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Nach dem Einkehrschwung: Gemütlich-rustikal essen

Also dass weitestgehend Convenience verwendet wird, darf doch keinen Wundern... Ich such mir meist kleine Hütten aus, wo ich mitbekomm, wie gekocht wird...
Ebenso bei Restaurants... Wenns schnell gehen soll, dann muss ich halt Convenience akzeptieren....
 
Kris schrieb:
Zur obligatorischen Kennzeichnung der Alergene: Diese finden sich deshalb in meine äh Satire wieder, weil ich diese Angabe lächerlich finde im Vergleich zu den Cocktail an Chemischen Stoffen, ...

Naja, wenn man Allergiker ist oder Zöliakie hat, ist diese Info schon entscheidend. Was da an Chemiegedöns drinnen ist, ist mir zwar nicht völlig egal, aber das macht mich immerhin nicht krank. (Zumindest nicht so spürbar sofort).
Aber rein praktisch hilft mir die Kennzeichnungsverordnung sowwieso gar nix. Ich musste früher fragen, was drin ist- und das muss ich immer noch. Weil zum Beispiel überall das A steht (weil es eine Scheibe Brot dazu gibt.) Früher hat der ahnungslose Kellner mit dem Kch gesprochen oder den Koch zum Gast geschickt. Jetzt sagt er " Sie könnens alles Esse wo kein A net dransteht". In diesem Fall ein einziges Gericht. Selbst das Steak ging Laut Karte nicht. (Hat sich so zugetragen. In einem schweinteuren Restaurant übrigens.)
Oder genau anders herum. Bei den Pommes steht kein A. Trotzdem frage ich lieber nach, ob die in die gleiche Friteuse kommen wie das panierte Zeugs. "Ja". Damit sind die Pommes halt nicht mehr glutenfrei, egal was in der Karte steht.
Die Verordnung hilft tatsächlich Betroffenen gar nichts und schreckt Hysteriker auf. "Waaaaas, da ist soviel Zeug mit drin?"

Aber Läden, die nur Conviniencezeugs haben sind halt für mich eh raus. Übrig bleiben dann die, die richtig kochen- und auch wissen, was in ihrem Essen ist. Dort gibt es dann halt auch einen Koch und nicht nur Essenaufwärmer. (Das ist auch super. Wenn man mir auf Nachfrage nichtmal sagen kann, ob Mehl in der Soße ist :surprised: )
Und sooo wenig Hütten sind es nicht, wo richtiges Essen zubereitet wird. Und in den anderen, so Extremfälle wie das Riesending beim Stadion in Sölden, da würde ich - verwöhnt wie ich mittlerweile bin :mrgreen: - auch dann nicht essen wollen, wenn ich es könnte.
Erstaunlicherweise gibt es in Berwang, das ist ja nun echt ein kleines Nest, erstaunlich viel Auswahl für mich. Nur halt auf der Piste nicht. Aber, da muss ich echt mal das Personal loben: Es war noch nirgendwo ein Problem, nur einen Kaffee zu bestellen und meinen eigenen Kuchen zu essen.

Schwieriger ist das bei Hotels. In Hintertux ist nur noch eins übrig, wo ich nicht "vergiftet" wurde und da mittlerweile genügend Vertrauen habe. Auch wenn die Menüs hübsch aussehen, da ist halt mehr Schein als Sein.

Boah, jetzt hab ich Hunger :lol:
 
David93 schrieb:
So arbeitet die Gastronomie nunmal heutzutage. Völlig normal.

Frisch-nur frisch-ausschlieslich frisch - bei uns sind sogar die Pommes frisch
Die wo diesen giftigen Schrott kaufen können nicht kochen :biggrin:
Frisch ist billiger als dieser Fertig frass
 
baeckerbursch schrieb:
Eine "gesunde" Gastronomie hat ca. 20% Materialkosten. Nachdem beim Getränk etwas mehr verdient wird, kanns beim Essen auch mal 25 - 30% Material sein.

