift hat es bestimmt voll gebracht, so abgelegen wie der ist. Der war nur für die Bewohner der Bauernhäuser gut. :lol:
 
Bei der Einschätzung darf man aber nicht vergessen das früher deutlich weniger Gäste ein eigenes Auto hatten, sprich deren innerörtliche Mobilität eingeschränkt und auch die Ansprüche viel geringer als heutzutage war(en). Deshalb denke ich das sich der Lift sehr wohl gerechnet hatte; damals waren "Hotellifte" in Locations abseits der Hauptorte auch nichts ungewöhnliches und auch die vielen Dorflifte schrieben durchwegs schwarze Zahlen.
 
Zudem war der Lift aber eigentlich auch im Skigebiet integriert, erschließt doch der Langer Zug praktisch den Ortsteil Stubenbach. Ich würde wetten, heutzutage würden viele den Lift auch einmal in ihrem Urlaub nutzen, noch dazu, wenn man dort an der Talstation einen ruhigen Gastronomiebetrieb hinsetzen würde...
 
Nein glaube ich nicht, der Lift war ja extrem kurz. Wenn dort jetzt zu dem Lift eine Skihütte stünde wäre der Lift gleich rentabel wie der ehemalige Tobellift in seinen letzten Jahren. Außerdem ist Stubenbach so im Abseits, dass glaub ich niemand dorthin fahren würde, nur um mit so einem Lift zu fahren, der von den restlichen Anlagen so gut wie unerreichbar ist, und man mit diesem Lift keine andere Anlage erreichen kann.
 
^ Ach - die ist bisher ja komplett an mir vorbei gegangen. Wie lang stand die? Und ging die weiter hinauf als die jetzige 8KSB (das ist doch dort, oder?)
 
Ich bin damit in der ersten Hälfte der 90-er Jahre noch gefahren. Soweit ich mich erinnere, ging sie ein minimales Stück weiter hinauf als die heutige KSB. Und ich glaube, es war eine einspurige Pendelbahn, was mich damals schon ziemlich erstaunt hat.
 
sind ging bis ganz hoch auf den Grat oberhalb der Steinmähderbahn. Man sieht heute noch das Fundament. War ne tolle Geschichte, so stützenlos mit viel Bodenfreiheit. An den Blick "hinten runter" kann ich mich leider nicht erinnern. Von dort sind aber welche abgefahren. Laut Wirt sollte die Runde so gehen, dass man in Schröcken wieder rauskommt und über Warth dann zurück nach Lech.
 
Stimmt, jetzt wo Du es sagst, erinnere ich mich auch. Die ging bis zum Grat.
Ich bin mal nach hinten ein Stück hinuntergefahren und mit Fellen wieder aufgestiegen, ist nettes Variantengelände und jetzt mit dem gemeinsamen Schipass und den Rückbringermöglichkeiten sicher viel befahrener als früher.
 
Vmtl. war die Erschließung der Rückseite (entweder als Variantengelände oder mit zusätzlichen Liften) dann auch mit der Grund, warum damals überhaupt eine PB gebaut wurde und nicht nur eine SB, so wie sie z.B. im alten o.g. Pistenplan schon eingezeichnet war?
 
Oh, da kommen auch bei mir Erinnerungen auf…
Diese PB war in den frühen neunziger Jahren meine Lieblingsbahn in Lech, die ich eigentlich jeden Tag dort in meinen Skiurlauben gefahren bin. Das letzte Mal, soweit ich mich erinnern kann, habe ich die Bahn 1993 benutzt. Als ich dann gegen Ende der 90er Jahr noch ein paar Mal tageweise in Lech war, kann ich mich nicht mehr an die Bahn erinnern. War die damals dann schon abgebaut?
Die Bahn ist ja auch ein echtes Mysterium was die Dokumentation angeht. Ich glaube hier im Forum gab es nur sehr wenige oder gar keine Bilder, obwohl das damals eine sehr exponierte Bahn in einem sehr bekannten Skigebiet war. Irgendwie komisch. Sonst tauchen doch von jedem noch so kleinen Lift irgendwann einmal Bilder auf. Vielleich sollten wir mal einen Preis ausloben ;).
Bei der Bahn selbst kann ich mich noch an folgendes Erinnern:
Die Trasse war sehr spektakulär. Die PB hat zwar nur wenige Höhenmeter überwunden. Dafür fuhr sie aber stützenlos fast auf der ganzen Strecke in großer Höhe von Kriegerhorn-Gipfel auf den Zuger Hochlicht-Gipfel über das dazwischenliegende Tal, was immer eine spektakuläre Aussicht auf das Gelände und die darunter liegende 2SB bot. Weiterhin ist mir noch der Start der Piste am Zuger Hochlicht in Erinnerung, wo der Schnee auf den ersten Metern unterhalb der Bergstation immer komplett mit kleinen Steinen, fast wie Split, durchsetzt war, und man jedes Mal mit seinen Skibelag gelitten hat. Das war komischerweise immer so, egal wie viel Schnee lag.
Im Februar 2015 war ich ja nach gut 15 Jahren das erste Mal wieder in Lech und bin da auch das erste Mal mit der 8KSB gefahren. Dabei habe ich mich zunächst gewundert, dass die 8KSB ein ganzes Stück weiter unten aufhört als die PB früher. Ich müsste dazu auch ein paar Bilder gemacht haben, kann aber momentan nicht darauf zugreifen.

starli schrieb:
Vmtl. war die Erschließung der Rückseite (entweder als Variantengelände oder mit zusätzlichen Liften) dann auch mit der Grund, warum damals überhaupt eine PB gebaut wurde und nicht nur eine SB, so wie sie z.B. im alten o.g. Pistenplan schon eingezeichnet war?
PB und SB (Anfang der 90er Jahre 2er SB mit roten Sesseln) gab es aber schon parallel, oder meintest du das so?
 
Mt. Cervino schrieb:
starli schrieb:
Vmtl. war die Erschließung der Rückseite (entweder als Variantengelände oder mit zusätzlichen Liften) dann auch mit der Grund, warum damals überhaupt eine PB gebaut wurde und nicht nur eine SB, so wie sie z.B. im alten o.g. Pistenplan schon eingezeichnet war?
PB und SB (Anfang der 90er Jahre 2er SB mit roten Sesseln) gab es aber schon parallel, oder meintest du das so?
Ich meinte eher, was der Grund für den Bau der PB war, ob man damit nur die Pisten vorne herum erschließen wollte (das hätte man aber ja mit einer tiefergelgeneren DSB, wie die die du angesprochen hast, mitmachen können), oder ob man eben damals gezielt auch vorhatte, die Rückseite zu erschließen, und hat die PB daher bis zum Grat gebaut ...
 
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