• ⛷️ Alpinforum-Tippspiel: Skiweltcup 2026/2027 🏆

    Am Wochenende startet der Ski Weltcup in die neue Saison! Auch dieses Jahr veranstalten wir wieder unser beliebtes Tippspiel unter Freunden – alles für einen guten Zweck.

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Neues am Glungezer – Tulfes

Ich muss gestehen, dass ich es im Winter noch nicht zum Glungezer geschafft habe. Ist denn die alte Talabfahrt so toll, dass man der nachtrauern würde? So wie ich das lese, würde man doch in erster Linie einen Skiweg über den man halt die Talfahrt mit der Gondel vermeiden kann durch eine attraktive Piste ersetzen. Kann natürlich nur übliche Tatsachenverdrehung sein wenn man was durchsetzen will, aber wenn dem so ist, warum sollte man dann viel Geld in Beschneiung und Brücken investieren, dadurch wird ja ein Skiweg auch nicht zur attraktiven Piste. Vielleicht kann mich da jemand aufklären.
 
Wenn man auf durchmodernisierte Skigebiete mit Fangzäunen und Pistenautobahnen steht, dann hat man von der alten Talabfahrt nichts. Wenn man kupierte Wiesenhänge ohne nennenswerten Pistenbau mag, dann schon. Durchaus auch als Wiederholungsabfahrt.

Aber ja, das ist keine Abfahrt die durch Beschneeiung und Kreuzungsbauwerke gewinnen würde.
 
GIFWilli59 schrieb:
Vielleicht die Beschneiung der vorhandenen Talabfahrt und der Bau entsprechender Kreuzungsbauwerke anstelle der Piste in der Bahntrasse?

Das war ursprünglich auch geplant, über viele Jahre liefen die Gespräche. Aber wie so oft wird es immer schwieriger mit Grundeigentümern Einigung zu finden. Die bestehende Talabfahrt beruht auf bestehenden rechtlichen Vereinbarungen, aber das Verlegen von Leitungen, der Bau der Brücken über die Straße etc. erfordert Adaptierungen - und da legte sich der eine oder andere Grundeigentümer quer.
 
hch schrieb:
Ich hoffe nur dass die alte Abfahrt nicht komplett mit Zäunen verbarrikadiert wird und man sie bei genug Schnee noch inoffiziell fahren kann.

Zäune chinesischer Art werden es wohl nicht werden. Was sich sehr wohl verändern wird, ist das Gesamtbild, welches sich dem Skifahrer während der Abfahrt quasi im Millisekundenbereich neu herstellt:
Die jetzige Abfahrt "fließt" quasi frei im Gelände. Sie bildet sich in gewisser Weise organisch, da weitgehend über freier Wiesen verlaufend. An und um Zwangspunkte hingegen bündelt sich das Ganze ab und an auch zu wenige Meter schmalen Linien, die zumeist parallel durchfahren werden.

Im unteren Teil geht es im Frühjahr auch im Puzzle-Verfahren von Restschneefleck zu Restschneefleck. Wie zu alten Zeiten bildet sich nach Neuschneeereignissen und insbesondere nach stark schmelzenden Nachmittagsfirn vom Vortag eine Art variable Hauptlinie heraus, entlang der die Skifahrer je nach Können mit jeder Fahrt ein klein wenig mehr beisteuern. Finde das Fein.

Die Abfahrt ist ja jetzt nicht durch Ränder gesäumt, es gibt kein "Bankett" in der Sprache der Straßenbauer. Bankette sind heute hingegen Zwangs-gegeben durch ...
1/ ... beidseitig vorgeschriebene Pistenmarkierungen,
2/ ... das präzise Präparieren mit Fräse innerhalb der beidseitigen Pistenmarkierungen,
3/ ... die periodischen Reihen an grell gepolsterten Schneekanonen oder -Lanzen. Welche für mich jeder schönen Skiabfahrt den Charme einer belgischen Autobahn verleihen wollen.
4/ ... das Verteilen der künstlich erzeugten Schneihaufen bildet sich ein gegenüber dem Freigelände um etwa 0,5 bis 1m erhöhtes Kunstschneeplanum, mit beidseitig abfallenden markanten Kanten. Welche übrigens in der Regel nicht angenehm zum Durchfahren sind, da diese wg. dem dort hart knolligen Schnee gefühlt wie harter Eisenbahnschotter wirken.

