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Neues am Kaunertaler Gletscher

Emilius3557 schrieb:
Ernsthaft? Wie legst Du denn auf einem Gletscher bitte "Wanderwege" an?
Gleich wie auf dem Jungfraujoch auch.
Mittlerweile pilgern viele Bustouristen etc. zum Kaunertaler hoch und für die wäre das eine super Attraktion. Man sollte nicht immer nur an Skifahrer denken! Als wir letzten Herbst meine 80jährige, nicht mehr skifahrende Mutter dabei hatten, fehlte genau sowas. Sowas hat Potential, um ganzjährig Leute anzulocken.
 
ski-chrigel schrieb:
Emilius3557 schrieb:
Ernsthaft? Wie legst Du denn auf einem Gletscher bitte "Wanderwege" an?
Gleich wie auf dem Jungfraujoch auch.
Mittlerweile pilgern viele Bustouristen etc. zum Kaunertaler hoch und für die wäre das eine super Attraktion. Man sollte nicht immer nur an Skifahrer denken! Als wir letzten Herbst meine 80jährige, nicht mehr skifahrende Mutter dabei hatten, fehlte genau sowas. Sowas hat Potential, um ganzjährig Leute anzulocken.

Da bin ich ja bei Dir. Aber der Kollege User hatte davon geschrieben das quer über das gesamte Gletscherbecken zu ziehen.
Die allermeisten Besucher:innen würden ja vmtl. kaum wenige Dutzend Meter sich von der Station wegbewegen, oder? Am JFJ werden ja von den allermeisten auch keine riesigen Distanzen überwunden.
 
Am Jungfraujoch pilgern die meisten zur Mönchsjochhütte, 2km / 40min pro Weg. Manchmal sieht das aus der Luft aus wie eine Ameisenstrasse.
Da oben liesse sich sicher ein schöner Rundweg präparieren.
 
Also rein skitechnisch betrachtet wäre das Projekt definitiv ein Verlustgeschäft, egal wie man es dreht und wendet.

Aber wenn man sieht, welche Massen sich im Sommer zum dreckigen Restgletscher hochkarren lassen, dann schaut die Sache anders aus.

Nehmen wir mal an, die Bahn wird als reine Ausflugsbahn ohne Schlepper gebaut.
Im Sommer gäbs nen gesicherten Weg zum Gipfel für die Massen, das wäre durchaus wirtschaftlich.
Aber die Bahn im Winter für Freerider zu betreiben wäre schwierig...
Von dort erreicht man einfach zu viel reizvolles Gelände, welches, wenn so leicht erreichbar, von Leuten gestürmt wird, die dort nicht unbedingt was verloren haben.
Wenn die ersten .............. in Gletscherspalten verschwinden oder auf der Nordseite Lawinen auslösen, die das Skiegebiet bedrohen, ist das schnell vorbei.
Das erreichbare Gebiet ist zu groß um es richtig abzusichern.
Oder man läßt dich im Winter nur ohne Ski oder mit Skiführer rauf, wie bei Valluga II!
 
Emilius3557 schrieb:


Links außen der "Hohe Zahn".


Ich glaub der rechte Felsen auf deinem ersten Foto ist der einzig mögliche Standort der geplanten Bergstation, sonst gibts keinen Fels in der Höhe.
Er dürfte mittlerweile auch deutlich weiter ausgeapert sein.
Da bräuchte es noch eine Stütze an der ausgeaperten Kante.
Diese Trassenführung war früher wahrscheinlich gar nicht möglich, solange die Kante vereist und in Bewegung war.
 
Wie legst Du denn auf einem Gletscher bitte "Wanderwege" an?

Von der Idee her wie es ski-chrigel auf dem Jungfraujoch beschreibt.
Eine Pistenwalze fährt die Strecke bis zur Brandenburger Haus ab, wobei alle paar Meter farblich gut sichtbare Wegmarkierungen angebracht sind. Als Betreiber sorgt man auf dem "Gletscherweg" für die nötige Sicherheit, sodass man als Besucher auch ohne Seil und Gletscherausrüstung unterwegs sein kann. Und je nach Kondition können die Leute selbst entscheiden, wie weit sie wandern möchten.
Bei der genannten Bahn sehe ich auch nicht den Skibetrieb im Fokus, sondern gerade die Sommernutzung. Und wenn die Topographie bzw. die Behörden eine Skipiste nicht zulässt, dann kann man es mit den Freeridern ähnlich machen wie bei Valluga 2.
 
