Kabinenzug schrieb:
Macht es dir Spass, quasi jedes System zu hinterfragen?
Kennst du überhaupt die Situation auf dem Gipfel?
Wenn wir bei 800 p/std. auf der Alpnacher Seite sind, dann viel Spass an einen schönen Nichtferien-Sonnen und Wochenendtag vom Hauptgebäude überhaupt noch eine Aussicht zu haben ohne sich durch Menschenmengen drängeln zu müssen. Zudem der Esel und Oberhaupt vielleicht dann nur noch per Reservation zugänglich würde. Von den Wartezeiten will ich schon gar nicht beginnen zu sprechen...
Sorry, m.E. bekommst du nicht mehr Leute auf den Berg. Und da meint man, die Pilatusbahnen würde ihr system Locher an den Nagel hängen :lol:
Die 800 pph wären eine Option, die nicht gezogen werden müsste. Niemand würde den Betreibern verbieten, mit der Standseilbahn nur alle 30 Minuten zu fahren.
Die übrigen Punkte, die die deutliche Überlegenheit der Standseilbahn in dem Gelände aufzeigen, bleiben unberührt.
Die Trassierung würde man natürlich punktuell anpassen, um einerseits die Radien auf ca. 225 m zu vergrößern und um andererseits die Spurweite auf Normalspur umzustellen. Die destruktive Streckenführung ist ja nur deshalb zustande gekommen, weil die Zahnradbahn bei weitem nicht so steigungsfähig ist wie die Standseilbahn. Bei einer partiellen Neutrassierung würde sich zudem die Strecke um ca. 20 % verkürzen, was die Unterhaltsaufwendungen nochmal deutlich reduzieren würde.
Die Zahnradbahn ist ja historisch gesehen nur deshalb zustande gekommen, weil man 1886 technisch noch nicht in der Lage war eine Standseilbahn auf den Pilatus zu bauen. Zwar gab es damals beim Bau der Pilatusbahn auch schon Standseilbahnen. Diese waren aber bei weitem kürzer und hatten viel geringere Höhendifferenzen.
Wenn man damals in der Lage gewesen wäre eine Standseilbahn auf den Pilatus zu bauen, dann hätte man sich ganz sicher für eine Standseilbahn und gegen eine Zahnradbahn entschieden.
Wo werden denn heute noch neue Zahnradbahnen gebaut?
Nirgends, denn die Standseilbahnen sind bei weitem wirtschaftlicher und effizienter.
Würde man heute über eine Ersterschließung des Pilatus von Alpnachstad aus nachdenken, dann würde man sich ganz sicher für eine Standseilbahn entscheiden und niemals für eine Zahnradbahn.
Nebenbei bemerkt: Gerade WEIL der Platz auf dem Pilatus begrenzt ist, ist es doch völlig absurd, in der Bergstation zwei Gleise vorzuhalten, wenn ein Gleis für die Standseilbahn gereicht hätte.
Auch die historische Karte zieht nicht, denn die heutige Pilatusbahn hat mit dem Original aus dem 19. Jahrhundert nämlich so gut wie nichts mehr zu tun. Ein Originalfahrzeug der Pilatusbahn steht übrigens hier bei uns in München im Deutschen Museum. Wenn man das Original sehen will, geht man also ins Museum. So einfach ist das.
Wenn man die historische Karte ziehen will, dann macht man es eben so wie bei der zweiten Sektion in Heidelberg (Königstuhl) oder aber wie in Wiesbaden bei der Nerobahn. Aber die heutige Pilatusbahn als Original verkaufen zu wollen, ist völlig absurd. Dann kann man gleich auf die Standseilbahn setzen. Partielle Neutrassierung mit Mindestradius von 225 m, damit man ohne Überhöhung 12 m/s fahren kann, Ganzjahresbetrieb, drastische Verschlankung der Talstation und Bergstation, horizontale Bahnsteige wie bei der Stoosbahn usw.