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Neues am Feuerkogel – Ebensee

Salzprinz schrieb:
Gibts denn schon einen "vernünftigen" Plan der nun beschlossenen Projekte ?

Solange ich keine detaillierteren Informationen habe, als die, die ich im Moment besitze, werde ich davon absehen, eine weitere Grafik zu malen. Ich hoffe aber, in den nächsten Tagen diesbezüglich Näheres zu erfahren.
 
Am Donnerstag, 23. Juli 2009 wird der Bevölkerung um 19:30 das Projekt offiziell und detailliert durch LH Josef Pühringer, LR Viktor Sigl, Bgm. Herwart Loidl, Vize-Bgm. Josef Steinkogler, Seilbahnholding-Geschäftsführer Alfred Bruckschlögl usw. vorgestellt.

Spätestens am 24. Juli 2009 dann hier also die detaillierten Infos (bzw. wenn jemand kommen will, dann kann man da sicher einen gemeinsamen Tisch organisieren :wink: ).
 
PROJEKT FEUERKOGEL NEU: Ausbaustufe 1 - Projektvorstellung 23.7.2009

Mehr als viereinhalb Jahre nach der ersten Arbeitskreissitzung zum Projekt Feuerkogel-Neu sind mittlerweile die Bagger aufgefahren.

Am heutigen Tage wurde die einheimischen Bevölkerung über die konkreten Baumaßnahmen informiert, die ich im Folgenden kurz zusammenfassen werde.

Geschichten, die für die lokal ansässigen Bewohner relevant sind, jedoch nichts mit der Seilbahntechnik o.ä. zu tun haben, lasse ich mal außen vor - zum Einen, weil ich nicht so viel Lust habe, das alles wiederzugeben, zum Anderen aber auch deswegen, weil´s zu einem sehr großen Teil für euch eh nicht relevant ist.

Weitestgehend unerwähnt bleiben auch die div. Danksagungen und Rückschauen der Verantwortlichen und der Politiker.

Daher direkt zur Erläuterung der Ausbaustufe 1.

Zunächst eine Projektskizze, die ich jetzt schnell hingekritzelt habe.

feuerkogel.JPG


Die Trassen stimmen hier nun auf +/- 50 m genau, würde ich mal sagen.

Wie inzwischen einhellig bekannt ist, werden heuer eine kuppelbare 8er-Einseilumlaufbahn im Gsoll, sowie eine kuppelbare 6er-Sesselbahn ohne Wetterschutzhauben im Grubersunk errichtet. Beide Bahnen werden von Leitner geliefert, die Kabinen für die Einseilumlaufbahn kommen von Carvatech und werden Silber sein.

Details zur neuen 8-EUB Gsoll:

Förderleistung: 1600 P/h - ausbaufähig auf 2000 P/h
Kabinenanzahl: 37 Stück
Stützen: 11
Bergfahrseite: links
Antriebsleistung: 400 kW
Höhe Talstation: 1055 m
Höhe Bergstation: 1567 m
Höhendifferenz: 512 m
Schräge Länge: ca. 1700 m
Bahnhof: Talstation

Details zur neuen 6-CLD Grubersunk:

Förderleistung: 2000 P/h
Sesselanzahl: 30 Stück
Stützen: 11
Bergfahrseite: links
Antriebsleistung: 300 kW
Höhe Talstation: 1293 m
Höhe Bergstation: 1592 m
Höhendifferenz: 299 m
Schräge Länge: ca. 720 m
Bahnhof: vermutlich Bergstation oder Stationsgaragierung (ist das möglich bei 30 Sesseln - Detailpläne diesbezüglich konnte ich leider keine finden)
Einstieg: gerade

Die 8-EUB Gsoll wird für zunächst 1600 P/h ausgelegt. Kernpunkt an dieser Bahn sind Skiwege, die sämtliche Steilstufen entschärfen sollen (als solcher dient die neu anzulegende Bau- und Versorgungsstraße).

Die 8-EUB ist für einen späteren Anbau einer 1. Sektion ausgelegt, wobei bei der Planung auch die Stromleitungstrasse bereits berücksichtigt wurde. Die Stationen werden leitnersche Kompaktstationen sein, wobei ich die Talstation der Gsollbahn nicht gesehen habe.

