Also von Versager auf Mellauer Seite habe ich nicht gesprochen. Die Probleme liegen vermutlich auch tiefer. Die Bergbahnen Mellau sind wohl eben kein so großes und finanzkräftiges Unternehmen wie die Damülser Seilbahnen. Und die immer neuen Umplanungen verändern natürlich auch die Kosten für den Bau der Verbindung in nicht unerheblicher Höhe. Das durch die Finanzkrise Kreditfinanzierung nicht einfacher geworden ist, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Insofern ist das für Mellau sicher auch keine einfache Situation (gewesen).
Zudem haben im Gegensatz zu den Mellauern die Damülser ja das Problem, dass die 6-KSB Ragaz nur gebaut werden kann, wenn dieses Jahr noch die Gipfelbahn kommt. Denn die Gehemigung für die Errichtung der drei Verbindungsbahnen gilt ja bekanntlich nur für drei Jahre und die Ragaz-Bahn darf erst errichtet werden, wenn die Gipfelbahn und damit die Verbindung steht. Ohne fertige Verbindung dieses Jahr wäre es aus mit der Ragaz-Bahn und wohl auch mit der Verbindung nach Mellau. Wer glaubt denn schon, dass - selbst wenn die den Aufwand treiben würden, um dann eine neue Genehmigung zu beantragen - diese auch erteilt würde. Und die Damülser wollen übrigens schon seit Ende der 80er Jahre eine Bahn Richtung Ragazer Blanken bauen und das Gebiet erschließen. Da war sogar mal der sogennante "Raganz-Express" geplant, eine 4er EUB mit Talstation im Bereich Hasenbühel Talstation. Insofern setzt man jetzt natürlich alles von Damülser Seite dran, die Gipfelbahn dieses Jahr zu bauen, damit das mit der Ragaz-KSB klappt. Klar dass man da kurz vor dem Ziel jetzt die Segel nicht einfach streichen will.
Konkret ist es so, dass die Damülser Seilbahnen die Bauverantwortung von den Bergbahnen Mellau übernommen haben. Hintergrund ist natürlich, dass die Bergbahnen Mellau es bis Februar 2009 nicht geschafft hatten, den Bau der Gipfelbahn für 2009 sicherzustellen. Deshalb wurde in einer Beiratssitzung der Damülser Seilbahnen im Frühjahr beschlossen, dass der Geschäftsführer der Damülser Seilbahnen ein Schreiben an die Bergbahnen Mellau, also Herrn Herbert Frick, schickt, in dem der Unmut über das Hin und Her zum Ausdruck gebracht wird. Dies hatte dann am Ende zur Folge, dass Bewegung in die Sache kam und die Damülser Seilbahnen die Bauverantwortung für die Gipfelbahn übernommen haben. Wenn ich das richtig verstanden habe, bedeutet das, dass die Damülser Seilbahnen sich komplett um den Bau kümmern, also nicht nur die Genehmigungsfragen klären, sondern den Bau auch durchführen lassen. Demnach würde die 8 MGD dann vom Generalunternehmer Doppelmayer im Auftrag der Damülser Seilbahnen gebaut, wobei ich mich frage, wie das rechtlich alles geht, da die langwierigen Grundstücksverhandlungen im Bereich der Gipfelbahn bekanntlich von Mellauer Seite zum Abschluss gebracht worden sind. Vielleicht gibt es da irgendwelche Vereinbarungen zwischen den beiden Seilbahnunternehmen.