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Neues am Kaunertaler Gletscher

Martin_D schrieb:
GIFWilli59 schrieb:
Naja, wahrscheinlich will man sich damit wieder ein Stückchen von den Wettkampfteams im Sommer/Herbst sichern. Das ist eigentlich auch die einzige Gruppe für die das attraktiv wäre.

Das Gelände dort oben ist eher für die Langläufer geeignet als für die alpinen Skirennfahrer.
Achso, ich dachte, das wäre schon so steil wie z. B. die Geisterhänge oder Cristallo am Stelvio.

bastian-m schrieb:
GIFWilli59 schrieb:
Interessant ist auch, dass die Erschließung dieses Gebiet ja bereits seit 2005 mehr oder weniger genemigungsfähig wäre, aber seitdem ist noch nicht allzu viel passiert.
Ich würde sagen es ist seit 2005 EINREICHfähig mit diesem kleinen ausgesparten Bereich aus dem Ruhegebiet was nebenbei die maximal Länge des SL fix deutlich begrenzt. Ob es auch GENEHMIGUNGSfähig ist, steht auf einem anderen Blatt - das müssen andere beurteilen, ob ein solches Projekt irgendwie eine Chance hätte, durch eine UVP zu kommen.
Die letzte Neuerschließung auf Gletscherfläche in Österreich war der SL Daunscharte im Stubaital 2008. Da hatte man einfach Glück, dass die Geländekammer seit Anbeginn der Raumplanung in den Skigebietsgrenzen lag.

Ich fände aus Sicht des Pistenskifahrers andere Projekte, die auch schonmal angedacht wurden, wie der Ersatz der mittlerweile auch schon recht alten 4KSB durch eine nach unten mindestens bis zum Gepatschhaus verlängerten EUB viel sinnvoller. Incl. neuem Großparkplatz würde das die Straße nach oben endlich obsolet machen.
Aber das eine sind technische und rechtliche Aspekte - die kann man ausdiskutieren. Das andere sind persönliche Geschmäcker, die kann man nur austauschen.
Das hast du wohl treffender formuliert. Aber vor der Aussparung aus dem Ruhegebiet 2005 wäre es undenkbar gewesen, so ist es nun denkbar. Ob genemigungs- und realisierbar, mag ich nicht beurteilen.
 
GIFWilli59 schrieb:
Achso, ich dachte, das wäre schon so steil wie z. B. die Geisterhänge oder Cristallo am Stelvio.
Müsste es m.E. auch sein. Die Koordinaten der Bergstation dürften ungefähr sein: 46.847163,10.718603
Wenn man da jetzt dem Gepatsch folgt und sich die Höhenlinien anguckt, sieht es mir mindestens so steil aus wie die Geisterlifte.

Als Langläufer käme mir das Gelände am Cristallo aber durchaus für Langlauf geeignet vor. ;)
 
Zwei geplante Skigebietserweiterungen am Pitztaler und Kaunertaler Gletscher müssen durch eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Das hat das Land Tirol am Freitagnachmittag bekannt gegeben. Jetzt liegt es an den Gletscherbahnen, ob sie diesen Verfahrensweg bestreiten wollen.
Am Kaunertaler Gletscher hätten die Seilbahnbetreiber eine Bahn auf den Weißseeferner sowie einen Schlepplift samt Skiweg und Pisten geplant.
Quelle: Gletscherlift-Vorhaben müssen durch UVP
 