An der 8-EUB entsteht ein äußerst attraktiver neuer Pistenabschnitt von der derzeitigen Talstation bis zur neuen Talstation mit einer Breite von ca. 90 m, weiters ein neuer Pistenabschnitt von der Bergstation zur derzeitigen Skiabfahrt, sowie auch zur derzeitigen Grubersunkabfahrt ("1"). Auf Höhe Eselrast soll eine weitere Querungsmöglichkeit in den Grubersunk bestehen.

Im Grubersunk selbst kommt eine zweite, zusätzliche Piste - am Plan mit "2" verzeichnet, wobei das Wichtigste dabei scheinbar eine möglichst naturgetreue und damit äußerst abwechslungsreiche Pistenführung sein soll. Inwiefern dies massenkompatibel ist, wird sich zeigen.

Man geht von einer Steigerung der Fahrgastzahlen von VORERST 100.000 auf 130.000 Personen (Zahlen für Sommer + Winter) aus. Man ist sich dessen bewusst, dass bei Erreichen dieser Werte es Probleme an der Pendelbahn geben wird, gleichzeitig ist aber ein Erreichen dieser Zahlen Bedingung für weitere Ausbaumaßnahmen.

Die Planungen für die Beschneiungsanlage sind weiterhin am Laufen, werden allerdings noch einige Zeit bis zur Genehmigungsreife benötigen - erst dann können sie dem Aufsichtsrat betr. Finanzierung vorgelegt werden. Es müssen erst mögliche Standorte für einen 60.000 m3-Speicher usw. gesucht werden.

Pistenflächen: bei der Gsollbahn zusätzlich 2,6 ha; bei der Grubersunkbahn zusätzlich 2,9 ha; an Skiwegen ca. 1,5 ha. Insgesamt dann ca. 34 ha Pistenfläche.

Der Zeitplan ist ÄUSSERST ehrgeizig, offiziell ist man sich nahezu sicher, diesen halten zu können. Die Abnahme ist für den 16. Dezember anberaumt. Der Zeitplan ist nach Aussagen hochrangiger Projektverantwortlicher nahezu auf den Tag genau getimed - Verzögerungen darf man sich keine erlauben.

Hier ein paar Auszüge aus dem Zeitplan:

Baustraße zur Talstation Gsoll: Fertigstellung bis Ende 2. Augustwoche
Baubeginn Gsollbahn: 3. Augustwoche
Baubeginn Grubersunkbahn: 3. Septemberwoche
Baubeginn Pisten: 3. Augustwoche

Knapp 4 Monate also vom 1. fallenden Baum an der Trasse der Gsollbahn bis zur technischen Abnahme - und dies in äußerst unwegsamem Gelände. 3 Monate für die Grubersunkbahn, wobei an dieser die Zufahrtsmöglichkeiten auf der Trasse nahezu nicht vorhanden sein werden.

Ein Zeitplan also, der wohl fast schon den Projekten am Pitztaler Gletscher oder auf der Mutterer Alm gleicht. Andererseits hat man in der Seilbahnholding mittlerweile die Erfahrungen und das Know-How, derart enge Zeitpläne einzuhalten (vgl. Krippenstein 1+2, Panorama-JET Zwieselalm).

Die Gsollbahn dürfte mit nur 9 Streckenstützen auf 1700 m Länge in diesem Gelände eine ziemlich interessante Seilführung haben - darauf darf man gespannt sein.

Baustellenbesichtigungen haben angesichts des aktuell geltenden Zeitplans vor Ende August nur sehr wenig Sinn.

Sobald es wieder Neuigkeiten gibt, lest ihr´s hier - ich bleibe in jedem Fall dran! :wink:

Auf http://www.ooe.gv.at wird morgen in der Landeskorrespondenz eine ausführliche Meldung zu den Investitionen auf meinem Hausberg zu finden sein.

Das war´s vorerst - Gute Nacht! :)
 
lanschi schrieb:
Man geht von einer Steigerung der Fahrgastzahlen von VORERST 100.000 auf 130.000 Personen (Zahlen für Sommer + Winter) aus. Man ist sich dessen bewusst, dass bei Erreichen dieser Werte es Probleme an der Pendelbahn geben wird, gleichzeitig ist aber ein Erreichen dieser Zahlen Bedingung für weitere Ausbaumaßnahmen.

Also ich denke schon, dass die Investitionen die Zahl der Gäste deutlich anheben wird, was mich aber gleichzeitig davon abhalten wird dorthin zu fahren. Wartezeiten von über einer Stunde kann man sich jetzt schon ausrechnen.
 
