Betreiber überlegen Gang zum Gericht
Die Betreiber des Ski-Projekts Muttereralm-Bahn überlegen juristische Schritte gegen die Entscheidung des Wiener Umweltsenats. Der Senat hatte das Skiprojekt abgelehnt.
Empörung über späte Entscheidung
Das Wort "Bürokratie" hat in Mutters wohl eine neue Bedeutung bekommen. Warum hat der Umweltsenat ein Jahr lang für diese Entscheidung gebraucht? Dass das Projekt der Alpenkonvention widerspricht, das hätte man uns schon am zweiten Tag sagen können, empören sich die Betreiber.
"Es ist so, wie es ist"
Laut den Bestimmungen darf kein Lift in labilen, in hangrutschgefährdeten Lagen, gebaut werden. Das geplante Skigebiet liege laut Bescheid größtenteils in solchen Lagen. Die Antwort eines Umwelt-Senatsmitglieds in Wien fällt dementsprechend knapp aus: "Es ist so, wie es ist."
Landes-Umweltanwalt nicht überrascht
Riccabona: Alpenkonvention geltendes Recht
Nicht überraschend kommt für den Landesumweltanwalt Siegbert Riccabona die Wiener Entscheidung. Die Protokolle der Alpenkonvention seien unmittelbar geltendes Recht. Der Senat habe eindeutig festgestellt, dass labile Hänge tabu seien, auch im Falle von Sicherungsmaßnahmen.
Die Muttereralm-Bahn sei ein Paradefall für ganz Österreich, sagte Riccabona. Der Wiener Entscheid lege klar, dass die Alpenkonvention einzuhalten ist, und das hätten manche noch nicht kapiert.
Gang zum VwGH
Die Betreiber des Projekts behalten sich trotzdem vor, zum Verwaltungsgerichtshof zu gehen.
Innsbrucks Touristiker enttäuscht
Kopfschütteln herrscht auch beim Mitfinanzier der geplanten Muttereralm-Bahn, dem Innsbrucker Tourismusverein. Obmann Hubert Klingan versucht, das Projekt in einer kleineren Form zu retten, etwa in der Form der Axamer Lizum in Verbindung mit einer kleinere Lösung der Muttereralm-Bahn. Wenn man nicht in der Lage sei, in der Nähe von Innsbruck interessante Skigebiete zu haben, sei das ein Rückschlag für den Tourismus.
Arnold sieht sich als Sieger
Der Mutterer Bürger und Ex-Landesamtsdirektor Hermann Arnold wollte das Projekt mit einem Einspruch abwürgen. Der Grund: Zuviel Verkehr und Lärm. Arnold ist zwar abgeblitzt, durch seinen Einspruch kam das Projekt aber nach Wien und das langte. Arnold: "Ich habe genau das erreicht, was ich wollte." Arnold will sich aber mit einer kleinen Skigebiets-Variante zufrieden geben.
Die Betreiber haben jetzt sechs Wochen Zeit, eine Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof einzubringen.