Mehr Details zum Projekt:
Errichtung der Seilbahn Funifor Weißseeferner vom Parkplatz beim Gletscherrestaurant zum Weißseeköpfl:
Der geplante Talstationsbereich befindet sich am Südrand des bestehenden Parkplatzes unmittelbar neben der Talstation der Falginjochbahn, die Bergstation im Bereich des südlichen Ausläufers des Weißseeköpfels am Übergang zum Plateau des Gepatschferners. Die Bergstation ist mittels Herstellung eines Felseinschnittes in den östlichen Ausläufer des Weißseeköpfls geplant. Die maximale Höhe der Einschnittböschung beträgt dabei ca. 13 m oberhalb des Ausstiegsniveaus und ca. 7 m unterhalb. Vom Ausstiegsniveau der Seilbahn ist geplant, einen Fußweg zum südlich anschließenden Gletscherbereich zu errichten, der mittels rückverankerter Grobsteinschlichtungen hergestellt werden soll. In diesem Bereich und im südlich bereits eisfrei gewordenen Anschlussgelände an das Weißseeköpfl soll der Rest des Aushubs von der Bergstation eingebaut werden. Auf der Strecke ist eine Stütze erforderlich; die für den Betrieb notwendigen Steuer- und Streckenkabel werden oberhalb bzw. in den Tragseilen geführt, sodass eine Verlegung mittels Kabelkanal oder bodengebundener Leitungskünette nicht erforderlich ist. Die Anlage ist als 100-Funifor für zwei Fahrspuren und zwei Kabinen (Fassungsvermögen 100 Personen/Kabine) konzipiert. Die Gesamtförderleistung beträgt 1.034 Personen pro Stunde. Auf einer Trassenlänge von rund 2.158 m überwindet sie eine Höhendifferenz von ca. 677 m.

Schlepplift Hoher Zahn:
Bei einer schrägen Länge von ca. 1.638 m überwindet der Schlepplift eine Höhendifferenz von 371 m und weist eine Förderkapazität von 1.000 Personen pro Stunde auf. Die Bergstation muss in den Felsbereichen südlich anschließend an das Weißseeköpfl verankert werden, Talstation und Stützen werden im Eis verankert.

Schitechnische Nutzung im vergletscherten Bereich:
Von der geplanten Bergstation der Seilbahn Funifor ist geplant, die Gäste sowohl zur Talstation des Schleppliftes Hoher Zahn als auch über den Schiweg zum Nörderjoch und in weiterer Folge zur Talstation der Weißseefernerbahn zu führen. Für die Anlegung der Pisten (nicht des Schiweges) ist eine bloße Präparation geplant (keine Geländeveränderungen). Die Neigung der Pisten ist großteils moderat und beträgt nur in kurzen Abschnitten über 25 %. Die Breite ist mit ca. 25 bis 30 m vorgesehen. Die Nutzbarmachung der Pistenflächen erfolgt dabei mit dem am Gletscher befindlichen Schnee, der aufgebaut, bedarfsgerecht verteilt und anschließend geglättet wird. Die im Pistenbereich angetroffenen Spalten werden mit Schnee aufgefüllt.

Schiweg vom Gepatschferner zum Nörderjoch:
Der geplante Schiweg quert auf einer Länge von ca. 550 m vom Gepatschferner auf einer Seehöhe von ca. 3.080 m ausgehend mit einer Breite von 6 m den Hangbereich nördlich unterhalb vom Hohen Zahn bis zum Nörderjoch auf ca. einer Seehöhe von 3020 m. Der Schiweg wird über Felseinschnitte im oberen und unteren Teilabschnitt und Schüttungen im Bereich der Sturzschutthalde im Mittelabschnitt im Massenausgleich hergestellt. Die Schüttungen werden mittels Grobsteinschlichtungen, welche aus dem Abtrag gewonnen werden, als talseitige Stützmaßnahmen hergestellt. In diesem Geländeteil befinden sich mehrere Ablösebereiche für Sturzprozesse und Anbruchflächen von Kleinlawinen. Der maximale Höhenunterschied beträgt ca. 150 hm

Quelle: Seilbahn Funifor Weißseeferner, Schlepplift Hoher Zahn samt Schiweg und Pisten
 
Ich frage mich ja immer wieder, warum die Bergbahnen überhaupt Geld für solche Projektierungen ausgeben.
Am Ende dürfte doch allen Beteiligten klar sein, dass solch eine Erschließung mittlerweile undenkbar wäre und niemals genehmigt werden würde...
 