Vielen Dank, Lanschi, für die sehr detailierte Projektvorstellung - gleichzeitig freue ich mich jetzt schon auf deine Baustellenberichte im Spätsommer & Herbst :P ! Gratuliere dass auf deinem Hausberg so ordentlich ausgebaut wird, es ist mir durchaus bekannt welches Interesse du am Projekt gezeigt hast. Zwei moderne Bahnen, neue Pisten(abschnitte), das ist Musik in meinen Ohren.

So ganz zufrieden bin ich mit dem Projekt natürlich nicht: oben 8EUB und 6KSB, und eine relativ schwache PB als Zubringer - kann sowas überhaupt gut gehen :? ? Auf jeden Fall finde ich es aber gut, dass die 8-EUB für einen späteren Anbau einer 1. Sektion ausgelegt ist, offensichtlich sehen auch die Projektbetreiber die momentane Ausbaustufe eher als Provisorium. Und vor allem finde ich den Bau zweier neuen Anlagen und sogar neuer Pisten ohne Schneeanlage heutzutage ein kaum verantwortbares Risiko - wenn ich mich an Bilder vom Feuerkogel richtig erinnere, ist es ein eher steiniger Untergrund :x und die neuen Pisten werden auch recht steil verlaufen. Wie siehst du das?
 
miki schrieb:
So ganz zufrieden bin ich mit dem Projekt natürlich nicht: oben 8EUB und 6KSB, und eine relativ schwache PB als Zubringer - kann sowas überhaupt gut gehen :? ? Auf jeden Fall finde ich es aber gut, dass die 8-EUB für einen späteren Anbau einer 1. Sektion ausgelegt ist, offensichtlich sehen auch die Projektbetreiber die momentane Ausbaustufe eher als Provisorium. Und vor allem finde ich den Bau zweier neuen Anlagen und sogar neuer Pisten ohne Schneeanlage heutzutage ein kaum verantwortbares Risiko - wenn ich mich an Bilder vom Feuerkogel richtig erinnere, ist es ein eher steiniger Untergrund :x und die neuen Pisten werden auch recht steil verlaufen. Wie siehst du das?


Wie ich schon eine Seite vorher betont habe: Step by step. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und ich denke es ist eine höchst positive Entwicklung am Feuerkogel ersichtlich. Und wenn du die Schneeanlage ansprichst: 2 Bahnen, mehrere neue Pistenabschnitte sind in dieser kurzen Zeit ein gewaltiges Pensum, was von der Gesellschaft gestemmt werden muss. Noch mehr, und der Zeitplan würde vermutlich kippen. Daher, jetzt einmal Konzentration auf die 2 neuen Bahnen, dann weitere ergänzende Investitionen. Mit den beiden Bahnen ist- denke ich - ein mehr als guter Grundstock gelegt worden, der den Berg sichert. Jetzt muss wohl weiter investiert werden, eine halbe Lösung wird es sicher nicht nochmal geben. ;)


MFG Dachstein
 
Dachstein schrieb:
Wie ich schon eine Seite vorher betont habe: Step by step. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und ich denke es ist eine höchst positive Entwicklung am Feuerkogel ersichtlich. Und wenn du die Schneeanlage ansprichst: 2 Bahnen, mehrere neue Pistenabschnitte sind in dieser kurzen Zeit ein gewaltiges Pensum, was von der Gesellschaft gestemmt werden muss. Noch mehr, und der Zeitplan würde vermutlich kippen. Daher, jetzt einmal Konzentration auf die 2 neuen Bahnen, dann weitere ergänzende Investitionen. Mit den beiden Bahnen ist- denke ich - ein mehr als guter Grundstock gelegt worden, der den Berg sichert. Jetzt muss wohl weiter investiert werden, eine halbe Lösung wird es sicher nicht nochmal geben. ;)

Normalerweise muss ich bei Dachsteinschen Bemerkungen, die die Bergbahnen in Schutz nehmen, ja eher lächeln - in dem Fall ist´s aber wirklich so, wie er schreibt. :)

Es ginge heuer schlicht und einfach nicht mehr. Der Zeitplan ist ohnehin - für Oberösterreichische Seilbahngroßbaustellen ja fast schon traditionell - SEEEEEEEHR knapp - vermutlich noch knapper, als dies in der offiziellen Projektvorstellung deutlich wurde.

