Technische Meisterleistung im Hochzillertal
Seit Dezember 2006 ist in Kaltenbach/Tirol eine technisch spektakuläre 8er-Kabinenbahn von Leitner als zweiter Zubringer ins Skigebiet Hochzillertal im Einsatz.
Das Skigebiet Hochzillertal lockt mit 33 Seilbahnen, 145 Pisten-km, Abfahrten bis ins Tal und einem kostenlosen Parkhaus. Seit drei Jahren ist das Heimatskigebiet von Stephan Eberharter im mittleren Zillertal über die Skischaukel mit Hochfügen verbunden. Bedient wurde Hochzillertal bisher jedoch einzig und allein über eine Leitner 8er-Kabinenbahn aus dem Jahre 1997, deren Förderleistung von 3.200 P/h für eine reine Zubringerfunktion nicht mehr genügte. Der Betreiber des Skigebietes, die Familie Schultz, entschied sich aus diesem Grund für den Bau einer weiteren Aufstiegsanlage parallel zur bereits bestehenden Bahn. Sowohl die alte wie auch die neue Kabinenbahn stammen aus dem Hause Leitner, das für die Neuanlage auch die Elektrotechnik mitlieferte. Die neue 8er-Kabinenbahn „Hochzillertal II“ ist eine besondere technische Leistung. Die längste von Leitner errichtete Einseil-Kabinenumlaufbahn stellte für die Techniker eine ganz besondere Herausforderung dar: erstens ihre beachtliche Länge von 3.063 m, und zweitens – was sich als fast noch kniffliger herausstellen sollte – ein Höhenunterschied von 1.176 m. Unter solchen Voraussetzungen wurde eine Strecke bisher nur durch die Errichtung einer Mittelstation bewältigt. Dank der neuen LeitnerKlemme war es möglich, die Strecke im Hochzillertal in einem Stück zu bewältigen; denn die Besonderheit der Klemme besteht darin, dass sie ein von 38 bis 60 mm dickes Seil greifen kann. Ein Seil mit 59 mm Durchmesser war aufgrund der gegebenen Vorraussetzungen (Länge und Höhenunterschied) im Hochzillertal notwendig. Jetzt bewältigt „Hochzillertal II“ dieselbe Distanz, für die die erste Bahn zwei Teilstrecken benötigte, in einem Zug. Außergewöhnlich hoch ist in der Folge die Summe der Seilspannkräfte in der Bergstation, sie beträgt 1.285 kN. Besonderes Augenmerk verdient auch die Konzipierung der Ablenkung in der Strecke: 1,8 ° auf vier Stützen. Außerdem kommt das neue Leitner-Getriebe vom Typ LP660 erstmals zum Einsatz. Es ist auf maximal 900 kNm Drehmoment für die Übertragung der Anfahrleistung von 1.845 kW und der Dauerleistung bei Betrieb der Bahn von 1.560 kW ausgelegt. Die Bahn ging plangemäß Anfang Dezember 2006 in Betrieb. Wartezeiten beim Einstieg in das Skigebiet gehören nun der Vergangenheit an.
TECHNISCHE DATEN
8er-Einseilumlaufbahn „Hochzillertal II“
Seehöhe Talstation 561 m
Seehöhe Bergstation 1737 m
Schräge Länge 3063 m
Höhenunterschied 1176 m
Förderseildurchmesser 59 mm
Antrieb Berg
Spanneinrichtung Tal
Antriebsleistung 2 x 840 kW
Fahrzeuganzahl 112
Fahrgeschwindigkeit 6,0 m/s
Fahrzeit 8,6 min
Förderleistung 2.800 P/h