Mutters will Bahn von Götzens und ein Hotel
"400.000 Euro an Mehrkosten sind durch Arnolds Ansprüche der Gemeinde entstanden", sagt der Mutterer Bürgermeister.
Hansjörg Peer und Hermann Arnold verbindet wohl nur eine einzige Gemeinsamkeit. Beide kennen das Gefühl, Bürgermeister von Mutters zu sein.
Ansonsten läuft zwischen dem jungen Bürgermeister und dem früheren Landesamtsdirektor ein Kampf auf Biegen und Brechen.
"Verhinderer Arnold"
Jetzt glaubt Peer mit dem endgültigen Ja des Umweltministeriums zum Bau der Beschneiungsanlage alle Trümpfe in der Hand zu haben.
Und selbst Arnold räumt ein. "Theoretisch könnte ich noch den Obersten Gerichtshof anrufen. Aber ich werde die Entscheidung der Behörden wohl nicht mehr anfechten."
800 Skifahrer täglich
Für Peer gilt es jetzt Vollgas zu geben. "Die Mutterer Alm war im Jahr eins trotz der Tatsache, dass wir wegen Arnolds Einsprüchen teurer bauen mussten und auch erst nach Weihnachten und Silvester eröffnen konnten, ein voller Erfolg. 800 Skifahrer kamen täglich."
Nächstes Ziel sind eine 8er-Gondelbahn von Götzens auf das Pfriemes-Köpfel. Diese soll im Winter 2007/2008 fertig sein. Parallel wird bei der Talstation der Mutterer Alm ein Hotel mit 150 Betten gebaut. "Somit ist der Dornröschenschlaf in unserer Region beendet. Auch, wenn das nicht allen passt", schießt Peer in Richtung Arnold.
Das ursprüngliche Ziel, eine Verbindung in die Axamer Lizum zu schaffen, sei nicht vom Tisch. Auch diese habe Arnold verhindert.
Auslöser für Arnolds aktuelle Berufungen gegen die Beschneiungsanlage war ein angebliches Wasser- und Holzbezugsrecht für eine nicht mehr existente Holzwasserleitung. Arnold sagt, er vertrete nur als Sachwalter die Rechte einer alten Frau. Tatsächlich ist die Optik rund um die Vorgangsweise Arnolds schief. "Die Sachwalterschaft der Frau besorgte sich Arnold binnen 14 Tagen. Das hat schon einige überrascht", deutet Bürgermeister Peer an, dass es Arnold von Anfang an nicht nur um die Anliegen der Dame gegangen sein könnte.
Durch die jetzt vorliegenden Bescheide aus dem Umweltministerium gerät der frühere höchste Beamte Tirols in ein schiefes Licht. "Schon 1931 einigten sich die Grundeigentümer der Parzelle mit der Gemeinde Mutters über die Wasserversorgungsanlage Raitis", legt Peer der TT ein Schreiben an Hermann Arnold vor, das mit 12. April 1989 datiert ist.
"Es geht ums Recht"
"Arnold wusste also ganz genau, dass die von ihm vertretene Frau gar keine Legitimation hatte, unser Verfahren zu beeinspruchen. Er tat es trotzdem, was darauf hindeutet, dass Arnold unser Verfahren absichtlich verzögerte." Mutters prüft daher eine Schadenersatzklage in Höhe von 400.000 ?.
10.900 Euro retour?
Arnold reagiert auf diese Vorwürfe emotional. "An das Schreiben vom Jahr 1989 erinnere ich mich. Allerdings wurde das Erkenntnis nie im Grundbuch umgesetzt, warum auch immer." Daher habe er völlig korrekt gehandelt.
"Die Optik mag schief sein, wie sie will, hier geht es um das Prinzip. Außerdem ist die Mutterer-Alm-Bahn bis Weihnachten 2005 ein Schwarzbau gewesen. Da hat die schiefe Optik offensichtlich niemanden gestört." Offen bleibt auch die Frage, ob Arnold 10.900 Euro zurückerstattet. Diese hatte er als Sachwalter am 4. November 2005 für eine geleistete Unterschrift genommen. Laut Peer war das Argument Arnolds dafür, dass er als Sachwalter Parteistellung habe. Auch diese Rechtsmeinung wischte das Umweltministerium vom Tisch.