hch schrieb:
Ich hoffe nur dass die alte Abfahrt nicht komplett mit Zäunen verbarrikadiert wird und man sie bei genug Schnee noch inoffiziell fahren kann.
Zäune chinesischer Art werden es wohl nicht werden. Was sich sehr wohl verändern wird, ist das Gesamtbild, welches sich dem Skifahrer während der Abfahrt quasi im Millisekundenbereich neu herstellt:
Die jetzige Abfahrt "fließt" quasi frei im Gelände. Sie bildet sich in gewisser Weise organisch, da weitgehend über freier Wiesen verlaufend. An und um Zwangspunkte hingegen bündelt sich das Ganze ab und an auch zu wenige Meter schmalen Linien, die zumeist parallel durchfahren werden.
Im unteren Teil geht es im Frühjahr auch im Puzzle-Verfahren von Restschneefleck zu Restschneefleck. Wie zu alten Zeiten bildet sich nach Neuschneeereignissen und insbesondere nach stark schmelzenden Nachmittagsfirn vom Vortag eine Art variable Hauptlinie heraus, entlang der die Skifahrer je nach Können mit jeder Fahrt ein klein wenig mehr beisteuern. Finde das Fein.
Die Abfahrt ist ja jetzt nicht durch Ränder gesäumt, es gibt kein "Bankett" in der Sprache der Straßenbauer. Bankette sind heute hingegen Zwangs-gegeben durch ...
1/ ... beidseitig vorgeschriebene Pistenmarkierungen,
2/ ... das präzise Präparieren mit Fräse innerhalb der beidseitigen Pistenmarkierungen,
3/ ... die periodischen Reihen an grell gepolsterten Schneekanonen oder -Lanzen. Welche für mich jeder schönen Skiabfahrt den Charme einer belgischen Autobahn verleihen wollen.
4/ ... das Verteilen der künstlich erzeugten Schneihaufen bildet sich ein gegenüber dem Freigelände um etwa 0,5 bis 1m erhöhtes Kunstschneeplanum, mit beidseitig abfallenden markanten Kanten. Welche übrigens in der Regel nicht angenehm zum Durchfahren sind, da diese wg. dem dort hart knolligen Schnee gefühlt wie harter Eisenbahnschotter wirken.
Die Ganze wird am GIS-System durch Planer fix vorgegeben, insbesondere abwechslungsreiche Geländewellen müssen weg, aber auch etwaige seitlich hängende Flächen sind zu vermeiden. "Für perfektes Skivergnügen" heißt das dann. Während die tatsächliche Überlegung dahinter jedoch das ökonomisch effiziente Verteilen der Schneihaufen bzw. das einfache gleichmäßige parallele Präparieren im Bully-Pulk ist.
Die "Skiabfahrt" verliert somit ihre Organizität, und wird damit zur "Piste" erhoben oder degradiert, je nach Sichtweise. Mit entsprechendem Coolheits- oder Langweiligkeitsfaktor.
Auf alle Fälle dürfte hier eine der allerletzten "Old-School" Talabfahrten Tirols getilgt werden. Wahrscheinlich ist es die Letzte. Die neue EUB kann mehr, sie muss ihre Rentabilität maximieren, und so nehmen die Dinge ihren üblichen Lauf...
Die möglichen Vergnügungsmodi konvergieren dann letztendlich, wie überall, hin zum Hochgeschwindigkeitscarven....