Die Ganze wird am GIS-System durch Planer fix vorgegeben, insbesondere abwechslungsreiche Geländewellen müssen weg, aber auch etwaige seitlich hängende Flächen sind zu vermeiden. "Für perfektes Skivergnügen" heißt das dann. Während die tatsächliche Überlegung dahinter jedoch das ökonomisch effiziente Verteilen der Schneihaufen bzw. das einfache gleichmäßige parallele Präparieren im Bully-Pulk ist.

Die "Skiabfahrt" verliert somit ihre Organizität, und wird damit zur "Piste" erhoben oder degradiert, je nach Sichtweise. Mit entsprechendem Coolheits- oder Langweiligkeitsfaktor.

Auf alle Fälle dürfte hier eine der allerletzten "Old-School" Talabfahrten Tirols getilgt werden. Wahrscheinlich ist es die Letzte. Die neue EUB kann mehr, sie muss ihre Rentabilität maximieren, und so nehmen die Dinge ihren üblichen Lauf...

Die möglichen Vergnügungsmodi konvergieren dann letztendlich, wie überall, hin zum Hochgeschwindigkeitscarven....
 
Danke Kris für die wunderschöne Beschreibung!

Kris schrieb:
Auf alle Fälle dürfte hier eine der allerletzten "Old-School" Talabfahrten Tirols getilgt werden. Wahrscheinlich ist es die Letzte. Die neue EUB kann mehr, sie muss ihre Rentabilität maximieren, und so nehmen die Dinge ihren üblichen Lauf...

Die möglichen Vergnügungsmodi konvergieren dann letztendlich, wie überall, hin zum Hochgeschwindigkeitscarven....

Stimmt. Die anderen schön altmodischen Talabfahrten ohne Beschneeiung und Ski-spezifischen Geländeeingriffen sind:

  • Beide Talabfahrten der Nordkette (wobei ein derzeit wegen fehlender Einigung mit den Grundeigentümern nicht auf dem Pistenplan ist)
  • Die Axamer Abfahrt in der Axamer Lizum. Mit kurzem Gegenhang und Abfahrt in den Ort anstatt zu einem Lift mit Verbindung zum Skigebiet noch mal extra "oldschool"
  • Die Südabfahrt am Venet (auch wenn man sie kaum als Talabfahrt einnimmt - der DSB Süd ein Einstieg ins Skigebiet)
 
hch schrieb:
Danke Kris für die wunderschöne Beschreibung!

Kris schrieb:
Auf alle Fälle dürfte hier eine der allerletzten "Old-School" Talabfahrten Tirols getilgt werden. Wahrscheinlich ist es die Letzte. Die neue EUB kann mehr, sie muss ihre Rentabilität maximieren, und so nehmen die Dinge ihren üblichen Lauf...

Die möglichen Vergnügungsmodi konvergieren dann letztendlich, wie überall, hin zum Hochgeschwindigkeitscarven....

Stimmt. Die anderen schön altmodischen Talabfahrten ohne Beschneeiung und Ski-spezifischen Geländeeingriffen sind:

  • Beide Talabfahrten der Nordkette (wobei ein derzeit wegen fehlender Einigung mit den Grundeigentümern nicht auf dem Pistenplan ist)
  • Die Axamer Abfahrt in der Axamer Lizum. Mit kurzem Gegenhang und Abfahrt in den Ort anstatt zu einem Lift mit Verbindung zum Skigebiet noch mal extra "oldschool"
  • Die Südabfahrt am Venet (auch wenn man sie kaum als Talabfahrt einnimmt - der DSB Süd ein Einstieg ins Skigebiet)
Elfer hat auch eine schön klassische Talabfahrt und in Kitzbühel gibt es gleich 3 (Aschau, Pengelstein-Jochberg und Giggling). Alles Skirouten, aber doch wenn möglich präpariert.
Am Horn und Bichlalm wahrscheinlich auch, die kenne ich leider gar nicht...
Und wahrscheinlich gibts noch mehr in den Kitzbühelern.
 
hch schrieb:
Stimmt. Die anderen schön altmodischen Talabfahrten ohne Beschneeiung und Ski-spezifischen Geländeeingriffen sind:
Die Axamer Abfahrt in der Axamer Lizum. Mit kurzem Gegenhang und Abfahrt in den Ort anstatt zu einem Lift mit Verbindung zum Skigebiet noch mal extra "oldschool"

Dann schau dir die Abfahrt nochmal genau in der Satellitenansicht von Gmaps an. Die ist voll durchmodelliert.
 