Was die Beschneiung angeht, so darf man nicht vergessen, dass das Karstgebiet ist und es daher keinerlei Oberflächenwasser gibt! Ein Beschneiungsprojekt in derartigem Gelände gibt es in Österreich noch kaum (derart voll verkarstete Flächen gibt es eigentlich ja sonst nur am Dachstein-Hochplateau und auf der Zugspitze; die Tauplitz wäre auch eins - hat allerdings einige Seen, am Loser gibt´s oben auch keine Schneeanlage - das Wasser kommt aus dem Tal). Die Planungen sind diesbezüglich auch noch nicht abgeschlossen und werden selbstverständlich auch nicht gestoppt.

Das, was der miki aber eigentlich anspricht, das sehe ich allerdings genauso: Das betriebswirtschaftliche Risiko einer derartige Investition nach Wintern wie 2006/07 ohne Beschneiungsanlage. Aber da muss die Seilbahnholding wohl oder übel durch, und darauf hoffen, dass sich 2006/07 hoffentlich nie, bzw. hoffentlich frühestens in 5-10 Jahren, wiederholt.

Was die Zubringerbahn (und wenn man seriös ist, muss man in einem Atemzug auch die Parkplatzsituation im Tal nennen) angeht, so passt die schlicht und einfach finanziell nicht mehr rein. Da geht´s größenordnungsmäßig um nochmalige 15 Mio. Euro, und die kann momentan keiner verantworten. Wenn das Konzept aufgeht - und darauf hoffen alle in der Gemeinde, im Land und in der Seilbahnholding - dann drängt sich ohnehin eine neue Bahn auf. Das kann auch eine neue Pendelbahn sein - aber auch eine EUB ist - zumindest theoretisch - angesichts der aktuellen Planung möglich, und das ist sehr, sehr wichtig.

Übrigens: Das 4*-Hotel im Trauneck wird gebaut, am Tag der Feuerkogel-Projektvorstellung wurde das Projekt ebenfalls bestätigt. 250 4*-Betten werden ab 2010 im Bereich der Schiffsanlegestelle errichtet.
 
Achja: Auf diesem Bild - online beim Land OÖ - sind deutlich die neuen Pisten zu erkennen. Interessanterweise deckt sich dieser Plan NICHT mit dem Plan, der uns bei der Präsentation gezeigt wurde - auf Letzerem waren die Pistenausbauten DEUTLICH kleiner ausgefallen.

http://www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xbcr/SID-F27E8436-BE8027A2/ooe/FeuerkogelNeu.jpg

Am Wenigsten ist dies am neuen, unteren Pistenabschnitt der Gsollbahn zu erkennen - da wurde im Vergleich zum Plan, den die Politiker in der Hand halten, nahezu gar nichts zusammenstrichen. Die Pisten im Grubersunk fallen hingegen auf dem Plan aus der Präsentation sehr viel schmäler aus, und auch die Zufahrt von der Bergstation Gsollbahn ist dabei nur ca. halb so breit. Die deutliche Verbreiterung im Bereich Eselrast-2. Flachstück Gsollabfahrt, bzw. die neue Piste unterhalb des Flachstücks, ist im Präsentationsplan ebenfalls in der Form nicht enthalten.

Welche Variante dann letztendlich zur Verwirklichung kommt, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Ich hoffe, es handelt sich um die Lösung mit dem deutlich großzügigeren Pistenausbau. Mehr kann ich euch dazu leider im Moment auch nicht sagen.
 
Danke für die interessanten Infos!
Jetzt kann ich mir das ganze Bauvorhaben viele besser vorstellen!


Der Zeitplan scheint mir aber etwas ergeizig, wenn man bedenkt das das gesamte Baumaterial über den frisch gegrabene Zufahrtsweg nach oben soll. Wenn man die Bilder im Bautagebuch ansieht und rechnet das der E265 ca 2.9 Meter breit ist, scheint der Weg an manchen Stellen doch etwas schmal.
 
Und stellt die blaue Fläche auf dem Plan zufällig den Standort eines möglichen Speichersees da?
 
hagelschlag schrieb:
Doch Pühringer und jene, die an das Projekt glauben, sind überzeugt: Hier geht es um mehr, nämlich um Umwegrentabilität, um Synergien. Rein rechnerisch mag die 16,4-Euro-Investition in einen Verlust münden, doch letzten Endes wird sie Gewinne bringen. Dazu braucht es Zeit und den Glauben daran, dass gute Ideen einen Sinn haben.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/kommentar/Kommentar;art13612,228986

damit ist ja alles schon gesagt.