Richtig, und mit einem 1600 m langen SL lockst du heute wirklich niemanden mehr hinterm Ofen vor.
 
Den Trainingsmannschaften ist ein SL wohl egal.
Dennoch wirkt das Projekt für mich aus der Zeit gefallen. Die Neuerschließung an sich, die Anlagen als Funifor und SL mit jeweils eher geringer Förderleistung.
 
GIFWilli59 schrieb:
Den Trainingsmannschaften ist ein SL wohl egal.
Dennoch wirkt das Projekt für mich aus der Zeit gefallen. Die Neuerschließung an sich, die Anlagen als Funifor und SL mit jeweils eher geringer Förderleistung.
Auch Bahnen mit geringer Förderleistung kann man profitabel betreiben. Das ist ja letztlich das wichtigste. Ein Mehrwert für Skifahrer wäre auch vorhanden, und zwar theoretisch sogar im Sommer. Ich halte das Projekt nicht für aus der Zeit gefallen. Auf dem Gletscher eine KSB braucht man wohl eher nicht zu versuchen...
 
Das stimmt natürlich. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass fast jeder Hang mit 2400 P/h oder mehr erschlosssn wird.
Auch wenn es mich wundert, dass man beim SL die 440 P/h bis zum 5s Intervall liegen lässt.
 
GIFWilli59 schrieb:
Auch wenn es mich wundert, dass man beim SL die 440 P/h bis zum 5s Intervall liegen lässt.
Ich denke, die werden im Zweifel nachgerüstet. Bei Schleppliften könnte ich mir vorstellen, dass das kein si großer Akt wäre. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass man dort auch das Anfängerklientel anlockt, immerhin ist die piste ja perfekt für selbige geeignet und hat ein tolles Panorama. Und bei 1440 p/h dürften dann so einige Bügel leer bleiben... :/
 
stephezapo schrieb:
Also ich finds schön, dass noch SL gebaut werden, auch in dieser Länge. Stört das Landschaftsbild weniger und kostet bedeutend weniger.
Genau so ist es!
Dies sind Seilbahntypen die geringere Bau- und Erhaltungskosten haben im Vergleich zu kuppelbare Anlagen.
Und genau das braucht es für die geringe Nachfrage nach Sommer und Frühherbstskilauf.
Denn in dieser Zeit sind fast nur hochmotivierte Freizeitskiläufer und Rennteams unterwegs.
Und auch wegen dem Klimawandel braucht man diese Lifte.
Denn schneller als manche glauben wird man in Österreich im Frühherbst nur mehr am Daunferner im Stubai am Olperer und Gefrohrenen Wand in Hintertux und eben im Kaunertal am neuen Schlepplift unterhalb der Weißseespitze skifahren können.
Die restlichen Gletscher- oder besser Toteisfelder Skigebiete werden in Zukunft froh sein können ab Ende Oktober Skibetrieb anbieten zu können!
 
Tiroler Oldie schrieb:
Die restlichen Gletscher- oder besser Toteisfelder Skigebiete werden in Zukunft froh sein können ab Ende Oktober Skibetrieb anbieten zu können!
Das werden wir dann sehen- Kommt auf die Beschneiung an. ;)

Die Förderleistung dürfte in Zukunft aber gebraucht werden. Immerhin wird das, wenn ich mich nicht irre, das höchste Skigebiet in Österreich.
 
Das kommt darauf an, wie hoch der SL gezogen wird. Das Funifor müsste bis auf ca. 3430 m führen, das sind 10 m weniger als im Pitztal. Dort hat man auf der Höhe aber einen wunderschönen Steilhang und nicht nur eine flache Anfängerpiste, bzw. einen Skiweg.
 
Soweit ich weiß geht der Pitztaler Gletscher "nur" bis auf 3.428m, 3.440m ist die Aussichtplattform oberhalb der Bergstation. Nicht falsch verstehen- Ich bin großer Pitztalfan. ;) Trotzdem könnte man im Kaunertal dann damit werben.
 
