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Neues am Grossglockner Heiligenblut

Die Eigentümer der Bergbahnen bekräftigten am Montag ihre Ablehnung des Übernahme-Vorschlags: "Der einzige auf dem Tisch liegende Vorschlag seitens Land und Gemeinde ist aus unserer Sicht nicht umsetzbar." Weiters sei unklar, "warum die Namen der Kaufinteressenten nicht genannt werden und warum diese der Vermittlung des Landes/der Gemeinde bedürfen" und nicht einfach direkt Kontakt mit den Eigentümern aufnehmen würden. Die Gesellschafter wollen nun noch diese Woche über das weitere Vorgehen diskutieren.
Quelle: Oberkärntner Skigebiet Heiligenblut droht Schließung mit Saisonende

Großglockner Seilbahnen wurden von Landesrat Schuschnig aufgefordert, die Liftanlagen in Heiligenblut für einen Euro an eine neue Betreibergruppe zu übergeben. Der Vorschlag wurde abgelehnt.
Quelle: Mitarbeiter im Skigebiet Heiligenblut wurden gekündigt

Ergebnislos zu Ende gegangen ist am Montag in der Landesregierung die Gesprächsrunde zur Zukunft des Skigebietes Heiligenblut. Eine neue Investorengruppe wäre bereit, das Skigebiet zu übernehmen – die Eigentümer spielen jedoch offenbar auf Zeit, ein Ja zum Angebot gibt es nicht. 20 Mitarbeiter wurden zur Kündigung angemeldet.
Quelle: Skigebiet Heiligenblut: Spiel auf Zeit

Mit Ende März wollen die Bergbahnen nun den Betrieb einstellen. 20 Mitarbeiter sollen bereits zur Kündigung angemeldet sein.
Quelle: Zittern um Liftbetrieb in Heiligenblut: Krisengipfel ohne Ergebnis
 
Nach der ORF-Reportage nicht überraschend, dass sich Gemeinde und Land nicht auf irgendwelche Deals einlassen. Auch wenn es schmerzhaft sein könnte, wenn man den letzten Satz liest. Ganz nüchtern betrachtet, wird man das Angebot so zurechtstutzen bzw. weiter einschränken, dass ein Weiterbetrieb betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Aber die Abwärtsspirale dreht sich doch schon längst ... daher würde mich wundern, wenn nicht doch wieder die Drohgebärde der Schließung kommt und der Eiegntümer Gemeinde und Land erneut versucht in Geiselhaft zu nehmen.
 
Das würde ich dann mal mit einer Aufgabe des gesamten Fleiss-Sektors inkl. Tunnelbahn gleichsetzen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass diese nur für das Erreichen eines Schlepplifts und/oder Seilbahnenthusiasten weiterbetrieben wird. In der Folge heißt das dann für alle Seilbahn-Fanaten noch schnell hin, bevor dieses Unikat außer Dienst geht.
Auch wenn ich zum Thema Gesundschrumpfen ähnlich stehe wie viele Vorredner, muss ich zumindest den Aspekt anerkennen, dass bei Reduktion um 4 Liftanlagen (so sich meine oben genannte Vermutung bewahrheitet), das doch eine erhebliche Entlastung darstellen sollte. Oder mit anderen Worten: 2x4EUB + 8EUB und ein paar SL ist nun wirklich das absolute Rumpf-Angebot, wenn es so nicht funktioniert, dann gar nicht.
Hat jemand eine Einschätzung was so eine >20 Jahre alte 4KSB noch wert ist und ob die überhaupt jemand abnimmt? Das Ding müsste doch großteils abgeschrieben sein...?
 
So würde ich das leider auch interpretieren.
Aber was bleibt dann noch übrig vom Skigebiet, wenn man davon ausgeht, dass der Viehbühl SL auch nicht mehr in Betrieb geben wird?
Die EUB mit 2 Sektionen auf der Vorderseite sowie die 2 SL, die eigentlich auch keine eigenen Piste erschließen, die nicht über die EUB schon erschlossen sind, sowie die EUB auf der Rückseite...
So ein Angebot lockt heutzutage auch keine (neuen oder zusätzlichen) Gäste mehr in ein Skigebiet.
Wie oben schon geschrieben, könnte es nur durch die reduzierten Kosten durch Abbau der genannten Bahnen funktionieren... Dann aber auch bei weniger Frequenz um Skigebiet.
 