Tote Projekte leben länger. Interessant ist, dass Frau Rubatscher in einem Interview mit der SZ gesagt hat das Projekt "Weissseespitze" eine Neuerschließung ist und das sie wegen des Naturschutzes keine Chance auf eine Realisierung sieht.
Hier bin ich der gleichen Meinung wegen des Natur- und Umweltschutzes und der starken Umweltschutzorganisationen sehe ich auch keine Chance auf eine Umsetzung des Projektes.
Komisch ist jetzt die Kehrtwendung von Frau Rubatscher.
Das Kaunertal hat eine wunderschöne hochalpine Naturlandschaft. Im Spätfrühjahr bietet es sehr abwechslungsreiche und lange Pisten mit in der Regel guten Schneeverhältnissen.
Das Hauptprobleme ist, wie hier viele Forumsmitglieder bereits erwähnt haben, die lange tägliche und lawinensichere Anfahrt zum Gletscher.
Aus diesem Grund sollte das Geld besser in eine schnellere Erreichbarkeit des Gletschers investiert.
Die Strecke entlang des Gepatschstausee ist stark lawinengefährdet. Zusätzlich ist die Straße an den Ufern des Sees eng. Teilweise können keine zwei Autos nebeneinander fahren. Wegen der Lawinengefahr kommt es immer wieder zu Sperrungen der Straßen um den See.
Zur Beschleunigung des Verkehrs sollte entlang des Sees eine Lawinengalerie mit einer breiteren begradigten Straße gebaut werden, wo der Gegenverkehr problemlos vorbei kommt.
Besser wäre ein Tunnellösung auch wegen der schwierigen Geologie in diesem Bereich (siehe Berichte der TIWAG).
Zusätzlich sollte dann eine Gondelbahn ab Ferngries bis zum Gletscherrestaurant gebaut werden, welche die alte Ochsenalmbahnen I und II ersetzt mit Zwischenstationen an der alten Talstation und Mittelstation. Damit die Pisten wie bisher in der Frühsaison abhängig von den Schneeverhältnissen genutzt werden können.
Durch den Straßenausbau und mit der neue Gondelbahn könnte der CO2-Ausstoß bei der Anreise deutlich reduziert werden. Was wie die meisten Forumsmitglieder wissen das größte Problem beim Skifahren ist. Mit einer neuen Abfahrt bis Fernergries könnte das Pistenangebot sinnvoll erweitert werden. Dadurch würden sich mehrere höhenmeterintensive Pistenvarianten ergeben. :D :D :D

Hier noch ein weiterer Artikel. Dieser ist hinter der Paywall leider.
https://www.tt.com/artikel/30846404/neue-bahnen-und-photovoltaik-statt-gletscher-ehe-im-pitztal-und-kaunertal
 
Also nach reichlich überlegen zweifle ich diese Investition auch eher an. Ich würde auch eher in Richtung Fernergrieß investieren.
 
Mein Senf: großer Respekt vor Liftbetreibern die heutzutage, wo die Verhinderer offensichtlich am längeren Hebel sitzen, den Mut aufbringen dieses Projekt einzureichen :respekt: . Ich hoffe das Beste, bin aber der Meinung dass die Chancen ziemlich gering sind das Projekt durchzubekommen.

