Ram-Brand schrieb:
Wenn auf Sommertourismus gesetzt wird, warum nimmt man dann noch 6er Kabinen und nicht 8er.
Da passen doch Fahrräder besser rein. Oder setzt man nur auf Wanderer?
Ob jetzt bei der neuen Eckbauerbahn die Fahrräder innen oder außen transportiert werden, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn man für ein Standardfahrrad eine Länge von ca. 1,80 m annimmt, dann sollte ein Fahrrad auch mit einer Person in einer 6er Kabine Platz haben.
Hauptaugenmerk sind aber am Eckbauer die Wanderer und Spaziergänger. In der Gunst weit vorne liegt der Wanderweg zwischen der Bergstation der Eckbauerbahn und der Bergstation der Graseckbahn. (Höhendifferenz -340 m, Gehzeit 45 Minuten). Viele Fahrgäste der Eckbauerbahn fahren dann auch noch mit der Graseckbahn und / oder besuchen dann auch noch die Partnachklamm und kehren im Forsthaus Graseck oder in der Wildenau ein. Aufgrund der monatelangen Sperrung der Partnachklamm sind die Besucherzahlen für 2018 nicht repräsentativ, aber wenn es normal läuft, dann besuchen etwa 200000 Personen jährlich die Partnachklamm. Traditionell tummeln sich auch an Weihnachten viele Fußgänger am Graseck und in der Wildenau, da im Normalfall die Partnachklamm auch Weihnachten geöffnet hat. Das Geschäft läuft auch ohne Skifahrer sehr gut.
Für die Fahrradfahrer ist eher der Weg über Wamberg interessant, da Richtung Graseck schon extrem viele Fußgänger unterwegs sind; darunter oft auch nicht mehr ganz trittsichere Senioren, die zuvor mit der Eckbauerbahn gefahren sind. Den Weg vom Eckbauer zum Graseck (Höhendifferenz -340 m, Gehzeit 45 Minuten) schaffen normalerweise auch Leute, die körperlich extrem unfit sind. Der Weg ist sehr breit und völlig harmlos. Es stehen auch viele Sitzbänke zur Verfügung.
Die neue Eckbauerbahn bekommt auch eine Genehmigung für Nachtfahrten. Das ist aus mehreren Gründen wichtig.
Man hält sich so die Möglichkeit offen, im Berggasthof auch Abendveranstaltungen zu organisieren. Die Hahnenkammbahn in Kitzbühel fährt im Sommer sogar jeden Freitag bis 23.00 Uhr, weil man das Sommererlebnis fördern will. Eine Nachtfahrt in der Seilbahn wird immer mehr als Kick empfunden. Ich selbst habe das bei der Nachtfahrt in Palm Springs vor 2 Jahren in Kalifornien erlebt, als wir um 21.00 Uhr mit der Seilbahn gefahren sind.
Langfristig ist zur Förderung des Sommertourismus auch ein Alpincoaster am Eckbauer denkbar. Auch Alpincoaster werden zuweilen nachts benutzt. Ich denke, wenn das Geschäft gut läuft, dann wird es irgendwann auch am Eckbauer einen Alpincoaster geben. Mit 500 Höhenmetern Differenz ist der Eckbauer ideal für einen Alpincoaster geeignet.
Hinzu kommt noch, dass die EU ab April 2019 die Zeitumstellung abschaffen wird.
Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien haben sich entschieden, dass dann ab April 2019 ganzjährig die Sommerzeit gelten wird. Die Schweiz hat sich noch nicht geäußert, was sie machen will.
Da Deutschland ab 2019 ganzjährig die Sommerzeit haben wird, bedeutet dies, dass es um Weihnachten erst gegen 9.15 Uhr hell wird. Die meisten Seilbahnen in den Alpen haben im Winter einen Betriebsbeginn um 8.30 Uhr; d.h. da ist noch nautische Dämmerung (Sonne mehr als 6 Grad, aber weniger als 12 Grad unter dem Horizont). Künftig ist also, wenn man im Winter wie üblich um 8.30 Uhr den Seilbahnbetrieb aufnehmen will, eine Genehmigung für Nachtbetrieb erforderlich. Die Eckbauerbahn hat da also vorgesorgt. Auch die Seilbahn Zugspitze braucht künftig im Winter, wenn Sommerzeit gilt, den Betriebsbeginn nicht von 8.30 Uhr auf 9.30 Uhr verschieben, da sie ebenfalls die Genehmigung hat, nachts zu fahren.