lanschi
Mount Everest (8850m)
- Registriert
- 04. Feb. 2004
- Beiträge
- 9.699
- Reaktionspunkte
- 305
Der Nationalpark selbst hat keine Probleme mit dem Lift, aber ja ... es gibt immer wieder welche, die grundsätzlich gegen Alles sind:
ooe.ORF.at
ooe.ORF.at
Protest gegen Ausbaupläne am Hochficht
Naturschutzorganisationen aus Österreich, Bayern und Tschechien haben jetzt eine Resolution gegen die Ausbaupläne von Liftanlagen auf der tschechischen Seite des Hochfichts beschlossen.
Tschechische Regionalpolitiker, der Verein Skilift Schwarzenberg und die Region Südböhmen möchten in Tschechien Liftanlagen errichten. Eine Skischaukel soll Oberösterreich, Bayern und Tschechien verbinden. Die geplante Piste würde allerdings durch die Kernzone des Nationalparks Sumava verlaufen.
Befürworter erwarten Wirtschaftsbelebung
Die Befürworter versprechen sich von der Skischaukel eine Wirtschaftsbelebung der gesamten Region. Vor allem Lokalpolitiker in Tschechien sehen eine Chance, den schon ganz gut funktionierenden Sommertourismus auch in den Winter weiter zu ziehen und damit die Winterarbeitslosigkeit von bis zu 20 Prozent zu bekämpfen.
"Ökologischer und wirtschaftlicher Unsinn"
Die Naturschutzorganisationen aus Oberösterreich, Bayern und Tschechien hingegen halten das Projekt sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich für Unsinn.
Denn wie sicher sind denn die Arbeitsplätze, so argumentieren sie, wenn durch die Klimaveränderung die Schneefallgrenze künftig ansteigt und Regionen in Mittellagen wie im Böhmerwald zwar mehr Regen, aber weniger Schnee bekommen.
"Unwiederbringliches Naturjuwel"
Für diese unsicheren Aussichten ein unwiederbringliches Naturjuwel zu zerstören, sei die Sache keinesfalls wert. 40 Jahre habe sich die Natur im Grenzgebiet entlang des eisernen Zaunes zwischen West und Ost beinahe ungestört entwickeln können. Dieses Naturjuwel, das sich entlang der früheren Grenzen durch ganz Europa ziehe, gelte es zu erhalten.
Zweifel am sanften Tourismus
Einige Bereiche könnten außerdem - wie schon jetzt auch - für sanften Tourismus genutzt werden. Ob der aber genug Arbeitsplätze und den wirtschaftlichen Aufschwung bringt, wird wiederum von den Liftbefürwortern angezweifelt.
Das Stift Schlägl, 50-Prozent-Eigentümer der Hochfichtbahnen, hält sich aus dem Streit heraus. Das sei eine rein tschechische Angelegenheit, sagt Abt Martin Felhofer. Würden die Lifte aber gebaut, sei man sicher über eine Zusammenarbeit gesprächsbereit.
Regierung müsste Gesetze ändern
Die Entscheidung über einen möglichen Bau liegt bei der tschechischen Regierung. Sie müsste dazu Gesetze ändern. Mit einer Entscheidung ist allerdings nicht in Kürze zu rechnen. Denn zunächst stehen in Tschechien Parlamentswahlen an.