Einfach ausrechnen - und sich dann wundern.
Der Witz ist ja, dass bei tatsächlichem Selbstgekochtem die Materialkosten - gleiche Qualität bei Fleisch, Gemüse, etc. vorausgesetzt - nicht wirklich höher sein dürfen. Bei dem ganzen Fertigkram gehts doch vor allem um das Geld, was bei der Arbeitskraft gespart werden kann oder darum, die Unfähigkeit mangelhaft qualifizierten und/oder branchenfremden Küchenpersonals auszubügeln. Im betriebswirtschaftlichen Idealfall lässt sich das eine mit dem anderen kombinieren, wenn rumänische Autoschlosser saisonal die Gäste im "Gamsalm"-SB-Luxustempel verwöhnen. :biggrin:

Die Lösung wäre natürlich ganz einfach: Konkurrenz fördert das Geschäft. Funktioniert in Südtirol seit Jahrzehnten hervorragend. Ist aber natürlich nicht im Interesse vertikal integrierter Ressorts à la Ischgl, wo die Bergbahnen auch das Verpflegungsmonopol am Berg haben.
 
Allerdings aber das ist teilweise auch dem Zeitgeist geschuldet weil meiner Beobachtung nach die wenigsten Köche noch richtig würzen können; aber ich geb Dir recht das ich ein Fertigfutter so mancher "Selbstbaugasthauskost" vorziehe. Erfahrungsgemäß ist das Futter meist oberhalb der Täler deutlich besser und vor allem dann wenn z. B. noch ne Oma in der Küche steht. Durfte das diesen Sommer mit Kollegen tobi27 erfahren als wir an der Bergstation des Dürrnbachhornliftes die eindeutig besten Schinkennudeln unseres Lebens bekommen hatten; in die hätt ich mich reinlegen und davon solange fressen können bis ich platze - nen schöneren Tod gibt´s nicht... :ja: ;D
 
Schusseligkite schrieb:
Aber rein praktisch hilft mir die Kennzeichnungsverordnung sowwieso gar nix. Ich musste früher fragen, was drin ist- und das muss ich immer noch. Weil zum Beispiel überall das A steht (weil es eine Scheibe Brot dazu gibt.) Früher hat der ahnungslose Kellner mit dem Kch gesprochen oder den Koch zum Gast geschickt. Jetzt sagt er " Sie könnens alles Esse wo kein A net dransteht". In diesem Fall ein einziges Gericht. Selbst das Steak ging Laut Karte nicht. (Hat sich so zugetragen. In einem schweinteuren Restaurant übrigens.)

Kenn ich. Meine Tochter hat auch Zöliakie. Den größten Lacher hatten wir letztes Jahr in der Stallenalm auf der Steinplatte. Da hatte alles ein "A". Selbst das Skiwasser, die Apfelschorle und das Mineralwasser. Auf meine Nachfrage beim Kellner: "Steht alles in der Karte !!" - ich: "ja, aber wo ist im Skiwasser das Gluten", "na wenns in der Karte steht wird's schon drin sein" ... egal, Kinder haben Skiwasser getrunken - alles gut. Meine Nachfrage beim Chef ergab dann folgendes: theoretisch, also ganz selten, kann an dem Glas für Apfelschorle auch ein bisschen Bier dran sein und das hätte ja dann Gluten! Häh? Klar doch ...

Aber es stimmt schon, beim Essen bin ich mittlerweile durch die ganze Fragerei und die damit verbundenen Erkenntnisse auch extrem wählerisch und reagiere auf diese Fresstempel wie im Söldener Gletscherskigebiet auch allergisch ... :lach:

Noch ein positives Beispiel, das auch besser zum Thread passt: Passtüble in Balderschwang: Auf Nachfrage, ob die Gulaschsuppe glutenfrei sei, gab es Schulterzucken beim Personal. Die Chefin hat mir dann die Dose gebracht (war nicht gf). Als sie mitbekam das es mir nicht um neumodische Diäten ging, sondern meine Tochter das "Problem hat", haben wir gemeinsam überlegt und so kam dann raus, dass die Kartoffelsuppe und der Milchreis als Einziges selbst gekocht werden. Beide garantiert glutenfrei - meine Tochter nahm den Milchreis und dreimal darf man raten, wie meine Wahl zwischen Kartoffel- und Gulaschsuppe ausging.

Viele Grüße,
Simmonelli
 
simmonelli schrieb:
Meine Nachfrage beim Chef ergab dann folgendes: theoretisch, also ganz selten, kann an dem Glas für Apfelschorle auch ein bisschen Bier dran sein und das hätte ja dann Gluten!