Richie schrieb:
Und stellt die blaue Fläche auf dem Plan zufällig den Standort eines möglichen Speichersees da?

Dieser blaue Fleck dürfte in der Tat ein möglicher Standort für einen Speichersee sein - der würde dort ganz gut hinpassen. Aber es gibt meines Wissens nach noch zumindest einen weiteren möglichen Standort - und zwar irgendwo zwischen neuer Gsollbahn-Bergstation und Steinkogellift. Da werden in nächster Zeit noch genauere Untersuchungen folgen (müssen).

Der sichtbare Plan ist übrigens jener, der so - was die Pisten angeht - NICHT verwirklicht wird! Die Ausbaumaßnahmen werden nicht so krass ausfallen, wie das auf dem Plan aussieht.

hagelschlag schrieb:
Doch Pühringer und jene, die an das Projekt glauben, sind überzeugt: Hier geht es um mehr, nämlich um Umwegrentabilität, um Synergien. Rein rechnerisch mag die 16,4-Euro-Investition in einen Verlust münden, doch letzten Endes wird sie Gewinne bringen. Dazu braucht es Zeit und den Glauben daran, dass gute Ideen einen Sinn haben.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/kommentar/Kommentar;art13612,228986

damit ist ja alles schon gesagt.

Der Neid ist was Schlimmes. Was nämlich im OÖN-Artikel nicht rüberkommt: Der Pühringer hat dies so ausgedrückt, dass dies bei sämtlichen Tourismusinvestitionen des Land OÖ - ob das jetzt die Thermenoffensive ist, oder ob das die Seilbahnausbauten im inneren (Gosau, Obertraun) oder auch im äußeren (Feuerkogel) Salzkammergut sind eines immer gilt: Das Geld, was man da reinsteckt, wird man als Land OÖ nie wieder zurückbekommen.

Da geht´s um ganz andere Dinge: Sicherung eines touristischen Grundangebotes und damit der Arbeitsplätze in der Region, Ankurbeln der Investitionsfreudigkeit der Privaten (siehe Hotelprojekt Trauneck usw.), Erhöhung der Lebensqualität für Einheimische und alle Bewohner von OÖ - durch Schaffung eines attraktiven Freizeitangebotes, Verhindern der Abwanderung der touristischen "Kaufkraft" in die Nachbarregionen Salzburg usw...

Oberösterreich hat das Glück und die entsprechenden Verantwortlichen an der richtigen Stelle, um sich als öffentliche Hand solche Projekte leisten zu können. In Salzburg würde dies nicht funktionieren - der Haslauer würde die Annaberger Lifte gerne retten, aber er kann sich´s schlicht und einfach nicht leisten.

Alpi schrieb:
Der Zeitplan scheint mir aber etwas ergeizig

Noch einmal: "etwas" ist fast schon untertrieben.
 
ich würde gerne über das themen diskutieren, aber man wird ja sofort und gnadenlos gelöscht, wenns nicht unmittelbar zum thema passt.
 
BAUBERICHT Versorgungsstraße Feuerkogel / MTB-Befahrung 16.08.2009

Zum Einstieg in den Baubericht quote ich mich mal selbst. :wink:

lanschi schrieb:
PROJEKT FEUERKOGEL NEU: Ausbaustufe 1 - Projektvorstellung 23.7.2009

[...]

Der Zeitplan ist ÄUSSERST ehrgeizig, offiziell ist man sich nahezu sicher, diesen halten zu können. Die Abnahme ist für den 16. Dezember anberaumt. Der Zeitplan ist nach Aussagen hochrangiger Projektverantwortlicher nahezu auf den Tag genau getimed - Verzögerungen darf man sich keine erlauben.

Hier ein paar Auszüge aus dem Zeitplan:

Baustraße zur Talstation Gsoll: Fertigstellung bis Ende 2. Augustwoche
Baubeginn Gsollbahn: 3. Augustwoche
Baubeginn Grubersunkbahn: 3. Septemberwoche
Baubeginn Pisten: 3. Augustwoche

[...]

Tja... :wink:

Schon lange hat´s mich gereizt, heute früh hatte ich dann endlich genügend Ehrgeiz - rauf aufs Mountainbike, ab zur ersten Baureportage Feuerkogel-Neu. :)

Auf dem Plan stand heute meine Erstbefahrung der Bau- und Versorgungsstraße, die vom Ortsteil Langwies (Miesenbachmühle) südwestseitig auf den Feuerkogel führt.

