Für Bahnbau am Gepatschferner laufen die Vorarbeiten
Die Kaunertaler Gletscherbahnen rüsten für den Tag X: Sobald das Raumordnungsprogramm steht, soll das Projekt zur Weißseespitze vorgelegt werden.
Die Novellierung des Tiroler Naturschutzgesetzes und die Überarbeitung des Tiroler Seilbahnkonzeptes haben die ersten Schritte zu Vorarbeiten für die Gepatschferner-Erschließung und den Seilbahnbau geebnet.
Noch fehlt das Raumordnungsprogramm für das Kaunertal, mit dem die Landesregierung die Errichtung von Aufstiegsanlagen, die für den Tourismus von besonderer Bedeutung sind, zulassen kann.
Im Kaunertal setzen Gemeinde und Tourismusverband auf die Erweiterung der Anlagen am Gletscher. "Das Land muss dem Tal Perspektiven wirtschaftlicher Entwicklung einräumen", äußert sich Bürgermeister Pepi Raich hoffnungsvoll, dass die Landesregierung dem Vorhaben zustimmt.
Derweil sind die Kaunertaler Gletscherbahnen nicht untätig. Geschäftsführer Eugen Larcher bestätigt, dass ein Innsbrucker Planungsbüro damit beauftragt wurde, Vorarbeiten für den Tag X zu erarbeiten.
"Vorleistungen für eine Umweltverträglichkeits-Prüfung wurden erbracht. Es gab Verkehrszählungen und eine Frequenzerhebung im Skigebiet. Geologische und glaziologische Gutachten wurden erstellt. Nur, bei der Detailplanung wollen wir abwarten, bis das Land grünes Licht gibt", erklärte Larcher.
Ex-TVB-Geschäftsführer Thomas Schmid, bald Marketingleiter der Gletscherbahnen, sieht keine Alternative zum Projekt Weißseespitze. "Im Kaunertal ist es unmöglich, neben dem Tourismus ein anderes wirtschaftliches Standbein aufzubauen. Das Tal braucht Perspektiven. Die wären mit der Seilbahn gegeben."
Weniger optimistisch ist Peter Hasslacher, OeAV-Raumplaner in Innsbruck. Der Schutz der Gletscher hat laut Alpenverein im nationalen und internationalen Umwelt- und Völkerrecht sowie in der Alpenpolitik eine Stärkung erfahren.
"Es ist von Politikern der Talbevölkerung gegenüber unverantwortlich, Hoffnungen auf ein Vorhaben zu wecken, das bei Beachtung der eingegangenen rechtlichen Verpflichtungen scheitern kann," erklärte Hasslacher.
Eines der Hindernisse auf dem Weg zur Weißseespitze könnte die Alpenkonvention sein. Darin wird der Verzicht auf die skitechnische Nutzung weiterer Gletschergebiete erhoben.
Österreich hat sich mit der Alpenkonvention auf die verpflichtende Umsetzung der Protokolle eingelassen, in denen Bodenschutz, Naturschutz und Landschaftspflege sowie Tourismus wichtige Elemente sind.
Peter Hasslacher ist überzeugt, dass die Pläne an rechtlichen Hürden zum Schutz der hochalpinen Landschaft und Natur scheitern werden.