BTW, veien Dank @Emilius3557 für die Gipfelfotos. Ich habe mal ein paar bunte Linien in die Karte hineingezeichnet; rot sollten in etwa die Trassen der beiden ehemaligen SL Nörderjoch 2 und 3 sein, lila das aktuelle Projekt. In grün ± das Projekt von 1998 - 2002, siehe Hazwinters Zusammenfassung. Also dabei handelte es sich definitiv nicht um das selbe Projekt, zu behaupten dass das Projekt schon einmal abgelehnt wurde und generell dass 'das Gelände unterhalb der Weißseespitze für eine Skiabfahrt zu steil' sei stimmt also nicht ganz:
https://imagizer.imageshack.com/img924/7395/Bjn6ii.jpg

Das damalige Projekt der DSB wäre definitiv Neuerschliessung, das aktuelle Projekt könnte man mit viel Phantasie als Ersatzbau für Nörderjoch 2 + 3 durchbekommen. Als Maximalszenario sogar mit einer Piste die zuerst über den Gepatschferner verläuft, dann an geeigneter Stelle (irgendwo unter dem Zahn) in einen Tunnel verschwindet der etwa in der Höhe der ehemaligen Bergstation Nörderjoch 3 wieder rauskommt ... aber das wäre schon zu viel des Guten.

Noch ein Gedanken zum Thema drängt sich mir auf: die Betreiber haben IMO nicht zufällig gleichzeitig beide Projekte, also am Kaunertaler und am Pitztaler, bei den Behörden eingereicht. Es könnte ja sein, dass sie bewusst eine Maximalforderung eingereicht haben, um letztendlich wenigstens eines der Projekte genehmigt zu bekommen? In diesem Fall sehe ich beim Projekt im Pitztal eindeutig grössere Chancen (auch das Gelände sieht mir dort geeigneter aus) und hier disskutierte Projekt im Kaunertal könnte das nötige Bauernopfer sein :gruebel: ?
 
miki schrieb:
....
Also dabei handelte es sich definitiv nicht um das selbe Projekt, zu behaupten dass das Projekt schon einmal abgelehnt wurde und generell dass 'das Gelände unterhalb der Weißseespitze für eine Skiabfahrt zu steil' sei stimmt also nicht ganz:
https://imagizer.imageshack.com/img924/7395/Bjn6ii.jpg
Ich bin da anderer Meinung:
1. sieht man auch auf deiner Karte, dass zum Beispiel zwischen 3400m und 3300m nicht viel möglich ist, da hast du über 45 Grad im Schnitt!
Schau dir einfach mal an, wie weit die Höhenschichtlinien am Nörderjoch2 auseinander sind, oder den letzten Hang vom ehemaligen Doppelschlepper...

2. Ist das Glände unterhalb des Gipfels auch äußerst instabil.
Mit dem Gletschherrückgang schwindet auch der Permafrost, in den 90er(oder doch 2000er?) war mal der ganze Hang in Bewegung und das Gebiet darum gesperrt.
Wie gesagt: Man hat lange den Zahn anvisiert, weil er der einzige Ort war, an dem man ncht befürchtet hat, dass er sich in Bewegung setzt.
Mittlerweile ist es zwar denkbar, an der Kante eine Stütze zu bauen und die Bergstaton auf den oberen Felsen zu setzten, aber den Hang läßt man erst mal zur Ruhe kommen.

3. schau dir die Weisseespitze mal an. https://www.kaunertaler-gletscher.at/webcam.html#webcam
Wir haben jetzt Februar und trotzdem schauen überall die Felsen raus....
Das müßte man entweder bis oben beschneien oder man öffnet die Pisten im April, wenn genug Schnee liegt und es keine mehr interessiert..
Selbst wenn sie das wollten und dürften, würden sie da nie ne Abfahrt runter machen, das wäre wirtschaftlich nicht argumentierbar..


Ich hab ne Karte vom Naturpark und den Grenzen entdeckt:https://www.kaunergrat.at/naturschutz/ruhegebiet-oetztaler-alpen/ Die Karte findet man im rechten oberen Eck.
Der Bereich am Gepatsch, der erschließbar wäre, ist leider auch der uninteressanteste, im Schutzgebiet sind weder Pisten noch Lifte möglich..

Das Einzie was ich mir vorstellen könnte: Ein neuer Lift Nörderschartl Ost.
Man könnte ne Piste über Gepatsch anlegen, die östlich um den Zahn herum und dann nach Nordwesten führt, bis zur Naturparkgrenze. Aber auch hier stört eine Steilstufe fast ganz unten.
Von dort bekämme man die Leute mit dem neuen Lift ins alte Gebiet zurück.
Um von dort aus auch wieder zur Bergstation/dem Gipfel zurückzukommen, bräuchte es mindestens zwei Schleppper....


