Ausgangspunkt für die Diskussion um "Nostalgie" war ja die geplante Schließung der Lagalp, die mich sehr nachdenklich und betroffen gemacht hat. Immerhin habe ich Ende der 60er in Sils-Maria noch am alten SL oberhalb des Dorfes das Skifahren erlernt und bin bis Anfang der 80er regelmäßig dort gewesen. Zuletzt war ich im Oberengadin Mitte der 90er in einem Clubhotel in Signal für eine Woche - als "Belohnung" für's Diplom
Und Lagalp war für mich damals sportlich eine Herausforderung und landschaftlich ein Traum! Nach dem Bekanntwerden der Schließung habe ich mir mal überlegt, warum ich seitdem nicht mehr im Oberengadin war. Der Hauptpunkt ist für mich die Hotellerie und Gastronomie.
1.) Sind die Preise seit vielen vielen Jahren auch für Schweizer Verhältnisse heftig durch die Decke gegangen
2.) Stimmt die Qualität dafür nicht mehr, sprich die Unterkünfte wurden nicht im gleichen Maße renoviert/saniert/neu gebaut, wie sie teurer wurden
3.) Ist es ein Quantitätsproblem. Es gibt keine "gesunde" Durchmischung der angebotenen Betten zwischen Sternehotels, Mittelklassehotels, Gasthöfen (ich glaube, das Wort kennt man im Oberengadin gar nicht..), Privatzimmern und Ferienwohnungen. Das ist z.B. im Wallis deutlich besser.
Da ich aufgrund der Entfernung nicht ohne Übernachtung im Oberengadin Skifahren möchte, habe ich schon häufiger nach Unterkünften gesucht. Aber im nahen Umkreis von Corvatsch oder Corviglia oder Pontresina nie was gefunden, was vom Preis-Leistung gestimmt hat. Entweder hätte ich über den Julier oder Richtung Unterengadin ausweichen müssen. Und das war mir dann zu mühsam.....und bin lieber z.B. auf der Lenzerheide geblieben
Das Thema alte Anlagen stand bei mir nie im Vordergrund. Ich fahre heute viel in die Quatre Vallees oder in die PdS, da gibt es in Teilbereichen noch eine Menge älterer und unkomfortablerer Lifte als am Corvatsch
Wobei mir heute nach mehreren langen SL hintereinander schon die Beine ein bisschen schwerer werden........man wird verwöhnter........und das "Gemotze" der weiblichen Mitfahrer ist auch unüberhörbar
Für mich gab es schon damals zwei Riesenprobleme bzgl. Lagalp: zum einen war die Fahrt von Sils bis zur Lagalp mit dem Skibus mörderisch lang und unkomfortabel. Zum Anderen hat mich die fehlende Verbindung zur Diavolezza gestört. Das ist für mich der Kardinalfehler, daß man die beiden Gebiete nicht verbinden durfte/wollte. Ohne Auto war´s noch viel aufwändiger, um mal spontan von einem zum anderen Gebiet zu kommen.
Aber zum Abschied werde ich nächstes Jahr doch noch mal kommen und noch einmal Lagalp fahren. Sicher !