Oh man. :stupid: Dann kann er die Apfelschorle gleich noch bei den alkoholischen Getränken mit aufführen.
 
Das war auch so mein Gedanke. Bringt aber nichts. Schlussendlich ist man so raus aus der Verantwortung und der Haftung. Sollen die "dummen" Allergiker doch woanders hingehen oder das Risiko selber tragen. Manchmal denke ich auch, dass das von den Wirten eher so eine Art Protest gegen die, empfunden überhand nehmende Bürokratie, absichtlich so gemacht wird.
 
Was mich aber am meisten stören würde bei dem Glas wo noch vielleicht Bier dran sein kann. Wird dieses Glas nach Gebrauch nicht gespült? Wenn es normal gespült wird haftet da doch gar nichts mehr dran. Und wenn da dann noch Bier dran sein könnte was kann dann sonst noch alles dran sein?
 
Es ging ihm wohl mehr darum, dass die Zapfhähne ja praktisch nebeneinander sind ... wie von Schusseligkite schon geschrieben. Man isst und trinkt durch so eine Allergie durchaus hochwertiger, weil man durch die viele Fragerei viele Sachen erfährt, die man besser nicht - oder vielleicht doch - erfahren hätte.
 
Bei der Sache mit der Schorle müsste man eigentlich sagen "Sie sollten Ihr Hygienekonzept überdenken, wir speisen doch lieber woanders" und verschwinden.
Ich habe mich schon öfter über mich selbst geärgert, dass ich nicht einfach gegangen bin. Neulich sagt die Bedienung, sie könne nun nicht extra in der Küche fragen 8O Richtige Antwort wäre natürlich "dann kann ich hier nicht essen".
Naja, nochmal sind wir da dann auch nicht hin.
 
Ich glaube hier stellen sich einige die Hygienekennzeichnung in der Gastronomie zu leicht vor.
 
^^
Vermutlich. Wir reden über gastronomische Betriebe, keine hochsterilen Labore.

simmonelli schrieb:
Das war auch so mein Gedanke. Bringt aber nichts. Schlussendlich ist man so raus aus der Verantwortung und der Haftung. Sollen die "dummen" Allergiker doch woanders hingehen oder das Risiko selber tragen.
Naja, als Wirt hat man es halt vermutlich auch mit genügend Spinnern zu tun, insofern habe ich da schon ein gewisses Verständnis dafür. Ich meine nicht die Allergiker, sondern Leute, bei denen glutenfreie Ernährung "hipp" ist, Sofort-Negativkommentar-auf-Tripadvisor-Schreiber oder Vegetarier, die einen Aufstand schieben, wenn ihre Gabel mal mit einem Steakmesser in der selben Spüle war, etc. Glücklicherweise ist man als Wirt ja nicht verpflichtet, es jedem Gast immer Recht zu machen. :wink:
 
Da ich auch mit Gastronomie einiges am Hut habe mal meinen Senf dazu:
Langfristig bekommt der Kunde oder zumindest der "durchschnittliche" Kunde das was er will. Was haben wir denn heute in den meisten Skigebieten? Genau: Eine Abfertigungsphilosophie. Der Tourist will möglichst viel aus seinem Skipass herausschlagen, so nebensächlichkeiten wie Essen sind da ja nur notwendige Übel. Also ist er auch nicht gewillt mehr als 10 Minuten auf sein Essen zu warten. Und das ist gerade bei dem Ansturm auf die Essensburgen mit hingebungsvoll frisch zubereiteten Speisen gar nicht zu schaffen. Also reagiert die Gastronomie auch mit Convenience. Wer kanns denn verübeln? Das nehmen die meisten ja wissendlich und billigend in Kauf. Was ja nicht heißt dass nicht auch hochwertiger zubereitete Speisen zu bekommen wären.
 
@kris: You made my day! :lach:

Wobei es durchaus Tatsache ist, dass es an qualifiziertem Küchenpersonal massiv mangelt, ich hatte unlängst ein Gespräch mit dem Pächter der Goiserer Hütte, welche für ihre regionalen und frisch zubereiteten Spezialitäten bekannt ist; er musste sein kulinarisches Angebot heuer reduzieren und auf die weniger aufwändigen Speisen beschränken, da er einfach nicht ausreichend viel Küchenpersonal gefunden habe; ich fürchte, in Massenbetrieben wie dem von Kris so anschaulich beschriebenen ist der Betrieb anders gar nicht möglich....
 