In erster Linie dient die Straße den Bauvorhaben, die heuer und in den kommenden Jahren am Feuerkogel geplant sind. Eine Freigabe für den öffentlichen Verkehr ist nicht angedacht, sehr wohl jedoch eine Freigabe als Mountainbike-Strecke. Grund genug also, heute schon einmal auszutesten, was uns da in den kommenden Jahren geboten wird. :wink:

Den unteren Teil der Straße - bis in etwa auf Höhe der sog. Haselwaldstube - kannte ich ja schon, mit Rampen von teils über 10% hat´s aber selbst diese Passage bis auf ca. 750 m Seehöhe in sich. Hier befand sich das Ende der bisherigen Straße, und von hier aus werkeln die Österreichischen Bundesforste nun seit knapp 1,5 Monaten an der neuen Straße aufs Feuerkogelplateau, die nach Fertigstellung ca. 11 km lang sein wird und dabei beinahe 1200 Höhenmeter überwinden wird.

Schon die ersten neuen Kehren haben´s in sich:

(13).jpg


Es folgt eine kurze, etwas flachere Passage mit einer weiteren Kehre:

(12).jpg


Weiter oben wird´s aber dann interessant:

(2).jpg


Rampen von deutlich über 10% treiben mir heute die Schweißperlen auf die Stirn und zwingen mich zu 2 Pausen - ich konnte einfach nicht mehr. Die Straßenbeschaffenheit tat - zusätzlich zur Steilheit - ihr Übriges dazu.

(1).jpg


Auf der Bergfahrt überholen mich zwei MTB-Pros, die gehört haben wollen, dass man schon bis zu den Gsollriedeln und damit fast bis auf Höhe der neuen EUB-Talstation fahren kann. Dies motiviert natürlich gehörig, und so wird fleißig weiter gestrampelt.

Wenig später erreiche die nächste Kehre am Wimmersbergrücken. Kann mir bitte jemand erklären, wie man hier mit einem Tieflader und aufgelegten Seilbahnstützen o.ä. ums Eck kommen soll?

(11).jpg


(9).jpg


Schweres Gerät im Einsatz (heute nicht - Sonntag):

(10).jpg


Unmittelbar nach der Kehre folgt folgende Passage:

(8).jpg


(6).jpg


Ein knapp 10-15 m hoher Felsdurchbruch - der hat sicher gehörig aufgehalten.

(5).jpg


Zwei Bagger sind wochentags im Einsatz:

(7).jpg


Weitere 200 m später erreiche ich das vorläufige Ende der Straße.

(3).jpg


(4).jpg


Ein Blick auf die Höhenmesser der beiden anderen Biker, die mich vorhin überholt haben und auf die ich nun wieder treffe, bestätigt meine Vermutung: Wir befinden uns in einer Höhenlage von etwa 1000 Metern, und gefühlsmäßig in etwa auf halber NEUBAU-Streckenlänge zwischen Haselwaldstube und den Gsollriedeln - jenem Bereich, von wo aus man dann relativ einfach zur Talstation der EUB kommen sollte.

Es fehlen also noch gehörig viele Höhenmetern, um mit Baufahrzeugen aufs Feuerkogelplateau vordringen zu können. Wir schreiben heute den 16. August und damit das Ende jener 2. Augustwoche, an der - laut offiziell durch GF Bruckschlögl präsentiertem Zeitplan - die Straße an der Talstation der EUB angelangt sein sollte.

Nun ja - wie ihr ja sehen könnt, ist es dorthin noch ein einigermaßen beschwerlicher und weiter Weg. Ich gehe nicht davon aus, dass man die Straße zur Talstation der neuen EUB noch im August befahren kann.

Aus heutiger Sicht muss ich also sagen, dass ich mir nicht sicher bin, ob man die beiden Bahnen heuer noch fertig bringt, wenn man sämtliches Baugerät über die Straße raufbringen will.

In einem Gespräch mit den beiden Bikern stellt sich heraus, dass einer der beiden in der Carvatech arbeitet und dort schon fleißig an den Kabinen gearbeitet wird.