Der Schlepplift Halsmarter wird nach unten hin verkürzt bis zum Zwischeneinstieg. Es kommt eine neue Talstation mit hydraulischer Abspannung von Doppelmayr. Grund für die Verkürzung ist der Ausbau der Bescheneiung da unterhalb des Zwischenstiegs kein Kunstschnee sein darf wurde mir gesagt.
 
Styx123456789 schrieb:
Der Schlepplift Halsmarter wird nach unten hin verkürzt bis zum Zwischeneinstieg. Es kommt eine neue Talstation mit hydraulischer Abspannung von Doppelmayr. Grund für die Verkürzung ist der Ausbau der Bescheneiung da unterhalb des Zwischenstiegs kein Kunstschnee sein darf wurde mir gesagt.

cooler account name... :biggrin:
aber mit 'Mr.Roboto' könntest Du Dich schneller anmelden... :mrgreen:
 
Styx123456789 schrieb:
Der Schlepplift Halsmarter wird nach unten hin verkürzt bis zum Zwischeneinstieg. Es kommt eine neue Talstation mit hydraulischer Abspannung von Doppelmayr. Grund für die Verkürzung ist der Ausbau der Bescheneiung da unterhalb des Zwischenstiegs kein Kunstschnee sein darf wurde mir gesagt.

Naja, nur weil man drunter nicht beschneien kann muss man ja nicht den Lift stilllegen. Aber wenn man nicht beschneien kann spricht das dafür dass man evtl Probleme mit dem Grundstückseigentümer hat, und wenn man die alte Talabfahrt stilllegt kann man das "Problem" dann gleich ganz loswerden. Auch wenn das Stück unterhalb des Mitteleinstiegs recht flach ist, ist es um jede weiter Kastration des Skigebietes doch irgendwie schade.
 
Unterhalb der neuen Halsmarter Schlepplift Talstation ist faktisches Kriegsgebiet.

Merkt man auch an der Fülle an Fahr- und Parkverbotsschildern, die man dort findet und dem berühmten Doppelzaun.
 
Na ja ...

In Anbetracht des aktuellen Weltgeschehens sicher.
In Anbetracht dessen's, wie man sich dort oben gegenseitig bekämpft eher nicht.

Jeder wird wissen, wie's gemeint ist.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Bisschen ungeschickte Wortwahl, meinst du nicht? :rolleyes:

Ich habe es damit nicht Assoziiert. Jetzt wo du es schreibst, ja da ist was.

Ich fand die Erklärung gut und man kennt sich gleich aus, um was es geht...wäre schade um die Abfahrt/Route.
 
Steil ist geil. ;D

Aber 565 hm auf 1670 m und ergo 34% mittlere Steigung sind doch gar nicht so viel, oder?
 
Gerade noch rot, würde ich sagen, wenn unten raus das Gelände etwas stärker modelliert wird.
So oder so wird's eine gute Piste zum Hacken.
 
Ob das heuer noch etwas wird?
Rodungsarbeiten haben jedenfalls noch nicht begonnen und auch sonst sieht es nicht nach Baustelle aus.

So weit ich weiß, gab es wegen des nötigen Retentionsbeckens einige Diskussionen und wurde das auch erst vor kurzem ausgeschrieben.
 
Aktueller Stand direkt vom der Quelle: es gibt Verzögerungen, aber man geht davon aus dass noch dieses Jahr gebaut wird. Der DSL Schartenkogel soll übrigens in ca 5 Jahren ersetzt werden, die Konzession ginge aber noch bis 2029.
 
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