ski-chrigel schrieb:
Pischa noch für einige Zeit betreiben zu können.
...kann man negativ lesen als "der Tod ist nur noch eine Frage der Zeit" oder positiv im Sinne von "wir versuchen alles, um Pischa nicht sterben zu lassen". Ich weiss grad auch nicht, wie ich es verstehen soll.
Ich verstehs so, dass die DKB kein Interesse daran hat, dass sich wie bei anderen Fällen Widerstand gegen die Schliessung formiert. Also redet man im GB die Sache schön und tätigt minimalste Investitionen, damit keiner sagen kann, man hätte nichts für Pischa getan...
Geschäftsberichte sind bei jedem Unternehmen eine Selbstbeweihräucherung, wo man den Aktionären vorgaukeln will, wie toll man doch gearbeitet hat. So auch hier.
In der typisch geschwollenen Sprache wird der Pischa-Abbau schöngeredet und Gründe herbeigezogen.
Irritierend ist für mich aber, dass man bei der Pischa relativ zufrieden war, aber dennoch das Betriebskonzept wieder total umstellt. Ich zitiere aus dem Jahresbericht:
Die DKB ist nicht zufrieden, weil die Zahlen gut waren, sie ist zufrieden, weil die Pischa weniger Verlust gemacht hat, als befürchtet.
Das sieht man auch anderen Sätzen: Normalerweise ist man in Unternehmen zufrieden, wenn Gewinne resultieren. Bei der DKB ist man zufrieden, wenn Pischa "keine Liquidität vernichtet".
Was ich eigentlich noch hinzufügen wollte: In der Davoser Zeitung vom letzten Freitag ist noch eine Information zu finden, die ebenfalls ganz ins Bild der Bergbahnen passt:
Davoser Zeitung 07.08.2015 hat geschrieben:
Die Frage, ob die Pischa nun für mögliche Kaufinteressenten bereit stehe, beantwortet Petignant vorsichtig: «Wir rechnen nicht mit entsprechenden Kaufanfragen. Insofern erübrigt sich diese Frage aus unserer Sicht. Sollte eine solche aber wider Erwarten eintreffen, werden wir dies seriös prüfen und aufgrund der Faktenlage eine unternehmerische Entscheidung treffen.
"Eine unternehmerische Entscheidung treffen" - heisst im Klartext: Pischa wird nicht verkauft, sonst geht sie nicht zugrunde. Sonst wären ja alle Anstrengungen der DKB, die Pischa unattraktiv zu machen, umsonst gewesen.
Das letzte, was die DKB will, ist ein zweiter "Fall Schatzalp", wo ein weiterer Anbieter ein Teilgebiet kauft, wieder in Betrieb nimmt und dann die DKB-Gebiete konkurrenziert. Man will die Pischa loswerden, aber man will sie nicht verkaufen, man will sie kaputtmachen, damit ja niemand auf die Idee kommt, nach der Stilllegung hier wieder Skibetrieb anzubieten. Sprich Skilifte stilllegen und später abbauen, sprich bei der 48jährigen Luftseilbahn die Revisionen aufs gesetzlich notwendigste zu beschränken und das Gebiet erst dann stilllegen, wenn die Luftseilbahn ersetzt werden muss. Denn dann sind die Beförderungszahlen tief genug, dass man die Stilllegung "unternehmerisch" begründen kann, und dann kommt bei einer stillgelegten, alten Luftseilbahn und (abgebauten?) Skiliften kein Mensch auf die Idee, das Gebiet wieder in Betrieb zu nehmen.
