Erst ein kleiner Schritt am Pizol
wangs. Die Luftseilbahn Wangs-Pizol (LWP) hat den Sportbahnen Bad Ragaz (SBR) im Sommer drei Angebote unterbreitet. Bisher wurde nur eines akzeptiert.
leo coray
Angenommen hat der SBR-Verwaltungsrat die Offerte aus Wangs, den 40-Prozent-Anteil der SBR an der gemeinsamen Tochterfirma Pizolbahnen AG zu übernehmen. Diese Firma ist verantwortlich für das Marketing beider Unternehmen und den Betrieb des Skilifts, der die Teilgebiete am Pizol miteinander verbindet. «Das ist ein erster Schritt zu einer einheitlichen Betriebsführung am Pizol», sagte LWP-Verwaltungsratspräsident Josef Grünenfelder an der Generalversammlung vom Samstag in Wangs.
Am Preis gescheitert
Nicht akzeptiert wurde hingegen der Vorschlag der LWP, künftig die Betriebsführung der Bahnen und Lifte in Bad Ragaz zu übernehmen. Laut Grünenfelder wollte der SBR-Verwaltungsrat dafür eine Abgeltung von 1,8 Millionen Franken, was die LWP nicht zu zahlen bereit war. Ebenso erfolglos war das Wangser Angebot, für 1,5 Millionen Franken die Vierer-Sesselbahn und die beiden Skilifte auf Pardiel zu kaufen. Laut Grünenfelder ist der als Verhandlungsbasis genannte Preis von 2,5 Millionen Franken viel zu hoch. «Damit würden wir die eigene Gesellschaft gefährden.»
Die Sportbahnen Bad Ragaz haben die drei Beschäftigungsanlagen inzwischen öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Laut Grünenfelder sind bereits Angebote eingegangen, auch aus dem Ausland. Das bedeute, dass die drei Anlagen mit grosser Wahrscheinlichkeit abmontiert und anderswo wieder aufgebaut würden. «Dann gibt es keinen Wintersport mehr in Bad Ragaz», befürchtete er.
Dieses Szenario ist durchaus realistisch. Denn Ende 2006 läuft die Betriebsbewilligung für die Zubringer-Gondelbahn von Bad Ragaz nach Pardiel aus. Zwar versucht der SBR-Verwaltungsrat, die Bewilligung bis Ende der Wintersaison 2006/07 zu verlängern. «Wenn Bad Ragaz sein Wintersportgebiet behalten will, ist ein Verkauf an die LWP die einzige Lösung», betonte Grünenfelder. Er hoffe nun, dass die SBR-Aktionäre sich gegen den Verkauf der drei Anlagen nach auswärts wehren werden.
Zwei Zubringer nötig
Der LWP-Präsident ist überzeugt, dass das Pizolgebiet, soll es sich weiterentwickeln, zwei Zubringer benötigt – aus topografischen, aber auch betrieblichen Gründen.