Ja zum Pitztaler Notweg: Umweltanwalt muss entscheiden
Das Land hat den Pitztalern den Weg für die Abfahrt vom Gletscher geebnet. Nun ist der Landesumweltanwalt am Zug.
Der Bescheid wurde zugestellt.
Bild: Böhm
Das Okay für den Notweg vom Pitztaler Gletscher wurde nun auch offiziell bestätigt. Gestern stellten die Behörden den naturschutzrechtlichen und den wasserrechtlichen Bescheid zu. Beide sind positiv. Bereits am Montag, die TT berichtete, hatte sich nach der Verhandlung das Ja der Behörden abgezeichnet.
Einzig der Landesumweltanwalt könnte den Pitztaler Gletscherbahnen noch einen Strich durch die Rechnung machen. Er kann innerhalb von zwei Wochen berufen. So lange will die Landesregierung offenbar nicht warten. 'Der Landesumweltanwalt soll sofort entscheiden', ließ Naturschutzlandesrätin Anna Hosp (VP) am Mittwoch ausrichten.
Kommt Berufung?
Noch ist unklar, ob der Landesumweltanwalt berufen wird oder nicht. Sigbert Riccabona und Walter Tschon hatten immer damit argumentiert, dass massive Sprengungen am Gletscher nötig seien, um eine Abfahrt zu ermöglichen. Ein schlüssiges Sicherheitskonzept zur Entleerung des Gletschers im Notfall konnten beide nicht erkennen. Gestern ging man in der Landesumweltanwaltschaft auf Tauchstation.
Dafür erhöhte Naturschutzlandesrätin Anna Hosp (VP) noch einmal den Druck. Der Landesumweltanwalt möge "sofort" entscheiden. "Die Pitztaler haben ein Recht auf ein rasches Verfahren."
Allerdings mussten die Pitztaler sieben Jahre warten, bis sie den positiven Bescheid in Händen halten konnten. Gestern wurden die Schriftstücke nun zugestellt. Ohne den Notweg können laut Seilbahnbehörde zwei Lifte heuer nicht in Betrieb gehen. "Dann müssten wir Arbeitsplätze abbauen", erklärt der Chef der Pitztaler Gletscherbahnen, Hans Rubatscher.
Das wäre für den Bürgermeister von St. Leonhard, Rupert Hosp, "eine Katastrophe". Sollte der Landesumweltanwalt berufen, "ist ein endgültiges Ja der Landesregierung gefragt."
Naturschutzlandesrätin Anna Hosp (VP) räumt ein, dass auch der Notweg "ein großer Eingriff ist". Das öffentliche Interesse an der Abfahrt gehe aber in dem Fall vor. Ohne den Gletscher sei das Pitztal nicht überlebensfähig.
Den Eindruck, dass es sich manche im Land richten könnten, weist Hosp weit von sich. Und auch Gletscherbahnenchef Hans Rubatscher winkt ab. "Wir haben sieben Jahre lang gewartet."