So fertig gemacht hat mich eine MTB-Tour jedenfalls schon lange nicht mehr - da sind Rampen drinnen, die so richtig weh tun. Die Straßenbeschaffenheit ist teilweise grenzwertig, mit entsprechender Sicherheit jedoch problemlos zu befahren. Wie ich am höchsten Punkt bemerken musste, hab ich irgendwo auf der Auffahrt eine Bremsbacke am Hinterrad verloren - ideale Ausgangsposition also für die Abfahrt. Sattel ganz rein, Füße runter, Helm nochmal festknallen und behutsam mit der Vorderbremse bremsen - glücklicherweise komme ich sturzfrei runter, noch einmal will ich so etwas jedoch nicht erleben.

Angesichts der Qualen, die ich heute auf dieser Straße erlitten habe ( :wink: ) werde ich es mir künftig ernsthaft überlegen, ob ich da vor Fertigstellung der Straße noch einmal raufradle. Das steht schlicht und einfach nicht dafür. :) Dafür schmeckte der Schweinsbraten dann umso besser. 8)

Fahrzeit bergauf von daheim: ca. eine Stunde / ca. 600 hm
 
Uff 8O Beeindruckend sieht der Straßenbau definitiv aus. Glaubst du, man kann zumindest mit dem Pistenbau nächste Woche schon anfangen? Denn eigentlich bräuchte man dazu vorerst doch noch keine Straße bzw. man fliegt das Holz gleich mit dem Heli raus...
 
Wäre eine Erschliessung der Baustellen mit einer etwas massiveren, provisorischen Materialseilbahn nicht möglich gewesen?
Nur damit der ganze Bau der neuen Anlagen nicht von dieser einen Strasse abhängig ist.
 
Was die Erschließung mit Materialseilbahn(en) angeht: Dazu müsste sich jemand äußern, der dort sich ein bisschen besser auskennt (Alpi???). Ist es technisch möglich, mit einer Materialseilbahn das komplette Material und evtl. auch Gerät über eine Höhendifferenz von - sagen wir mal - 800 Höhenmeter zu bringen?

Und zur Frage vom flo: Ich sehe eigentlich das Problem darin, dass man das Gerät scheinbar nicht rauffliegen will/kann. Die geschlägerten Bäume könnte man ja theoretisch vorerst liegen lassen oder wo anders, wo sie nicht stören, hinziehen. Vielleicht fangen´s ja wirklich nächste Woche an, mit Hubschrauber o.ä. zu arbeiten.

Man darf aber nicht vergessen: Es geht hier um Holzschlägerungen im Ausmaß von ca. - keine Ahnung - etwa 10 ha - und das sind nicht nur einzelne Bäume, das ist - zumindest im Bereich Gsollbahn - richtig dichter Wald! Gesamt betrachtet geht es weiters um die Schlägerung zweier kompletter neuer Trassen, um die Fundamentierungs- und Baumeisterarbeiten von insgesamt 4 Stationen, und um die Errichtung von 4 Seilbahnstationen und ca. 20 Streckenbauwerken. Es gibt keinerlei Möglichkeit, mit irgendwelchen Fahrzeugen da raufzukommen, und es gibt nirgendwo fließendes bzw. stehendes Wasser für z.B. das Anmischen von Beton. Auf dem ganzen Plateau gibt es nur das Wasser, das mit den Tanks der PB raufgefahren wird. Wie viele Bagger/LKWs/Betonmischanlagen/Stromaggregate usw... braucht man wirklich, um zwei solche Bahnen aufzustellen?

Ich vermute, dass - wenn man das mit dem Heli machen würde - das Ganze einfach so dermaßen teuer kommen würde, vom Zeitdruck mal ganz abgesehen. Und die Straße ist ja - im Gegensatz zu einer Materialseilbahn oder zum Heli - etwas, das bleibt, und das auch für zukünftige Baumaßnahmen - beispielsweise im Bereich der Hotellerie/Gastronomie - Verwendung findet. Irgendwann soll entlang dieser Straße ja auch eine (Schnei-)Wasserleitung raufführen. Insofern macht die Straßenerrichtung schon Sinn, bräuchte allerdings vermutlich deutlich mehr Zeit, als man jetzt zur Verfügung hat.
 
Sehr beeindruckende Bilder!
Was die eine Spitzkehre angeht: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die da schon fertig sind. Den Bildern nach ist das auch die einzige Stelle, an der noch das ganze Geröll rumliegt und noch nicht mit Sand geebnet wurde. Das ist bestimmt nur provisorisch, damit man überhaupt hochkommt.
 
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