Als reine Sommerausflugsbahn macht das mMn mehr Sinn.
 
Das betrifft Kaunertal und Pitztal:
Die Taktik warum diese beiden nicht genehmigungsfähigen Projekte gleichzeitig präsentiert werden kann ich mir nur so erklären, dass man im Hintergrund in Sölden bereits ganz andere Pläne hat und sich diese beiden Ablehnungen nur abholt um Argumente für ein neues Projekt zu haben (wie schon mal geschrieben, Motto: ihr könnt uns nicht alles ablehnen).

Ob es mit dem Kraftwerk Kaunertal zu tun hat, das interessanterweise auch gleichzeitig aus der Schublade geholt wurde glaub ich eher nicht.
https://tirol.orf.at/stories/3194862/
 
Gibt es eine Projektskizze von der Pressekonferenz mit Frau Rubatscher. Für das Pitztal wurde eine veröffentlicht.
Dies würde die Diskussion wesentlich erleichtern und Spekulationen aus dem Weg räumen.
Diese Skizze wäre sehr interessant. Besten Dank im Voraus.
 
Es formiert sich bereits Widerstand. In der TT wird dazu der grüne Klubchef Gebi Mair zitiert: "Wilde Gletscherehe durch die Hintertür". :mrgreen:
 
Mich würde mal interessieren woher das ganze Kapital des Skigebiets kommt um die ganzen neuen Bahnen der letzten Jahre zu finanzieren. Gibt ja genügend andere Skigebiete die deutlich größer sind und sowas nicht hinbekommen würden.
 
Es gibt einen neuen Bericht zum geplanten Projekt Weissseespitze. Die Abfahrt soll über das Nörderschartl erfolgen. Ist dies die Bergstation des alten Nörderjochliftes 2? Vielleicht kann ein Forummitglied eine Visualisierung der Abfahrten und der neuen Lifte erstellen. Besten Dank im Voraus. Der neue Schlepplift wäre mit 1.600 Meter sehr lang. Angeblich liegt das Projekt innerhalb der Skigebietserweiterungsgrenzen.
Link:

https://www.seilbahn.net/sn/berichte/bericht.php?news=12191&kategorie=1&klickpass=agh586zyf
 
Die neue Bahn soll zwei Schlepplifte am Nörderjoch ersetzen und führt vom Bereich der Talstation der Falginjochbahn über eine Länge von ca. 2.000 Metern und 680 Höhenmetern entlang des Weißseeferners auf die Bergstation Weißseeköpfl. Von dort können Skigäste zum Nörderschartl und weiter in den Bereich der bestehenden Abfahrten am Nörderjoch abfahren oder von der Talstation des neuen, ca. 1.600 Meter langen Schleppliftes „Hoher Zahn“, der direkt an der Bergstation der neuen Weißseefernerbahn anschließen soll, wieder zurück zum Ausgangspunkt gelangen.

Und alles soll in den genehmigten Skigebietsgrenzen liegen. Damit sehe ich tatsächlich im Kaunertal die deutlich besseren Chancen auf Realisierung als im Pitztal….
 
Das Projekt ist einfach nur aus der Zeit gefallen…
 
Skifreak_1 schrieb:
Es gibt einen neuen Bericht zum geplanten Projekt Weissseespitze. Die Abfahrt soll über das Nörderschartl erfolgen. Ist dies die Bergstation des alten Nörderjochliftes 2? Vielleicht kann ein Forummitglied eine Visualisierung der Abfahrten und der neuen Lifte erstellen. Besten Dank im Voraus. Der neue Schlepplift wäre mit 1.600 Meter sehr lang. Angeblich liegt das Projekt innerhalb der Skigebietserweiterungsgrenzen.
Link:

https://www.seilbahn.net/sn/berichte/bericht.php?news=12191&kategorie=1&klickpass=agh586zyf
Skigebietsgrenzen: https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/landesentwicklung/raumordnung/downloads/SeilbahnGS_2011/ev24_rop_kaunertaler_gletscher.pdf
 
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