Glaubt hier allen Ernstes jemand daran, dass das Projekt eine Chance auf Realisierung hat ?
Halte das Projekt für chancenlos und sinnlos.
Eine unattraktive Pendelbahn auf einen angeblich geologisch eher instabilen Gipfel und dann ein Schlepper auf einem bisher unberührten Gletscher, wo selbst da die Uhr tickt bzgl. Gletscherschmelze. Auf der Weg retour scheint ja spannend bzgl. Eingriff ins Gelände, zusätzlich zur Lawinengefahr und insgesamt möglichen Problemen in Sachen Permafrost.
Eigentlich bin ich eher für Erschließungen, ich befürworte das Projekt Pitztal-Sölden. Aber das hier scheint mir nach Erschließung mit der Brechstange. Sollte das medial größere Kreise ziehen wird das Echo verheerend, diesmal berechtigt.
Selten so ein wenig nachhaltiges Projekt gesehen.
Sollen lieber ihre Zubringersituation mal lösen.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Das kommt darauf an, wie hoch der SL gezogen wird. Das Funifor müsste bis auf ca. 3430 m führen, das sind 10 m weniger als im Pitztal. Dort hat man auf der Höhe aber einen wunderschönen Steilhang und nicht nur eine flache Anfängerpiste, bzw. einen Skiweg.
Die Bergstation des Schleppliftes müsste etwas höher sein als die Gondel-Bergstation. Sonst kommt man ja nicht mehr zur Bergstation zurück wenn die Talabfahrt zum Gletscherparkplatz im Sommer und Frühherbst nicht möglich ist.
So wie im Stubai mit Sesselbahn Rotadel und Schlepplift Daunferner.
Wichtiger als die Bergstation ist aber die Talstation bzw. ob die in einigen Jahren noch vergletschert ist.
Im Pitztal hat man zwar auf 3400m einige schöne Hänge aber im Bereich der Talstation einen Skiweg der Jahr für Jahr im Frühherbst wieder hergestellt werden muß und Jahr für Jahr immer länger wird.
Es ist leider so. In Österreich gibt es fast keine Lifte mehr die sich vollständig auf einem Gletscher befinden.
Daher bin ich froh wenn einer dazukommt.
 
Nocki schrieb:
Tiroler Oldie schrieb:
Die restlichen Gletscher- oder besser Toteisfelder Skigebiete werden in Zukunft froh sein können ab Ende Oktober Skibetrieb anbieten zu können!
Das werden wir dann sehen- Kommt auf die Beschneiung an. ;)

Die Förderleistung dürfte in Zukunft aber gebraucht werden. Immerhin wird das, wenn ich mich nicht irre, das höchste Skigebiet in Österreich.

Bei den September und Oktober Temperaturen der letzten Jahre nützt die beste Beschneiung nichts mehr.
Vor Mitte Oktober ist leider kaum mehr eine sinnvolle Beschneiung der ehemaligen Gletscherpisten möglich.

Bei den ausgeaperten Pisten ist das Interesse nach Frühherbstskilauf gering.
Erst ab den Herbstferien Ende Oktober herrscht großes Interesse.
Und da werden dank einer guten Beschneiung ja hoffentlich noch viele Jahre die meisten Toteisfelder Lifte geöffnet sein.

Sollte dies auch nicht mehr gelingen kann man ja in ca. 10 Jahren immer noch den Schlepplift an der Weißseespitze doppeln.
 
Tiroler Oldie schrieb:
Die Bergstation des Schleppliftes müsste etwas höher sein als die Gondel-Bergstation. Sonst kommt man ja nicht mehr zur Bergstation zurück wenn die Talabfahrt zum Gletscherparkplatz im Sommer und Frühherbst nicht möglich ist.
So wie im Stubai mit Sesselbahn Rotadel und Schlepplift Daunferner.

Also ich lese in dem Dokument vom Land nichts zu einer Piste die zurück zur Bergstatiin des Funifors führt.
 
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