flamesoldier schrieb:
Der Preis von > 140 k bezieht sich nur aufs Model S Plaid+, das Model S Long Range gibts ab 86.990 € mit 663 km WLTP-Reichweite.
Eine der wichtigsten Neuerungen ist eher, dass nun auch im Model S und X eine Wärmepumpe enthalten ist.
Auch der Preis ist doch jenseits von gut und böse. Nicht auf das Auto bezogen, sondern ganz nüchtern betrachtet einfach über 80000€.
Was einfach immernoch fehlt und mit heutigem Stand der Technik nicht realisierbar ist, ist ein Auto, das ohne irgendwelche kurzzeitige Förderprämien maximal 20000€ -30000€ kostet und mindestens 600km Reichweite hat.
Für das was ich so fahre brauche ich diese Reichweite durchaus öfters.
Grade für Fahrten im Winter in ein Skigebiet sehe ich aktuell einfach immernoch kein wirklich taugliches und günstiges Elektroauto. Der Verbrenner kommt bei meiner Anwendung einfach immernoch bei weitem günstiger weg.
Ich hatte das schonmal erwähnt, ich mache an meinem Auto sehr viel selbst...Kundendienst, Bremsenwechsel etc. die laufenden Kosten lassen sich dadurch stark senken. Der teils günstigere Unterhalt eines E-Autos relativiert sich damit
für mich schonmal stark. Und wenn ich dann sowas lese wie der Herr hier über seinen ID3 schreibt
https://www.goingelectric.de/forum/viewtopic.php?f=395&t=63590 lohnt sich das E Auto auf der Kurzstrecke ja auch nicht mehr (finanziell gesehen). Bei dem Verbrauch geht die Rechnung höhere Anschaffungskosten, günstigerer Unterhalt halt über die gesamte Lebensdauer nicht auf.
Ich weiß, dass es aktuell durch die Förderprämie durchaus attrakive kleine E Autos (Renault Zoe) gibt, aber ich finde man muss das Produkt schon als ganzes sehen. Die Förderprämie wird es nicht dauerhaft geben, die günstigere Steuer und Versicherung des E Autos ist für mich ebenso wie eventuell sinkende Strompreise ein Trugschluss. Angenommen wir fahren in 10 Jahren alle elektrisch und laden dank 1000km Reichweite alle an der eigenen Solaranlage zu Hause, der Staat wird niemals auf die Milliardeneinnahmen aus der Mineralölsteuer verzichten. Das E Auto wird aktuell künstlich attraktiv gemacht (soll nicht heißen, dass ich das falsch finde, einer Innovativen Technologie Starthilfe zu geben) auf eine mehr als realistische Lebensdauer von 10-15 Jahren betrachtet sehe ich aber deutlich steigende Nebenkosten beim E Auto, einfach weil es so wie jetzt nicht gehalten werden kann. Das ist eine geschaffene Blase. Die fehlenden Einnahmen müssen kompensiert werden und wenns am Ende ne Steuer für Solaranlagen oder sonst was wird.
Das ganze soweit von mir aus finanzieller Sicht betrachtet, nimmt man den ökologischen Aspekt dazu, siehts natürlich nochmal anders aus. Ich habe mich inzwischen deutlich mehr mit einem Elektroauto für den Alltag angefreundet und werde mir auch definitiv eines zulegen, sobald es eben wirklich die bessere Wahl ist. Ich sehe das vielleicht in 2-5 Jahren, jetzt aber noch nicht. Die Technologie entwickelt sich so schnell weiter, dass für einen normal bis gering Verdiener das Risiko der höheren Investition einfach noch nicht im Verhältnis steht. Vielleicht kommt in einem Jahr die Feststoffbatterie, dann will keiner mehr ein E Auto das älter als 5 Jahre ist, ich habe eine für mich hohe Summe von 30000€ + für ein Produkt ausgegeben, das nach kurzer Zeit völlig technologisch überholt ist, der Gebrauchtwagenpreis ist zum vergessen. E Mobilität ist für mich noch eine Pioniertechnologie und damit eher weniger für den kleinen Geldbeutel.