Mal ehrlich, wer fährt denn dann noch hin, wenn so ein großer Gebietsteil geschliffen wird?
Die Preise bei Tickets und Übernachtungen werden sich ja dann sicherlich auch nicht um 1/3 reduzieren.
Da werden die Leute dann eben auf Kals-Matrei ausweichen.
Sterben in Raten.
 
ohne dem Fleißteil verliert das Gebiet für mich einen imensen Charme - und da spielt das Erlebnis Tunnelbahn nur eine Untergeordnete Rolle.
 
Wenn die Fleiss geschlossen wird ist das Skigebiet aus sportlicher hinsicht wertlos. Fleißbahn und SL-Hochfleiß sind das, was das Gebiet erst reizvoll macht.
Denn wenn die Fleißbahn nicht mehr in Betrieb geht wird die Tunnelbahn auch geschlossen. Auch die Existenzgrundlage der beiden Hüttenwirte wäre damit beendet.
die Fleiß ist so ziemlich der Hauptgrund der Für Heiligenblut als Skigebiet überhaupt spricht.
 
Das, von mir im vorigen Post verwendete, "Funktionieren" bezog sich lediglich auf die Bergbahn. Dass es in dieser Situation eine gesamtheitliche Lösung braucht mit Hoteliers, Gemeinde, TVB usw. ist klar. Nur dieses Thema ist dermaßen komplex, dass selbst eine grobe Zusammenfassung einem Roman gleichkäme (und darauf hab ich gerade keine Lust bzw. kann sich jeder selbst was dazu denken).
Seilbahnerisch bleibt der Kern des Skigebiets bestehen während das "add-on" wegfällt. Aber auch was Variantenfahren angeht beschneidet man sich massiv. Dem was bestehen bleiben soll kann man bestenfalls (Möglichkeitsform!) den Hut "schneesicheres Familienskigebiet" aufsetzen und sich mit entsprechend aggressiver Preispolitik (Bsp. Obertauern) attraktivieren. Wenn man's ganz geschickt anstellt, geht vielleicht auch noch das Argument "sanfter Tourismus" durch. Beides müssten dann aber Hoteliers, Gemeinde, TVB usw. auch entsprechend mittragen.
Problem der Sache "schneesicheres Familienskigebiet"- was mir zwar für Heiligenblut gut gefallen würde- ist, dass sich diesen Hut auch schon in unterschiedlicher Ausprägung Kals/Matrei, St. Jakob/ Defereggen, Sillian und (wohl auch in absehbarer Zeit) der Mölltaler aufsetzen.
 
Ich für meinen Teil habe nun auch kein Interesse mehr, Heiligenblut aufzusuchen. Ohne Fleissbahn lohnt sich das nicht mehr.
 
Angenommen es kommt so:

geschlossen:
Tunnelbahn, SL-Hochfleiß, Fleissbahn, Übungs-SL Fleiss sowie SL-Viehbühel, SL Seppenalm.

der SL Seppenalm ist ja eigentlich schon seit Jahren außer Betrieb wird aber immer (noch) als Ersatz bei Schlechtwetter angepriesen.

Was bleibt noch übrig?

4EUB Schareck

Die einzigen relevanten und brauchbaren Pisten sind die Abfahrten zur Mittelstation Rossbach an der EUB.
Talabfahrt Heiligenblut - selten in gutem Zustand fahrbar und auch sonst keine besonders attraktive Abfahrt.

8EUB Fallbichl:

die schwarze Piste ist zwar steil aber ich habe diese Piste in all den Jahren die ich dort war nie in gutem Zustand erlebt.
Meistens schlecht/schlampig präpäriert, nicht beschneit und voller Steine.
Die Alternative: blauer vollkommen langweiliger Ziehweg.