Für Allergiker war die Essensversorgungsmöglichkeit aufgrund des relativ geringen Kundenprozentanteils schon immer ein Problem da sich spezielle Angebote wirtschaftlich für einen privatwirtschaftlich agierenden Gastronom schlicht kaum rechnen (in größeren Destinationen vielleicht gerade noch) und er andererseits natürlich auch keine "Versorgungspflicht" aller Gäste hat.
Andererseits sehe ich es auch als sinnvoll an das dadurch jene "Trittbrettfahrer" die nur deshalb auf den Zug aufgesprungen sind weil sie sich durch diverse Internetpublikationen dazu bemüßigt fühlten mal auch kräftig eingebremst werden; wenn denn unser Futter wirklich so ungesund wäre wie vielerorts behauptet wird müsste die Menschheit ja schon längst im Aussterben begriffen sein... :ja:
Mal ganz abgesehen davon das eine Lebensverlängerung unserem Pensionsgenerationenproblem auch noch mehr zusetzte... ;D
 
thun schrieb:
Naja, als Wirt hat man es halt vermutlich auch mit genügend Spinnern zu tun, insofern habe ich da schon ein gewisses Verständnis dafür. Ich meine nicht die Allergiker, sondern Leute, bei denen glutenfreie Ernährung "hipp" ist, Sofort-Negativkommentar-auf-Tripadvisor-Schreiber oder Vegetarier, die einen Aufstand schieben, wenn ihre Gabel mal mit einem Steakmesser in der selben Spüle war, etc. Glücklicherweise ist man als Wirt ja nicht verpflichtet, es jedem Gast immer Recht zu machen. :wink:

Genau darum hält sich meine Begeisterung für diesen Hype auch echt in Grenzen.
 
Spezialwidde schrieb:
Da ich auch mit Gastronomie einiges am Hut habe mal meinen Senf dazu:
Langfristig bekommt der Kunde oder zumindest der "durchschnittliche" Kunde das was er will. Was haben wir denn heute in den meisten Skigebieten? Genau: Eine Abfertigungsphilosophie. Der Tourist will möglichst viel aus seinem Skipass herausschlagen, so nebensächlichkeiten wie Essen sind da ja nur notwendige Übel. Also ist er auch nicht gewillt mehr als 10 Minuten auf sein Essen zu warten. Und das ist gerade bei dem Ansturm auf die Essensburgen mit hingebungsvoll frisch zubereiteten Speisen gar nicht zu schaffen. Also reagiert die Gastronomie auch mit Convenience. Wer kanns denn verübeln? Das nehmen die meisten ja wissendlich und billigend in Kauf. Was ja nicht heißt dass nicht auch hochwertiger zubereitete Speisen zu bekommen wären.
Also dem kann ich nun überhaupt nicht zustimmen - oder ich gehöre nicht zum "durchschnittlichen" Kunden. Bei meinem Skitag wird zum Essen eingekehrt. Und zwar ausschließlich in Hütten/Gastrobetrieben mit Service. Und da darf es dann auch etwas ruhiger zugehen und ich kann auch gerne ein paar Minuten warten. Wobei ich hiermit keinerlei allgemeine Aussage über die Qualität der Speisen treffen will, mich aber natürlich sehr freue, wenn zu einem ordentlichen Service auch ordentliches Essen gereicht wird.

Die zahlreich vorhandenen "SB-Abfütterschuppen" betrete ich grundsätzlich nicht bzw. nur in Ausnahmefällen, wenn keine ordentliche Einkehrmöglichkeit vorhanden ist und sonst der Hungertod droht. Es gibt natürlich auch Abfüttertempel mit Bedienung, die vorgaukeln, etwas Besonderes zu sein. Solche Lokalitäten findet man aber über "trial and error" heraus - und dann meide ich sie ebenfalls. Andererseits mag es sicher SB-Gastros mit guter Qualität geben - nur gefunden habe ich die (vielleicht mangels Versuchen?) bisher kaum.

Aber wie gesagt - vielleicht gehöre ich einfach nicht zum Klientel des Durchschnittskunden.
 
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