SL Tauernberg:

würde 100%ig maximal in den Ferien und an Wochenenden ganztags laufen, ansonsten vmtl Schlechtwetteralternative zur EUB.
Piste wird zu 95% bis auf die letzten ~200m von der EUB erschlossen.

Thats it.
 
Ein weiteres Problem werden wohl in absehbarer Zeit auch die 4EUBs werden, da die ja auch schon 34 bzw. 32 Jahre alt sind.
Soweit ich weiß gibt es die Konzession ja immer für 40 Jahre und danach sind umfangreiche Sanierungen notwendig. (Wobei fraglich ist ob das Skigebiet überhaupt so lange überlebt)
 
Firn77 schrieb:
Das ist doch eigentlich das Traurige - was hat dieses Skigebiet für ein unfassbares Potential? Von den Geländenkammern her, von der Höhe, dem Namen und und und... das ist doch kaum zu fassen, dass man das nicht hochgezogen kriegt, wenn der Wille da wäre...

Grundsätzlich würde ich Deiner Aussage auf jeden Fall zustimmen. Was aber evtl. ein Problem des ansich wohl schönen Gebietes ist, ist die Lage. Heiligenblut liegt im Winter bei geschlossener Hochalpenstraße dann aber auch irgendwie am Allerwertesten von Österreichs Südalpen. Selbst für Wochenurlauber ist die weite Anreise ja oft schon ein Argument. Tagesgäste aus Kärnten/Steiermark etc. finden wahrscheinlich östlich/südlich größere und näher gelegene Skigebiete, die einfach insgesamt attraktiver sind. Falls ich hier falsch liege, korrigiert mich gerne. In der Gegend kenne ich mich nur auf der Landkarte halbwegs aus. Aus Norden kann ich mir 1 Stunde Weg sparen und in Matrei bleiben oder nach Kals oder St. Jakob abbiegen. Da finde ich Ähnliches vor.
Ich war zwar bisher erst einmal für einen Tag in Heiligenblut zum Skifahren (und das muss so 1987/88 gewesen sein), hatte das Gebiet aber immer mal wieder für einen Tagesausflug von St. Jakob aus auf dem Schirm. Geschafft habe ich es aber irgendwie nie mehr :sniff:
 
Teddy75 schrieb:
Firn77 schrieb:
Das ist doch eigentlich das Traurige - was hat dieses Skigebiet für ein unfassbares Potential? Von den Geländenkammern her, von der Höhe, dem Namen und und und... das ist doch kaum zu fassen, dass man das nicht hochgezogen kriegt, wenn der Wille da wäre...

Grundsätzlich würde ich Deiner Aussage auf jeden Fall zustimmen. Was aber evtl. ein Problem des ansich wohl schönen Gebietes ist, ist die Lage. Heiligenblut liegt im Winter bei geschlossener Hochalpenstraße dann aber auch irgendwie am Allerwertesten von Österreichs Südalpen. Selbst für Wochenurlauber ist die weite Anreise ja oft schon ein Argument. Tagesgäste aus Kärnten/Steiermark etc. finden wahrscheinlich östlich/südlich größere und näher gelegene Skigebiete, die einfach insgesamt attraktiver sind. Falls ich hier falsch liege, korrigiert mich gerne. In der Gegend kenne ich mich nur auf der Landkarte halbwegs aus. Aus Norden kann ich mir 1 Stunde Weg sparen und in Matrei bleiben oder nach Kals oder St. Jakob abbiegen. Da finde ich Ähnliches vor.
Ich war zwar bisher erst einmal für einen Tag in Heiligenblut zum Skifahren (und das muss so 1987/88 gewesen sein), hatte das Gebiet aber immer mal wieder für einen Tagesausflug von St. Jakob aus auf dem Schirm. Geschafft habe ich es aber irgendwie nie mehr :sniff:
Das ist sicher das Hauptmanko des Gebiets. Aber andere - abgelegene Gebiete - machen es ja vor. Man muss halt auch Anreize schaffen, dorthin fahren zu wollen. Und im Gesamtpaket könnte das sicher punkten. Aber es gibt ja schon kaum gute Hotels vor Ort. Viel Leerstand.
 
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